Folge 05 - Königreich SpanienWiderstandskraft und Wandel, Diktaturen und Weltreich


Wir nehmen euch heute mit auf eine Reise durch die bewegte Geschichte der spanischen Königsfamilie – vom Aufstieg über Diktaturen bis hin zu moderner Erneuerung. Spanien zeigt, wie eine Monarchie sich anpassen kann, ohne ihre Seele zu verlieren.
Es beeindruckt uns, wie das Land immer wieder hochkam – trotz Revolutionen, Kriegen und Skandalen. Diese Resilienz ist für viele eine Inspiration, gerade in unsicheren Zeiten.
Viel Spaß bei unserer neuen Folge.
Jörg: Katrin, als wir unsere erste Staffel geplant haben, haben wir unseren Zuhörern erzählt, was wir in ersten Staffel so machen. Und bei dem ersten Podcast Norwegen, der im Ãbrigen sehr, erfolgreich ist, wie ich an den Streams sehe, also der kam sehr, sehr gut an, da hast du auch die spanische Monarchie natürlich bei der Aufzählung erwähnt und hast gesagt, Mensch Jörg, die magst du doch eigentlich auch ganz gerne. Hab ich gesagt, ja, die mache ich ganz gern. Hätte aber noch erwähnen müssen, dass es das nicht so ganz trifft, weil ich finde die eher interessant und erstaunlich, weil sie so sehr kompliziert ist. Also sie hat eine bewegende Geschichte, wenn man mal richtig reinguckt und irgendwie kennt jeder Spanien so auch aus dem Geschichtsunterricht, da kommt es ja nicht dran vorbei. Und kannst du dir noch vorstellen, warum ich die so toll finde? Die Monarchie?
Catrin: unterscheidet sich natürlich von den anderen europäischen Monarchien in verschiedener Hinsicht politisch und weil sie wieder gegründet wurde im Mitte der 70er Jahre erst. was ich denke mal, ich kenne dich ja inzwischen ein bisschen lieber Jörg, warum du vielleicht doch sie auf etwas anders betrachtest als die anderen Monarchien. Sie ist halt sehr nüchtern und schmucklos, so wie sie sich präsentiert. Sie haben einen groÃen Palast, wo die königliche Familie aber nicht drin wohnt und sie haben keine groÃen Kutschen. â bei besonderen Anlässen, also die machen das schon sehr, sehr demokratisch nüchtern. Und ich könnte mir vorstellen, dir fehlt das Lammettadort, oder?
Jörg: Du hast es auf den Punkt gebracht. Genau, für mich ist Monarchie auch Lametta. Etwas für die Seele. Das ist nicht so witzig. Spanier, ist ja ein rassiges Volk mit Seele und da Leben und so weiter und so fort. Und da haben wir halt eine Bremse. Für mich eine natürliche Bremse.
Catrin: Ja, Leidenschaft. Ein bisschen war schon reich, aber ein bisschen ist da eine Bremse drin.
Jörg: Genau, aber das hat natürlich seine politischen Hintergründe und über die schnacken wir ja heute. Aber viel wichtiger, was fällt dir denn bei Spanien an, wenn wir jetzt auch das schöne Wetter haben und so?
Catrin: Ja, eben wie du schon sagt, das pralles Leben, Sonne, Flamenco-Tanzen, ich tanze ja auch sehr gern und ich esse auch gerne zum Beispiel den leckeren Iberico-Schinken, den esse ich wirklich sehr häufig und sehr gerne. Das ist so der Geschmack und das Gefühl Spanien, wenn ich den Begriff höre. Und natürlich aber, ich als Reuel-Expertin natürlich auch immer wieder diese sehr bewegte, unglaubliche Geschichte einer Monarchie, die seit 1868 nicht nur einmal oder zweimal, sondern sage und schreibe viermal gestürzt wurde.
Jörg: Den befinden wir auch gut.
Catrin: Und heute aber immer noch da ist. Die ist immer wieder hochgekommen, wie sonst die auf dem Endkrieg. Also es gibt ja wohl echt in Europa kaum ein Königshaus, was so ein wildes Auf und Ab bisher erlebt hat, wie der Spanische.
Jörg: Hahahaha Genau, und das finde ich so spannend und es ist auch politisch. Also ich finde in Spanien kommen wir auch noch drauf, Felipe und Unabhängigkeitsbewegungen und so. Das ist so sehr politisch heute noch, noch immer, anders als in vielen anderen Monarchien und das finde ich so spannend daran.
Catrin: Ja, tschau!
Jörg: wir nehmen euch heute mit übers Meer nach Amerika, wo nämlich Spanien seine groÃe Kolonialgeschichte begründet hat, so in dem Reichtum vor allen Dingen. Wieder zurück nach Europa, wo die Habsburger sich mit den Bourbonen im Erdfolgekrieg in der Wolle hatten. Hin zu einer romantischen und wahrsten Sinne des Wortes, muss man hier sagen, bombigen Hochzeit. Zu den unterschiedlichen Republiken der Spanier, bei Borbonen geht das offenbar nicht anders und wir geleiten euch in die 1920er 1930er Jahre mit den Diktaturen und der grandiosen Wiederkehr der Monarchie mit einer Wolte, die so niemand erwartet hätte. Willkommen bei Thronfolgen, royalen Podcast. Ich bin Jörg Schröder-Dammköhler, an meiner Seite wie immer Co-Moderatorin und Royalexpertin Kathrin Baden.
Catrin: Hallo zusammen auch von mir und wie Jörg schon gesagt hat, heute geht es nach Spanien, nach Madrid zu den Bourbonen. Auch an dieser Stelle, ich möchte es einmal kurz erwähnen, wir hatten in den Kommentaren zu unserer Niederlande Folge sogar schon eine Anmerkung, einen Kommentar von einem Zuhörer oder Zuhörerin namens Ricky, wann wir uns denn endlich dieser Monarchie mal widmen. An dieser Stelle also ganz liebe GrüÃe und besonders viel Spaà beim Zuhören an Ricky. Jetzt kommt, was gefordert wurde, nämlich Spanien. Dieses Königshaus hat es echt in sich, finde ich, und Jörg ja auch. Eines seiner berühmtesten Königspaare wurde, haben wir auch eben schon angeteasert, gleich mit einer Bombe-Explosion während der eigenen Hochzeit quasi begrüÃt, in Anführungsstrichen. Aber dazu später mehr. Die Geschichte, da gibt es eine Menge zu erzählen. Jedenfalls hat diese Monarchie eine Diktatur, einen Bürgerkrieg, einen Putschversuch und immer wieder Skandale überlebt. Und trotzdem sitzen die Royals bis heute da auf dem Thron wieder. Also, wie gesagt, ein pralles Programm. Es gibt eine Menge zu erzählen.
Jörg: Genau, und darum geht's heute. Bevor wir aber loslegen, gibt's wie immer zuerst unsere aktuellen Royal News der Woche.
Catrin: Ja, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, wer sich so ein wenig für Rolls interessiert, der konnte eigentlich gar nicht dran vorbeikommen. The Trouble with Harry, Prinz Harry hat eine groÃe Show draus gemacht, zehn Tage lang. Er kommt nach GroÃbritannien, ja, und wie kommt er und wo schläft er und bringt er seine Frau und seine Kinder mit, ja oder nein? Es ging 50 Mal hin und her. gefühlt und es ging ja darum, dass er ein Invictus Games Event vor allem auch besuchen wollte, ein Jahr zu im Voraus. Der nächste Jahr â diese Zeit soll in Birmingham in England soll es wieder Invictus Spiele geben. Und im Vorfeld wollte Harry also durchdrücken, dass er mit vollem Polizeischutz und seiner Familie dann in irgendeinem könnlichen Palast wohnen darf. Das hat alles so nicht geklappt. Also ich weià nicht, wie du das fandest, Jörg, aber irgendwie schon diese Frechheit erst zu behaupten, er braucht ja ganz ganz arg SicherheitsmaÃnahmen. Dann ging es auf einmal doch ohne. Und dann hat der Palast ihm angeboten, du darfst im Buckingham-Palast wohnen. Dann hat er das wieder abgelehnt. Also ich fand das wirklich peinlich.
Jörg: Ja, ich muss sagen, ich finde es auch peinlich. Und ich muss da ganz ehrlich immer bisschen an Familie denken. Glücklicherweise da nicht an meine Familie, aber an andere. Also es gibt immer wieder so Geschwisterstreits und Familienstreits, wo du tun kannst, was du willst. Es ist einfach der Drang da. sich irgendwie zu profilieren. da gibt es ja im Coaching so eine schöne Sache. Menschen können mit Gleichgültigkeit nicht umgehen. Entweder wollen sie geliebt werden, das wollen wir eigentlich alle, und wenn das nicht klappt, dann wollen wir gehasst werden. Das ist wenigstens eine Emotion. Und ich habe wirklich das Gefühl, das ist bei Harry auch so. da er, er kam mit dieser Stille, also dass man es einfach mal nicht nach drauÃen trägt, dass es privat bleibt, dass man das mit sich selbst ausmacht, das kann er glaube ich nicht ertragen. Und es muss immer die öffentliche Diskussion da sein, er braucht einfach diese Schlagzeilen. Und die kriegt er natürlich nur durch solche kleinen Nervereien durch. Die waren ja nun auch in Australien, da gab es auch so ein paar Sachen, wo er sich dann in Krankenhäusern aufgehalten hat, wo eigentlich so Patron King Charles ist und oder auch William. Also es ist alles, es sind ja keine Zufälle, es ist alles so bewusst, aber so unglaublich negativ letztendlich besetzt immer. Und auch hier, ich mein, weià gar nicht, wie das ist im Buckingham Palace, gerade jetzt auch der Umbau und so, später soll da auch gar keiner mehr drin wohnen. Ich hab nicht das Gefühl, dass da ein groÃer Stab ist. wo es jetzt so einfach wäre, wie die Selbstmanns wollte, dort unterzubringen. Aber warum muss das sein? Genau.
Catrin: Ja, mit Vorlauf. Der gebrautete Vorlauf war nicht da. Das Personal bereitzustellen. Man hätte Personal bereitstellen können, man hätte ihn unterbringen können, aber er hatte ja schon abgesagt und dann hat er, als er schon im Flugzeug saÃ, quasi verlauten lassen, er will jetzt doch dort schlafen und es wäre dann irgendwie mit Vorlauf von drei, vier Stunden gewesen, das war einfach zu kurz.
Jörg: Es ist wirklich unglaubliches, kalifornisches Hollywood-Diewengarhabe. Jetzt bin ich böse, werden wir vielleicht gebashed, aber das hat er sich dann wahrscheinlich von Megan abgeguckt. Ich finde es unsäglich, diese ganze Art und Weise, und ich bin wieder bei so Familie,
Catrin: Ja, da haben wir eine Krise.
Jörg: Die, die dann immer am meisten darüber reden, dass man sich doch versöhnen will und so weiter, immer die, die den wieder querschlagen. Ich kann es nicht verstehen. Ich fand es ja gut. glaube, der liebe William, hat in Winzer Kasse irgendwie war im Puluturnier, an dem Tag.
Catrin: Ja, er hat komplett rausgehalten, daran tut er auch gut. Und es kam ja noch hinzu, dass in der Woche auch Harry einen ganz wilden Gerichtsprozess verloren hat gegen die Daily Mail in irgendwie über 90 Anklagepunkten, wo die angeblich Gesetze verletzt hätten, um ihn abzuhören, sein Telefon zu hacken. Und unlawful information gathering lautete der Vorwurf. Und die Daily Mail ist in allen Punkten freigesprochen worden. Das heiÃt, er stand da wie ein begossener Pudel, hat komplett verloren. Und jetzt sitzen er und seine Mitstreiter, unter anderem auch Elton John, auf 50 Millionen. Pfundschulden, also Gerichtskosten, die müssen ja dann auch die Gerichtskosten der Gegenseite bezahlen und Anwaltskosten und alles. Also da hat er richtig, richtig daneben gegriffen.
Jörg: Sagt man mit Elton John, da hatte ich auch eine Schlagzeile, die nur ganz kurz gesehen, konnte es noch nicht nachlesen. Was ist mit Elton John da? Das interessiert mich nicht.
Catrin: Er war ja in einer Gruppe von Klägern. Er und Sadie Frost und Elton John und noch ein paar andere, die haben gemeinschaftlich die Daily Mail verklagt. In Bezug auf einige Artikel, die zum Teil schon 15 Jahre und älter her sind. Weil die angeblich, â diese Artikel schreiben zu können und die Informationen zu bekommen, die in diesen Artikeln erwähnt wurden über das Privatleben der betreffenden Leute, dass das angeblich mit ungesetzlichen Methoden wie Telefone abhören und Mailbox hacken usw. oder ausforschen.
Jörg: Mmh.
Catrin: unter falschen Vorwänden, Ausforschen von Freunden oder Kontakten der jeweiligen Promis. Nur so sei das möglich gewesen, diese Artikel zu schreiben. Und es wurde einfach nachgewiesen, dass das so nicht war, sondern dass das jeweils von Palast oder von Freunden von Harry irgendwie geleakt wurde, die jeweiligen Informationen. Und der Hauptzeuge, den die vorgebracht hatten, der Hauptzeuge der Anklage, hat dann am Ende komplett die Meinung geändert und gesagt, wieso dieses Statement, das ist doch falsch, das stimmt gar nicht, ist gar nicht von mir, ich habe da nie zu beigetragen. Telefone zu hacken und so. das ist einfach komplett in sich zusammengefallen, der Prozess.
Jörg: Ja, ist wirklich dramatisch und man muss das bestätigt, ja immer wieder, wenn man über Harry, eigentlich schon schade, es gibt ja so einen Herrn aus Amerika, mit T anfängt, den wir ja auch nie erwähnen wollen, â ihn nicht genau, â ihm keinen Platz zu geben und Harry nimmt sich, man sieht es daneben wieder, das einzige, wie Harry sich noch in Schlagzeilen kriegt, indem man
Catrin: Den wollen wir nicht abwarten, das stimmt.
Jörg: und man nur mit dem Kopf schüttelt und sagt, was ist mit dem los? Aber für mich ist die Antwort, du hattest mich gefragt, für mich ist die Antwort, das ist für mich schon echt pathologisch, muss ich sagen. Er hat einen unglaublichen Geltungsdrang letztendlich. Das mag alles begründet sein, aber das nervt natürlich, weil diese Institution, und da weiÃt du, da bin ich ganz konservativ, die Institution so angegriffen wird. Und mich nervt das.
Catrin: und Design. Ja.
Jörg: eigentlich und man kann nur heilfroh sein finde ich. Ich glaube nicht, dass die beiden eine groÃe Chance gewesen wären für dieses Ding. Es wäre irgendwann gekommen, vom Typ ist man so und ich möchte mir gar nicht ausmalen was heute wäre, wenn sie noch solche offiziellen Rollen übernommen hätten. Also hier lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Ich glaube das wäre eine Katastrophe gewesen. Sobald Charles nicht mehr da ist, William, der hätte sich die Zähne an Harry ausgebissen. Und dann lieber jetzt so. Immer mit Blick auf die Monarchie. Privat interessieren die mich eigentlich gar nicht, wenn die private Probleme haben. Aber ja, furchtbar, schrecklich.
Catrin: Naja, gut, um das Thema abzuschlieÃen, weil das unsere Zuhörerinnen und Zuhörer vielleicht interessiert. Am Ende, so heiÃt es, wurde vom Palast auch bestätigt, gab es ein hinter verschlossenen Türen ein Familientreffen, privat. Harry ist nach seinem Termin wegen der Invictus Games nach Highgrove gefahren, privaten Landsitz in Gloucestershire, der seinem Vater Charles als Residenz zusteht. Und dann hat dann Harry mit Meghan und den Kindern, scheinbar aus Kontinentaleuropa eingeflogen wurden nur für den Tag. Wir wissen nicht, ob aus Portugal, wo sie angeblich ein Ferienhaus haben, oder aus Südfrankreich, wo es auch... Sie waren bei Elton John's zu Besuch, in dessen Ferienhaus, wissen wir nicht. Jedenfalls Harry und Meghan waren mit den beiden Kindern bei einem privaten Besuch zum Tee letzten Freitag in High Grove. Und Camilla war mit dabei, quasi als Zeugin. Und das Ganze hat weniger als eine Stunde mal wieder gedauert. Und das war Quality Time mit der Familie. Aber es gab keine Fotos, weder offizielle noch inoffizielle.
Jörg: Vielen
Catrin: Also genau das, was Harry und Meghan nicht wollten, die wollten natürlich ein Paradefoto, das die Nähe zum Königshaus symbolisiert, damit sie es dann wahrscheinlich wieder vermarkten kann auf Social Media.
Jörg: Noch mal, es nicht gekriegt. Machen Sie jetzt diesen Nerv-Kram mit drei Stunden vorher, will im Buckingham Palace, damit doch wieder irgendwas, irgendeinem Mecker-Kram an die Presse gegeben werden kann, damit Sie doch irgendwie Thema sind. Weil still geht einfach nicht, funktioniert nicht.
Catrin: Ja, wobei das mit dem Bakian Palace war ja davor. Das war ja ein paar Tage davor. Bisher ist von deren Seite über dieses Treffen in High Grove jetzt noch nichts rausgekommen. Sie haben wohl auch strikte Auflagen bekommen, dass sie davon nichts erzählen dürfen und keine Andeutung machen dürfen. Ob sie es durchhalten, weià man noch nicht. Ich lausche dem also mit groÃer Spannung, ob da nicht noch irgendwas durchsickert. Aber Stand heute hat also keiner von keiner Seite irgendwie Näheres von dem Treffen erzählt, auÃer es wurde bestätigt offiziell, dass es stattgefunden habe. Und dass man die Megan und die Kinder da quasi irgendwie reingeschmuggelt hat, weil da parallel noch eine andere Veranstaltung war im Besucherzentrum auf dem Geländeverkauf. Und deswegen gibt es auch keine Pressefotos von Harry und Megan und den Kindern im Auto, wie sie da rein und wieder rausfahren. Das ist also alles in einem Schwall von anderen Autos mit untergegangen, offensichtlich. Das haben wir ja ganz geschickt gemacht, muss man sagen. Aber gut, also das war das Drama mal wieder The Trouble with Harry, wollte ich nur kurz erzählt haben, weil es die letzte Woche doch in den Nachrichten die Bundblätter sehr veranstalten. Muss man jetzt einmal durchdiskutieren.
Jörg: Ach so. Ja. Okay. Ja klar, das war eine der Nachrichten. Ja absolut, klar. Und jetzt kommen wir gleich zu der zweiten Nachricht, jetzt gab es das erste Bild von Mette Maret nach ihrer Lungentransplantation. Du hattest letztes Mal so eine schöne Zusammenfassung ja auch noch mit Marius gemacht. Und da haben wir über Mette auch kurz gesprochen. Kannst uns da noch mal ein paar Neuigkeiten sagen? Wie ist das Verlaufen? Wie geht's ihr?
Catrin: Ja, also der aktuelle Stand ist so, dass es ihr wohl zunehmend besser geht. Das hat der Kronprinz auch letzte Woche bei einem Termin, auf dem er war, als er gefragt wurde, die Familie würde sich sehr freuen und sei dankbar zu beobachten, dass es ihr wirklich von Tag zu Tag etwas besser gehe. Das erste Bild von ihr nach der war Sonntag vor einer Woche erschienen. Da sah man ein Bild aus dem Osloer Palast ganz gemütlich. Wohnzimmer, Horcon und Mettemarit auf dem Sofa in bequemer Kleidung mit FuÃballschal â weil das war ja FuÃball Wilhelm und die norwegische Mannschaft hatte sich sehr gut geschlagen. Jetzt im Halbfinale sind sie gegen England rausgefallen, aber davor hatten sie sich sehr gut geschlagen. â einfach auch die Stimmung aufzugreifen, zeigte sich also das Kronprinzenpaar zu Hause, wie sie eben gerade FuÃball geguckt hatten. Und Mette Marensa gar nicht so schlecht aus, ein bisschen blässlich, aber war auch nicht geschminkt wohl. Also es war ganz sympathisch und sie sah auch
Jörg: Ja.
Catrin: wirklich ganz gut aus und das heiÃt, es geht jetzt zunehmend besser und sie ist jetzt schon sehr viel wieder zu Hause in Skargim auf dem kleinen Landgut, etwas auÃerhalb von Oslo. Muss zwar noch viel ins Krankenhaus, aber sie ist so, sagen wir mal, halb entlassen aus dem Krankenhaus. Das kommt so bisschen durch in den Medien. Und das Alleraktuellste ist jetzt von gestern, wo es dann wieder â Marius ging, ein weiteres Mal, darf er vielleicht doch mit FuÃfessel raus, ja oder nein. â
Jörg: Ja.
Catrin: Diesmal hat das Gericht jetzt erstaunlicherweise doch entschieden, er darf jetzt raus mit FuÃfessel. Dagegen hat die Staatsanwaltschaft aber wieder Einspruch eingelegt. Das heiÃt, er ist jetzt immer noch im Knast. Und jetzt warten wir also mit groÃer Spannung darauf, ob das Berufsdienstgericht jetzt entscheidet, ob das Gericht Recht behält oder ob die Staatsanwaltschaft Einspruch erheben kann. Dann zieht sich das noch weiterhin, weil er muss auf jeden Fall noch vier Wochen im Prinzip in Untersuchungshaft bleiben. Und die groÃe Frage ist jetzt halt, ob im Gefängnis abgesessen werden muss oder doch ein Freigang mit FuÃfessel und unter sehr strengen Auflagen möglich ist. Also dass der aktuelle Stand jetzt gerade in Sachen Norwegen mit Mered und Marius.
Jörg: Vor allem wollen wir bei all den Trubbeln hoffen, dass Mette Maret diese Transplantation auch nachhaltig gut übersteht.
Catrin: Ja, das ist die groÃe Frage, ob es noch AbstoÃungsreaktionen gibt. Im Moment scheint alles gut zu sein, aber es ist ja echt auch noch frisch mit Medikamenten vollgepumpt und allem. Also man muss es echt sehr mit groÃer Vorsicht angehen, denke ich mal und sehr genau beobachten. Denn es kann ein Jahr gut gehen nach der OP, es kann auch noch zwei Jahre durchgehen gut gehen, aber es gibt keine Garantie, dass ihr dann für immer sicher ist. Leider, das ist wohl so bei diesen sehr, schwierigen Transplantationen. Muss man wirklich gucken und ihr das Beste wünschen.
Jörg: Ja. Genau, das tun wir hier an dieser Stelle auch. Und dann gibt es natürlich noch eine sehr schöne, nette Geschichte und die kommt aus Saragossa. Das passt ja dann auch heute zu unserem Thema auch. Da geht es â Prinzessin Sophia und die jüngeren beiden Töchter. Aber da steckst du besser im Detail. Erzähl doch mal, was da los war.
Catrin: Ja. Ja. Das ist jetzt quasi schon bisschen die Ãberleitung zu unserem heutigen Hauptthema Spanien. Prinzessin Sofia ist ja die Jüngere der beiden Schwestern des Königpaares im Gegensatz zu Leonor, Spätere, also der Thronfolgerin, Prinzessin von Asturien. Und bisher war nicht so ganz klar, ob Sofia denn später irgendwie einen normalen Beruf einschlägt oder ob sie dann doch sich entscheidet, eine Karriere als Working Royal, als Unterstützerin ihrer Schwester, innerhalb des Königshauses anzustreben. Und jetzt sieht es so aus, als ob sie tatsächlich auch arbeitende Prinzessin werden will, wenn sie ihre Ausbildung abgeschlossen hat.
Jörg: Genau.
Catrin: Denn sie hat jetzt kürzlich vor ein paar Tagen das ihre erste offizielle Rede gehalten, erste offizielle Verpflichtung eigenständig wahrgenommen. Sie wurde Ehrenpräsidentin der Iberkacha Stiftung. Ich hoffe, ich habe es richtig ausgesprochen.
Jörg: Wahrscheinlich muss das mehr Glucar... Das kommt immer so aus dem Hals. Kann ich auch nicht. Ich auch nicht.
Catrin: Gutural, Ich kann das immer nicht. Ich kann kein Spanisch. Also man möge es nur verzeihen. Ich glaube, man weiÃ, was gemeint ist. Jedenfalls hat Prinzessin Sophia dort ein Bildungsförderungsprogramm vorgestellt. Und was ich richtig, richtig nett fand im Publikum war vorgesehen eben das Königsbar. Wir wollten natürlich stolz dabei zuschauen, wie ihre Tochter das macht. Aber Schwester Leonor hatte, hieà es eigentlich, Zeit. Die hatte noch an ihrer Militärakademie in letzten Tagen noch was zu tun. Und dann kam sie eben doch als Ãberraschungsgast, irgendwie Termine. verlegen können, bei der quasi Feuertaufe ihrer kleinen Schwester dabei zu sein. Und das fand ich unheimlich nett, dass sie das gemacht hat. Die beiden sind auch wohl sehr eng, die beiden Schwestern. Das sieht man auch. Ãberhaupt diese vier, Königspaar, Felipe Letizia und die beiden Mädchen, four. Also ich glaube, die sind wirklich auch so ein ganz enger Familienkreis. Und danach war super Stimmung. Das war in einem Kloster. Da hat das Ganze stattgefunden, im Kloster Nuestra Señora de Cogulada. Und die haben auch einen sehr schönen Garten und später sangen dann ein und dann sah man auch das Königspawn, die beiden Prinzessinnen, sie so mit schwurften und mit klatschten und so ein bisschen Patanschritte machten. Das war total reizend. Also es hat mir sehr gut gefallen.
Jörg: Grundsätzlich bin ich ja nicht so ein Freund von dieser Grooverei Gerade so bei Offizieren. Du weiÃt, ich bin ja da so konservativ und kleiner Finger ganze Hand. Aber da fand ich das auch ganz schön zu sehen. Und was natürlich, da kommen wir ja heute auch noch drauf. Wenn man sieht... â
Catrin: Ja.
Jörg: wie es um das Königshaus, da gibt es so zwei Lager. In Spanien würde ich mal sagen, auf der einen Seite hast du das ganze Thema Juan Carlos und dieser tiefe Bruch, da ist. Und umso schöner ist es natürlich zu sehen, dass bei der neuen Generation, bei der jüngeren Generation, dass die so eng miteinander sind und auch mit den Eltern. Und auch schön, dass es noch mehr Work-in-Roids gibt, kann auch da knapp werden sonst, die müssen ihre Aufgaben. Und das sind ja gute
Catrin: Ja, wir hören es uns doch definitiv.
Jörg: Nachrichten, das finde ich klasse. Und das zeigt, da sind wir wieder bei dem Thema, ja auch wenn so eine Familie zerrissen ist dass wir alle kennen das vielleicht von uns, Bekannten, von Freunden. Das menschelt halt sehr und das finde ich cool und insofern lasse ich das mal gelten, dass die so gegrooved haben. Da sind wir beim Steifenhof-Protokoll Spaniens. ist ja so dieses ganz ganz strenge Hofprotokoll unter dem ja auch Sisi so gelitten hat. das ist ja weitestgehend weg. Also dieses diese steife, sehr sakrale und so ist er komplett weg. Der Pomp und Circumstance ist nicht da. Haben wir eben auch darüber gesprochen. Das sind andere Sachen, die die spanische Monarchie auszeichnen. Aber irgendwie hat das Hof zeremoniell eben durch diesen Groove noch mal seinen Weg in die Schlagzeilen gefunden. Genau, obwohl es gar nicht mehr so... Genau, es ist so nicht mehr existent, nur für unsere Zuhörerinnen und Zuhörer. Die haben sich da von weitestgehend, also mehr als alle anderen sogar, ver- â
Catrin: Weil es das Gegenteil von Hofzerminale ist.
Jörg: davon. Genau. Das sind die News. Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, wenn ihr Spanien verstehen wollt und die spanische Monarchie und diesen Trubbel innerhalb der Familie, Juan Carlos und so weiter, vielleicht auch die Sachen mit der Unabhängigkeitsbewegung, all das, das hat natürlich seinen Hintergrund, das ist wirklich dicker Brocken. Das ist das breite Brett, das wir hier bohren müssten. Wir versuchen mal, einen hoffentlich schön strukturierten kleinen Ãberblick zu geben. Und liebe Kathrin, die spanische Monarchie, die ist erst mal schon mal uralt. Das können wir schon mal festhalten. Viel älter als die meisten anderen europäischen Königshäuser. die wir hier schon besprochen haben. Und jeder von uns ist im Geschichtsunterricht auf Spanien getroffen. Man kommt einfach wie bei UK an Spanien überhaupt nicht vorbei, wenn man an Geschichts- und Politikunterricht denkt. Denn die Weltgeschicke sind eben von Spanien maÃgeblich beeinflusst worden. Jetzt wollen wir aber natürlich auf keinen Fall irgendjemanden von euch verschrecken und sagen, â Gott, Gott, jetzt wird es eine Schulstunde. Nein, wir hoffen, dass wir es wieder so zusammenfassen, dass es Spaà macht. Die Geschichte Spanien, vor allem die royale Geschichte Spaniens, teilen wir heute mal in kleine Blöcke auf, damit es für euch ein bisschen übersichtlicher wird. Und der erste Brocken wäre dann Spanien auf den Wegen zu ihren Kolonien und zum Reichtum. Und da, Katrin, fängst du jetzt am besten mal an und erzähl uns, was es damit auf sich hat.
Catrin: Ja, also wir gehen jetzt mal zurück, nicht ganz bis ins Mittelalter, aber ins ausgehende Mittelalter, erste Schritt in die Neuzeit. Denn man muss ja doch irgendwo mal bei irgendwo anfangen, wo man sagen könnte, wir fangen mit den Wurzeln an. Wo sind die Wurzeln des Königreichs Spanien? Wo war die Grundlage? Ich denke, man kann sagen, die Wurzeln reichen zurück bis ins Jahr 1479 zu den sogenannten katholischen Königen. Ferdinand II. von Aragon und seine Frau Isabella I. von Castilien. Die beiden hatten vorher getrennte Reiche. Jeder von denen hatte von seinen Vorfahren sein Reich geerbt. Und dann haben die beiden strategisch klug geheiratet und dann gemeinsam in Personalunion regiert. Aber ganz wichtig Isabella hat tatsächlich die alleinige Herrschaft über Kastilien behalten. Da waren nur sie Königin. Er war da quasi Prinzgemal, Königsgemal. Hat da ein bisschen mitregiert. Aber diese Verbindung hat die Reiche zusammengefügt, hat quasi das Fundament für das heutige Spanien gelegt.
Jörg: diese Personalunion, die hat ja Auswirkungen, kann man sagen, bis heute, wenn wir so an Unabhängigkeiten denken, also an, sag ich mal, regionale Nationalbewegungen. Das hängt alles damit zusammen. Und das beruht noch auf diesen Geschehnissen aus diesen Regionen. Und der Zusammenschluss mit einer eigenständigen Königin Isabella, der war besonders bemerkenswert, weil es war eben vertraglich auch festgehalten, dass sie â Die alleinige Herrscherin ist über Kastilien. Das blieb dann auch so. Isabella und Ferdinand waren es dann, die die iberische Halbinsel, die von den Mauern und vor allem den Reich von Granada beherrscht wurde. Warst du mal in Granada? Kann ich dir nur empfehlen. Ist ein ganz tolles Thema. Eine Blütezeit. unglaublich liberal, gerade auch religiös liberal. Wunderschön waren ihrer Zeit weit voraus, was die Technik, vor allem die Wissenschaft betrifft. Und Isabella und Ferdinand, die beiden, die haben da eigentlich so einen kleinen Strich durch die Rechnung gemacht. Die wollten natürlich nach über 800 Jahren wieder diese iberische Halbinsel... â Einen, weil die Mauren dort waren, war eben muslimischer Glaube sollte, auch die Ritter, die Kreuzzüge, war ein groÃes Thema, es sollte eben christlich geprägt sein. Und das ist ihm dann auch gelungen. Für die Wissenschaft, für die Schönheit, für die Kultur, für die Offenheit und Liberalität war das eine furchtbar dunkle Zeit. â Da fingen diese Stränge an mit dem Katholizismus, die auch heute finde ich noch so in Spanien. Ich weià nicht, wie dir das geht. Ich war mal in Andalusien, hab eine Reise gemacht. Ich liebe es, Kirchen zu besichtigen. In Spanien fällt es mir echt schwer. Also man merkt, es ist meine, so empfinde ich das zumindest, es ist mir zu schwer, zu dunkel, zu sehr. â
Catrin: Ja.
Jörg: Also alles eine sehr beschwerte, dunkle Welt irgendwie. Und ich denke dann auch sofort immer an die Inquisition, die strenge spanische. Ãberhaupt nicht. Also gefällt mir persönlich nicht. Aber die beiden hatten natürlich ein politisches Ziel, ist ihnen gelungen, iberische Halbinsel haben sie hinbekommen. Und danach war dann auch sozusagen die Kohle da.
Catrin: Ja, das ist eine strenge Sache, nicht so lebenspro wie in Frankreich, der
Jörg: und die hat die liebe Isabella frei gemacht. Isabella war in dieser Personalunion quasi die Inpolitikerin, die hat sich sehr â die Finanzen, â die inneren Angelegenheiten gekümmert. Und eher so für AuÃen und natürlich für die ganze Kriegsmaschinerie fürs Militär zuständig. Und da erinnern wir uns natürlich an einen Herrn, der da finanziert wurde. â Und welcher war das wohl Kathrin?
Catrin: Das war unser berühmter Christopher Kolumbus, der uns Amerika entdeckt hat. Jetzt sind wir wieder im Geschichtsunterricht angekommen. Der ist nämlich von Königin Isabella losgeschickt worden mit ordentlich viel, wahrscheinlich mehreren Kisten Vollgold auf eine Expedition 1486 und sechs Jahre später 1492.
Jörg: Genau.
Catrin: kam dann die berühmte Entdeckung Amerikas unter spanischer Flagge. Und das hat dann den Grundstein für das riesige spanische Kolonialreich gelegt. natürlich den immensen Reichtum, gerade auch aus Südamerika, die Goldfuriete, die da abgezogen wurden, das hat den spanischen Königen in der Folge dann natürlich sehr, sehr genützt.
Jörg: Ja, Gold, Silber, das hat den Reichtum ausgemacht. Und dann hat sich nachher auch so eine dauerhafte Freundschaft mit GroÃbritannien ergeben, mit England vor allen Dingen. Zur See, ja, das ist auch lange geprägt. Ja, es war sehr ironisch gemeint. Genau, also da fing der Trouble dann natürlich auch mit England an, weil die waren auch scharf auf das Gold und das Silber.
Catrin: Als Freundschaft würde ich mal sagen. Ja.
Jörg: Das kennen wir alle, die Freibäuter, Elisabeth I. Da wird jeder sagen, irgendwie kenne ich das. Eine spannende Zeit. Das ist die Grundlage des spanischen Königreichs. heiÃt, Spanien war im Personalunion da. Aber es gab noch diese beiden Königreiche, Castilian und Aragon.
Catrin: Ja, ich es ist Drake, ja.
Jörg: Und das richtige Spanien, das geeinte, so wie wir es jetzt kennen, das ist später gekommen. Da sind wir jetzt beim zweiten Teil. Das Habsburger Reich in Spanien. Das ist der zweite dicke Brocken, wir haben. Und der hatte nicht weniger Auswirkung auf die Welt als die Entdeckung Amerikas und der Beginn der Kolonialzeit. Die Habsburger übernahmen das Ruder. Das war nun mal eine der mächtigsten
Catrin: Hm, genau.
Jörg: Monarchien und Familien, die haben den deutschen Kaiser gestellt Und Isabella und Ferdinand hatten eine Tochter. Das war Johanna die Wahnsinnige. Da könnte man auch ganz viel drüber reden, aber tun wir nicht. Johanna die Wahnsinnige. Und die heiratete Philipp den Schön. Ist es nicht schön, dass die alle so beinahe? Herrlich, ne? Dann kann man die aber vielleicht auch besser auseinanderhalten. â
Catrin: ... ein Match. hammer! Das kann man sich wenigstens merken mit den Beinamen. Das hat man direkt lösen vor Augen.
Jörg: Ich hab mir Philipp den Schönen gar nicht angeguckt. weià gar nicht, ob der so schön war. Er war auf jeden Fall ein Habsburger. Da gab es dann diese erste Verbindung. Und Johanna starb dann. Philipp wurde 1504 König von Kastilien. Seine Frau ist gestorben. Aber, und das ist ganz wichtig, Aragon war nicht dabei. Das wurde regiert von seinem Schwiegervater. Also von dem Vater von Johanna. Das gab diese Personalunion nicht mehr. Da war es wieder auseinandergedriftet. Der ist deswegen so wichtig, weil erst nach dem Tod von Philipp dem Schön, also Kastilien, und dem Tod von Ferdinand Aragon, dann eigentlich der Sohn Karl I., der tauchte auf. Und dann, tada, nun sind beide Königreiche endlich vereint. Und da entstand letztendlich Das ist so das Spanien als Ganzes, kann man so sagen, und Haken dran. Gucken, jetzt sind wir doch gar nicht so sehr in die Geschichte eingetaucht, aber ihr habt hoffentlich einen kleinen Ãberblick. Der ist aber ganz, ganz wichtig, wirklich wegen dieser regionalen Eigenschaften. Die werden Philipp nämlich auch noch, den heutigen Philipp, noch beschäftigen. Die sind ja immer noch da und sie sind sehr politisch. Und das muss man einfach verstehen, dass
Catrin: Das ist das Beste
Jörg: wie Spanien entstanden ist. Genau, bis Ende des 19. Jahrhunderts war Spanien dann gemeinsam mit den eng verwandten, also es ist eine andere Linie, österreichischen Habsburgern, einer der mächtigsten Dynastien der Welt. Das muss man sich vorstellen. der einen Seite dieses mächtige Spanien, nicht klein, auf der anderen Seite Habsburger Reich. Das war natürlich für Engländer und Franzosen nicht so prickelnd. Die fanden das nicht so gut, dass es da so eine enge Verbindung gibt. Und das erklärt natürlich auch all die Kriege, die da waren und diese Machtgeschichten. Genau, der nächste groÃe Einschnitt, der nächste Schraube sozusagen, der war damit vorprogrammiert. Und damit sind wir beim dritten groÃen Brocken. Die spanischen Erbfolgekriege im 19. Jahrhundert. Und da kommen jetzt auch die Bourbonen. zum tragen und der ein oder andere von euch sagte, Bourbon, wieso? Das ist doch irgendwie Frankreich und so weiter. Aber Katrin, du wirst uns jetzt helfen, was haben die Bourbonen mit den Habsburgern zu tun?
Catrin: eine Menge. Also bis heute haben die immerhin jetzt dann schon 13 Könige für Spanien gestellt, inklusive des aktuellen Königs Philippe. Der heiÃt mit Nachnamen eben auch Bourbon. Also ich erkläre mal kurz, wie es kam. Denn das war eben, hast du schon erwähnt, ein anderer Familienzweig. Die Bourbonen kamen auf den spanischen Thron, denn der letzte spanische Habsburger Karl II., der Nachfahre von Karl I., der eben das Reich vereinigt hatte, der starb 1700 kinderlos und damit endete die Habsburgische Linie in Spanien. Dieser Karl II. hatte aber ein Testament aufgesetzt. Der wollte seinem Reichen Nachbarn und frühen Vermündeten nichts übertragen, sondern lieber Philipp von Anjou, dem zweiten Sohn des französischen Thronfolgers und Enkel von Ludwig XIV. Den hat er also ganz bewusst als Erbe eingesetzt. Philipp von Anjou, hieà halt, weil er Nachfahre von Ludwig XIV war, das war ein Bourbon. Der wurde dann im Jahr 1701 Philippe V., König von Spanien. Damit übernahm dann das Französische aus Bourbon die Herrschaft in Spanien, wo vorher die Habsburger regiert hatten. Und das führte dann zu dem erwähnten spanischen Erbfolgekrieg 1701 bis 1713, weil die anderen europäischen Mächte das gar nicht so lustig fanden, die fühlten sich bedroht. Diese französische-spanische Union unter einem Bourbonen, das wurde ihnen zu mächtig. Und da der Krieg endete dann aber mit den Friedensverträgen von Utrecht und Rastatt, da wurde Europa so bisschen neu aufgeteilt. Und dann waren alle irgendwie zufrieden, mal für eine Zeit lang zumindest.
Jörg: Das ist tatsächlich so, wenn wir nochmal nach vorne spulen, die Frage warum das so interessant ist. Also Spanien hat so Veränderungen, da kommen wir noch weiter, so Veränderungen durchlebt, die irgendwie immer Einfluss hatten wirklich auf ganz Europa, sogar auf die ganze Welt. Also es ist bemerkenswert, wenn da was passiert ist, hat das immer Auswirkungen auch auf andere Monarchien gehabt. Weil es eben kein kleines Land ist, weil es so ein riesiges Kolonialreich war. Und das ist tatsächlich auch noch im 20. Jahrhundert. Oder kommen wir dann auch später noch da drauf? Bevor wir aber ins 20. Jahrhundert wackeln, gehen wir erstmal ins 19. Jahrhundert. Da sind wir jetzt so beim vierten Teil, würde ich jetzt mal sagen. Die neuere Geschichte 19. Jahrhundert. Und da gibt es eine ganz dramatische, wir müssen uns ja treu bleiben, Katrin. Bei uns geht es natürlich auch â Heirat und â Thronfolge, deswegen heiÃen wir ja auch Thronfolgen-Podcast, weil es hat auch immer Auswirkungen. Und das ist jetzt vielleicht eine Zeit, die euch liebe Zuhörerinnen und Zuhörer auch nicht so fremd ist. Aber die Geschichte, die wir erzählen, die ist euch vielleicht gar nicht so bekannt, das gibt eine dramatische Liebesgeschichte in dieser Dynastie und die beginnt Anfang.
Catrin: und nicht mehr.
Jörg: des 20. Jahrhunderts und involviert sind Alfonso XIII. und Ena. Eine groÃe Liebe. Und eine zerbrochene Ehe. Das heiÃt für unseren Podcast ein ideales Fundament, â zu erzählen. Und das macht jetzt wieder die liebe Kathrin.
Catrin: Genau. In dieser Geschichte ist wirklich alles drin. Wie du schon sagtest, eine groÃe Liebe, einen Bombenattentaten mitten in der Hochzeitsprozession, leider auch schwere Erbkrankheiten, Affären und am Ende die komplette Entfremdung und eigentlich de facto Trennung eines Königspaares, das dann auch noch ins Exil gehen musste. Also der erwähnte Alfonso XIII. war Spaniens König von Geburt an, denn sein Vater, Alfonso XII., der war schon sechs Monate vor seiner Geburt gestorben. Und so wurde der kleine Junge, das Prinzlein, im Moment seiner Geburt 1886 automatisch schon König und auch direkt zum König proklamiert. Ja, kleines Köpfchen, groÃe Krone kann man da nur sagen.
Jörg: Kann man auf jeden Fall so sagen. Vielleicht an dieser Stelle noch mal für alle, interessiert sind und das noch mal nachlesen wollen. Wir haben jetzt natürlich eine Zeit ein bisschen ausgespart. Das ist wieder Napoleon, der seine Finger ja leider auch überall im Spiel hat. Also wir sind jetzt ein bisschen weiter gespult. Die napoleonischen Kriege spielten natürlich auch eine groÃe Rolle. Jerome, wieder ein Bruder von Napoleon, wurde zum König. Aber diese Alfonso, da gab es dann wieder eine Re-Restaurierung der Monarchie und die Bourbonen waren wieder dran. Also nicht, dass ihr euch wundert. Dazwischen gab es mal wieder so einen napoleonischen Zwischenpart. Aber die Bourbonen haben auch das überlebt und sind mit Alfonso dem 13. wieder dran. Nur, dass ihr in der Chronologie das sehen könnt. Diesen Zwischenpart mit Napoleon müssen wir aussparen, weil der eine ganze Folge...
Catrin: Einfluss. Ja, es ist wieder so chaotisch.
Jörg: Füllen würde. Machen wir vielleicht nochmal das Thema Monarchien und Napoleon. Ja, warum nicht? sehr schön. Also jetzt sind wir bei Alfonso.
Catrin: Oder wir machen eine extra Napoleon-Folge. Genau, als zurück zu Alfonso, kleinen König, der quasi mit der Krone unter dem Arm geboren wurde, weil er ja dann noch offensichtlich nicht volljährig war, als er König wurde, hat seine Mutter Maria Christina, auch eine geborene Ãsterreicherin mal wieder, ihn dann als Regentin groÃgezogen, bis er in 1902 volljährig war. Und mit 19, da sind wir jetzt gerade im Jahr 1905, reiste er dann nach England, um sich eine Braut zu suchen, auf Brautschau zu gehen. Also nicht nur dorthin, aber auch dorthin. Er hatte zunächst dort eine Auge auf Patricia von Connaught geworfen, auch Mitglied des Königshauses, eine Nichte vom damals regierenden König Etwaad VII. Aber die wollte mit ihm bzw. mit dem politisch instabilen Spanien nicht so richtig was zu tun haben. Die konnte sich nicht vorstellen, in Spanien zu leben und hat ihn gleich direkt abletzen lassen. Ja, gut, kann auch mal passieren, auch einem König sogar, aber... war gar nicht so schlimm, denn er musste nur einmal weiter sich umschauen am Hofe in GroÃbritannien und da fiel sein Blick auf Prinzessin Victoria Eugenie von Badenberg, genannt Ena. Ja, die...
Jörg: Ja, Badenberg sieht man auch überall, kommt von aller Orte vor, in Badenbergs kommt man auch nicht vorbei. WeiÃt du, was mir auch auffällt, Kathrin, dass immer wieder, wenn wir jetzt das so schön in der Reihenfolge auch machen, gerade in so â 18. und 19. Jahrhundert, wie oft ja auch Frauen als Regenten fungiert haben. Und genau, also ging es gar nicht, der Monarch war halt noch nicht volljährig. also ganz oft hing das Wohl und Wehe von den Frauen ab. Wir werden wahrscheinlich auch ganz viele Frauen als Zuhörerinnen haben. man kann sagen, ja, ohne die Frauen geht es da nicht. Und die haben wirklich, auch heute noch, finde ich, die, die lenken so die Geschicke. Also ich denke da nur so am Maxima und und so weiter und so fort. sind die starken Frauen im Hintergrund, muss man sagen. Auch hier wieder. aber jetzt sind wir bei Victoria Oegeny von Baden-Berg. Da ist die kleine Ena da. â
Catrin: Ich erkläre vielleicht noch mal kurz, wie es dazu kam. Wieso ist die jetzt eine Enkelin von Queen Victoria? Die jüngste Tochter von Queen Victoria, Prinzessin Beatrice, die hat einen Prinz Heinrich oder Henry von Battenberg geheiratet und deswegen hieÃen die gemeinsamen Kinder mit dem Battenberg. Diese Ena, eben wie gesagt die jüngste Enkelin der alten Queen Victoria, war aufgewachsen in einer ziemlich strengen, fast schon klösterlichen Atmosphäre, sehr stark unter der Obhut ihrer berühmten GroÃmutter. Denn die nähmliche, jüngste Tochter Prinzessin Beatrice war schon, seit sie ein Teenager war, quasi die ständige Gesellschafterin und Privatsekretärin ihrer Mutter, die ja relativ früh verwittelt war durch den Tod von Prinz Albert. hat Victoria ihre Tochter Beatrice überhaupt nur heiraten lassen unter der Bedingung, dass der Schwiegersohn dann auch zu ihr zieht und dass die alle zusammen quasi auf Schloss Winzow oder in der jeweiligen Residenz zusammenleben. Das heiÃt, auch deren Kinder sind dann sehr in groÃer Nähe zur alten Queen. ihrer GroÃmutter aufgewachsen. Das war dann so ein Familienhaus quasi. Also die durften nicht wegziehen, anders hin, schon gar nicht auÃerhalb von England. Jedenfalls, als Ena dann Pflügge wurde und Alfonso sich 95. Barhofer aufhielt, begegneten die beiden einander und Ena war auch sehr angetan vom jungen Spanier. Es heiÃt, es hätte damals sofort gefunkt und sie hatte jetzt also keine groÃen Bedenken wegen Spanien. Vielleicht wollte sie einfach auch nur raus aus dieser claustrophobischen Atmosphäre, weià man ja auch nicht. Also wenn man darüber liest, hat man das Gefühl, dass es eine dieser klassischen Romanzen der Belle Epoque war. Die beiden tauschten romantische Geschenke aus, schrieben sich natürlich ganz oft, ritzen sogar ihren Namen in Baumrinden im Park von Osborn House auf der Isle of Wight. Das war damals Königin Victorias Lieblingssommerresidenz. Die gehört allerdings heute leider nicht mehr dem Königshaus, aber man kann sie besichtigen.
Jörg: Ja.
Catrin: Kleiner Einschub kann ich sehr sehr empfehlen, ist eine schöne Residenz, ein bisschen im Ziel der Neurenaissance mit Blick aufs Meer. Also die Isle of Wight ist auch wirklich sehr sehr schön. ganz herrlich. Jedenfalls dort haben sie sich besser kennengelernt, sind dann auch noch weiter nach Biarritz mit anderen Mitgliedern der königlichen Familie. Das war damals so die ein bisschen Sommerfrische in Frankreich. Und auch damals schon die Boulevardpresse verfolgte, also diese Liebesgeschichte der beiden jungen Leute mit groÃer Begeisterung und ja, das war groÃe Begeisterung.
Jörg: Ja toll.
Catrin: Andererseits gab es aber auch Widerstände. Magst du uns dazu was erzählen, Jörg?
Jörg: Ja, zu den Widerständen mit den Katholiken, da komme ich jetzt gleich nochmal drauf. Ich finde Beatrice sowieso sehr interessant, weil sie eben so ein bisschen, unter der Knute würde ich gar nicht sagen, aber Victoria hat sie, wie du ja schon erwähntest, sehr, sehr, sie hat sie vereinnahmt. Das ist ja oft so bei den jüngsten Töchtern und das hat auch so ein bisschen unser Bild, finde ich, von Victoria geprägt, weil da war, Beatrice war nicht die Lieblingstochter von Victoria.
Catrin: Ja, das ist eine gute Ausgabe.
Jörg: Aber sie hat sie eben sehr eng dran gebunden und Beatrice hat letztendlich nachher auch mit Victorias Sohn das Bild von Victoria sehr geprägt, muss man sagen. Genau. Auf der anderen Seite waren die sich ja auch so bisschen ähnlich, ich. Auch gerade wenn wir das jetzt nochmal so Revue passieren lassen. So eine Liebesheirat mit der Baumrinde und das ist alles, das ist so romantisch. Weil Victoria ja auch so eine romantische Person war.
Catrin: puratiert sozusagen.
Jörg: Insofern ist es schon ganz lustig, dass Beatrice auch so eine Liebesheirat hatte, dass sie jemanden gefunden hat, der so gut passt.
Catrin: Die Tochter von Beatrice selber, war, ja, also Rohroman, Beatrice und Hänel, waren, die haben sich schon gemocht, aber das war auch ein bisschen aus der Not geboren, weil sie halt dringend heiraten wollte und er wollte sich selber und sie ja so eine halb illegitime Herkunft ursprünglich aus einer morganatischen Ehe, der wollte sich damit natürlich aufwerten, sei direkt eine Tochter der Queen zu heiraten. Das ja.
Jörg: Die Tochter von Beatrizär, genau. Genau. Genau, und Beatrice hat so dieses Gen, wollte ich damit sagen, dieses romantische Gen weitergegeben. Das finde ich ganz interessant an der Stelle. Genau, aber es gab natürlich schon Widerstände mit den Katholiken. In Royalen Kreisen in England ist das nämlich mit Katholizismus so eine Sache, wie wir alle wissen. Da werden wir sehr darauf eingehen, wenn wir die Folgen machen, die zwei oder die Doppelfolge für GroÃbritannien. Das hat natürlich so ein bisschen zu Naserumpfen geführt. Und jetzt sollte es eine Verbindung zwischen einem katholischen König Spanien, Alfonso, und einer protestantischen Prinzessin England geben. Und das war durchaus nicht selbstverständlich, kann man so sagen.
Catrin: Das bedeutet nämlich, dass die junge Ena tatsächlich ihren Glauben wechseln musste. konnte ihn nur heiraten, wenn sie zum Katolizismus konvertierte. Und das ist natürlich etwas, was seit Heinrich VIII. im 16. Jahrhundert, als er sich von der katholischen Kirche abgewandt hat, war das natürlich ein echter Skandal. sind wirklich viele Menschen damals in GroÃbritannien gestorben in diesen Glaubenskriegen. Und jetzt auf einmal sollte eben eine britische Prinzessin ihren alten Glauben abschwören und wieder katholisch werden. Also das hat schon gewisse Kontroversen gegeben.
Jörg: Es sind auch königliche Köpfe gerollt, das zu Das Thema Katholizismus war dramatisch.
Catrin: Das auch damals, im 16. Jahrhundert. Wie gesagt, das kriegen wir dann noch in der Doppelfolge GroÃbritannien. Alphonsos Mutter, die gebürtige Habsburger Katholikin, war auch nicht so begeistert. Die hätte auch lieber irgendeine katholische oder sogar eine Habsburger Schwiegertochter gehabt, aber war halt nicht. Es wurde viel rumdiskutiert. Auch der Erzbische von Canterbury, der oberste britische Kirchenfürst, wurde gehört. Der war auch erstrickt gegen eine Verbindung.
Jörg: Genau.
Catrin: Aber irgendwann gab König Edward dann doch seinen Segen und Jena konvertierte in der 1906 zum katholischen Glauben und dann stand der Hochzeit nichts mehr im Wege und zunächst schien alles gut zu sein.
Jörg: Dann gab es aber ein anderes Thema, also Erbkrankheiten ist das Stichwort. Und das war so eine zweite Hürde, die genommen werden musste und ziemlich viel Aufsehen errichtet hat, nachher auch noch und unschöne Auswirkungen hatte.
Catrin: Ja, die Bluterkrankheit, sogenannte Hämophilie. Inzwischen ist es ja allgemein bekannt, dass diverse weibliche Nachfahren von Queen Victoria in die Königshäuser ganz Europa diese Krankheit quasi eingeschleust haben, ohne es zu wissen. Mittlerweile wusste man in der Familie davon. Und es war bekannt, dass Ena vielleicht auch eine Trägerin dieser sogenannten Königskrankheit sein könnte. Damals gab es noch keine Wege, das vorher zu prüfen, leider. Gen-Tests und sowas gab es ja noch nicht. Diese Bluterkrankheit ist wirklich tückisch. Sie bricht nur aus bei männlichen Nachfahren, aber über die weibliche Linie vererbt. Wobei die Frauen daran aber auch nicht erkranken. Deswegen weià man ja auch nicht, ob das Trägerinnen sind. Also kleiner Absprung nach Russland. Die letzte Zarenfamilie ist ja im Grunde auch mit daran untergegangen. Denn der einzige Sohn und Thronvogger Alexei war ein ganz schwerer Bluter, weil seine Mutter Alexandra war eine Hessenprinzessin und auch eine Enkelin von Queen Victoria. Sie hat also auch
Jörg: Mmh, ja,
Catrin: weil Prinzessin Alice, die Tochter von Victoria, nach Hessen geheiratet hatte und deren Tochter Alexandra war eben auch Trägerin des Blutergens und die hat das eben bei den Romanos eingeschleppt quasi. Und als der Thronfolger Alexeus, es klar wurde, dass der, wenn er nur einmal kurz stolperte und ein bisschen hinfiel, dann auf einmal immer halb starb, an jedem kleinen Hämatom, dann war natürlich die Angst groÃ, dass dieser heià ersehene Thronfolger, der das Reich retten sollte nach vier Schwestern, dass der nicht überleben würde und So kam es auch nur, dass dieser berühmte Mönch Rasputin so viel Macht erlangen konnte am Hof, weil er durch seine speziellen Gebete und seine beruhigende Art, wenn er mit dem kleinen Tsarevich betete und ihn so bisschen streichelte, dass er sich dann beruhigte. Und dann ging es ihm sofort immer wieder besser. Und so kam es, dass dieser Mönch als Wunderheiler so viel Macht erlangen konnte. Das hat zum Fall des Hauses Romanov beigetragen.
Jörg: Ja, so ganz maÃgeblich sogar, muss man wirklich sagen. Also in den Königshäusern war man sich ja dieser Gefahr eigentlich immer bewusst. Also man wusste, dass es das gibt. wie wir das vielleicht auch so kennen, es gibt so ein paar Wahrheiten, die man einfach trotzdem verdrängt und man macht es... Ja, bei uns wird es schon schiefgehen. Ging aber leider nicht schief oder doch sehr, sehr schief. Es war eine folgenschwere Entscheidung und das hat sich dann auch gezeigt später.
Catrin: Man hofft immer, dass es nicht so kommen möge, weil es war ja auch klar, es gab ja auch... Ja, Aber erstmal war die Freude groÃ, weil erstmal wurde Hochzeit gefeiert, 1906, ganz groà und prachtvoll, am 31. Mai 1906 in Madrid in der Kirche San Jeronimo el Real, spanisch, und wurde dann aber doch nach all der Freude, kurz nach der Trauung bei der Kutschenprozession, auf einmal zu einem wahrhaften Albtraum, einer der dramatischen Königshochzeiten der europäischen Geschichte, kann man sagen. Zunächst, Madrid war in Feierlaune, die StraÃen waren geschmückt, die Menschen säumten die geschmückten StraÃen und jubelten. Immerhin heiratete ihr junger König eine sehr hübsche und standesgemäÃe Braut. Aber als dann die Hochzeitskutsche mit dem frisch vermelhten Paar nach der Trauung durch die Calama-Jor fuhr, warf ein katalanischer Anarchist namens Mateo Moral eine Bombe, versteckt in einem Blumenstrauà auch noch, aus einem Fenster runter auf die Kutsche. Und die Bombe explodierte direkt neben der Kutsche, also wirklich direkt daneben. Und 23 Menschen starben auf der Stelle. Viele weitere wurden verletzt. Eins der Pferde wurde getötet, die Kutsche sehr schwer beschädigt. Aber wie durch ein Wunder, Alfonso und Ena blieben unverletzt. Wohl weil Alfonso kurz vorher noch Ena auf deren Seite, der Kutsche, die diese Bombe runtergefallen war und explodierte. Also er hatte seiner Braut noch gekommen, beugt sich mal zu mir rüber, winkt hier mal ein bisschen, die Leute wollte ich auf meiner Seite auch mal sehen. Also beugte sie sich also sehr zu ihm rüber und das hat ihr wohl das Leben gerettet.
Jörg: Ja, also diese Anschläge an, natürlich wir sehen hier eben auch dieser katalanische Anarchist, das ist wirklich nicht zu unterstützen in Spanien. Diese Bewegungen sind einfach da, wie gesagt, bis heute noch. Das brodelt immer, immer so ein bisschen und war da eben auch schon ein Riesenthema, weil das ist wirklich diese Begründung dafür, dieser Zusammenschluss auch der Königreiche und Katalonien war auch innerhalb dieser Königreiche gehörte zu Aragon. â
Catrin: Bis heute.
Jörg: hatte immer so einen selbstständigen Status. Selbst da schon, als Castilian und Aragon zusammengehörten, war Katalonien, hat sich immer als letztendlich unabhängig gesehen. Die sind einfach mitgeschluckt worden. Das ist so bisschen wie mit den Walisern. Die laufen irgendwie nebenbei. Fühlen sich da auch immer so ein bisschen.
Catrin: Mmh. Ja. Und das hat er nicht verpasst.
Jörg: Ja, aber das kann man nicht wegdiskutieren und hier hat es ebenso dramatische Auswirkungen. Aber die beiden, die haben wohl das mit bemerkenswerter Fassung alles so mitgenommen, so sehr royalistisch, monarchistisch, mit steifer Unterlippe, ja, â haben es Und waren ganz trocken und haben das Attentat dann auch dementsprechend kommentiert.
Catrin: Ja, Oberleutnant, Ja, also Haltung bewahrt, Haltung gezeigt und Alfonso für ihn war das ja auch nicht das erste Attentat. Das hilft natürlich, wenn man sowas schon mal erlebt hat. Auf ihn war ein paar Jahre zuvor in Paris schon mal ein ähnlicher Anschlag verübt worden. Und als er seine junge Braut Ena gefragt hat, ob sie verletzt sein, wie es ihr ginge, soll sie nur tapfer geantwortet haben. â das war überhaupt nicht wichtig, sie habe nur an ihn gedacht. Am Tag danach sind die beiden dann ohne Eskorte durch Madrid gefahren, â dem Volk zu zeigen, dass sie sich nicht einschüchtern lassen. Das hat Alphonso und auch ihr dann auch viel Respekt eingebracht.
Jörg: Ja, ein dramatischer Start in die Ehe. Die Familie Battenberg, wurde dann aber sehr viel später auch mit dem Nachfahren Dicky Mountbatten, also der Onkel von Charles, auch Opfer eines anderen Attentats. Da war es dann die IAA, die letztendlich den Battenbergs einen Strich durch die Rechnung gemacht hat und ganz dramatische Bombenanschläge mit vielen Toten.
Catrin: Ja, wieder so eine Splatterkruppe.
Jörg: Also das hat sich auch dargezogen. Die Battenbergs sind da tatsächlich sehr betroffen von diesen Bombenattentaten. so waren oft Stein des AnstoÃes, hätte ich fast gesagt, aber eben oft Opfer dieser ganzen Geschichte. Genau.
Catrin: weil sie auch in den hohen Stellen, in den Königshäusern eingeheiratet haben oder â schon dazugehörten und dann noch ein wenig hochgeheiratet haben, kann man eben auch sagen. Aber ja, ganz furchtbar. Und man muss ja auch leider sagen, für Alfonso und Ena war das tatsächlich ein böser Vorbote. Das war erst der Anfang eines Dramas, was sich dann später entfaltete in ihrer Ehe. Denn es zeigte sich ein Jahr nach der Hochzeit, als der erste Sohn geboren wurde, der kleine Alfonso, Prinz von Asturien, der hatte dann leider tatsächlich auch direkt Hämophilie. Ena war also wirklich Trägerin gewesen.
Jörg: Ja.
Catrin: Und diese Erkenntnis, ich meine, sie persönlich konnte ja eigentlich nichts dafür, aber Alfonso hat ihr das irgendwie nie verziehen und schon in dem Moment muss da ganz viel zerbrochen sein in der Beziehung und seine Zuneigung starb dann dann daran irgendwie, zwar total ungerecht, aber so war's. Und es kamen dann noch deutlich mehr Kinder. Sie hatten insgesamt sieben, von denen sechs das Erwachsenenalter erreichten. Aber von den vier Söhnen hatten zwei tatsächlich Hemophilie, eben Alfonso und der allerjüngste Gonzalo, der zweite Sohn Reimer. wurde dann leider auch noch nach einer misslungenen OP als Kind taub, war also auch dann behindert. Nur der dritte Sohn blieb gesund und wurde damit dann zum eigentlichen dynastischen Hoffnungsträger der Familie, obwohl er nicht der Ãlteste war, aber er war es dann, am Ende die Facke weitertragen musste. Das war dann der spätere Vater von Exkönig Juan Carlos übrigens, â das jetzt schon mal einzufliegen.
Jörg: Ja, aber es ist wirklich so typisch wieder. Da kriegt die arme Ena, der wird die Schuld zugeschoben. Das sieht dann nun diese Krankheit, der jeder wusste und gemeinsame Entscheidungen. Dann war sie natürlich die gelackmeierte und sie wäre schuld gewesen und bei den anderen natürlich auch. Das ist wirklich irre und wahrscheinlich, weià gar nicht, ob du das gelesen hast. Ich weià es nicht.
Catrin: Ja, danke.
Jörg: war sie eigentlich religiös und hat das tatsächlich so, diese Schuld, das kommt ja auch noch drauf an, ob ich die Schuld annehme oder nicht und leider Gottes gelang es ja oft, ja auch den Männern, den Frauen dann auch tatsächlich so ein Schuldgefühl einzupflanzen und sagen, ich bin irgendwie verflucht War das bei Ihnen so oder war die da eher liberal?
Catrin: Nein, also die hat sich, ich sag's mal modern vom Lied, sie hat sich das nicht total reingezogen. Sie war natürlich sehr, traurig, dass es so war. Sie hat mitgelitten, sie hat ihre Kinder geliebt. Aber man muss auch sagen, sie hat viel gelernt von ihrer Patentante, Ex-Kaiserin Eugénie von Frankreich. Das war auch so eine ganz starke Frau. Sie heiÃt auch Victoria Eugénie, Eugénie von wegen Patentante, Kaiserin Eugénie. Die war schon vergleichsweise modern. Ich will nicht sagen, dass sie eine Feministin war, aber die hatte ein gutes Selbstbewusstsein und immerhin ist sie auch mit einer regierenden Königin und Kaiserin aufgewachsen, damit
Jörg: Mh.
Catrin: Also sie hat nicht die Schuld in dem Sinne auf sich genommen. Sie hat gelitten darunter, dass ihr Mann sie danach dann schlecht behandelt und leider auch betrogen hat. Der hat natürlich auch dann Affären gehabt, diverse unehrliche Kinder angeblich, soll sogar ein Verhältnis mit einer ihrer Cousinen gehabt haben. Also die Zuneigung ist dann auf beiden Seiten leider relativ bald erloschen und später haben sie dann auch getrennt gelebt. Aber sie hat dann auch in der Schweize GroÃbritannien später im Leben, als sie dort lebte, ein sehr erfülltes, soziales Leben gehabt mit vielen Freunden und also ein selbstbewusstes Leben.
Jörg: Also die ist nicht dran zerbrochen, glücklicherweise, dass ihr diese Vorwürfe gemacht wurden. Dass diese Ehen nicht so bis zum Schluss so toll laufen, durchzieht eigentlich auch noch die Zeit bis in die Neuzeit. mehr jetzt, ganz aktuell haben wir ein anderes Beispiel, aber das wird uns auch noch im 20. und 21. Jahrhundert beschäftigen, da kommen wir nachher noch dazu.
Catrin: Siehe ich nicht dran zu hören? Ja.
Jörg: Wir fangen, wenn wir darüber sprechen, mit der Zeit der Umstürze und Diktaturen an. So, und jetzt haben wir nach dieser ganzen Liebesgeschichte sind wir angekommen bei der Zeit der Umstürze und der Diktatoren. Und da versuche ich das relativ kompakt mal zu machen. Der General Miguel Primo de Riviere, der sagt dem einen oder anderen hoffentlich, war es der Putschte 1923. Und da hat Alfonso etwas gemacht, was man ihm später wirklich übe genommen hat. Er hat keinen Widerstand geleistet. Ganz im Gegenteil. Er hat sogar ganz ausdrücklich diese Militärdiktatur unterstützt. Es gibt da so Theorien, dass das vielleicht auch damit zu tun hat. hat sich in seiner Zeit auch, in seiner Regierungszeit ein paar Sachen geleistet, die er hätte nicht tun dürfen, sich zu sehr in die Politik eingemischt. Und â das so bisschen unterm Tisch fallen zu lassen, ist so eine Militärdiktatur vielleicht gar nicht so übel. Da Genau. â Das weià man aber nicht ganz genau, aber es liegt sehr nahe, weil man sich natürlich gefragt hat, wieso hat er das so getan? auch kein liberaler Mensch da an der Stelle. dieses Militärische fand er ganz gut. Jetzt ist der Riviera aber gestorben, 1930. Und da hatten wir dann den Salat, weil sich Alfonso natürlich nicht mehr auf seine etablierten â
Catrin: â
Jörg: monarchietreuen Parteien verlassen konnten. Die haben es ihm ja Und das zweite ist, dass die Gardia Civil, das ist so die kasernbasierte Polizei, das ist ähnlich wie in Italien. Es gibt da immer zwei so Stränge oder sogar mehrere Stränge bei der Polizei. Und hier ist es die Gardia Civil, die ist sehr, sehr militärisch aufgebaut. Und die hat sich tatsächlich hat gesagt, wenn du jetzt wieder so weitermachen wolltest wie Rivera, dann müssten wir das durchsetzen. Dann würde es hier mit Sicherheit zum Bürgerkrieg kommen. Wir müssen gegen die Menschen vorgehen. Das werden wir auf keinen Fall tun. Schon gar nicht mit Waffengewalt. Er hatte überhaupt keine Rückhalt mehr. Dann dankte er am 17.04.1931 ab. Dann wurde die zweite Republik gegründet. Da muss ich immer an die Bourbonen und die Republiken denken. Da denke ich natürlich an Frankreich, erste Republik, zweite Republik, dritte Republik. Also auch hier, das ist schon echt komplex. Wer sich da einlesen möchte, macht das mal. Also das ist schon wirklich viel Trouble da gewesen und klärt einiges. Wir wollen uns aber mehr auf das Monarchistische konzentrieren. Das ist aber ganz, ganz wichtig zu wissen. damit man nachher auch versteht wie es mit Juan Carlos und so weiter weitergeht mit Franco. Aber kommen wir nochmal zu Alfonso und Ena. Die waren jetzt im Exil.
Catrin: Die hatten ja das Land verlassen müssen, Abdankung. Ja, und es zeigte sich dann auch, dass ein gemeinsames Leben im Exil irgendwie nicht das war, was beiden gut tat oder was beide anstrebten. Sie haben sich jetzt nicht scheiden lassen, aber sie haben faktisch getrennt gelebt. Einer vor allem bei ihrer Familie in GroÃbritannien und später dann auch in der Schweiz, in Lausanne. Und davon zuzog es eher ins warme Italien nach Rom.
Jörg: Genau, und da haben Sie gerne Adieu zueinander gesagt, richtig?
Catrin: Während dieser Exilzeit gab es leider in der Familie auch noch weitere Tragödien. 1934 starb der jüngste Sohn Gonzalo an den Folgen eines eigentlich harmlosen Autounfalls. Aber er hat ja nun mal diese Hemophilie und die machte selbst kleinste Verletzung automatisch lebensgefährlich. Und vier Jahre später, 1938, starb auch der älteste Sohn, auch der Bluter der Frühe, Kronprinz Alfonso, unter ganz ähnlichen Umständen in Miami. Ja, schlimm.
Jörg: also die beiden im Exil. Und dann kommt natürlich noch der zweite Diktator Jetzt müssen wir auch noch reinbauen. Riviera, weg. Alfonso ab ins Exil. Republik, Republik, Streit, Streit, Streit. Und am Ende kommt Franco. Franco, das war im Ãbrigen, das war kein Republikaner.
Catrin: Yes.
Jörg: Aber er war auch kein wirklicher Monarchist. war so was so dazwischen. das ist schon... Der war anders als auch die anderen Diktatoren in dieser Zeit. Franco nimmt da schon so eine Sonderrolle ein. Der war auch sehr katholisch Das war ihm äuÃerst wichtig. Und den haben wir denn jetzt. In dieser Zeit sind wir jetzt angelangt, wo dann eben auch Franco an der Macht ist. Ja? Genau.
Catrin: Ja, Franco an der Macht. Nochmal eins, ich eben vergessen hatte, Alfonso selbst, seine Söhne, also der eine Sohn starb 38, der zweite der kranken Söhne starb 38 in Miami. Alfonso selbst starb dann auch schon 1941 in Rom und in der Abwesenheit von Ena, die lebte weitgehend, wie gesagt, in Lausanne. Was ich übrigens auch noch, kleiner Einschub, ganz interessant fand, Ena blieb royal international auch sehr vernetzt und hat sich dann später sehr mit Grace Kelly angefreundet, als die Fürst Renée von Monaco heiratete 1956.
Jörg: Mhm.
Catrin: Und das wurde eine echt schöne Frauenfreundschaft und später wurde Ena sogar Patin von deren einzigem Sohn Albert, dem jetzigen Fürsten von Monaco. Also Ena Patenkante von Albert. Weià auch nicht jeder.
Jörg: Genau. Und sie hat doch auch erlebt, wie die Monarchie und ihre Familie wieder dann Zukunft bekamen. kann man so sagen. Jetzt konnten sie noch ein bisschen miterleben.
Catrin: So ein wenig zumindest. denn es gab dann eigentlich, wenn wir jetzt mal bisschen vorspulen, 1968 einen schönen Anlass, wo Ena noch ein einziges Mal nach Spanien zurückgekehrt ist, nämlich â Taufpartin ihres Urenkels zu werden, eines kleinen jungen Namens Philippe, des jetzigen Königs. Zu dem Zeitpunkt gab es noch nicht wieder eine Monarchie in Spanien. Gab eigentlich theoretisch nicht zu erben, hätte man denken können. Es war ja militärdichte Diktatur, aber der General Franco, von dem du eben schon ein bisschen erzählt hast, der herrschte weiterhin in Spanien und der hatte schon einige Zeit vorher den Prinzen Juan Carlos, den Enkel von Alfonso, zu sich nach Spanien geholt. Der Rest der Familie lebte in Portugal im Exil und hat ihn erziehen lassen in einer eigen zu ihm zusammengestellten Schule mit anderen jungen Leuten aus besten Familien in Spanien und dann später Militärakademie. Und er hat wirklich diesen kleinen Prinzen, Juan Carlos, auf eine Thronübernahme hin erzogen. Also er hat quasi wie so eine Möhre der Familie vorgehalten, wenn ihr mir den kleinen Juan Carlos schickt nach Spanien, dann könnte es ja sein, dass ich ihn zu meinem Nachfolger mache und dann könntet ihr ja vielleicht die Monarchie wieder einführen. Es wurde nichts versprochen, es wurde aber in den Raum gestellt und dem konnte dann der eigentliche Thronanwärter Don Juan, der Vater von Juan Carlos, der überlebende Sohn von Alfonso und Ena, Der konnte dem nicht widerstehen und hat dann wirklich seinen 12-, 13-jährigen Sohn alleine nach Spanien zur Ausbildung geschickt und quasi in die Hände von Franco gegeben. Muss man sich auch mal vorstellen, der arme Junge.
Jörg: Ja, ist schon, genau, wenn man sich damals vorstellt. Was eben auch solche Familien, diese Menschen da auf sich nehmen, dann â doch tatsächlich in dieser modernen Zeit, wir reden ja jetzt eben nicht über das Mittelalter man sagt, moment, warum tut man sich das an? Also das haben sie sich schon angetan, das hat echt Auswirkungen gehabt und hier ganz dramatisch auch hier wieder. Genau, und wir sind jetzt beim sechsten Brocken angekommen, liebe Kathrin. Ich hoffe, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, bis jetzt alles gut. â
Catrin: Und jetzt ist es noch schwer.
Jörg: hingekriegt. sind genau verdaut. Wir sind von Isabella und Ferdinand über rüber gekommen, Kolumbus, Kolonialreich, Harbsburgerreich, dann ab zu den Bourbonen. Liebesheirat. Jetzt waren wir schon bei der ersten Diktatur. Liebesheirat zerbrochen. Und jetzt sind wir beim sechsten Teil vom Bürgerkrieg zur Wiedereinführung der Monarchie.
Catrin: Gut verdaut, gut verstanden.
Jörg: Hier werden viele auf den Zug aufspringen und sagen, jetzt kenne ich mich wieder aus. Jetzt kann ich mitsprechen. Aber müssen geschichtliche Fakten noch mal nachtragen. Also Alphonsus, Abgang 31 wurde die zweite Spanische Republik ausgerufen. Und die hielt nur bis 36. Dann brach der spanische Bürgerkrieg aus. Und am Ende saà General Francisco Franco als Diktator fest im Sattel. Und das bis zu seinem Tod 1975. Das ist das, was wir eben so ein klein bisschen ausgespart haben. Also um das mal reinzuholen. Ja und wir sagten ja schon, Franco war kein Republikaner überzeugter, aber auch kein grüner Monarchist im klassischen Sinne. hat die Monarchie zwar formal nicht abgeschafft, aber eben diese Karotte vor die Nase gehalten. Jetzt Juan Carlos, nach Spanien gekommen unter die Fittiche von Franco. davon kannst du uns jetzt vielleicht mal erzählen, warum er denn jetzt überhaupt auch...
Catrin: Sein Vater Don Juan, der Familienoberhaupt in Estoril in Portugal, wo die Familie lebte, also die Eltern von Juan Carlos. Don Juan mit einer Spanierin verheiratet. Und mit den Kindern, also Juan Carlos, und es gab noch einen jüngeren Sohn Alfonso und zwei Schwestern. Und es gab immer wieder Verhandlungen natürlich mit Franco, diese Hoffnung irgendwann aus dem Exil zurückkehren zu können nach Spanien und die Monarchie wieder einzuführen. Das beherrschte diese Familie natürlich die ganze Zeit. Die haben das gehasst, im Exil zu leben. Die hatten auch finanzielle Probleme. Das war immer wieder das Thema, da irgendwas? Und Franco wollte halt nicht den eigentlichen Thronfolger, weil das war ein erwachsener Mann mit sehr festgefügten politischen Vorstellungen.
Jörg: Mh.
Catrin: Er konnte sich das nur vorstellen, eventuell da einen Thronfolger heranzuziehen und die Monarchie dann nach seinem Tod wieder eingeführt zu wissen, bei einem jungen Mann, den er nach seinem Vorbild formen konnte. Die ganze Idee war so Pygmalion-artig. Ich hole mir da diesen kleinen Jungen und forme den nach meinem Vorbild und dann soll er nach meinem Tod in meinem Sinne weitermachen. Meinetwegen als König, muss ja nicht als Militärdiktatur sein, aber in meinem rechtspolitischen, rechtspopulistischen Sinne. Und auf keinen Fall demokratisch. Das war
Jörg: ist schon echt clever, wenn man sich vorstellt, so eine Militärdiktatur ist ja nie beliebt. Aber wenn du natürlich da schon die Hoffnung auf bessere Zeiten mit einbaust, das finde ich schon, â ist schon wirklich ein genialer Schachzug von ihm gewesen, das muss man schon sagen. â
Catrin: Also, ja. Mit dieser Hoffnung hat er ganz arg gearbeitet. Der Vater von Corn Carlos war schon in seiner Ehre gekränkt und er war ja auch eitel. Wenn schon, dann wollte er natürlich der groÃe Macker sein. Aber irgendwann hat er dem groÃen Ganzen zu Liebe, dieser Chance der Wiedereinführung der Monarchie zu Liebe, er nachgegeben und hat dann eben in Absprache mit dem Rest der Familie seinen Sohn dahingeschickt. Und dann war sicher auch eine einsame. Angelegenheit, hat Juan Carlos in seinem Memoiren auch beschrieben, dass es sehr hart für ihn war, da allein in den Zug gesetzt zu werden und dann diesem doch auch sehr strengen und unzugänglichen Franco gegenüberzustehen in dem groÃen Palast und dann sehr viel Einsamkeit erfahren in diesen Jahren, wo er heran wuchs und eben als Thronfolger herangezogen wurde. Er durfte seine Familien in Ferien besuchen, klar, alles möglich, aber die meiste Zeit war er allein und er hatte zwar Kameraden in der Schule und später in der Militärakademie, aber er hat auch gesagt, hat sich von denen immer doch irgendwie Er hat sich nicht als Teil einer Gruppe gefühlt, weil jeder wusste, dass er eine besondere Position hatte. war speziell und es war eine einsame Angelegenheit. â
Jörg: Ja, und wenn bei einer besonderen Position, das ist ja anders als Charles in seinem Metanat, dem Sie die Ohren angezogen haben, dass Defranco mit Sicherheit nicht so durchgehen lassen, dann hat man sich natürlich zurückgehalten. Das hätte auch mal schief gehen können. Also in einer Militärdiktatur ist das was anderes.
Catrin: Also noch schlimmer auf jeden Fall. Ja.
Jörg: Du hast eben dieses Buch erwähnt. Kannst du uns das in die Shownotes noch mal reinschreiben? Johann Carlos hat, 25 war das, glaube ich, seine Autobiografie geschrieben.
Catrin: â Ja, das machen wir natürlich. Ja, letzten Winter kam es raus. Erst mal auf Französisch ein bisschen später, weil die Autorin eine Französin ist, etwa später auch auf Spanisch. Ich habe die französische Variante dann gleich gelesen und ich muss sagen, es hat mich schon beeindruckt. Natürlich ist er auch sehr, er versucht auch sehr, sich selber zu exkulpieren mit seinen ganzen Skandalen. Er versucht aber auch zu erklären, wie es dazu kommen konnte. Man lernt schon was über seine Psyche und wie er so tickt und über seinen Charakter. ich habe ihn hinterher besser verstanden, muss ich sagen. Das macht nicht besser, was er da irgendwie an angerichtet hat an Korruption und Affären und allem. Aber man versteht es ein wenig besser zumindest.
Jörg: Genau, ich finde auch, â das ein bisschen so lesen zu können, diesen Menschen lesen zu können, uns holen natürlich die Sachen ein. Und das war mit Sicherheit kein Zuckerschlecken. Das stelle ich mir ganz schrecklich vor. Das ist ja fast wie, als wenn du entführt wurdest, wie so ein Faustpfand, da war. Das muss wirklich schrecklich gewesen sein. Und dann kam, du hattest eben auch kurz erzählt, den Estoril. Im Ãbrigen kann ich Estoril.
Catrin: Ja, das machen wir. Nein, das ist bisschen.
Jörg: nur empfehlen, wenn ihr mal nach Lissabon fahrt. Fahrt auch nach Estoril, das ist nicht weit weg, ist wunderschön. Und vor allen Dingen mindestens acht Grad kühler als in Lissabon. Das ist herrlich. Ganz, ganz toll. Da merkt man auch noch diese alte Epoche, wenn man da durch ist. Es ist wirklich ein wunderschöner Ort, gefällt mir sehr, sehr gut. Und dort haben die sich natürlich auch privat getroffen. Da waren auch andere Exilanten.
Catrin: Ja, total schön.
Jörg: Da gab es eine Begebenheit, die General Franco sehr in die Hände gespielt hat. Auf der anderen Seite war sie hochgefährlich. Das war 1956 in Estoril. Juan Carlos, damals schon beim Militär, 18 Jahre alt. Und sein Bruder Alfonso, damals 14 Jahre alt, die spielten mit einer Waffe. Also spielt ein 18-jähriger spielen. Sie haben da ihren Kram gemacht mit der Waffe. Ich frage mich mal, wie das passieren kann. Und im Spiel tötete Juan Carlos dann seinen Bruder durch einen gezielten Schuss. Es war tatsächlich Stirn-Schuss. Soll aber abgebreit sein, die ein Querschläger gewesen sein. Und wie beim Waffe putzen war wohl noch eine Kugel im Lauf. Da gab es auch so Verschwörungstheorien. Ob Juan Carlos, weil Alfonso war so der Liebling vom Papa, ob er da vielleicht eifersüchtig war, gerade dem geschuldet, wenn du unter so einem Regime aufwächst, geht man davon aus, dass das nicht der Fall war, weil das eher geschadet hat. Und die haben sich eigentlich sehr, sehr gemocht, die beiden. Also könnte man glauben, weil das auch noch so ein gezielter Schuss, aber es scheint da wirklich eine Verkettung von echt blöden Zufällen gewesen zu sein.
Catrin: weil geliebt habe.
Jörg: Und da gab es eine Situation zwischen Vater und Sohn. Das muss ja sowieso schon super angespannt gewesen sein. Der Vater kam rein, man stellt sich das vor, kommt hoch, hat was gehört, macht die Tür auf, Blut überströmt mit Kopfschuss, liegt dieser Lieblingssohn auf dem Boden und Juan Carlos hat die Knarre nahe.
Catrin: Ja, bestimmt.
Jörg: Und das erste, was er gemacht hat, ist, dass er den Sohn natürlich in den Arm genommen hat, den Toten, und hat Juan Carlos angeschrien, schwöre mir, dass du das nicht mit Absicht getan hast. Und das ist natürlich eine dramatische Abkehr von Loyalität und Vertrauen. Das hat Juan Carlos niemals überwunden letztendlich. Und hat er auch immer Gewissensbisse sein ganzes Leben lang.
Catrin: Dann habe ich es schon.
Jörg: und hat sich immer mehr abgeschottet. ist einer der Gründe, das merkt man, wenn man die Biografie dann auch liest, die Autobiografie, der hat sich immer mehr zurückgegeben, der konnte sich ja nur auf sich selbst verlassen. Also, er konnte sich Franco nicht anvertrauen, jetzt konnte er sich seinem Vater nicht mehr anvertrauen, der jüngere Bruder war zu jung, den konnte er sich auch nicht anvertrauen. Er hatte wirklich niemanden, dem er sich anvertrauen könnte, deswegen ist er so in sich gekehrt und in seine eigenen Welt.
Catrin: Ja, sehr, lang.
Jörg: Und da redet man sich dann manchmal auch Dinge ein, so wie heute im Alter wird er das tun. Wenn er da so in Abu Dhabi rumgammelt mit seinen Jet-Set-Freunden, in seiner Welt, ist seine Wahrheit. Aber das muss wirklich heftig gewesen sein. Und ich glaube, Sophia wusste von diesen ganzen, eine spätere Frau, Sophia, wusste von diesen ganzen Sachen auch. Und war die einzige Stütze da überhaupt, er mal sich aus...
Catrin: Ja. Ja.
Jörg: weinen konnte, was das Thema betrifft.
Catrin: Ja, das muss man tatsächlich sagen. In all den Jahren seitdem war wahrscheinlich seine Frau Sophia der einzige Mensch, der durch dick und dünn zumindest nach auÃen sein Vertrauen nie missbraucht hat, immer loyal zu ihm gestanden hat, trotz allem, was er ihr angetan hat mit seiner ewig Untreue und seinen Skandalen. Aber er hat auch in dieser Autobiografie bemerkenswert in jedem dritten Satz immer wieder geschrieben, was Sophia für eine groÃartige Frau ist und auch wie sehr er sie liebt tatsächlich. Das hat mich ein bisschen überrascht. Aber er hat versucht wohl, sie in dieser Art und Weise zu ehren und zu betonen, dass er ohne sie das alles auch gar nicht geschafft hätte. Die haben sich beide aus königlichen Geblüten getroffen und waren zumindest immer Vertrauenspersonen füreinander, auch wenn die eher dann irgendwann emotional den Bach runtergegangen ist. Sie steht ja nach auÃen bis heute zu ihm und wenn irgendwo in Europa eine königliche Hochzeit oder Krönung ist, fahren die da auch gemeinsam hin. Und da ist dann auch nichts zu sehen von irgendwelchen Spannungen. Das macht sie also ganz professionell und ganz königlich. Ja, also wahrscheinlich ist sie die Einzige nach dem Verlust des Bruders, nachdem der Vater dann auch diesen Spruch getan hatte. Wo er dachte, es kann niemandem mehr vertrauen, bis auf Sophia wahrscheinlich.
Jörg: Ja, genau. den Sophia und Hochzeit und so weiter kommen wir noch. waren also 62 haben die geheiratet, um das nochmal von der Zeit einordnen zu können. Also 56 dieser dramatische Unfall. 62 dann die Heirat, zu der wir gleich kommen mit Sophia. Aber 69, das ist eigentlich mein Geburtsjahr im Ãbrigen, deswegen so besuchen, ganz wichtiges Jahr. Und Mond, sag ich nur.
Catrin: Mhm.
Jörg: Juan Carlos wurde nun auch offiziell zu seinem Nachfolger, also Frankos Nachfolger als Staatsoberhaupt bestimmt unter der Umgehung seines eigenen Vaters. Das war immer ganz klar, aber nun war es aktenkundig. Das muss auch noch mal ein Einschnitt gewesen sein. Das war nicht ganz spannungsfrei. Und Juan Carlos nahm die Rolle dann auch an, hat natürlich mit seinem Vater darüber gesprochen und es ging beiden ... natürlich darum, wirklich diese Monarchie wieder einzuführen. Und da hat man das dann grummelig auch zur Kenntnis genommen und hat das gutiert und gesagt, ja, jetzt machen wir das auch tatsächlich. Da kommen wir aber nachher auch noch zu einer schönen Wolke. Es ist anders gelaufen, als Franco sich das vorgestellt hat. Bevor wir dazu aber kommen... Kommen wir jetzt zu dem nächsten kleinen Brocken und den würde ich jetzt schon nicht mal als Brocken sehen. Jetzt sind wir wieder im Fluss. Jetzt sind wir wieder da über unseren Hochzeiten, Thronfolge, was eigentlich gerade los. Juan Carlos und Sofia, die letzte groÃe Vernunft ihr Europas. Die ist nochmal wieder bemerkenswert. Das ist wirklich so eine ganz traditionelle Vernunft ihr. Da hat man gewusst, warum man es macht. Aber mit Liebe hatte das nicht so viel zu tun.
Catrin: ist leichter verdaulich.
Jörg: Und da erzählst du uns jetzt wieder als unsere Liebesboten, Kathrin, was da passiert. Genau.
Catrin: Als Cupid, ja, ja, schon klar. Ja, also es gab schon auch natürlich positive, ich will mal sagen, Verliebtheitsgefühle. Die haben sich ja im Kreis anderer, junger Leute aus Europas Königshäusern bei Segelausflügen und Urlauben im Laufe der Zeit kennengelernt. Man lud sich ja gegenseitig ein, die Briten und die Griechen und die Spanier und so. Und auch in Estoril, da gab es ja eine ganze Kolonie, auch die exilierte Königsfamilie von Italien hatte da auch eine Villa. Und mit den Kindern haben die gespielt, Alfonso und Juan Carlos. Also die kannten sich ja auch alle untereinander. In dem Zusammenhang haben sich Juan Carlos und Sofia von Griechenland irgendwann kennengelernt und mochten sich auch. Aber war jetzt nicht groÃe Liebe, auf den ersten Blick. Und auch später war es nie eine groÃe leidenschaftliche Liebe. Aber die haben sich gemocht und es kristallisiert sich heraus, dass es sehr gut passen würde. Denn Juan Carlos war zu dem Zeitpunkt ja noch nicht fest im Sattel als Kronprinz oder sogar als König, während Sofia eine exzellente Abstammung hatte. Sie war die Tochter des damals kurz noch regierenden Königs von Griechenland, Paul I. Und ihr Urusvater war niemand geringer als der letzte deutsche Kaiser, Wilhelm II., also untadelliger Stammbaum. Und das stärkte natürlich politisch auch enorm diesen Anspruch auf den wiederzuerlangenden spanischen Thron. Das war einfach auch ganz strategisch gedacht, monarchisch-strategisch. Der konnte jetzt auch nicht irgendeine Prinzessin heiraten aus irgendeinem niederen Haus. Das musste schon aus dem regierenden Haus sein. Und das war Griechenland damals.
Jörg: An dem Beispiel merkt man ja auch, wie wichtig das ist. Wir haben ja nur viel gesprochen darüber, wenn Bürgerliche reinkommen, heute ist das was anderes als früher. Wobei das ist noch nicht so lange her. Und wenn man sich vorstellt, wenn man auch heute Sophia sieht, wie sie auftritt, wie diszipliniert sie ist, sie auch ein sehr, sehr gutes Verhältnis mit Queen Elisabeth im Ãbrigen.
Catrin: Ja.
Jörg: Zuletzt wegen dieser Disziplin. glaube, die hatten sich da auch was zu sagen. Aber Sophia hat natürlich diesen ganzen monarchischen, dieses Protokoll und so, das hat die alles mit reingebracht. Das hat natürlich Johann Carlos so gar nicht erfahren können. Also die war wirklich sein Sidekick und hat das monarchische eigentlich erst wieder eingeführt. Erklärt dann vielleicht aber auch so aus dieser Zeit, wenn man so Elisabeth, ich habe sie gerade erwähnt. sich nicht so leicht getan hat, damit Bürgerliche reinzulassen, weil vielleicht so ein Standbein wegbricht. Auch aus solchen Gründen. Also, finde, das muss man auch immer im Hinterkopf haben. Das war ja nicht irgendwie nur so ein versnobbtes, elitäres Getue, sondern ja hier sogar echt faktisch begründet. Würdest du das auch so sehen, Katrin?
Catrin: Ja, das sehe ich definitiv auch so, denn sie hat da quasi das monarchische Gerüst allein durch ihre Gene und durch das, man, die Erziehung, sie genossen hat an einem aktiven Königshof, das hat Juan Carlos ja nicht. Wir haben ja gehört, der ist als kleiner Junge losgeschickt worden aus dem Exil. haben seine Eltern in einer netten Villa gewohnt. Da gab es aber kein Hofprotokoll, kein Hofzeremoniell, nicht so richtig.
Jörg: Und dann
Catrin: Und dann hat er halt eine Militärakademie-Ausbildung erfahren. Aber wie man als König an einem Hof regiert und wie man das alles organisiert und wie man die Leute dazu bringt, sich so zu verhalten, wie es gehört, das hatte Sophia mit der Muttermilch aufgesogen. Aber Juan Carlos eben nicht. Also sie war da schon auch quasi so eine Art, ja, so seinen Sidekick hast du gesagt, Geschäftspartnerin der Familienfirma Bourbon.
Jörg: Ja genau.
Catrin: Wie immer man es nennen will. Also das war schon ganz wichtig. Die haben das zusammen als Team wieder aufgebaut, die spanische Monarchie. Das hatte mitzureden.
Jörg: Und das muss man auch sehen in dieser vergifteten Umgebung. Von 1962 bis 1969 war Franco noch da. Das erinnert mich auch an so eine Verbindung. Die Tochter von Queen Victoria, deutsche Kaiserin Victoria und dem deutschen Kaiser, der 90-Tage-Kaiser. Genau, wie schwierig das ist in so einer vergifteten Umgebung. Damals war es dann Bismarck und Kaiser Wilhelm I. Und das ist ja nicht irgendwie ein paar Monate, 62 bis 69. Hast du da mal so erfahren können, warst da Infos, wie sie sich da geschlagen hat, Sophia, und wie das Verhältnis zu Franco war?
Catrin: eigentlich recht gut, schon als er dann erwachsen wurde, als Ron Carlos noch dann vor seiner Heirat dann auch immer mal zu ihm dann zum Tee eingeladen wurde. Also persönlich waren die sich so weit ganz sympathisch, die konnten ganz gut miteinander reden und dann hat Franco das ja auch befürwortet, dass Ron Carlos Sophia heiratet und die haben ihn dann gemeinsam regelmäÃig zum Lunch oder zum Tee besucht. Die haben also sehr zivilisierten Ungar miteinander gepflegt und ihn wohnten jetzt schon dort da im Zazuella Palazzo, später dann auch blieben. Das hat Franco ihnen zur Verfügung gestellt. Aber unter einfachen Bedingungen, das wurde dann später renoviert und so. Und die haben so ganz langsam versucht, sich in einer Madridter Gesellschaft, den Adel gab es ja immer noch, haben die sich umgetan, ganz taktvoll, aber nachhaltig, haben sie versucht, so kleine Allianzen zu bilden und haben da ihr Leben sich aufgebaut. Im Hinblick darauf, was sie später dann wohl hoffentlich brauchen würden und machen würden. Aber ganz geschickt, ein bisschen untergründig, ohne groÃe Reibungen zu erzeugen, haben sie schon mal bisschen geguckt, auf wen sie sich später vielleicht verlassen können. und haben gehofft, dass es bald irgendwann klar wird, wie die Zukunft jetzt aussehen wird. Aber das muss nervenaufreibend gewesen sein.
Jörg: Vor allen Dingen, eine Person wird nie so erwähnt. gibt eine wunderbare Reportage über Franco. Frankos Frau war ja nicht ohne. Da sind wir wieder bei den Frauen im Hintergrund. Die waren vielleicht auch nicht immer positiv. Es gibt auch Gegenbeispiele. Erz-Katholisch. Und die hat echt viel Einfluss gehabt. Ich konnte aber nirgends was lesen, wie deren Verhältnis war. Also Frankos Frau und Sophia und so weiter. Aber ich traue Sophia zu, dass sie das echt sehr diplomatisch und mit Grandezza hingekriegt hat.
Catrin: Und mit Haltung, einfach immer mit dieser royalen Haltung, die auch nichts durchlässt und wo man einfach die Gedanken auch nicht erkennen lässt. Und ich denke, das war ganz, ganz hilfreich, dass sie wusste, wie man das macht und dass sie das auch durchgezogen hat und nicht die Nerven verloren hat.
Jörg: Was wieder zeigt, dass diese ganzen so altmodisch wirkenden Dinge eben auch fürs Leben was bringen, wenn man nicht immer alles nur auf der Zunge trägt, sondern auch mal am Herzen, wenn man kontrolliert ist, wenn man diszipliniert ist. Das kann einem auch schon bisschen helfen in schwierigen Situationen. Das hat nicht nur was damit zu tun, sind, das wird ja heute gerne so wie gesagt, so Snobismus, irgendwie sind wir was besseres.
Catrin: Hm. ...
Jörg: Ich ist es überhaupt nicht. Sondern, da geht es wirklich darum, wie komme ich auch durch schwierige Zeiten. Es gab eine schöne Zeit dann natürlich auch wieder, 1968. Dann kam nämlich der ersehnte Sohn, unser Philippe, nach zwei Töchtern. Das waren Elena und Christina. Und Philippe war dann der geborene Sohn.
Catrin: sind ja schon. Genau. Thronfolger. HeiÃersehend, immer. Damals noch männliche Erbfolge in Spanien. Was jetzt nicht mehr der Fall ist, sehen wir an der Thronfolgerin Leonor. â waren die frühen Jahre der Ehe, wo die Ehe von Frau Carles und Sophia wohl auch noch ziemlich in Ordnung war. Aber schon damals soll er schon angefangen haben, sie zu betrügen. Irgendwann hat sie es gemerkt. Dann ging es emotional ein bisschen bergab. Aber sie hat immer zu ihm gestanden und hat das, wie es wahrscheinlich nur eine königliche Prinzessin schafft, weggesteckt.
Jörg: Hm.
Catrin: und gesagt, okay, aber wichtiger ist, dass wir das Ganze hier am Laufen halten. Und Könige haben halt oft mitressen und das ist halt so.
Jörg: Wir leben jetzt in einer Zeit, wo sich das endgültig geändert hat. es hat noch bis in die 80er... Ja, hat das noch zu seiner Aufläufer gehabt. Und womit wir auch in den 80ern sind. 1981, da kam nämlich dann die groÃe Bewerbungsprobe für Juan Carlos. 1981, am 23. Februar nämlich. Da war ja dann die Gruppe einer oder eine rechtsextreme...
Catrin: â ja.
Jörg: Gruppe von Militärs, die das Parlament gestört haben. Erzählen uns doch davon auch
Catrin: Ja, also das war wirklich ein sehr aufregender Tag. Ich erinnere mich tatsächlich, das als Kind im Fernsehen gesehen zu haben. wurde dann auch live übertragen ab einem gewissen Punkt. Das hat ganz Europa in Griff gehabt. Das war ja noch in der jüngeren Geschichte nach dem Krieg noch nie da gewesen, dass in einer Demokratie auf einmal das Parlament von Militärs gestürmt wird. Das also wirklich ein groÃer Aufreger. Es gab einen Oberstleutnant, Antonio Terreiro, der hat mit seinen Getreuen das spanische Parlament gestürmt, während einer laufenden Debatte, einer Regierungsbildungsdebatte. und hielten die Abgeordneten wirklich stundenlang als Geiseln fest. Also ein klassischer Putsch. Ja, ja, richtig schlimm. haben umgeschossen im Parlament. war spooky. Und wenn das in die Hose gegangen wäre, das hätte die junge spanische Demokratie wirklich auslöschen können, dann wäre es schon wieder vorbei gewesen. da hat Juan Carlos wirklich eindrucksvoll Geschichte geschrieben, in dem er gegengehalten hat. Da muss man sagen, er war Franko Schüler, zwar nicht in dem Sinne, dass er Frankostil eine Militärdiktatur oder sowas aufrecht zu erhalten.
Jörg: fehlen auch Schüsse und das war heftig.
Catrin: unterstützt hätte, aber er war hart in seinen Zielen und hat es auch durchgezogen.
Jörg: hat zur Einheit aufgerufen, das Thema Einheit Spaniens wird uns auch nochmal begegnen in diesem Podcast am Ende. er hat es geschafft, konnte da wirklich überzeugen und das ist glaube ich der groÃe Verdienst von Juan Carlos. Das ist auch glaube ich das, was ihn bis heute treibt. Das erklärt vielleicht auch immer noch so bisschen sein Selbstverständnis dafür, was habe ich alles getan für dieses Land. Ich habe die Republik eigentlich so wie sie ist erst tatsächlich möglich gemacht. Und das stellt mich immer, ich sage es jetzt mal flapsig, jetzt seid man nicht so kleinlich mit meinen kleinen, mit meinen kleinen Auswüchsen. Das steht mir auch zu. Das könnte man so lesen, wo man sagt, der ist so uneinsichtig. Aber vielleicht kommt es eben auch daher und sagt,
Catrin: Ja, das ist wohl wirklich so.
Jörg: Undank ist der Weltlohn. Man wird das jetzt eigentlich mal mir gedankt, nach dem Motto. Können wir nicht verstehen, aber ich glaube aus seiner Sicht ist es vielleicht.
Catrin: ... Na, das ist seine Haltung, seine Wahrheit, seine Truth sozusagen. Aber ich meine, ich habe schon bewundert damals, als ich mir das auch im Fernsehen angeguckt habe. Er stand da in seiner Uniform, er war, wie heute ja auch Philippe, damals war er Oberbefehlter bei der Streitkräfte, hat sofort begriffen, er muss im Fernsehen auftreten, in seiner Uniform und da eben seine Untergebenen, weil das ganze Militär, auch diese Putschisten unterstanden ihm ja de facto. Und deswegen hat er es als seine Pflicht gesehen. als das verfassungsmäÃige Organ dazu aufzurufen, dass man ihm treu bleiben müsse und den Eiden, die man auf ihn, den König, den Oberbefehlshaber geschworen habe. Und dieser Putschversuch dürfte nicht unterstützt werden. Und diese Rede, die er da mitten in Nacht gehalten hat, die übertragen wurde, die hat wirklich dann den Putsch im Keim erstickt. Das war faszinierend, wie das dann auch funktioniert hat. Die sind in sich zusammengefallen. Nur noch ganz wenige von den Putschisten haben sich weiter gewehrt.
Jörg: Ja, muss man... Genau.
Catrin: Was ich auch erstaunlich fand, auch harte Schule, er musste ja auch bis zwölf, dreizehn Jahren ran und er hat seinen Sohn aus dem Bett geholt, kleinen Philippe, der auch damals 13 Jahre alt war. Der musste sich anziehen und musste neben ihm stehen und musste sich das angucken und die Rede mit anhören, als Vorbereitung aus seiner künftigen Rolle.
Jörg: und waren nachher auch bei den Verhandlungen im Palast dabei.
Catrin: Ja, stand neben seinem Vater, hat es schweigend mit viel Haltung auch wieder, hat sich das alles angehört und angesehen.
Jörg: Lektion. Und jetzt haben wir ja schon so ein bisschen über Juan Carlos gesprochen, warum der so tickt, wie er tickt und die Skandälchen und zu denen sollten wir jetzt aber auch wirklich mal kommen. Was ist denn das, was Juan Carlos überhaupt vorgeworfen wird? Was hat zu seiner Abdankung geführt? Was macht Juan Carlos heute eigentlich? Wo hängt er so rum? Genau. â
Catrin: Was macht ihr eigentlich den ganzen Tag?
Jörg: Also Stichwort Steuerhinterziehung, Korruption, Saudi-Arabien. Was fällt dir noch ein?
Catrin: Das sind die wesentlichen Stichworte, seine Korruptionsgeschichten betrifft. Unter anderem ging es darum, dass er von Scheichs Geld genommen haben sollte, damit Spanien in dem arabischen Land durch die Wüste eine Bahn bauen kann. Das waren mehrere 100 Millionen Dollar scheinbar. AuÃerdem hatte er nicht nur irgendwelche Affären mit spanischen Adlingen, sondern er jahrelange Affäre mit einer dänisch-deutschen Adling, Corinna Susanne Wittgenstein, die hat das auch bestätigt, hat sogar einen eigenen Podcast darüber gemacht.
Jörg: Ja, genau.
Catrin: Und der hat einen gewissen Teil dieser Geldsumme anvertraut, weil er ernsthaft dachte, sie hebt das für ihn auf und dann würden sie im Alter vielleicht sogar zusammenleben. Er soll sogar von Scheidung gesprochen haben, weil er sie so liebte, dass er sie heiraten wollte, als sie behauptet. Ob das stimmt, weià man natürlich nicht. Und dann soll er sie sogar vom Geheimdienst, den Geheimdienst auf sie angesetzt haben, weil sie dann das Geld nicht zurückgeben wollte. Nach dem Motto, du hast doch gesagt, das sei ein Geschenk. Ja, aber nur bei der Bedingung, dass wir später zusammenleben. Ja, ich behalte das Geld jetzt. Und dann wurde es halt ganz übel zwischen den beiden. Sie hat ihn auch verklagt, ist damit aber nicht durchgekommen. Er wiederum wurde vom spanischen Staat, als seine Immunität aufgehoben worden war, denn als er nicht mehr König war nach 2014, genoss er ja keine Immunität mehr. Und dann gab es Untersuchungen in der Schweiz auch unter anderem wegen Steuerhinterziehung und so. Aber das ist auch nicht wirklich zu irgendeinem konkreten Ende gekommen. Er ist jedenfalls nicht verurteilt worden. Aber er lebt auch deswegen inzwischen eben die meiste Zeit des Jahres in Abu Dhabi und kommt nur ab und zu mal zu ganz, ganz kurzen Besuchen nach Spanien und muss vorher die Erlaubnis an das Sohnes einholen. er dürfte nicht einfach so wieder nach Spanien ziehen.
Jörg: Er dürfte eigentlich schon wieder nach Spanien kommen, müsste dann aber Steuern zahlen.
Catrin: Das ist die staatspolitische Seite, nach meinem Wissenstand brauche er erst einmal die Erlaubnis von seinem Sohn in der Familie und er will nicht, dass er nach Spanien zurz.
Jörg: Der will nicht. Theoretisch von der Staatsseite, ich meine jetzt wegen der Verfolgung, Steuerhinterziehung, da würden die Spammen rüber zahlen, aber da in Steuern und so weiter und so fort. Aber Philippe, sagt aus verständlichen Gründen no.
Catrin: Ja, von der Staatsseite her dürfte er, aber ... Ja. Also kurze Besuche, eventuell ja. Und irgendwann gab es mal ein Treffen in Madrid, aber da musste er sich ein Hotelzimmer nehmen, da durfte er nicht mal im Tzatzuella-Palast schlafen. Also es ist schon hart und was man ja auch Juan Carlos dann auch eigentlich zugutehalten muss, weil es geht ihm natürlich â sein Land und â die Monarchie. Er hat ja dann nach der Abdankung sich auch von seinem Vater sehr stark als König distanziert und auch gesagt, was immer der mir vielleicht vererben möchte. Ich sage jetzt schon, ich nehme nichts davon an als Erbe, als finanzielles oder Vermögens...
Jörg: Hmm.
Catrin: Erbe, weil man ja auch nicht wusste, ob das nicht vielleicht auch aus irgendwelchen dubiosen Geschäften oder wo es sonst herkommt. Er hat sich wirklich komplett distanziert vom Vater. Jetzt nicht als Vater-Sohn-Beziehung, sondern als Monarch, der einfach nichts annehmen wird von seinem Vater, weil er klar machen wollte, er ist jemand, der ganz gerade agiert, â keine Leichen im Keller hat. Er will transparent regieren, das macht er auch. Und deswegen war es nötig sich abzugrenzen, von seinen Schwestern im Ãbrigen auch, weil die beiden Schwestern, Elena und Christina, und ihre Männer ja auch jeweils Gerichtsverfahren während Korruption und irgendwelchen Steuerhinterziehungen an der Backe hatten und der eine Ehemann saà ja zu einem Geschenk.
Jörg: Das sind auch die, immer noch zu Besuch fahren. Es gibt da eine klare Grenze. Da sind wir wieder bei unserem Einschieb, bei den News, dass man sagen kann, es gibt so zwei Lager in der Familie. Diese Abgremzung ist natürlich total wichtig für Philippe. Und ich glaube, dass Letizia auch eine groÃe Rolle spielt.
Catrin: Jaja, das sind die, noch ab und ab zu suchen. Ja, genau. â ja.
Jörg: die dort sehr unterstützt. Das Verhältnis zwischen Letizia und Juan Carlos ist ein Nicht-Verhältnis, würde ich mal so sagen. Ja. Und er wirft ihr ja auch vor, dass sie sozusagen die Drahtzieherin ist, also dieses böse Blut gegen ihn dort reinbringt.
Catrin: Das war â immer schon sehr schwierig und jetzt ist es non existent dazwischen.
Jörg: Auch da wieder eine starke Frau im Hintergrund, die jetzt wichtig war, um das in andere Gewässer zu führen. Und das ist, glaube ich, sehr gut gelungen. Eine wichtige Sache, wir hatten sie jetzt auch immer angesprochen, 2017. Darauf bin ich immer so eingegangen. 2017. Könnt ihr euch vielleicht alle noch an die Unruhen erinnern. Die Unabhängigkeitsbewegung, Referendum und so weiter Mit den Katalanen. Und dort hat Philippe dann auch eine Rede gehalten, hat sich auch ans Volk gewandt und war sehr, sehr deutlich. Er hat darauf bestanden, dass man die Einheit Spaniens wahrt. Und er hat denen eine Absage sozusagen erteilt und â auf die Einheit angegangen, was ihm heute sehr übel genommen wird. â Aber vielleicht da auch gelernt aus der Zeit 81. Also diese Einheit, das ist ihm schon sehr, sehr wichtig. Und es ist natürlich auch in der heutigen Zeit total wichtig, wo es so viele Absplitterungsbewegungen gibt und man da sein Glück versuchen will. Das ist schon eine schwierige Aufgabe für ihn.
Catrin: Aber natürlich, das war schon klug von ihm, auch wenn es ihm Feinde weiter eingebracht hat. Aber man kann natürlich nicht Everybody's Darling sein, Und ich glaube, ist ein Fugermann.
Jörg: Genau. Ja, er hat da einen guten Job gemacht, dass er eben hat sich nicht leiten lassen, sondern oder beeinflussen lassen, sondern hat da wirklich seine Rolle, die von der Verfassung zugeschrieben wird, auch tatsächlich wahrgenommen. Heute muss er Gesetze unterschreiben, also zum Beispiel hat er sich ja gegen â Diese Putschisten, sag ich jetzt mal, gewandt. Und diese Anstifter, und die sind ja allesamt begnadigt worden, hätte ich fast gesagt. Die sind ja straffrei ausgegangen. Das hat die Regierung so gemacht. Und er muss es jetzt so unterschreiben, hat er den eben auch gemacht. Auf der einen Seite die Absage, auf der anderen Seite jetzt so ein Spagat, weil er dann eben auch wieder sagen muss, ja, klar, straffrei, Schwamm drüber.
Catrin: Ja, für den auch nicht leicht gefallen sein.
Jörg: Genau, darauf wollte ich hinaus. Genau, wunderbar. Jetzt sind wir bei Felipe und Letizia angekommen. Modernes Königspaar auf Augenhöhe. Der sechste ist es jetzt im Ãbrigen. Seit 2014 König von Spanien. ja, die ihr, wir haben Letizia gerade schon angesprochen, die könnte eigentlich nicht unterschiedlicher sein als die von Sofia und Juan Carlos. Die beiden sind so ein Dreamteam, oder?
Catrin: Also ich finde schon bis heute, also auf jeden Fall kann man sagen, dass die ein völlig anderes Beziehungs- und Ehemodell leben als Juan Carlos und Sofia, ist natürlich auch eine andere Generation. Es fängt schon mal damit an, dass Philippe sehr viel mehr Freiraum hatte. Natürlich, hatte auch in Spanien eine Ausbildung, Militärausbildung, aber er konnte zum Beispiel auch in den USA studieren. Er hat internationale Beziehungen an der Georgetown University in Washington studiert. Also da wird er auch mal ein bisschen Freiraum gehabt haben und nette Studenten leben. Weltgewand als künftiger Monarch. Letizia hat auch studiert. Sie wurde dann eine sehr bekannte Fernsehjournalistin. ist vier Jahre jünger als er. Sie war so ein Enkerwurmen. Sie war so wie Carmen Miozga oder so was. Richtig, richtig bekannt. Sie haben sich dann bei befreundeten Fernsehjournalisten So sagt man Philippe diesem Freund, Fernsehjournalisten, ich gucke die immer so gerne in den Nachrichten. Die Letizia Ortiz, kann ich die nicht mal kennenlernen? Kannst uns nicht mal zusammen einladen?
Jörg: Hm.
Catrin: Und so geschah es. Und bei diesem Abendessen, das war dann der Anfang von etwas, kann man sagen. Die waren sich gleich doch mehr als sympathisch und dann ging das eine Weile. Aber erstmal natürlich noch so bisschen im Geheimen, weil eigentlich schon relativ offensichtlich war, dass das jetzt nicht überall nur Begeisterung hervorrufen würde. Nicht nur weil...
Jörg: Ja, vor allem Juan Carlos fand das auch nicht so besonders toll. Er hat immer gesagt, man soll sich den Feind nicht ins Bett holen. Genau.
Catrin: Ne, ne, ne, ne. Und zwar nicht nur, weil sie den Feind nicht ins Bett wollen. Das ist der berühmte Spruch. Das war sie wiederum nicht so lustig. Und der Stein des AnstoÃes war jetzt nicht nur, dass sie bürgerlich geboren war, sondern sie war ja auch schon mal Jahr lang verheiratet gewesen. Es war nicht kirchlich, aber sie war dann halt geschieden. Das ist in katholischen Spanien ja auch nicht so schön. Schon gar nicht bei der ersten Familie des Landes. Also die Eltern von Felipe waren erst nicht so begeistert. eben wegen dieser Geschichten und wie du eben schon sagtest, wegen ihres Berufes. Tiefe Misstrauen gegenüber der Presse und so. Aber naja, am Ende hat sich Philippe durchgesetzt mit seinen Gefühlen, wie das die Thronfolger jetzt zuletzt immer eigentlich auch gemacht haben. Ja, und dann wurde geheiratet, 2003, sehr schöne Hochzeit, wunderschönes Kleid von ganz simpel und fast so bisschen so Renaissance-mäÃig, leicht mittelalterlicher. Das hat mir sehr gut gefallen damals. Schönes junges Paar und wurde gekrönt diese Verbindung mit zwei wunderbaren Töchtern, die jetzt ja auch schon beide über 20 sind, Leonor und Sophia. Und ja, über 20 Jahre nach der Hochzeit, finde ich, sehen die beiden immer noch glücklich aus, wenn man die zusammen sieht. Natürlich gab es auch mal Gerüchte â Affären. vor, ich glaube, so knapp zwei Jahren ist es hier sogar ganz massiv. In einem Buch hat der ehemalige Schwager von Letizia behauptet, er hätte eine Affäre mit gehabt, der Ex-Mann ihrer Schwester. Aber das konnte überhaupt nicht nachgewiesen werden. Es auch Hirngespinste gewesen sein. Es gab sogar Gerüchte, tatsächlich das Umfeld des Exkönigs Juan Carlos diese Gerüchte geschürt hat, â Letizia zu schaden und der Ehe von Philippa und Letizia. Das weià man zwar nicht, auch wieder alles nur Gerüchte, aber ich würde es nicht für ausgeschlossen halten, weil der Hass von Juan Carlos aus seiner Schwiegertochter muss ziemlich groà sein. Aber es gibt keinerlei Beweise. Ich glaube auch nicht, dass sie eine Affäre hatte, weder mit dem noch mit jemand anderem. Denn was ich wirklich reizend finde, da habe ich sogar Zeugen, die ich befragt habe, als ich in Madrid letztes Jahr für mein Buch der Royaler Reiseführer recherchiert habe. Die beiden machen wirklich so oft es geht, in der Woche eine richtige Date Night, wo die zu zweit ins Kino gehen oder schön essen gehen. Und ich habe wirklich auch rausgefunden, welchen Restaurant sie da am liebsten essen, ihr Lieblingsfischrestaurant direkt gegenüber dem Königspalast. Das mag ich auch sehr gern. Da hängt übrigens auch ein gekacheltes Bild von Alphons und dem Dreizehnten und von einigen anderen Herrschern. Also dieses
Jörg: Ja.
Catrin: Restaurant kann ich dann auch sehr empfehlen und da gehen die beiden gerne hin, aber auch anders oder in Mallorca, wenn die dann Urlaub haben, gehen die auch Hand in Hand bummeln da in Palma. Ich glaube, diese Ehe ist in Ordnung. Die werden ihre Krisen gehabt haben, wie alle Menschen, die 20 Jahre verheiratet sind, aber ich glaube nicht, dass sie jemals kurz vor der Scheidung.
Jörg: Nö. Und vor allen Dingen geht es uns ja auch immer darum, wir nehmen sie ihren Job wahr. Genau. Und da machen sie einen guten Job, muss man sagen. Gut durch die Krisen gekommen und ja, warum nicht einfach mit so einer Familie im Nacken?
Catrin: Das ist super. Nee, ist alles nicht so einfach. Manchmal sah man, dass Sophia manchmal dazwischenfunkte, wenn es â die Erziehung der beiden Enkeltöchter ging. Die haben sich einmal auf den Stufen der Kathedrale von Palma de Mallorca angezickt, die Letizia und ihre Schwiegermutter, aber dann haben sie sich wieder beruhigt. Aber man muss auch sagen, sie nehmen Sophia oft mit. Die ist auch mit im Urlaub in Palma immer dabei. Die hat eine enge Beziehung zu ihren beiden Enkeltöchtern. Die ist ihrem Gatt nicht ins Exil nach Abu Dhabi gefolgt. Die lebt weiter allein in Madrid auf dem selben Land wie ihre Familie.
Jörg: Ja. Ja, also eigentlich...
Catrin: Und da ist sie dann sich selber schon treu geblieben. Sie lebt nicht mehr zusammen mit ihrem ungetreuen Ehemann.
Jörg: Letztendlich seit 1970 kann man fast sagen, gehen die schon fast getrennte Wege.
Catrin: Tatsächlich haben sie im Sazuella-Palast auch in getrennten Flügeln schon seit vielen Jahren gelebt.
Jörg: Ja, genau. Auch da soll es nicht stören. Also mich zumindest nicht. Hauptsache, sie machen den Job richtig. Und das haben sie eine Zeit lang auch gemacht, bis es dann irgendwann mal kippte, wie wir jetzt erfahren haben. Genau. Es gibt im Ãbrigen mit den Strafverfahren nochmal was kann heute so ein König in Spanien eigentlich, was hat der für Rechte? Der ist auch eher repräsentativ unterwegs. Er kann theoretisch den Krieg erklären, muss aber einmal alles unterschreiben lassen von ... Ministerpräsidenten und so weiter. Also er kann nicht alleine handeln, genauso mit Frieden schlieÃen. Er kann verurteilte Straftäter tatsächlich begnadigen, das darf er noch. Und während seiner Amtszeit hat er eben genieÃt die Immunität vor dem Gesetz. Das ist das, was letztlich heute so ein Monarch in Spanien, ähnlich wie in allen anderen Monarchien auch, also das Repräsentative, das steht vorne an. Mit diesem kleinen Unterschied zu 2017, finde ich, sieht man nochmal. dass so eine Rede auch da Wirkung hatte. haben viele, viele drauf gewartet. Jetzt ist ja die Frage, bevor wir zum Ende kommen. Spanien heute, ist das ein stabilisierender Faktor über zehn Jahre. Es ist Philippe jetzt schon ein Amt. Um was wird zu sagen, wie steht die Monarchie dann heute so da? Also in Spanien da.
Catrin: In Spanien. Sie ist natürlich nicht völlig unumstritten wie in vielen anderen Monarchien. Auch sind eher die jüngeren Generationen Zweifler, ob das wirklich noch zeitgemäà ist. Andererseits sind auch gerade jüngere Frauen wieder groÃe Fans von jemand wie Leonor, diese junge Thronfolgerin, die wirklich eine ganz tolle Figur macht. Und dann, das haben wir glaube ich noch nicht erwähnt, ich glaube das war letztes Jahr diese schlimme Flutkatastrophe in Valencia. Da haben sowohl der König als auch seine Frau Letizia sich ja wirklich sehr bewährt, als sie in dieses Krisengebiet gefahren sind, genau wie der Premierminister.
Jörg: Ja, stimmt.
Catrin: Und da waren aber die Menschen dort, die Betroffenen, die Opfer, so aufgebracht, weil die Hilfe viel zu spät kam und in viel zu geringem Umfang. Und dann haben sie die alle erst mal mit Schlamm beworfen und haben ganz laut Buu gerufen und protestiert. Und das war wirklich so ein Aufstand. Und der Premierminister hat auf der Hacke kehrtgemacht und ist wieder in sein Auto und ist abgehauen. Und der König und die Königin sind ausgestiegen und haben sich mit Schlamm bewerfen lassen und haben versucht, den Menschen zu reden. Und zum Teil haben sie dann irgendwann weinende Menschen auch in den Arm genommen. Und das fand ich sehr, eindrucksvoll. Und da haben wir ganz viel
Jörg: Hm. Ja, das zeigt er eben.
Catrin: Auch wieder für die Einheit von König und Volk, für die Einheit von Spanien und haben die Volkes Stimme gehört und aufgenommen und erfüllt und haben da ganz viel richtig gemacht.
Jörg: Das ist eben der Teil, den wir hier auch immer wieder betonen. Deswegen sind wir ja auch so Monarchie-Freunde. Das ist etwas, was ein Politiker nicht kann. Also wenn man jetzt zum Beispiel die Diskussion hört, wenn unser Bundespräsident zum Beispiel bei einer Bundespräsidentenwahl sagt, das sollte ein Politiker sein, der neue Bundespräsident wird, würde ich genau das Gegenteil sagen. Ob es jetzt Harbe Kerkeling sein muss, weià ich auch nicht, obwohl wir den ja auch mögen. Und der ist ja schlieÃlich, wie wir wissen, Winzer.
Catrin: Den mögen wir schon, aber ich glaube jetzt nicht, dass wir den als Bundespräsidenten...
Jörg: Ja, genau. Weil wir Monarchisten sind, weil er doch die Verbindung hat. Wissen wir doch. ist in Zhause-Winzer ein Abkömmling. Dann haben wir die Kurve wieder gekriegt. Nein, aber das macht es natürlich ... So was kann ein Politiker, finde ich, nicht so gut schaffen. Mag mal Ausnahmen geben, aber grundsätzlich ist das einfacher für so ein Königspaar, finde ich tatsächlich. Und das beweist es ja auch.
Catrin: nicht in dem MaÃe. wenn wir Mut haben und das in sich haben, diese Einfühlsamkeit auch.
Jörg: Genau. Und dann gibt es ja auch noch in Spanien natürlich ein Thema, das ist schon die Religion, du hast es eben schon erwähnt, das ist urkatholisch. Und da genieÃt ja zum Beispiel, also wenn das Königspaar zum Papst fliegt und dort eine Audienz hat, dann hat das einen ganz besonderen Stellenwert natürlich auch für die Spanier, die katholischen Spanier. Und da genieÃt ja zum Beispiel auch die Letizia als Königin eine kleine Ausnahmesituation, was die Kleidung betrifft.
Catrin: Ja, kleine, kleine modische Abhandlung am Rande. Das sogenannte Privilege-Dübnung. Das ist das Recht katholischer Königinnen bei Papst-Audienzen oder in Gegenwart des Papstes weià zu tragen und nicht schwarz, weil so ein Schwarzvorschrift ist. Man erinnert sich Elisabeth II., wenn die beim Papst war, hatte immer schwarzen Spitzen-Schleier ums Haupt und schwarzes Kleid getragen. Letizia hingegen, die darf und das macht sie auch immer, wenn sie mit dem Papst zusammenkommt, weià tragen, wie übrigens zum Beispiel auch Mathilde von Belgien, ist ja auch katholische Königin.
Jörg: Ja.
Catrin: oder Fürstin Charline von Monaco. Das eben auch eine katholische Messe. Das ist etwas ganz Besonderes, was die besonders enge Verbindung zeigt des Vatikans, des Papts, zu aller katholischen Majestät, wie die spanischen Könige früher sich nannten. Kürzlich war der Papst Leo XIV. zu einem sehr erfolgreichen Besuch in Spanien. Er war in Madrid, Barcelona, Gran Canaria, Tenerife und hat eine sehr gut besuchte frohe Leichnamsmesse in Madrid.
Jörg: Hm.
Catrin: abgehalten. Ãber eine Million Menschen waren da Gläubige. Muss sehr eindrucksvoll gewesen sein. Ich habe natürlich Bilder im Fernsehen nur gesehen. Und in Barcelona hat der Papst sogar den Turm dieser berühmten, immer noch nicht fertig gestellten Gaudi-Kirche. Ja, Sagrada Familia, den Jesus-Turm hat er also auch noch gesegnet. Also das war schon auch etwas, was das macht er auch nicht für jeden. Das macht er dann halt für die spanische Monarchie.
Jörg: immer noch mehr, aber schon ein ganzes Stück weiter, genau. Ja, genau, da sieht man diese enge Verbindung und auch das, glaube ich, könnte ein Politiker so nicht leisten. Jetzt kommen wir mal zur, Prinzessin Leonor, das ist die Prinzessin von Asturien, vergleichbar so mit dem Prince of Wales. â
Catrin: Nix, lecker.
Jörg: Und das ist jetzt die Thronfolgerin. Und vielleicht magst du uns da auch nochmal erzählen, was glaubst du, wie würde oder wie steht sie in den Startlöchern. Für uns ist das ja immer mit den Thronfolgern so eine Sache. Deswegen heiÃen wir wie gesagt so. Ist die gut aufgestellt und auch wenn sowas käme wie jetzt dieser Staatsbesuch von Leo.
Catrin: Ich funktioniert.
Jörg: und die Begleitung und Katholizismus und Traditionen und so weiter. Auch in dem Bezug. Wie ist da die Prinzessin von Asturien aufgestellt? Hast du da ein gutes Gefühl?
Catrin: Ja, ich habe ein gutes Gefühl. Also man weiÃ, dass insbesondere Letizia sehr, sehr viel Wert draufgelegt hat, beide Töchter sehr sorgfältig zu erziehen. Das heiÃt, sogar sie seien ein bisschen sehr abgeschirmt aufgewachsen. diese Familie hat sehr im Viererklan alles gemacht. Natürlich hatten die Mädchen auch Freundinnen, aber auch nur sehr ausgewählt. Die waren in der Schule, aber sie nachmittags zu Hause Hausaufgaben, praktisch kein Fernsehen, ganz wenig Social Media nur. bis sie dann 18 waren, beiden Mädchen durften die wirklich nicht fehlen. Die sind sehr streng.
Jörg: Mh.
Catrin: â nahezu frugal aufgezogen worden. Die Königsfamilie lebt ja auch bis heute nicht mitten in diesem riesigen, üppigen Palast mitten in Madrid, sondern auf diesem Anwesen, Sazuella-Palast kennt man ja, da haben Juan Carlos und Sofia lange gewohnt, jetzt nur noch Sofia. Und im Anwesen, im Garten dieses Anwesens gibt es neben dem Haupthaus auch eine gröÃere Villa, sage ich mal, die aber gar nicht so üppig aussieht. Und in dieser Villa, Stil spanisches Landhaus, da wohnt halt Felipe mit Letizia und den beiden Töchtern.
Jörg: Ja.
Catrin: Die Töchter sind noch, wenn sie nicht gerade im Studium, aber beim Militär Leonor ist auch ausgeflogen dann vor einigen Jahren, hat dieses renommierte Elite College in Wales besucht, wird zum Beispiel auch die Töchter des niederländischen Königshauses, des UWC Atlantic College. Das ist jetzt so eine Schmiede für Thronfolgerinnen beinahe schon. Und hat sich da so ein bisschen bewährt, fernab vom Spanischen Hof, â auch mal die Flüge auszubreiten, Selbstständigkeit zu lernen, internationale Perspektive zu entwickeln.
Jörg: Mhm.
Catrin: Und danach ist sie prompt in die militärische Ausbildung gegangen und bei allen drei Teilstreitkräften, Heermarin und Luftwaffe, denn sie wird ja auch mal Oberbefehlshaberin werden später. Und nach allem, was man sieht, hat sie das mit groÃem Elan absolviert. Ich sehe noch die Bilder vor mir, wie sie zum ersten Mal mit so einem Segelschiff den Hafen verlieà und Eltern Letizia und Philippe standen am Rande und hatten Tränen in Augen und winken ihr nach, wie sie da quasi in die Wanden klettern musste. War ganz süÃ. Das muss ja aber Spaà gemacht haben.
Jörg: Ja.
Catrin: Ich dann Zeitungsberichte, dass sie mit ihren anderen Mitkadetten auch mal an Land ging und da Spaà hatte und in MaaÃen dann gefeiert hat, wirklich in MaaÃen. Also ich glaube, sie hat sich da gut eingefügt. hat jedenfalls nie irgendwas Negatives von ihr gehört. Sie hat das voll umarmt, embraced, wie man Neudeutsch sagen würde. Und diese Zeit ist jetzt zu Ende gegangen. Quasi anlässlich des Termins ihrer Schwester, von dem wir es vorher hatten, den sie da besucht hat. Das waren jetzt auch die letzten Tage in der Militärakademie, die sie besucht hat. Und im Herbst geht es dann zum Studium nach Madrid, also quasi nahe der Heimat. und er wird sie Politikwissenschaften studieren als Vorbereitung auf später.
Jörg: Wie viele Working Royals gibt es eigentlich in Spanien? Wer ist denn jetzt eigentlich an vorderster Front? ist jetzt natürlich Philippe, Letizia, Sofia eingeschränkt. Gibt es noch welche, wo wir sagen würden?
Catrin: Ja. Und Leonor jetzt und seit neuestem auch, also die beiden Töchter Leonor und jetzt seit neuestem auch. Das war es, weil die Schwestern von Philippe, die werden ja nicht mehr mit einbezogen, weil die auch Dreck am Stuck haben. Mehr ist nicht.
Jörg: Und das war's dann eigentlich auch. Ja genau. Ich frage mich, weià gar nicht, wie das mit dem Termin ist, wie die das schaffen, terminlich. Es ist ja nicht breit aufgestellt, sag ich jetzt mal so. Da braucht nur einer wegfahren, dann wird's knapp.
Catrin: Die machen auch viel. Ich folge natürlich der Website und Instagram des königlichen Hofes, Casa Real, wie heiÃt. Da kommt jeden Tag der König, Letizia, machen auch getrennt Sachen, karitatives Engagement und so. Die sind sehr fleiÃig. Leonore hat auch während ihrer Militärausbildung auch immer wieder Termine gemacht. Die verleiht ja auch immer als Schirmherre den Prinzessin von Asturienpreis, hält auch Reden in mehreren Sprachen, wo auch immer. Also die müssen da ganz schön an, Spanier, die haben nicht viele Working-Royals. Die sind sehr verschlangt als Monarchie.
Jörg: Ja, aber so ist es natürlich auch eine Gefahr, muss man tatsächlich sagen. Immer.
Catrin: Natürlich, wie immer. Wie schlank ist richtig schlank und wann wird es schwierig?
Jörg: Nachfolgemanagement. Das groÃe Thema. genau. weià man, wovon man spricht. Ja, ich glaube, liebe Katrin, müssen zum Ende kommen.
Catrin: Nachfolge meines Vaters von uns her. Die Informierenfirmen aufschwebe ich. Ja, ich glaube auch. Schon wieder weit über der Zeit.
Jörg: Ja, es ist einfach unser normales Normal. Das ist so. Aber ich nehme uns mal wieder in Schutz, wie immer. Es ist eben auch ein dickes Brett, das wir gebohrt haben. Und ich finde tatsächlich, blöd gewesen, wir Spanien... Ja, Spanien ist ja heute so in der royalen Welt und so nicht so präsent wie andere.
Catrin: Das ist unser Aufruf.
Jörg: Aber dieser Stellenwert, den Spanien früher hatte, und diese bewegte Geschichte, dieses Auf und Ab, diese wirklich harten Einschnitte, die andere Länder nicht hatten mit den Diktaturen und so weiter, das kann man gar nicht genug betonen. Und mit unserer Blickrichtung, dass wir auf Thronfolgen gucken, dass wir darauf gucken, was ist mit der Monarchie, die noch zeitgemäÃ, was kann sie tun, finde ich, Spanien ein tolles Beispiel dafür.
Catrin: Hm.
Jörg: wie wichtig die ist, wie widerstandsfähig so eine Monarchie ist und wie sie sich anpassen kann und wie sie eben tatsächlich auch in der heutigen Zeit für die Menschen wirklich was bringt und vorkommen unterschiedlich zu anderen ist. Also die unterscheiden sich schon alle, Monarchien irgendwie auch durch die Persönlichkeiten und das war wichtig, dass wir ja so einen Rückschritt gemacht haben. Also mir war es zumindest wichtig.
Catrin: Ja, in der Tat. Ja, ich finde auch, weil allgemein sind, glaube ich, diese ganzen Umtriebe, die in den letzten 150 bis 200 Jahren wissen, die haben die meisten nicht mehr so auf dem Zettel, weil das auch im Geschichtsunterricht bis auf Columbus ja auch gar nicht so wahnsinnig viel bei uns unterrichtet wird.
Jörg: Jetzt kommen wir zu unserem allerletzten Part, kurzer Eigenwerbung. Wir können es gar nicht oft genug wiederholen. Der royale Reiseführer, auch hier Spanien, du hast schon einen Tipp gegeben. holt euch den royalen Reiseführer von Katrin. Den bekommt ihr auch bei uns im Store. Ihr bekommt ihn natürlich auch online beim Eden Play Store. â Für diesen Podcast bitten wir darum, dass Sie uns bitte, bitte, bitte gerne, wir freuen uns über natürlich fünf Sterne Bewertung, wir freuen uns aber noch mehr über Kommentare. über Lob ganz besonders, denn wir sind im Aufbau. Wir wollen in der zweiten Staffel natürlich für euch ganz regelmäÃig da sein. Ganz viele Ideen haben wir und dazu brauchen wir Reichweite. Wir haben schon eine gute Reichweite. Wir sind ganz stolz auf uns, aber ihr könnt uns ganz aktiv unterstützen, indem ihr auf Spotify oder Apple Podcast eine hoffentlich 5-Sterne-Bewertung hinterlasst. Und positive Kommentare würden wir uns erfreuen. Wenn ihr ein Thema habt, das wird auch schon genutzt fleiÃig, dann schreibt uns an www.thronfolgenpodcast.com. auf Instagram sind wir natürlich auch. â
Catrin: Kanal.
Jörg: In eigener Sache fürs Eden Place. letzter Stelle, Ende des Monats, wir zwei Menschen oder eine Familie und eine Einzelperson ehren. Es wird den Prinz und Princess of Wales T-Blend geben, den wir jetzt fertig haben. Freuen wir uns sehr drauf.
Catrin: Nicht noch gar nicht, hast du verschwiegen
Jörg: Besucht uns auch im Eden Place auf der Seite, werdet ihr das finden. Und wir haben nun endlich der lieben Princess Royal Anne auch einen eigenen Blend kreiert. Die soll jetzt auch mal geerbt werden. Weil die fällt immer hinten runter, obwohl sie so fleiÃig ist.
Catrin: Sehr gut. Das finde ich eine richtig gute MaÃnahme, Jörg. Genau, und sie ist auch eine tolle Persönlichkeit. ist nicht nur fleiÃig, die ist einfach ein Superhumor und die ist einfach groÃartig.
Jörg: Genau, wir werden beim nächsten Mal, jetzt ist es so weit, taram, weil wir ja jetzt schon immer so kurz sind, haben uns ja für England, für GroÃbritannien auf zwei Folgen geeinigt. Wir werden zwei Folgen machen, weil das ist das allerdickste Brett. Und das wird dann die Folge 1 GroÃbritannien. Das wird unser nächster Podcast sein, in gut drei Wochen. Freuen wir uns sehr drauf. Und bis dahin sagen wir an dieser Stelle Tschüss und danke für eure Geduld. Wir hoffen es hat euch Spaà gemacht.
Catrin: Auch von mir ganz herzlichen Dank, wünsche Spaà gehabt zu haben und hoffentlich bis zum nächsten Mal wieder und noch ein kräftiges Viva el Rey, viva España, oder?
Jörg: Viva el re, viva España. Bis dahin, ciao ciao, tschüss.





