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Sept. 30, 2026

Folge 07 - Teil 3 Grossbritannien. King Georg V. und Edward VIII. Von Stubenhocker bis Partylöwe

Folge 07 - Teil 3 Grossbritannien. King Georg V. und Edward VIII.  Von Stubenhocker bis Partylöwe
Folge 07 - Teil 3 Grossbritannien. King Georg V. und Edward VIII.  Von Stubenhocker bis Partylöwe
Thronfolgen – der Royal Podcast
Folge 07 - Teil 3 Grossbritannien. King Georg V. und Edward VIII. Von Stubenhocker bis Partylöwe

Großbritannien Teil 3: King George V und Edward VIII. – Von Stubenhocker bis Partylöwe

Der eine bleibt am liebsten zu Hause, der andere am liebsten auf keiner Party unbemerkt: In unserem dritten „dicken Brett“ treffen königliche Pflichterfüllung und fürstliche Feierlaune aufeinander.

King George V wirkt, als wäre das viktorianische Zeitalter persönlich zum Frühstück erschienen. Queen Mary hat unterdessen ein ausgesprochen gutes Auge für kleine Schätze. Und ihr Sohn David, der spätere Edward VIII.? Glänzt als Modeikone – während seine politischen Sympathien deutlich dunklere Seiten offenbaren.

Mit Witz und einem Blick hinter die Palastfassade erzählen Jörg Schröder-Dammköhler und Royal-Expertin Catrin Bartenbach von einer Familie, in der Tradition, Temperament und eine gewisse Wallis Simpson die Thronfolge ordentlich durcheinanderbringen.

🎧 Jetzt bei Thronfolgen – der royale Podcast.

Was macht einen guten König aus: Pflichtgefühl, Charisma – oder die Fähigkeit, die eigenen Wünsche zurückzustellen?

Jörg: Hallo liebe Catrin Unser


Catrin: Hallo lieber Jörg, guten Tag!


Jörg: wunderbarer Helmut-Schmidt-Flughafen hat dich wieder zurück in die Heimat aufgenommen. Du kommst aus London, wenn ich mich nicht irre. Da warst du jetzt ein paar Tage, richtig?


Catrin: Ja, das ist richtig. war ich drei Tage und habe wirklich sehr viel Royales abarbeiten können. Also das war wirklich ein absolutes Vermügen. Zunächst natürlich, das war einer der beiden großen Anlässe, dass ich überhaupt hingeflogen bin, war diese herrliche Ausstellung Queen Elizabeth Her Life


Jörg: Ja.


Catrin: in Style. hast du ja auch schon gesehen. Und das war wirklich berührend, überwältigend. Diese Masse an Kleidern und Roben, also auch historischen Roben, das Krönungskleid, das Hochzeitskleid von Elizabeth. Aber Kinderkleider auch, aber auch diese berühmten blockfarbigen Kleider, Tageskleider mit den passenden Hüten, mit Accessoires. Ein Necessär-Set mit in mittelblauem Leder, alles natürlich mit einem E und einem Krönchen. Also man konnte sich gar nicht satt sehen. Ich wollte mich da so gerne über Nacht einschließen lassen, alles ganz in Ruhe und ganz allein anzutun.


Jörg: Ich wollte mich einschließen, als den Koffer mitzunehmen. Dieser Koffer


Catrin: Ja, es war so herrlich.


Jörg: ist wirklich cool. Also sogar mit Flaschenöffner und Korkenzieher.


Catrin: Und ja, ja, ja, das war toll.


Jörg: Sie hatte alles dabei, was man brauchte. Genau, tolles Teil. Mich hat das auch sehr berührt. Wir kommen da heute auch noch mal drauf. Auch gerade Kinderkleider und so weiter. Was sie bei der Krönung ihres Vaters anhatte. Und ich hatte so ein paar... Stellen, mir echt die Tränen so reinschossen. Weil das sind so Bilder,


Catrin: Hm, ja kann ich nachvollziehen.


Jörg: man ... Genau, Also wirklich, wirklich toll. Ja, und dann hast du ja auch journalistisch da einiges gemacht, einige bedeutende Leute getroffen, mit denen schnacken können, hast du auch schön erzählt. Und da gibt's dann auch wahrscheinlich spannende Dinge, die du jetzt bald in Angriff nehmen wirst.


Catrin: Ja, das ist noch nicht ganz spruchreif, zu unserer nächsten Folge werde ich da schon sicherlich mehr zu erzählen können und freue mich da schon drauf, dass ich jetzt auch mit einem britischen Autor zusammenarbeiten kann. Aber wie gesagt, das ist noch nicht 100 Prozent zu


Jörg: Ja.


Catrin: Ende gedacht. Das erzähle ich in der nächsten Folge. Was mich aber auch sehr berührt hat, das konnte man ja dieser Tage auch in London anschauen, nur für eine kurze Zeit. Das berühmte schwarze Cocktailkleid von Diana, Revenge Dress bei Sothebys


Jörg: Ja.


Catrin: Auktionshaus weil er demnächst wiederum ein zweites Mal in seinem Kleiderleben für einen guten Zweck versteigert wird. Dieses schwarze Kleidchen, Diana anhatte, wo sie wirklich umwerfend drin aussah, 1994 in der Serpentine Gallery, dem Abend, als ihr Ehemann damals noch Prinz Charles vor laufenden Kameras zugab, sie mit Camilla Parker-Bowles betrogen zu haben.


Jörg: Genau,


Catrin: Also dieses Kleid ist schon sehr eindrucksvoll. Das hatten sie auch schön inszeniert mit so einer kleinen Windmaschine daneben, sodass dieser kleine Schiffon-Schleier-Trail seitlich am Kleid auch so bisschen im Wind flatterte, als ob da wirklich wie sich jemand bewegt hat, das hat mich auch berührt, muss ich sagen.


Jörg: Das war bei den Aufnahmen so, man wusste ja nicht, mehr schwarz oder weiß durch das blitzgewittert war. Das irrwas


Catrin: Ja, na ja, haben wir.


Jörg: da. war wirklich ein fantastisches Kleid. Ja, sehr schön. Also du hast wieder schöne Erlebnisse gehabt in London. Können wir sowieso allen nur empfehlen. Fahrt nach London. Ich erlebe London immer wieder neu und anders. Aber heute beschäftigen uns ein paar Personen aus London. die da auch so rumleben und das auch schon vor vielen, vielen Jahren. Und wir sind ja bei dieser Folge jetzt nicht in der Neuzeit. Wir werden gleich über die News so bisschen sprechen, aber dann tauchen wir ab. Gehen wir mal wieder zurück in die Historie, damit ihr noch besser einschätzen könnt, das ist ja das Ziel dieses Podcasts, dass ihr Großbritannien in vier dicken Brettern, heute ist Nummer drei dran, besser einschätzen könnt, die Monarchie, und dann werden wir in der vierten Folge auch darüber sprechen, wo, ja, laufen diese ganzen Fäden wieder zusammen. Genau. Also heute erwartet uns das dritte dicke Brett. Und diesmal ist es wirklich dick. Wir beginnen bei King George, dem fünften, ein Mann, der aussah, als hätte das viktorianische Zeitalter beschlossen, noch ein paar Jahrzehnte auf zwei Beinen weiter zu laufen. Und an seiner Seite steht Queen Mary, vielleicht die größte Queen der Welt. Zumindest, wenn man das Schiff mitzählt, das ihren Namen trug. Und wenn irgendwo ein kleiner Schatz zu entdecken war, konnte man sich auf ihren Blick verlassen. Dann kommt ein Prinz, der wusste, wie man sich kleidet, der wusste auch, wie man Schlagzeilen macht. Bei seinem Geschmack, politischen Fragen allerdings, möchte man ihn dringend einen anderen Berater empfehlen. Dazu ein Komplex, der vermutlich eine eigene. der Garderobe bräuchte. Und schließlich begegnen wir dem Mann, den niemand für die Hauptrolle vorgesehen hat, George VI. Er stotterte, fürchtete das Mikrofon und bekam eine Aufgabe, an der selbst ein geübter Redner hätte verzweifeln können. Eine Familie, zwei Brüder, eine Krone und die Frage, was geschieht, wenn ausgerechnet der Unterschätzte sie tragen muss. Das ist die Geschichte vom King George VI. Willkommen bei Thronfolgen, dem royalen Podcast. Mein Name ist Jörg Schröder-Dammköhler und an meiner Seite ist wie immer die Royalexpertin Catrin Bartenbach Catrin, die Royal News haben so einiges zu bieten. Wir fangen an. Du fängst an. Was News betrifft, bist du immer am Ball. Da bin ich nicht


Catrin: Ja.


Jörg: so firm wie du. Ich freue mich immer, wenn ich die neuesten Fakten, Infos, bisschen klatsche, gehört auch dazu. Aber nicht zu viel. Das machst du wunderbar. Da wirst du uns auf eine Reise mitnehmen zu den Royal News.


Catrin: Ja, das ist mir ein Anfang Nögen, lieber Jörg. Ich wusste mal wieder gar nicht, womit der Kopf steht die letzten zehn Tage, weil so irre viel los war, gerade in Großbritannien auch. Der eine oder andere hat es vielleicht mitbekommen, der Bruder der verstorbenen Diana Prinzessin von Wales, nämlich Earl Spencer, hat ein Buch herausgebracht, Swan Song, über seine Schwester Diana. Das ist aus seiner Sicht ultimative Buch, quasi im Vorhinein zu ihrem ... Todesstag, 30-jährigen Todesstag, der ja erst nächstes Jahr ansteht. Er wollte wohl sozusagen vor der Kurve sein, denn man kann ja darauf warten, dass jede Menge anderer Bücher, Filme, Dokumentationen dann auch wieder aus dem Boden gestampft werden. Auch wenn man meinen könnte, über sie, toll sie auch war und als Ikone immer noch verehrt ist, dass eigentlich schon alles über sie gesagt wurde, was es zu sagen gibt. Aber Spencer sah das anders. Er wollte seine Sicht der Dinge jetzt noch mal schildern. Ich habe das Buch natürlich sofort. mir komplett reingezogen, dem Moment, wo ich die Fahnen vom Verlag hatte, habe auch drüber berichtet in meinen Lieblingsmedien, Stern Gala und so weiter. Jedenfalls, ich weiß nicht, lieber Jörg ob du schon mal reingelesen hast, vielleicht Auszüge oder so.


Jörg: Nee, leider habe ich es nicht geschafft. Allerdings muss ich sagen, so wie du es erzählt hast, und das, was ich kurz angelesen habe, also deine Berichte und auch andere, ist genau das passiert, was ich befürchtet habe. Und ich finde es furchtbar, ich finde es unappetitlich. Ich werde es lesen, werde das Geld dafür ausgeben und dem Earl sozusagen in den Rachen schmeißen. damit ich mir das Buch wirklich mal zu Gemüte führen kann. Aber das, was ich lese oder gelesen habe darüber, fand ich nicht schön. Und es bestätigt mich eigentlich so. Ja, ich habe das Gefühl, das ist jetzt vielleicht ein Zufall auch alles, so mit Harry und Meghan, die wieder nach, zufälligerweise jetzt nach England zurückkommen und so. Ich habe wirklich das Gefühl, dass Diana da tatsächlich genutzt wird, echt Kohle zu machen. Ich hat sie nicht verdient. bin, wie du weißt, kein riesen Diana-Fan gewesen, wobei ich menschlich eine tolle Frau war. Ich sehe das immer aus der royalen Brille. Mich interessiert ja immer die Institution. Aber selbst wenn ich sehr kritisch bin, das hat Diana wirklich nicht verdient. Dass er jetzt zufällig zu diesem 30-jährigen Jubiläum noch mal ein Buch schreibt und zufällig Harry und Meghan kommen und so weiter. Das ist für mich eine Entehrung Ihrer Person, muss ich sagen. Hast du da irgendwas in dem, was du gelesen hast? Neuigkeiten, die wirklich so interessant sind und über das Bashing von Charles und Camilla und so weiter hinausgehen?


Catrin: Keine großen Neuigkeiten. Vorab möchte ich an dieser Stelle sagen, ich teile deine Einschätzung. Es hätte nicht sein müssen. Ich nehme an, er braucht das Geld, auch wenn er großes Vermögen in Land und Häusern hat. kann er nicht verkaufen. Das muss er seinem Sohn vererben. Er hat das vierte Mal geheiratet, muss drei Ex-Ehefrauen quasi auszahlen und hat noch sieben Kinder, die er unterhalten muss. Der braucht das Geld sicherlich auch.


Jörg: Also perfekter Berater was Ehe betrifft. Super. Sehr gut.


Catrin: Ja, super. Der weiß genau, wie es geht. Ganz, ganz vorbildhaft. Er hat sogar vor Jahren ja mal gesagt, das ist so verabscheuungswürdig fände, wenn Leute aus dem Tod seiner Schwester Geld schlagen wollten. Das macht er jetzt leider gerade. Und was er erzählt, gut, er wirft dem König vor, er hätte sich über den Tod von Diana gefreut. sehen andere Leute, dabei waren, anders. Ich kann es mir so auch nicht vorstellen. Er erzählt einige Teile aus der Kindheit, die er mit Diana geteilt hat, inzwischen anders, als er sie früher mal erzählt hat. Es gibt ein paar Situationen, mich berührt haben, nämlich Kindheitsanektoten, wo man Diana noch mal als Kind von der anderen Seite kennenlernt. Das sind ganze Kleinigkeiten und Details, man vorher nicht wusste. Das ist aber wirklich auch was für Spezialisten, die schon drei andere Diana Biografien gelesen haben. Was mich wirklich am meisten berührt hat, war diese Innenansicht, als er mit William und Harry und Charles und Philipp hinter dem Sarg von Diana hergelaufen ist in der Beerdigungsprozession.


Jörg: Ja.


Catrin: Er nannte das The Tunnel of Grief, also den Tunnel der absoluten Trauer. Und was das für ein Gefühl war, diese Menschenmengen, in diese Wellen, in diese Vibes der Trauer, von diesen Massen von Menschen reinzulaufen, was immer wieder auf und abschwollt ist, dass die Menschen laut schrien, hysterisch oder den Jungen zuriefen, William und Harry, wir denken an euch oder wir trauern mit euch. Wie sich das eingefühlt hat, da durchzulaufen, durchlaufen zu müssen, ohne dass es einen drinnen gab. Das hat er sehr gut geschildert schreiben kann. Er ist ja Historiker und Autor


Jörg: Mmh.


Catrin: von Beruf. Das hat er sehr eindrücklich geschildert, das habe ich so noch nirgends. Geht ja auch nicht, die, die mitgelaufen sind, können oder wollen ja nicht mehr drüber schreiben, außer Harry, hat in Spare seinem Buch drüber geschrieben, aber da hat es nicht gut formuliert. Also das war eigentlich die einzige Stelle, die mich wirklich ergriffen hat und berührt hat, was das für ein Gefühl war, dahinter diesem Sarg herzulaufen und in diese Welle der Trauernden reinzulaufen oder durchzulaufen. Aber ansonsten hätte ich es besser gefunden, hätte das einfach für sich behalten, so hätte er seine Schwester besser geehrt. Er behauptet ja sogar frech, Diana hätte ihm dafür applaudiert. und es ist sehr eitel, dass er das ganze Buch rund seine Trauerrede von damals aufbaut, die er damals großen Effekt hatte, weltweit muss man


Jörg: Effekt hatte.


Catrin: sagen, weil er eben die königliche Familie angeklagt hat. Sie hätte sich nicht ordentlich Diana gekümmert, im Gegenteil. er hat geschworen, sich seine Neffen zu kümmern, was er am Ende nicht getan hat. Er hat zugegeben, dass er das nicht wirklich getan hat. Unter der Überschrift Ja, ich habe dann gesehen, dass es ihnen gut ging, weil Charles ja so ein guter Vater war. Und jetzt wiederum klagt er Charles wieder an, er ein schlechter Ehemann und Vater. Das ist alles, der widerspricht sich auch ständig. Also ich finde das überhaupt nicht gut, dass er das gemacht hat und das Buch. Ich meine, ich wollte und musste es natürlich lesen von Berufs wegen quasi. Aber ich finde es ein Skandal, ehrlich gesagt, dass er das geschrieben hat.


Jörg: Ich finde es auch wirklich mehr als unschön. Und wie gesagt, dieses Widersprechen und letztendlich nicht wirklich was Neues bieten auch, das finde ich, hätte nicht Not getan. Es gibt viele Veranstaltungen zu dem Todestag, auch zu Diana, die wird auf vielfältige Weise geehrt. Und das kann man auch gerne tun. Aber dass dieses Buch, dass das alles noch mal so aufkramt und dann zufällig, naja, okay. Also es bleibt jedem selbst überlassen, ob er es liest oder nicht. Er


Catrin: Ja.


Jörg: fiel mir das auch schwer, weil ich das Geld dafür nicht ausgeben wollte.


Catrin: Da empfehle ich es auf Englisch in London zu kaufen, ist es weitgehend schon für den halben Preis erhältlich.


Jörg: Ach so gut ist das.


Catrin: Ja, also ich habe mir erklären lassen, das hängt nicht damit zusammen, dass


Jörg: Die große Auflage.


Catrin: sie es nicht verkaufen könnten. Bei uns werden ja Bücher erst reduziert, wenn sie Ramschware sind. In England ist das eine Marketingmaßnahme, weil es da keine Buchpreisbindung gibt.


Jörg: Ja.


Catrin: Aber, nee, aber was ich noch sagen wollte, ich wollte jetzt einen Bogen zu Harry und Meghan schlagen, hast du eben


Jörg: Ja.


Catrin: auch schon angedeutet, denn die waren ja auch kürzlich, so vor zehn Tagen auch so, oder zwei Wochen, waren die ja ein Wochenende in Althorp zu Besuch bei Onkel Charles Spencer. Und da hatte Maggie dann ja auch auf ihrem Instagram-Account gepostet, wie die Kinder Blumen zum Grab von Diana bringen und so. Und im Nachhinein kann man sich natürlich vorstellen, dass die beiden auch bei ihm wahrscheinlich gut Wetter gemacht haben. Denn wie wir jetzt wissen, ist es wohl so, dass Harry und Meghan eine Dokumentation produzieren wollen zum 30. Todesstag von Diana.


Jörg: Todesdach.


Catrin: Aber wie gesagt, zum Todesstag. Und die wollten wahrscheinlich Onkel Charles Spencer fragen, ob er dann als Zeitzeuge darin vorkommen möchte. Ob er da Ja oder Nein sagt, wissen wir nicht. Wir wissen nur, dass eigentlich zum 20. Todestag vor neun Jahren Harry und William noch gemeinsam eine Dokumentation sanktioniert, also nicht sanktioniert, wie sagt man, also gut geheißen haben, in der sie auch auftraten. Und da hat William damals aber ganz endgültig und final gesagt so und jetzt hier einmal haben wir jetzt noch über unsere Mutter öffentlich gesprochen, das werden wir in Zukunft nie wieder machen. Und William will sich wohl auch daran halten und Harry wohl nicht. Gerüchteweise heißt es sogar, sie wollen das mit ihrer Artwork Productions produzieren und Megan soll die Erzählerin, die Stimme im Hintergrund sein. Aber es war schon immer ihr Traum, quasi als Diana aufzutreten und da Crossplaying zu betreiben. Das würde natürlich komplett ins Bild passen, wenn man mal ehrlich ist. Also die beiden.


Jörg: Ja, man hört schon so bisschen raus, wir beide liebe Hörerinnen und Hörer.


Catrin: Hahaha!


Jörg: Seht es uns nach, das ist unsere Achilles-Ferse. Da können wir auch


Catrin: Ja, wir werden keine Riesen-Meghan-Fans mehr in diesem Leben.


Jörg: die Emotionen nicht so ganz rauslassen. zu dem Thema Megan ist es eben auch, ich habe es ja auch schon mal erzählt, die Frage. bei der damaligen Dokumentation mit Ophra Winfrey und so weiter. Das waren wirklich Szenen. Ich erinnere mich immer noch an die Szene, sie davon sprach, dass sie im Kino war und mit dem Kind. Und da haben sie dann die kleine Meerjungfrau gesehen und sie wollte weinen. Das konnte sie leider nicht so gut an der Stelle. Und als sie erzählt, dass sie solche Parallelen zwischen sich selbst und der Meerjungfrau sieht. Weil beide wollten diesen Prinzen haben und mussten einen hohen Preis dafür bezahlen. Also es ist alles so bedeutungsschwanger und wurde über das


Catrin: Ja.


Jörg: Bild gestrichen von Diana und so. Also es tut mir wirklich leid. Ich bin wirklich lernfähig, wenn ich Bilder mal von denen sehen würde oder Aussprüche oder Zitate, die wirklich glaubhaft versichern, dass das, was sie immer sagen, stimmt. Dass sie sich Dass sie ein Privatleben führen wollen. Dass sie ihre Kinder raushalten wollen und nicht auf Instagram mit Blumen in der Hand posten im Übrigen.


Catrin: Ja, genau.


Jörg: Und all diese Dinge, dann könnte man es ihnen ja abkaufen. Aber es sind wirklich massenweise Geschichten, die gepostet werden und nicht nur kolportiert, sondern von ihnen selbst auch gepostet werden, die genau das Gegenteil von dem machen. Und das ist schrecklich. Und insofern finde ich wirklich großartig, wie William das macht. Das ist auch Privatangelegenheit und irgendwann muss man es mit sich selbst auch ausmachen. Und natürlich ist das furchtbar.


Catrin: auch In diesem Zusammenhang wollte ich aber noch mal auf das Thema Harry und Meghan zurückkommen, denn da gibt es ja einen Zusammenhang, logischerweise nicht nur einen verwandtschaftlichen mit Earl Spencer. Gerade kurz bevor das Buch herauskam, waren Harry und Meghan mit den Kindern ja ein Wochenende zu Besuch auf Althorp dem Landsitz von Spencer. Und natürlich hat Meghan dann auch wieder auf Instagram gepostet, sie und die Kinder mit Blumen auf dem Weg zu Diana's Grab und so. Und natürlich kann man davon ausgehen, dass die Onkel und Neffe sich da auch ausgetauscht haben. Der Onkel wird von seinem Buch erzählt haben, aber scheinbar nur wenig, behauptet er jedenfalls. Und Harry und Meghan haben wahrscheinlich dann Onkel Charles gefragt, ob er vielleicht bei einer Doku über Diana mitmachen möchte. Denn wie wir jetzt wissen, planen die beiden offensichtlich zum 30. Todestag von Diana nächstes Jahr, eigene Doku zu produzieren. Und da brauchen sie natürlich Zeitzeugen von damals, die dann auch auftreten. Und viele Leute haben ihnen wohl schon Absagen erteilt, so auch die älteren Schwestern Sarah und Jane Spencer. beziehungsweise MacCorkmodell und Fellows, wie sie jetzt heißen. Ob Charles Spencer dazu gesagt hat, wissen wir nicht. Ich finde es übel, dass auch die jetzt noch wieder Diana da ausnutzen wollen finanziell. Und noch schlimmer finde ich, dass Meghan wahrscheinlich dann die Erzählerstimme sein soll oder sein will zu dieser Doku. Da wird es mir schon ganz anders, wenn ich mir das vorstelle. Also nein, wir sind ja nur beide keine Meghan-Fans. Also das finde ich unschön, ehrlich gesagt. Wir werden sehen, aber immerhin wissen wir jetzt auch, das ist wohl einer der Gründe, warum die beiden jetzt überhaupt nach Großbritannien ... zurückgekommen sind, das und die Invictus Games nächstes Jahr, die dann nächsten September in Birmingham stattfinden sollen, zur Vorbereitung. Damit ist Harry jetzt ja wohl ganz stark beschäftigt.


Jörg: Ja, da gab es ja auch so einen kleinen, lustigen Zwischenfeil. Uganda, sag ich mal, magst du uns davon


Catrin: Ja.


Jörg: auch mal erzählen. Das hat ich ganz bemerkt, irgendwie schon fast so liebevoll. Hat sich aber auch wieder geklärt.


Catrin: Ja, ja, Also Uganda, die hatten sich jetzt kürzlich auch aufnehmen lassen in den Kreis der Länder, die mitmachen bei den Invictus Games und nun auf einmal plötzlich meldete sich über über X das ehemalige Twitter, Wort ein führender Generalverteidigungsminister, also jedenfalls der


Jörg: Genau.


Catrin: dort fürs Militär zuständig ist. Der Name ist leider so kompliziert, dass ich mich nicht traue, ihn hier auszusprechen. wo er sagte, wir treten zurück, wir nehmen doch nicht teil an den Invictus Games, weil das ist hier so wie Harry und Meghan der Monarchie und dem König Charles das Leben schwer machen. Wir wollen nicht mit irgendetwas was zu tun haben, was der Monarchie schadet. Und wie auch immer, stehen zu König Charles. Was ich ganz lustig fand, diese Art von Loyalität und auch erfrischend mal, dass so... so darzustellen, aber in der Folge hörte man dann, dass der noch Privatsekretär von König Charles Sir Clive Auditon wohl in Uganda angerufen und klargestellt hatte, dass der König durchaus die Invictus Games eine gute Sache findet und dass er sich da nicht irgendwie verletzt fühlen würde, wenn Uganda mitmacht. Also wurde das dann doch wieder in positive Bahnen gelenkt. Der Veteranen zuliebe nehme ich mal an. Aber es war schon wieder so eine merkwürdige Geschichte.


Jörg: Ja, ist eine merkwürdige Geschichte, aber ich fand sie deswegen so erwähnenswert, weil, und das finde ich toll, es zeigt, dass die nicht austeilen. Also Charles hätte das ja auch, könnte sowas ja irgendwie bremsen oder nicht


Catrin: Hm.


Jörg: so befördern, ganz im Gegenteil. Und auch William und Catherine und so weiter. Und die halten sich absolut zurück. Und ich finde das wirklich großartig, wie die das hinkriegen, weil sie ja nun wirklich immer gepiesackt. Da gibt es auch das neue, moderne Jugendwort. Ragebaten Das kann man da


Catrin: ja, ja. Ich weiß, was du meinst.


Jörg: vielleicht mal anwenden. Die halten sich zurück und bleiben fair. Das finde ich toll. muss man ... Unwahrheiten werden so oft wiederholt, Wahrheiten leider nicht. Hier finde ich toll, wie die sich verhalten. Dass man das sogar offiziell vom Palast und Privatsigaretter nochmal so verbreitet hat, finde ich eine coole Sache. Und jetzt machen Sie sich auch mit, ne? Sie haben es sehr lange noch gesagt, denn das ist Paletti.


Catrin: Jetzt machen Sie wieder mit. da ... Also auch interessant, da hat der Palast sich quasi zu Wort gemeldet durch Sir Clife Auderton. Andererseits gab's ja noch diese ... diese ... Reaktion ungewohnt schnell auf das Swan Song Buch und den Vorwurf darin enthalten von Earl Spencer, dass der damalige Prinz


Jörg: Mmh.


Catrin: Charles sich so merkwürdig überschäumt gefreut habe über den Tod seiner Exfrau, der Elvallet jetzt endlich frei sei für Camilla. natürlich keinen Sinn macht, weil geschieden waren sie ja damals auch schon. die Zeitspanne verlängert, bis er und Camilla wirklich dann mal heiraten konnten. Also das war ganz merkwürdig. Jedenfalls hat dann der Palast im Namen des Königs auf das Buch reagiert, was ja ungewöhnlich ist. Normalerweise gibt es keine Palastreaktion auf irgendwelche royalen


Jörg: Genau.


Catrin: Bücher. Und da stand eine Variante drin von Recollections May Vary nach dem Motto, der brüderliche Schmerz hat vielleicht die Erinnerung etwas umwölkt und wir erinnern das alles doch ein wenig anders. Ja.


Jörg: Ja, das war eine ganz schöne… etwas getrübt. Ja, also man sieht es da… also ich fand schrecklich, dass das so behauptet wurde, dass sich Charles da so gefreut haben sollte. Und das wird uns heute in der Folge auch noch weiter begegnen. ist natürlich immer die Frage, von welcher Seite sehe ich das, auch wenn es nachher Kindheit geht. woher kommt ein Stottern und so weiter und so fort. Man kann immer den Scheinwerfer natürlich auf alle möglichen lenken. Und das ist eine schöne Überleitung zu Harry und Meghan in ihrer Rolle oder auch noch mit ihrem Titel, Die Duke und


Catrin: Mh.


Jörg: Duchess of Sussex, dass wir jetzt wieder alle Hörerinnen und Hörer beruhigen können. Wir haben jetzt einmal kurz ausgespeichert und wir haben uns überlegt, ja, Über die wird ganz viel in der Yellow Press, so wie wir es jetzt auch gemacht haben, emotional drüber geschnackt. Wir haben ja einen anderen Anspruch für ihr zwei Hübschen. Und das heißt,


Catrin: ja, eigentlich schon.


Jörg: wir wollen es mal wagen, all diese Sachen mal richtig zu beäugen und auf Fakten zu basieren. Alles, was so behauptet wird und auch kolportiert wird, so auf richtige Füße zu stellen, sodass sich jeder Hörer und jede Hörerin mal Gedanken drüber machen kann, was das nun tatsächlich mit den Royals und mit der Monarchie und vor allem mit der Institution, die geht es uns immer, tun hat. Und nicht die privaten Menschen, sondern wirklich das. Das habe ich nämlich noch in keinem Podcast gehört. Das bleibt eigentlich immer so auf der Oberfläche, so wie wir es jetzt eben auch ganz kurz gemacht haben.


Catrin: Harry- und Meghan-Bashing, das kommt immer gut.


Jörg: Ja, und das sind natürlich alles persönlich gefärbte Stimmungen. Also wir sagen das ja auch, wir mögen sie nicht so besonders, weil wir das doof finden. Aber man muss das ja trotzdem auch mal faktisch basiert draufschauen. Und das wollen wir gerne tun, mit diesem Blick auf die Institution. Da werden wir mit Sicherheit was zusammenbauen. Das wird aber ein bisschen dauern. Und da sind wir dann auch schon bei einem weiteren Thema in der Sonderfolge. zum Begräbnis von Harald V. haben auch ganz viele, es gab viele Podcasts, viele News und so weiter, die auch alle toll waren. Und du vor allen Dingen hast ja bei NTV auch kommentiert. Ich hoffe, dass das viele gesehen haben. Wie war das? Erberichte doch mal so ein bisschen.


Catrin: Ja, also teils. Ja, es gab ja mehrere Ereignisse vorab, wie der Sarg vom Krankenhaus ins Schloss transportiert wurde und dann auch innerhalb des Schlosses, vom einen Saal in die Schlosskapelle. Das habe ich auf NTV kommentiert live und das große Staatsbegräbnis tatsächlich auf RTL


Jörg: Mmh?


Catrin: zusammen mit Katja Burkhardt und Frauke Ludowig und Charlotte Würdig Und das war wirklich etwas Besonderes, das drei Stunden live zu verfolgen und dann wirklich. das zu interpretieren und dazu auch geschichtlich ein paar Dinge erzählen zu können. Das war sehr, sehr spannend und auch bewegend. Gerade der Gottesdienst, der war ja sehr schön gestaltet, der hat mich wirklich bewegt.


Jörg: Mmh.


Catrin: Und wir wollten, wie du richtig sagtest, dazu eine Sonderfolge machen, aber das ist ja jetzt auch schon wieder zwei Wochen her. Und deswegen war jetzt meine Idee und ich glaube, das fandest du dann auch gut, dass wir lieber nochmal in ein paar Wochen eine Folge machen, nochmal ein bisschen historischer orientiert. noch mal die Dynastie Glücksburg auf dem Thron in Oslo ab 1905 und da dann auch noch das wieder mit aufnehmen, die Eindrücke, weil auch gerade die Art, wie das Begräbnis gestaltet war, total sich orientierte daran, die Vorväter, also Olaf der Fünfte und auch Haakon der Siebte, Vater und Großvater, wie


Jörg: Mmh.


Catrin: deren Begräbnisse abgelaufen sind. Da gab es also wirklich nicht nur einige Ähnlichkeiten, sondern es war fast eins zu eins daran orientiert. ganz stark der Tradition verpflichtet. Deswegen ist es vielleicht gar nicht schlecht, das da so ein wenig einzubinden, dachte ich.


Jörg: Das finde ich gut, weil wir haben in der norwegen Folge den Blick sehr auf Harald gehabt und Ehefrau und so weiter und so fort. Diese ganze Geschichte. Und da könnten wir ein bisschen besser einsteigen. ist ja bedauerlicherweise auch noch kurz danach seine Schwester gestorben. Auch noch. Das habe ich zum Beispiel gar nicht mitbekommen. Und


Catrin: Und dann noch der Hund der Schwester, auch noch zwei Tage später. Ja. Ja, so traurig.


Jörg: die hatten ja ein sehr gutes Verhältnis. Aber ich finde, Harald hat das verdient, auch nach dem, was man bei der Beerdigung gehört hat und bei der Prozession gesehen hat. Das war eine coole Socke. Das hat er verdient und deswegen machen wir das an der Stelle auch so. Gut, ich glaube, die Royal News, da machen wir erst mal einen Haken dran. Und dann setzen wir jetzt den Bohrer an, den Handbohrer, so diesen altmodischen,


Catrin: fürs dicke Brett Nummer drei.


Jörg: genau, und bohren unser drittes Brett. Bis gleich.


Catrin: Bis gleich. So, jetzt geht's zur Sache. Jetzt kommen wir zu George V., den wir letztes Mal aus Zeitgründen auslassen mussten, weil wir zu viel zu seinen Vorgängern zu erzählen hatten, nämlich Vater und Vorgänger Edward VII., der ja zwei Söhne hatte, einen Ältesten und einen Zweitelsten, und George, war eben nur der Zweitälteste. Und da haben wir wieder so einen Fall, der in der britischen Geschichte mehrfach vorgekommen ist. falscher Bruder richtige Braut, bzw. der ältere Bruder sollte eine Prinzessin heiraten, starb aber vorher weg. Und dann sprang der Jüngere ein und heiratete, weil die Braut einfach so gut passte in die Familie. Und genau das ist auch hier diesmal passiert.


Jörg: starb weg, finde ich auch sehr schön. Da muss ich gerade an eine schöne Jane Orson-Geschichte denken. Wo


Catrin: Hahaha


Jörg: auch eine sehr lustige Geschichte, wo sie davon spricht, dass der Bräutigam dummerweise weg stirbt. Aber davon gibt es ja genug. Aber egal, das ist eine wunderbare Lesung, die bei uns im Eaton Place stattfindet. Jane


Catrin: herrlich!


Jörg: Austen da wird ihr mal zählt. Und ich muss immer tränen, lachen, obwohl ich sie schon 3000 Mal gehört. Genau, es geht bei diesem Bruder, das ist Albert Victor, genannt Eddie. Und der wurde 1891 offiziell mit einer Verwandten verlobt. Und es ist Prinzessin Mary von Teck kurz May genannt Das ist so unsere Königin, die wir so gerne mögen, Catrin Die mit diesen


Catrin: Ja, Queen Mary.


Jörg: tollen Kleidern, die sich immer treu geblieben ist über all die Jahre. Moden hat sie nicht mitgemacht, aber ganz, ganz toll. Und Eddie stirbt plötzlich weg. Nur sechs Wochen nach der Verlobung, das im Januar 1892. Er starb an einer Grippe, die sich zur Lungenentzündung entwickelte. Viele sagen auch, das war die Syphilis. Er hatte Syphilis, das ist relativ


Catrin: Ja, das ist Belegte.


Jörg: belegt. Hübscher junger Mann, hat nichts anbrennen lassen, der gute Eddie. Aber gestorben ist er wohl an dieser Lungenentzündung. Da ist er gerade 28 Jahre alt, also sehr jung. Und die ganze Familie, die ist am Sterbebett versammelt und auch seine Verlobte May. Und jetzt kommt der Teil, fast wie ein Roman klingt. George, der jüngere Bruder, also der spätere George, der fünfte, jüngere Bruder, ist plötzlich der neue Thronfolger. Und im Jahr der gemeinsamen Trauer Eddie nähern sich George und May langsam an. Und das hat irgendwie so ein Geschmäckle denkt man. wie so eine gebrauchte Braut. Aber sie war ja noch keine Braut. Ja, genau, das war es


Catrin: Ja, das ist jetzt ein bisschen hässlich ausgedrückt. Also sagen wir mal so.


Jörg: nämlich gar nicht. Das war gar nicht hässlich, aber man könnte zuerst so bisschen zucken und denken so,


Catrin: Nein.


Jörg: jetzt wird die weitergereicht.


Catrin: Na ja, es war so eine Mischung. war nicht am Tag nach dem Tod. Da haben nicht alle auf Mary gezeigt, auf gezeigt und gesagt, jetzt muss ich einen anderen Bruder heiraten. Das hat sich schon über eine Weile entwickelt. man muss auch sagen, in dieser Brautwahl hatte die alte Queen Victoria, die damals noch lebte, großen Anteil. Die war sehr begeistert von May, weil die sehr gebildet war und sehr gut strukturiert. Das war so das Deutsche auch in ihr, dass die ihr sehr flichtbewusst war und wirklich ungewöhnlich gebildet für eine Prinzessin der damaligen Zeit. Also auch intellektuell interessiert und gebildet. Auch an Geschichte, an Geschichte der Monarchie. Also die wusste mehr über die Geschichte des Königshauses als all die Geborenen


Jörg: Hmm.


Catrin: sozusagen. Und Viktoria wollte sie als Asset für die Familie auch nicht wirklich verlieren und hat deswegen sehr schnell darauf hingearbeitet, George zu überzeugen, dass das doch echt gut passen würde. Der hatte jetzt auch nicht unbedingt jemand anderen, in den er gerade verliebt war und den er hätte heiraten wollen. Also jemand standesgemäßen wohlgemerkt, der war noch nicht so weit. Anders als sein älterer Bruder Eddie, der wirklich viel unterwegs war, eben auch bei Damen des horizontalen


Jörg: Hahahaha


Catrin: Gewerbes, daher die Syphilis, muss man auch sagen.


Jörg: Ja.


Catrin: Wobei, kleiner Einschub, ich hab mir dann auch gedacht, da hat May auch Glück gehabt, denn der hätte sie ja mit ziemlicher Sicherheit angesteckt. Und der hätte wahrscheinlich auch gar


Jörg: Ja, das ist der


Catrin: keine Kinder mehr zeugen können, das macht doch unfruchtbar, die Syphilis.


Jörg: Das ist sowieso ganz fürchterlich. Jeder wusste, dass es ansteckend ist. Und trotzdem, die Frauen, auf die wurde überhaupt kein Rücksicht


Catrin: Nein!


Jörg: genommen. Die Männer wussten, sie haben so vieles und haben gnadenlos, das war vollkommen egal, eine nicht sehr schöne Krankheit, ich finde. Also wirklich schrecklich.


Catrin: Nee, sie ist furchtbar ganz schlimm.


Jörg: Aber das ist auch so, Ganze merkt man auch so, wenn man so historische Serien sieht oder so. Da dieses Thema Syphilis und horizontales Gewerbe das mir manchmal ein bisschen zu viel. ist wirklich, also die schwirrt der überall mit. Die Syphilis ist wirklich so eine Pest


Catrin: Die war so blöd, das klingt. Die war überall dabei, es mal ganz klar zu sagen, das war ja auch das Problem von Kaiser Franz Josef, weil sein einziger Sohn Kronprinz Rudolf hatte sich auch mit Syphilis angesteckt und hatte mit seiner offiziellen Ehefrau aber nur eine Tochter. Und dann hat er eben seine Frau auch angesteckt. Und deswegen gab es keinen männlichen Tonfolger mehr, weil der Idiot


Jörg: Ja, fürchterlich.


Catrin: eben auch sich nicht geschützt hat und seine Frau eben leider auch nicht geschützt hat. Also das war schlimm.


Jörg: Genau, und der liebe George, wir haben es ja im Anteasern schon erwähnt, der ist ja sozusagen das viktorianische Zeitalter auf zwei Beinen gewesen und der war da nicht so. Genau, also


Catrin: Ja, der war ganz straight. Gar nicht.


Jörg: das von Seiten Viktorias aus Sicht Victorias weil das viktorianische Zeitalter war ja nicht so bieder. Er kam da so der Victoria, der Wunschvorstellung sehr nahe und der war da nicht so unterwegs. Also wahrscheinlich wäre das Problem gewesen auch. für ihn eine Braut zu finden. Also der war jetzt nicht unbedingt so interessiert daran. Da kommen wir nachher auch nochmal ein bisschen phlegmatisch vielleicht auch. Aber es sollte gut gehen und die beiden, die haben sich dann auch tatsächlich verliebt ineinander, kann man so sagen. Denn George schreibt in seinem Tagebuch am Hochzeitstag 1893, 12.30 Uhr haben meine geliebte Mee und ich in der Chapel Royal geheiratet. Ich habe wirklich Glück, eine so bezauberne Frau bekommen zu haben. Und das bleibt kein einmaliger Ausbruch, nenne ich das jetzt mal von ihr, wie wir Hanseaten sagen würden. Genau,


Catrin: Ja.


Jörg: über die Jahrzehnte hinweg schreiben sich die beiden wirklich ganz zärtliche Briefe in denen George sie meine geliebte May nennt und wiederholt beteuert, wie sehr er sie anbetet. Und ja, sie war so für ihn wirklich so der Fels in der Brandung. Das wird uns später auch wieder begegnen. Die


Catrin: Ja,


Jörg: Frauen an der Seite der britischen Monarchen, und ich glaube, das wird bei William und Cathrine auch so sein.


Catrin: Hmm.


Jörg: Die haben echt eine tragende Rolle. Und auch bei Charles und Camilla ist es so. muss


Catrin: Auch sieht man das ganz klar.


Jörg: man wirklich sehen, auch wenn das Leute vielleicht manchmal nicht so gerne hören möchten. Sie ist schon seine große Stütze. Ich möchte nicht wissen, wenn sie nicht da wäre. Genau, du warst ja in den Royal Archives, Windsor Castle.


Catrin: Aber jetzt zurück zu unserem Georgie. Ja, da war ich vor ein paar Jahren und habe da in dem Umfeld zu diesen Zeiten recherchiert und über verschiedene Royals. Und da habe ich eben auch originale Briefe von George und May einsehen können, die sich wirklich sehr lieb geschrieben haben. Man muss auch dazu sagen, die waren beide, wenn man sie traf, so stiff und zurückhaltend und haben nicht viele Gefühle gezeigt. Die haben sich ihre Gefühle in ihren Briefen hauptsächlich gezeigt. Und sie haben sich dann immer gegenseitig beieinander entschuldigt, dass sie irgendwie nicht in der Lage sind, mal dann liebevolle Worte zu sagen, wenn man als Person zu beieinander ist, sei es im ehrlichen Schlafzimmer oder sonst wo. meine, Kinder haben sie ja trotzdem Zustände bekommen. Aber sie haben wirklich liebevoll und zärtlich hauptsächlich per Brief das irgendwie ausgetauscht. waren sie sicher auch sehr ähnlich, dass sie etwas gehemmt und scheu waren, Gefühle zu äußern im direkten Dialog, aber per Brief. Und er hat auch immer wieder betont tatsächlich und zugegeben, welch hohen Anteil sie daran hatte, dass seine Regentschaft ein Erfolg wurde in verschiedenen Situationen. Auch im Problem, wo es politische Krisen gab, wo sie ihn auch mit ihrem doch sehr guten, gesunden Menschenverstand beraten hat. so ein bisschen, der auch half, ein moralischer Kompass zu sein. Das war eine sehr erfolgreiche Ehe. Und auf beiden Seiten, so weiß man, weiß keine Affären bei ihr sowieso nicht. Und auch George war treu, sagt man. Nee, eben.


Jörg: Genau, da gibt es auf jeden Fall nichts Belegtes, das nicht wahr. Und was ich schön finde, ist oder auch gemein finde, und das zeigt, wir hatten da eben drüber gesprochen, auch wie diese Scheinwerferlicht da drauf, wenn man sagt, wie Menschen sind. Da ist George sehr, sehr liebevoll und Mary auch, aber sie zeigen es eben nicht nach draußen. ganz oft bei Biografien und Geschichtsschreibung, also Nachbetrachtung aus der jetzigen Zeit, nervt es, wenn immer so unser Verhalten von heute draufgepackt wird und wenn man den Menschen nie als Ganzes sieht. Und wirklich nur dieses öffentliche Verhalten und da nie die Kurve kriegt irgendwie. Also man kann nicht sagen, da kommen wir ja später auch noch drauf, der war auch sehr jähzornig und so weiter, der war aber eben auch sehr, sehr liebevoll und das merkt man an den Briefen an May. Man merkt es aber auch im Übrigen an Briefen an George. Da kommen wir an anderer Stelle noch mal drauf. Also ein Interesse


Catrin: Ja, das nicht.


Jörg: hatte er nicht. Das gab es da nun endlich gar nicht. Hätte sich Viktoria auch gefreut. Und er war eher der Stubenhocker, der im Übrigen sehr gerne auf Sandringham war. Das fand er sehr schön, weil es alles so gemütlich war. Und er stand auf Briefmarken. Unglaublich viel Briefmarken gesammelt. Diese Briefmarkensammlung gibt es noch bis heute. Sie ist sehr viel wert. Wir sind 3-stelligen Millionen Betrag gut gesammelt. Kann man schön finden oder nicht. war auch sehr britisch. Sammelwut mögen die gerne.


Catrin: Ja, die Queen hat tatsächlich auch noch ein bisschen, zwar nicht sehr aktiv, aber so ein wenig weiter gesammelt, weil ihr Großvater, als sie ein kleines Kind war, sie auch dazu angehalten


Jörg: Hmm.


Catrin: hatte, doch da irgendwie ein Interesse zu entwickeln. Aber an einer Stelle muss ich jetzt noch mal einen Einwand bringen, er war nicht nur Stubenhocker, er hat auch leidenschaftlich gern Fasane und so was geschossen. Also er ist schon


Jörg: Ja, stimmt.


Catrin: auch in Sandringheim sehr, gerne auf die Jagd gegangen. Also das war halt dann der Teil, wo er kein Stubenhocker war, er war nicht so, dass er im Londoner Nachtleben irgendwie unterwegs gewesen wäre. Ja.


Jörg: Ne, so Gesellschaft, sag ich jetzt mal. Gesellschaft, war kein Partyhengst. Das kann


Catrin: Ne, wirklich nicht.


Jörg: man wirklich nicht sagen. Also eher zurückgezogen. Also wirklich viktorianisch muss man wirklich sagen.


Catrin: Hm.


Jörg: An der Stelle. Ja, jetzt kommen wir mal zu Mary. Was war das für ein Mensch? Also, die war eine Königin, wie man sie sich vorstellt. Also ich zumindest stelle mir so eine Königin vor. Ich mag das gerne. Ich fand sie wirklich bis zum Schluss großartig. Allein schon die Kleider aus uralten Zeiten. Ganz wunderbar. Sie war aber, wie du schon sagtest, sehr klug, sehr belesen und hatte ein ausgeprägtes Pflichtbewusstsein. Und sie stammt aus einer eher armen Nebenlinie des europäischen Hochadels. Da war auch ein dunkler Punkt. Eine morganatische Ehe bei ihren Vorfahren und ihrer Familie musste zeitweise aus Geldsorgen ins Ausland ziehen, zu sparen. Und jetzt habe ich wieder einen Part. Das ist furchtbar. Ich bin hier der Basher sozusagen. Ich muss immer Body Shaming machen. Ich weiß


Catrin: Das ist halt Geschichte.


Jörg: auch nicht, wie das kommt. Warum hab ich das denn immer? Ja, aber egal. ja genau. Wir haben ja gar keinen Skript. Nein,


Catrin: Vielleicht hab ich da das ja ins Skript geschrieben. Quatsch. Nein.


Jörg: natürlich bereiten wir uns vor und diesen Part erziele ich. Also, Ihre Mutter, Mary Adelaide of Cambridge, hergezogen von Teck wurde auch ganz gerne mal die Fat Mary genannt. Die lebte auch sehr gerne über ihre Verhältnisse, die mochte ganz gerne Essen und war wirklich so ein


Catrin: Ja, das kann man so sagen.


Jörg: bisschen aus dem Leim gegangen. Und


Catrin: Mmh.


Jörg: das prägte May. Sie entwickelte nämlich eine Bodenständigkeit trotz aller Etikette. Und jetzt ist es so, dass sie öffentlich ganz oft steif, förmlich, fast unnahbar wirkte. Also ein ganz anderes als ihre Mutter eben. Und deswegen so einen Ruf hatte als kalte Queen Consort Aber wenn man das hört, auch später von Elisabeth II. im Übrigen, die hat ja ihre Granny auch sehr, sehr geliebt und ihren Opa auch.


Catrin: Ja, die hatten ein ganz enges Verhältnis.


Jörg: Die hatten auch ein gutes Verhältnis. Das ist sie eben nicht. Also wir dürfen nie nur dieses Außenbild sehen. Privat sagen nämlich viele Quellen war sie durchaus warmherzig und mit einem sehr trockenen Humor gesegnet. Und interessanterweise war sie George im Bildung klar überlegen und sie heif ihn dabei Wissenslücken zu schließen. Sie las ihm nämlich auch vor, weil er als zweitgeborener Sohn nie besonders gründlich auf seine spätere Rolle vorbereitet wurde. Und als Junge, da war er schon zur Navi geschickt worden, hatte kein Abitur und kein Studium. Auch das ist so eine Parallele im Übrigen. gibt Unterschiede in der Bildung auch heute noch der einzelnen Königskinder. Erster, zweiter, dritter, vierter und so weiter und so fort. Die machen schon durchaus unterschiedliche Sachen. Genau. Und George persönlich, was für ein Typ war? George. Seemann, durch und durch. Genau.


Catrin: Ja, durch und durch. Der war wirklich ein Seemann. Und da muss man noch mal auf Eddie zurückkommen. Die sind ja, weil Eddie auch, der war nicht so intellektuell oder sagen wir mal so, er war nicht das hellste Licht auf der Torte, der war so bisschen Spätentwickler. Und weil die im Alter auch sehr nah beieinander waren, sind die beiden Jungs immer zusammen unterrichtet worden und auch zusammen zur Navy geschickt worden, obwohl Georgi dann beinahe noch bisschen jung war. Aber der war dann eigentlich schon weiter als sein älterer Bruder Eddie, weil der halt sich normal entwickelt hatte. Und die blieben eigentlich zusammen, machten alles Mögliche zusammen, bis Eddie dann irgendwann starb. Aber jedenfalls waren die beiden, kein Abitur, kein Studium und eben diese Marine Kadetten. Also angefangen als Marine


Jörg: Ja, genau.


Catrin: Kadett und eine Marine Ausbildung. Und ja, erinnern wir uns an William IV., der war ja auch der Seemann. Und das war schon ein wenig Familientradition, auch wenn man nicht direkt für den Thron vorgesehen war.


Jörg: Es ist diese Waffengattung auch, weil natürlich die Navy ist natürlich das Aushängeschild in Großbritannien bis heute. Und


Catrin: Genau, richtig.


Jörg: das hat immer einen ranking noch einen höheren Stellenwert als das Heer. Gerade in England hat das Heer


Catrin: Mmh.


Jörg: nicht diesen hohen Stellenwert gehabt. Ja,


Catrin: Ja, das ist richtig.


Jörg: charakterlich wird er als schlicht konventionell beschrieben. Und der war konservativ. Der misstraute eher


Catrin: konsumtiv.


Jörg: allem Neuen. Aber man kann auch nicht sagen, dass er sich nicht geändert hat, weil das stimmt auch nicht. Also wir denken mal an walisische Besuche von walisischen Dörfern, wo es Bergbau geht. Das gefiel ihm nicht unbedingt. Aber die beiden, Mary und er, auch so die ersten, die mehr noch in die Öffentlichkeit zu den normalen Bürgern gegangen sind. Da haben die eigentlich mit angefangen. Und so alt gnaddelig und so weiter wie immer dargestellt wird, ist er dann eben doch nicht. Und sein offizieller Biograf hat mal geschrieben, George hat das gewohnte den ungewohnten vorgezogen. Aber im Übrigen begegnet mir das meinem Berufsleben jeden Tag. Irgendwann


Catrin: Hehehe!


Jörg: war es neu, sie sagten, ein neues Reservierungssystem. Ja, genau. Also da geht es erstmal los, dass wir wollen das Alte wieder haben. Genau. Lieber das Schlechte, Alte als vielleicht das Eventuell Gute. Das ist


Catrin: man schon kennt.


Jörg: also auch nichts besonders Bemerkenswertes, finde ich eigentlich. Was bemerkenswert ist, der hat ganz schnell ausgespeichert, hat unglaublich gern geflucht. Für einen König sehr, da kam er seinen alten Georgen sehr nah, genau, seiner Verwandtschaft. Und neben Briefmarkensammeln hat er Fasane geschossen, du hast es schon erwähnt,


Catrin: Wir schon genau.


Jörg: genau. Das mit dieser Liebhaberei, da möchte ich gerne noch mal drauf eingehen. Also diese königliche Briefmarkensammlung, die hat er so systematisch aufgebaut Das ist es, systematisch. Er ist sehr exakt und ordentlich vorgegangen. Und dabei fällt mir auch ein, es so was so unpünktlich zur, das hat Harold Nicholson zum Beispiel in der Biografie über ihn


Catrin: Mhm.


Jörg: geschrieben, eine Minute zu spät zum Dinner. Und sie mussten gehen. Es gab nichts zu essen. es gab eine genaue Glocke. Natürlich waren alle Uhren exakt gestellt, wie sich das auf so einem Schiff gehört. Im Grunde hat er dieses Haus geführt wie ein Schiff. Also wirklich unglaublich große Disziplin Und so hat er auch seine Briefmarkensammlung systematisch ausgebaut. Und 1904 war das für damals sagenhafte 1450 Pfund hatte eine Mauritius-Briefmarke


Catrin: Mh.


Jörg: gekauft. war ein Rekordpreis. Und ein Höfling soll ich mal gefragt haben, aber von dem verdammten Narren gehört habe, der so viel für eine einzige Briefmarke bezahlt hat. Und er hat George nur ganz trocken geantwortet, ich bin dieser verdammte Narr Also, ja


Catrin: War aber eine coole Reaktion.


Jörg: fand ich auch. Das war natürlich in allen Zeitungen und so weiter. Genau, und die gibt es eben heute noch. Ja, ganz herrlich finde ich das. Also heute ist das dreistelliger Millionenbetrag. Ich weiß


Catrin: Das kann ich mir locker vorstellen.


Jörg: gar nicht, wo diese Sammlung ist. Ob die tatsächlich in Windsor-Castles ist, ob die irgendwo ausgestellt ist. Das habe ich gar


Catrin: Ausgestellt glaube ich nicht.


Jörg: nicht in Erfahrung gebracht.


Catrin: Ich glaube, liegt neben den Tiaras irgendwie unten tief unter dem Palast


Jörg: Hehehehehe


Catrin: oder in einem der Türme in Windsor Castle im Tresor. Briefmarken sind ja auch so


Jörg: Wahrscheinlich, ne? Geh ich mal.


Catrin: empfindlich gegen Feuer, gegen Licht, gegen Feuchtigkeit. Da muss man ja ganz stark aufpassen.


Jörg: Jaja. Das kriegen wir noch mal raus. Jetzt sehen wir euch beim nächsten Mal, wenn man es vielleicht irgendwo beobachten kann. Ja stimmt, auf den kommen wir sowieso noch, auf den lieben Peter


Catrin: Ja, genau.


Jörg: Hornung. den werden wir das mal fragen. Ja, jetzt sind wir nochmal wieder abgeschwiffen so ein bisschen. Jetzt geht's eigentlich darum, wie liebenswert war der liebe George. Und da gibt es...


Catrin: Für seine Frau war er das, für seine Kinder weitgehend wohl eher weniger. Die meiste Zeit über haben sie dann doch wohl eher in Angst vor ihm gelebt, weil er eben ein so strenger Vater war. Er hatte Interesse, er war auch nicht völlig lieblos, aber er hat die Kinder jetzt nicht wirklich in Arm genommen, sondern eher mal angebrüllt. Und da gibt es einen Satz, der ist nicht 100 % verbürgt, aber er wird


Jörg: Genau.


Catrin: immer wieder zitiert, auch in verschiedensten Biografien. Ich soll zum Earl of Derby mal gesagt haben. Mein Vater hatte Angst vor seiner Mutter, das war dann Victoria. Ich hatte Angst vor meinem Vater. Ich werde verdammt noch mal dafür sorgen, dass meine Kinder Angst vor mir haben. Tja, auch irgendwie komisches ... Sich das zu wünschen oder vorzunehmen, finde ich merkwürdig. Vielleicht erklärt das dann auch das schwierige Verhältnis zu seinem ältesten Sohn David, dem späteren Edward VIII. Aber das ... Jetzt sofort oder später? Gut, dann gehen wir drauf ein.


Jörg: Und da würde ich gerne mal drauf eingehen. Genau. Nee, da gehe ich jetzt mal drauf ein. Weil ich finde, das ist für den Fortlauf der gesamten Folge. War


Catrin: Okay, herr der Redzimmer.


Jörg: wieder so. Genau. Man sagt das so, diesen Satz kennen wir, aber der ist eben nicht verbürgt. Trotzdem wird er permanent wiederholt. Und jetzt lädt natürlich George V. auch unglaublich dazu ein, dass man das denken könnte. So ein brummeliger alter Typ. Wir kommen nachher an anderer Stelle drauf, wo er ganz anders ist. Und ob David natürlich auch diese Geschichte so vorangetrieben hat, dass alles sozusagen an seinem Vater lag, diese strenge Erziehung, dieses Anbrüllen, dieses mit Pünktlichkeit und so, ja, das mag sein. Ich will das nur so in Gewichtung bringen, weißt du, Catrin Und auf


Catrin: Ja, das gerne.


Jörg: der anderen Seite muss man sehr gerne, jetzt guckt man sich auch mal David an. Was ist das für ein Vogel geworden? wiederer Edward der achte


Catrin: Hm.


Jörg: was ist George für ein Mensch ich meine der Vater war dasselbe


Catrin: Ja, das ist ja oft so, Geschwister sich doch sehr unterschiedlich entwickeln, obwohl sie aus genauer der selben Familie kommen.


Jörg: Genau. auch da wieder, bringe ja so oft meine Mama ins Springsteig, es sind denken alle, ich so ein Muttersöhnchen, dürfen sie aber auch gern. Ich hab sie geliebt. Aber meine Mutter zum Beispiel war eine Ostpreußin durch und durch. Das höchste der Gefühle war, dass sie mir über die Schulter gestrichen hat. Es war aber trotzdem eine liebevolle Frau. also dieses ist, der ist in seinem Verhalten halt so. Wenn wir dieses mit der Navy wirklich ernst nehmen, ja, da war natürlich ein rauer Ton. auf See und so weiter. Und er kennt das ja gar nicht anders. Der kennt nicht Eton weil er eben nicht studiert hat Also das muss man mal sehen. Darauf auf so den Charakter zu schließen finde ich immer schwierig. Was aber belegt wird, also er war schon ein knorriger Typ. So würde ich das auf jeden Fall sagen. Und da gibt es auch eine weitere schöne Geschichte. Da hat ja diese Küstenstadt besucht. Genau 1929, da hatte er eine Lungenerkrankung gehabt. Auch etwas, was leider in dieser Familie häufig der Fall war. Und er selbst mochte diesen Ort überhaupt nicht. Und dann gab es natürlich, weil es oft in diesen Städten so, die sagen, dürfen wir uns denn Bonner Regis nennen. Der Privatsekretär hat natürlich auch gefragt bei George, nachgefragt und der hat nur gesagt. Bagger Bonner zum Teufel mit Bonner. Der mochte das überhaupt nicht. Fand das richtig blöd, dort zu sein. Der Sekretär hat das dann aber großzügig, ein bisschen wie unser guter Premier bei Victoria, das überhört, neu interpretiert und hat gesagt, ja, der stimmt zu, der König, das lassen wir


Catrin: Ja. Machen wir. Wird schon.


Jörg: mal so stehen. Und es wurde sich auch nie beschwert. Es war ihm eigentlich Wurst und dann hat der Privatsekretär Heute heißt sie noch so. Darf sich so nennen Genau.


Catrin: Ja, die heißt bis heute so.


Jörg: so ist das entstanden. Das wurde aber allerdings auch als einer seiner letzten Worte kolportiert. Und da möchte ich gerne mal auf unseren lieben Peter Hornung einsteigen. Und auch noch mal auf eine Hörerin von uns. Wir beide machen ja öfter eine Serien eine Folge bei uns im Eaton Place Tea Room. Immer zum 6.5., zum Krönungstag von Charles. Und diese


Catrin: Ja, zu sein, ja, genau.


Jörg: Folgen, liebe Manuela, die kannst du hier nicht hören. Die haben wir da nicht live aufgenommen. Da waren wir technisch noch gar nicht so weit. Das ist in einem kleinen ausgewählten Kreis vorbehalten geblieben Man kann das auf Instagram sehen. Da haben wir es hochgeladen. Da kannst du gerne schauen auf eatonplacehamburg Da findest es in unserem Feed. Da kannst du gerne eine Nacht haben. Und am 6.5. Nächstes Jahr kannst du gerne vorbeikommen, wird Catrin uns mit Sicherheit auch wieder besuchen. dann sprechen wir... Ja, das ist hiermit schon passiert, genau. Und


Catrin: Nimm mich ein, jetzt lieber Jörg, mich sehr gern. Dankeschön, den notiere ich mir gleich.


Jörg: an dieser Stelle, ist tatsächlich später bei der Beerdigung oder beim Tod von George passiert? Da hatten wir Peter Hornung bei uns auch im Eaton Place. Und der hat alles das, was wir hier gerade erzählen. mit Briefen untermauert, die er sammelt. Er nämlich nicht nur Briefmarken sammelt er sondern noch viel spannender. Die briefe selbst hat er, die royale Briefe, sammelt er. Da hat er zu dem Thema George V. und die letzten Tage und so weiter ganz viele Einblicke mit wirklich persönlichen Briefen, die nochmal ein ganz anderes Schlaglicht auf den Tod werfen, als wir das aus Biografien und Nachrichten und so weiter kennen.


Catrin: Ja, das ist hochspannend gewesen.


Jörg: Das war eine tolle Sache und lieber Peter, falls du uns hier zuhörst, vielleicht können wir ja mal eine Folge mit dir machen und


Catrin: Ja, das wäre super.


Jörg: mal, wo es nur so royale Briefe geht und mal ein bisschen Gossip austauschen, da so kolportiert wurde unter den Königs und so weiter. Also du bist herzlich eingeladen, kriegen wir vielleicht hin.


Catrin: Wir werden einfach ein wenig Druck ausüben und dann wird der liebe Peter schon zu sagen.


Jörg: Genau, es gibt da verschiedene und da werden wir Peter auch fragen, was hat er denn nun gesagt, wie geht


Catrin: Hmhm.


Jörg: es dem Empire, es ist nämlich auch noch eine Variante, die er gesagt haben soll. Wir wissen es nicht, aber vielleicht steht das ja in einem der Briefe, die Mary an den Arzt geschrieben hat oder umgekehrt und so. Schauen wir mal drauf. Politisch, da fällt ja seine Regierungszeit in eine der dramatischsten Phasen der britischen Geschichte überhaupt.


Catrin: Naja, erster Weltkrieg, der große Weltkrieg Anfang des 20. Jahrhunderts, Generalstreik,


Jörg: Generalstreik. Genau. Wachsene Arbeiterbewegung.


Catrin: die Suffragetten die Frauen, unbedingt Wahlrecht haben wollten, irische Unabhängigkeit, The


Jörg: irische Unabhängigkeit.


Catrin: Troubles begannen damals. Naja,


Jörg: Russische Revolution.


Catrin: ganz schwierig. Sein geliebter Vetter, der ihm ja glich wie ein Ei dem anderen. Die hatten ja beide auch so einen Bart und wenn man Fotos von den beiden sieht, weiß man immer erst mal gar nicht, wer ist jetzt eigentlich nochmal wer. Sein


Jörg: Irre. Ja. Ja.


Catrin: Vetter Nikky, Nikolaus der Zweite, der letzte Zar. Der und seine Familie, wir wissen es alle, haben ein furchtbares Ende genommen. 1918 wurden alle erschossen, obwohl es theoretisch ein ganz kurzes Zeitfenster gab, wo sie hätten gerettet werden können, nach Großbritannien zu emigrieren. Und das war eigentlich auch der Plan. Aber in Absprache mit der Regierung hat dann George am Ende schweren Herzens entschieden, dass das sein Land destabilisieren könnte und dass er die Zusage zurückzieht, die Zarenfamilie aufzunehmen. Ja, und das hatte dann furchtbare Folgen. Man muss ihm zugut erhalten, dass er das nicht ahnen konnte. Wusste er vorher nicht, aber jedenfalls haben die Bolschewicken dann den Zaren, seine Frau und fünf Kinder und noch ein paar Angestellte erschossen und begraben im Wald und diese Schuld soll George bis ins Grab verfolgt haben, was ich mir ehrlicherweise auch gut vorstellen kann.


Jörg: Das kann ich mir auch gut vorstellen. Harold Nicholson beschreibt das auch sehr eindrücklich, wie der gerungen hat mit dieser Entscheidung. Aber tatsächlich, da seine familiären Bande absolut zurückgesteckt hat und gesagt hat, nee, das ist mir zu riskant, ihn hier aufzunehmen.


Catrin: Ja, der Zar, also Russland einerseits, außer die letzte Zarin war ja eine geborene deutsche Prinzessin, eine hessische


Jörg: Mmh.


Catrin: Prinzessin. Und jetzt kommen wir zum nächsten Punkt. Natürlich war Deutschland Kriegsgegner und mit dem ersten Weltkrieg war die antideutsche Stimmung in Großbritannien extrem, wurde immer schlimmer. Bis zu dem Punkt, wo dann George der Fünfte sich 1917 entschieden hat, was wirklich ein kluger Move war. Den Namen der Dynastie seien des königlichen Hauses, der ja immer noch Sachsen, Koburg und Gotha lautete durch Prinz Albert. das Haus umzubenennen in das, was wir heute kennen, in das Haus Windsor. Und auch das


Jörg: Und dann


Catrin: war ja ein Prozess. Auch dadurch gibt es Dokumente, wie er überlegte, wie nennen wir das Ganze und wonach nennen wir es und was passt denn. Und irgendwann kam es darauf, naja, unsere Stammburg heißt Windsor, dann nennen wir uns doch Windsor. Ja, und deswegen heißt bis heute die britische Königsfamilie mit Nachnamen Windsor.


Jörg: Genau, und das kam von ihm. Das hat Georgi schon hauptsächlich auch ausgedacht.


Catrin: Also er hatte starken Anteil. Die Idee ist im Gespräch


Jörg: Genau.


Catrin: mit einem seiner Privatsekretärer entstanden, wenn ich das richtig sehe.


Jörg: Es zeigt aber auch, dass er sich interessiert hat und nicht so ein phlegmatischer Typ war. Ganz im Gegenteil.


Catrin: Nee, nee, also da er dann ein starkes Burstsein.


Jörg: Er hat gerungen. Das sehen wir jetzt auch gleich bei den Rahmenbedingungen. Er hat wirklich immer mit seinen Entscheidungen gerungen. Und was kann man sich Schöneres wünschen von einem König, der genau das machen soll, dass er die unterschiedlichen Interessen wirklich abwägt und sich die Entscheidung nicht leicht macht, dann seine Empfehlung auch auszusprechen. Das kann man sagen, hat George wirklich fantastisch gemacht, finde ich zumindest. Die Rahmenbedingungen, sprechen wir über die dann nochmal. Von dem wird nämlich so wenig erzählt. Also vor dem ersten Weltkrieg befand sich Großbritannien in einer wirklichen Krise. Als George der 5. 1910 nämlich König wurde, standen sich Liberale und Konservative nahezu unversöhnlich, kann man wirklich sagen, gegenüber. Und da gab es mehrere Konflikte, die dass politische Ordnung bedroht haben. Der Machtkampf zwischen Unterhaus und Oberhaus hing damit zusammen mit einer der wichtigsten Fragen, die irische Home-Rule-Frage. Das ist das, was uns bis heute noch begleitet, nicht mehr so stark


Catrin: Ja, gibt's immer noch.


Jörg: glücklicherweise, wenn es Irland und Nordirland geht, also Ulster auch. Der Widerstand der Protestanten, der Unionisten in Ulster. die zunehmende Militanz der Suffragetten, du hast es gerade gesagt. Da war nicht das Problem, auch das noch mal einzuschätzen. Es war nicht das Problem, dass die jetzt auf die Straße gingen und sich geweigert haben und Sitzblockaden gemacht haben und so. Die Suffragetten wurden auch schon tatsächlich, wie die damalige Zeit auch, Das war schon militant. Die haben auch einiges in Kauf genommen, was da passiert. Da gab es so zwei Lager, auch wieder Gemäßigte und die ganz Radikalen, so wie es heute letztendlich auch ist. Was mit denen gemacht wurde, war nicht schön, muss man ganz ehrlich sagen. Also echt


Catrin: Nein, nein, das war schlimm.


Jörg: dramatisch, wie man dann mit denen mit den Damen umgegangen ist. Aber es war wirklich ein Problem, diese militante Ecke. Und es gab ganz


Catrin: Ja, die haben die.


Jörg: schwere Arbeitskämpfe. Am schwersten war eigentlich der Konflikt mit Irland. muss man sagen. Die liberale Regierung unter Herbert Henry Asquith wollte Irland eine weitgehende Selbstverwaltung geben. Und die Unionisten in Ulster wollten das notfalls, nämlich auch mit Waffengewalt, verhindern. Und jetzt waren Teile der konservativen Opposition, die unterstützen das. Und britische Offiziere, die signalisierten, sie würden möglicherweise nicht. gegen Ulster vorgehen. Und das ist natürlich schon schwierig. 1914 standen die dann wirklich am Rand einer bewaffneten inneren Auseinandersetzung. Das


Catrin: Ja, Bürgerkrieg quasi.


Jörg: darf man nicht unterschätzen. Und da hat George V. was ganz Tolles gemacht. Im Juli 1914 hatte Vertreter von Regierung, Opposition, irischer Nationalisten und Unionisten in den Buckingham Palace eingeladen Und jetzt könnte man sagen, ja, was ist denn da so toll dran? Ja, das hat noch keiner vorher gemacht.


Catrin: von Peace Talk nach Modernem, so wie es heute üblich ist eigentlich.


Jörg: Runder Tisch. Absolut. Das war vollkommen unüblich. Auch das wird sehr beschrieben. viele, viele Widerstände hat er das durchgesetzt. Seine Berater haben gesagt, ist immer so eine Frage, mischt sich der Monarch zu viel ein? haben gesagt, das lieber. Nee, hat er aber nicht gemacht. Er hat das abgewegt, ob das tatsächlich verfassungskonform ist. Das Ziel war natürlich ein Kompromiss über die Frage, welche Teile Ulsters von der irischen Selbstverwaltung ausgenommen werden sollten. Und das war ein Drahtseilakt. Und es kam zu keiner Einigung, leider, muss man sagen. Aber ich finde, es zeigt eben, dass er das wirklich, wirklich ernst genommen hat, diese ganze Geschichte.


Catrin: Es war Teil seiner Aufgaben als König ins Staatsoberhaupt und er hat seine Aufgabe, seine Rolle als König wirklich sehr ernst genommen. Da hatten wir ja schon andere Georges, so George IV. und so, die sich nicht so sehr auf ihre Pflichten konzentriert haben, aber er wollte ein guter König sein. sah das als eine Aufgabe an, sich da auch zu kümmern. Und das hat er, finde ich, ziemlich engagiert gemacht.


Jörg: Genau. da war natürlich, weil es solche Schwierigkeiten gab, 1914, da blieb Asquith liberale Regierung, blieb im Amt. Und die Opposition, die Konservativen, erklärten jedoch die nationale Kriegsführung, die ging es nämlich dann nicht grundsätzlich behindern zu wollen. Also da hat man sich wirklich zusammengerissen und hat das, was wir uns heute vielleicht auch manchmal wünschen, wirklich am Riemen gerissen und hat die große...


Catrin: Ja, schön, merci.


Jörg: Die große Sache mal im Blick gehabt, das hat er dort zumindest sehr gut begleitet. 1915 geriet dann allerdings die Regierung unter enormen Druck Und da haben wir jetzt eine Katastrophe, die unseren lieben Winston Churchill auch bis ins Grab begleitet hat. Diese Dardanellen-Operation ging schief. Da könnte man eine ganze Folge drüber machen.


Catrin: Ja, ja.


Jörg: Es war ein Einsatz der Dardanellen. Das war eine große Katastrophe, die man Winston Churchill allein zugeschrieben hat. Admiral John Fischer trat als Marienminister zurück. In der Presse wurde Munitionsknapphalt öffentlich gemacht. Die Konservativen drohten, ihre parteipolitische Zurückhaltung aufzugeben. Und da hat George dann gesagt, das kann nicht klappen. Also nur eine Richtung in dieser politischen Richtung, die werden das nicht schaffen. Und dann führte er mit Asquith und dem konservativen Parteiführer Bonner Law, den kennt vielleicht der eine oder andere, eben diese Regierung, die sich dann zusammengetan hat, diesen politischen und militärischen Druck dann auch standhalten zu können. Und das ist für mich, ich weiß nicht, was du für so ein Highlight hast, für mich ist das das Highlight in der Regierungszeit von George im fünften, weil er da wirklich unglaublich viel gemacht hat. Das war einer der schwierigsten Themen. Wie du das einschätzt?


Catrin: Ja, also mitten im Krieg und diese politischen Konflikte zu moderieren und zu einem ganz guten Ende zu führen, da muss man vielleicht noch mal auf eines hinweisen, anders als zwischen Queen Victoria und ihrem Sohn Edward VII. Die hat ihn ja nicht rangelassen, solange er Prinz of Wales war, hat nie Regierungstokumente mit ihm geteilt, hat ihm quasi nicht unterwiesen in der Kunst, wie man jetzt Monarch wird. Aber das hat Edward VII. dann besser gemacht, als klar war, Eddie war gestorben und jetzt war eben George Prinz of Wales und würde dann Nachfolger werden. Da hat er ihn mit einbezogen und Vater und Sohn haben da echt vertrauensvoll schon zusammengearbeitet. Und so wurde George ein wenig noch eingeführt in die Kunst des Königseins. Und ich glaube, das hat ihm auch ein bisschen geholfen, dass sein Vater ihm vertraut hat und ihm schon mit ihm die Regierungspapiere gemeinsam durchgearbeitet hat und so. Das hat ihm, glaube ich, da Selbstvertrauen gegeben. Und er war eben anders als andere nicht beratungsresistenz, nach meinem Eindruck. Also er hat dann schon auf seine Berater gehört. Und das hilft.


Jörg: Nee, finde ich auch. Ja, also war gnaddelig, hat das dann alles hin. Aber er war nicht bockig. Also da war da auch kein


Catrin: Nee, nee.


Jörg: Ideologe, der hat das wirklich abgewägt Und


Catrin: Nee, das war er wirklich nicht.


Jörg: das finde ich toll. Das ist eigentlich das, was ich mir von einem König auch wünsche. 1916,


Catrin: Hm.


Jörg: da wurde dann die Lage neu dramatisch. Asquith wurde vorgeworfen, den Krieg viel zu langsam zu führen, zu zögerlich, mit viel zu großen... Kabinettsausschüssen zu führen und David Lloyd George, auch ein Name, den man wahrscheinlich kennt, verlagte


Catrin: über.


Jörg: ein kleines schlagkräftiges Kriegskabinett. Und als Asquith und Lloyd George sich dann nicht einigen konnten, da trat Asquith im Dezember 1916 zurück und der König musste wieder entscheiden, jetzt kommt hier etwas, was verfassungsrechtlich ihm auch auferlegt ist, wen beauftrage ich jetzt mit der Regierungsbildung.


Catrin: Hm.


Jörg: Genau, und das hat er dann auch gemacht. Und während des Generalstreiks auch noch ein so ein Highlight 1926. Da zeigte er sich auch im Übrigen sehr volksnah, als Minister, die Streikenden als Revolutionäre bezeichnet hatten oder das wollten sie zumindest, soll er gesagt haben, dass es überliefert, versuchen sie erst einmal von deren Lohn zu leben, bevor sie urteilen. Und das finde ich eben auch an ihm nicht abgehoben, überhaupt nicht, sondern da auch volksnah und der sich schon denken konnte, wie viel eine Flasche Milch kostet und ein Laib Brot usw. Genau.


Catrin: Ja, und deswegen war sein Silberjubiläum 1935, also Thronjubiläum, auch wirklich ein großer Erfolg. Da gab es auch die üblichen Feierlichkeiten und Straßenumzüge mit der Kutsche und er und Queen Mary dann wurde gefeiert. auch seine Selbstwahrnehmung kam dabei zutage. Also war überhaupt nicht eingebildet. als er dann irgendwie so viel Jubel erfuhr von seinen Untertanen, soll er doch überrascht und verblüfft angenehm berührt gewesen sein, aber so ganz zu sich gesagt haben, ich kann das gar nicht wirklich verstehen, ich bin doch nur ein ganz


Jörg: Nein.


Catrin: gewöhnlicher Kerl. Und das ist es eben, dass er sich selbst nicht so wichtig genommen hat, wie er eigentlich war. Seine Selbstwahrnehmung war eigentlich ganz bescheiden und das machte ihn natürlich zusätzlich sympathisch.


Jörg: Ja, finde ich auch. Da gibt es auch eine richtig schöne Anekdote, die liebe ich. Ich mag ja Schiffe gerne Und Cunard ist einer meiner Lieblingsreedereien heute noch,


Catrin: Ja wunderbar, diese schönen alten Dampfer.


Jörg: Quenn Mary Und da gibt es eine schöne Geschichte, die zeigt, wie trocken sein Humor eben war. Cunard baut er Anfang der dreißiger Jahre, nämlich einen richtig schönen Atlantik-Liner einmal wieder. Und da gab es nur eine Baunummer 534 war das. Und die Schiffe der Reedereien, ich weiß nicht, ob du das weißt, die haben ja traditionell immer so eine Endung. Und bei Cunard waren immer mit IA, also etwa Mauritania, Aquitania oder Lusitania.


Catrin: dann ja.


Jörg: Genauso wiederholt sich das eigentlich. Und natürlich soll das neue Flaggschiff, diese Bau-Nummer 534 von zu Ehren der Queen Victoria


Catrin: Ja, Gloria, Viktor.


Jörg: heißen. ist was Schönes passiert. sind Vertreter der Reederei, die baten bei einer Audienz George V. seine königliche Genehmigung. Das hat man so gemacht. Angeblich formulierten sie ihr Anliegen besonders diskret, aber nicht geschickt. Man wolle das Schiff nach der größten Königin benennen, die Großbritannien je gehabt habe. Gemeint war natürlich die verstorbene Queen Victoria. Und George V soll natürlich charmant und als Ehemann und als Gentleman geantwortet haben, meine Frau, die wird sich sehr freuen. Und damit war natürlich die Falle zugeschnappt. Seine Frau hieß natürlich Queen Mary und äh... Jetzt konnte natürlich keiner von den Cunard Leuten sagen, ne, die meinen wir nicht. Die andere,


Catrin: Hüstel, das hatten wir uns anders vorgestellt.


Jörg: also die wirklich große Königin, das hat mich tatsächlich schon als jung, ich wusste das damals nicht. Ich weiß noch, als ich so 20, 21, habe ich gesagt, mal, wieso heißt die eigentlich Queen Mary und nicht, wieso gibt es kein Schiff Victoria, versteht das überhaupt nicht?


Catrin: oder Maria, sie hätten es ja auch Queen Maria nennen können.


Jörg: Ja, irgendwie so was. Bis ich irgendwann erfahren habe, dass diese Geschichte, die im Übrigen auch sehr schön, fand ich toll, eine Anekdote, die insofern belegt ist. Man kann auf der Queen Mary tatsächlich die Geschichte auch lesen. Die haben sie da abgedruckt, da die Geschichte der Queens auch aufgeschrieben. Also da scheint wirklich was dran zu sein. Genau.


Catrin: Ja, schöne Geschichte.


Jörg: vielleicht, Catrin, kommen wir noch mal. zu dem Thema Sammeln. Mary und Sammeln ist auch ein spezielles, liebenswerte Eigenart.


Catrin: Ja, Mary, also eine charmante Eigenart von Mary. Also May, die Lebenswerte. Also wir nennen sie jetzt mal May, weil sie in der Familie ja auch so genannt wurde im Übrigen, weil sie im Monat Mai geboren ist. Deswegen wurde seit Kindesbein ihr Vorname


Jörg: Sehr schön.


Catrin: Mary in May abgekürzt. Also sie war ja, hatten wir eben auch schon erwähnt, sie war sehr interessiert an der Geschichte des Königshauses und an Kultur und schönen Möbeln und schönem Kleinkram und Nippes, wie man so schön sagt, aber auch war whatever, you name it. Sie war leidenschaftliche Sammlerin. Sie war ja auch diejenige, die angefangen hat, alle Stühle im Buckingham Palace eine Inventarnummer anzukleben, weil sie das schön katalogisieren wollte.


Jörg: Ja.


Catrin: Sie sammelte leidenschaftlich gern und war eben auch wirklich eine hervorragende Kennerin königlicher Kunstgegenstände. Sie sich da wirklich für interessiert, hat da viel Zeit mit verbracht. Aber wenn sie dann zum Besuch war, in der britischen Aristokratie beim Landadel, da gut durch die Gegend reiste, waren ihre Besuche zwar schon natürlich willkommen, aber irgendwie auch gefürchtet. Man war halt nicht wirklich entspannt.


Jörg: Okay.


Catrin: Denn man wusste inzwischen, wenn Mary kam, guckte sie sich mit fachmittelschen Augen suchend dann hatte sie so diesen Drang zu sagen, ach Mensch, also diese Vase, die ist aber besonders hübsch und dieser Stuhl, ist ja ein Chppendale vom Feinsten. Und dann wussten die Gastgeber schon, also jetzt haben sie keine Wahl, als sie das mit in die Kutsche zu packen, wenn sie wieder abfährt. Wenn sie einmal gesagt irgendwas gelobt hatte oder als hübsch oder besonders, dann musste sie gar nicht mehr dazu sagen, das möchte ich aber gerne haben oder wie. Das wurde einfach nur angedeutet und dann war klar, das wird sie dann wohl mit nach Hause nehmen, wenn sie den Ort wieder verlässt. Und deswegen hieß es, dann viele Gastgeber einfach immer schon bestimmte Familienerbstücke, die sie besonders geliebt haben, in den Speicher gepackt, bevor die Königin erwartet wurde.


Jörg: Ja, das ist ja ein Schicksal, dass ja auch französische Könige teilweise oder Minister und so weiter von sich getragen. Allerdings auch in England war es auch so, wenn der König gesagt hat, das ist aber ein besonders Schönes Anwesen Das ist ja viel schöner als meine Jagdtüter, hätte ich fast gesagt.


Catrin: Hm.


Jörg: Tja, dann war man das Ding los. Musste man aufpassen, so was ist schon mal passiert. Also insofern war Mary ja da noch so ein bisschen zurückhaltend. Aber die hatte tatsächlich so einen, ja, die hat sich damit zu beschäftigen und wusste, was wurde damals so verschenkt aus dem, aus der Royal Collection, was wurde verkauft, was wurde vererbt, was war mal über Auktion dummerweise so zerstreut. Vielleicht wird das ja später nochmal gemacht im Hause Hannover, die haben ja auch alles verscherbelt. Einen großen Teil. Genau.


Catrin: Ab und zu musste man, Steuerschulden zu bezahlen, Dinge verkaufen.


Jörg: So ist es. Holt vielleicht irgendjemand mal wieder zurück, wenn der Milliardär einheiratet oder so. Wir wissen es nicht. Der guckt dann auch in Auktionshäuser. Oder manchmal wurden auch Sachen einfach so achtlos abgegeben. Und Mary, war letztendlich eine, die so diese Royal Collection aufgebaut hat und vervollständigt hat. Dass sie die Inventarnummern hatte, das wusste ich gar nicht, dass sie das eingeführt hat.


Catrin: Ja, das hat die Führerin letztes Jahr, ich zum ersten Mal den East Wing im Buckingham-Palast angeguckt habe, weil da steht die Inventar Nummer 1, das ist eine chinesische Vase, und da habe ich die Story gehört.


Jörg: Insofern waren die sich auch ähnlich.


Catrin: Yeah!


Jörg: Vielleicht hat ja auch George gesagt, jetzt müssen da auch Marken drauf. Keine Briefmarken, sondern Inventarmarken. Also wir fassen mal zusammen, George sammelte Dinge, die freiwillig in allen passten und Mary sammelte Dinge, die ihr Gasgeber vorher besser in Schränke gepackt hätten. So kann man das noch eigentlich so zusammenfassen.


Catrin: Naja, also einer der schlimmsten Momente ihres Lebens soll gewesen sein als ihr Bruder Francis von Teck der so bisschen tunichtgut gut war. ist auch relativ jung gestorben, hatte immer Spielschulden,


Jörg: Ja.


Catrin: war auch nicht ordentlich verheiratet. Hatte aber, als er dann starb, verheiratete Frau, die seine Mütteresse war, aus dem Adel. Und der hat ein Familienerbstück vermacht und zwar die Cambridge Sapphire, oder Smaragde waren es jedenfalls Juwelen ein ganz teures Set mit Tiara und Halskette und allem.


Jörg: Mmh.


Catrin: Und das hat er sich seiner Metresse vermacht. Und dann wurden erst mal hinter den Kulissen wilde Verhandlungen geführt und dann hat Queen Mary diesen Schmuck zurückgekauft, weil sie es nicht ertragen konnte, dass der aus der Familie rausfallen sollte. Und dann hat sie sich später ganz stolz getragen, diese Perure. Also das war für sie ein absoluter Albtraum, dass ihr tunichtgut nicht gut von einem Bruder diese Sachen in seinem Testament seiner Metresse vermacht hatte.


Jörg: Ich kann das auch gut verstehen. Also ich kann auch verstehen, wenn ich an Hannover denke, Haus Hannover, wenn man das heute so sieht, das ist für mich auch eine der Aufgaben, dass sie solche Sachen, wenn es geht, möglichst erhalten sollten. heute noch.


Catrin: in der Familie bleiben.


Jörg: Wenn das natürlich gar nicht mehr geht, überhaupt so ein Schloss zu erhalten, dann muss man vielleicht, ja, hast du die Wahl zwischen Pest oder Cholera, aber das für Pri... Warte, persönliche Sachen zu machen, das sehe ich eher als schwierig an. Finde ich nicht so schön, weil da hängt ja auch eine Historie, woher das geht. Und ich finde, wenn schon nicht zurückgezahlt wird, da bin ich jetzt auch gar kein Verfechter davon, aber dass dann zumindest solche Sachen erhalten werden. Dass man sie nicht einfach verscherbelt, das finde ich schon. Genau.


Catrin: Ja, okay, dann so.


Jörg: Kommen wir jetzt zu einem nicht zum sorgenvolleren Thema. Der liebe George machte sich am Ende seines Lebens ganz besonders große Sorgen die Zukunft der Krone. Er ist


Catrin: Hm.


Jörg: der Monarch. Und da um seinen ältesten Sohn David. Das ist der spätere Edward VIII. Und George, der soll vorausgesagt haben, das finde ich bemerkenswert. Nachdem ich tot bin, der Junge sich innerhalb von zwölf Monaten ruinieren. Und das, kann man sagen, ist eine


Catrin: Hm.


Jörg: ziemlich exakte Prophezeiung gewesen. Dann mit der Abdunklungskrise passierte genau das knapp ein Jahr später.


Catrin: Ja, der war genau von Januar bis Dezember König und dann am 12. Dezember 36 hat er abgedankt


Jörg: Ja, schon fast gruselig, wenn man daran denkt, dass er das so gut vorausgesagt hat.


Catrin: Er er kannte seinen Sohn einfach. Er hat ihn beobachtet, er hatte den Charakter erkannt und er hat dann auch gegenüber Vertrauten laut gesagt, gebe Gott, wir beten dafür, dass nichts zwischen Bertie und Lilibet und den Thron kommt. Also George VI. dann später und Elisabeth II. Der hat damals schon in seiner ganz kleinen Enkelin gesehen,


Jörg: Hmm.


Catrin: dass sie auf jeden Fall die Erbin sein sollte und dass sie eine gute Königin werden würde. Und Bertie vielleicht auch, aber jedenfalls nicht sein Sohn David, aber der war ja nun mal zu dem Zeitpunkt Prinz von Wales.


Jörg: Ja, da sieht man jetzt auch bei David, das war eben aber auch eine verwöhnte Göre, das muss man sagen. Du wirst uns später noch was bisschen erzählen, so wie wir auch waren mit Bruder und so weiter und so fort. Da kommen wir auch noch drauf. Aber das war natürlich schon ein Früchtchen auch. Und


Catrin: Ja, ein Früchtchen.


Jörg: das hat George schon gewusst. Und ich glaube, jeder der Kinder hat, die Dinge machen, wo man immer predigt wird, wissen, dass man dann auch irgendwann mal strenger wird. Auch da möchte ich noch mal anschließen, es gibt immer Sender-Empfänger. Und das wird da auch nicht leicht gewesen sein. Zu einer Lilibeth zum Beispiel, hier zu Elisabeth, die hat ihn immer Grandpa England genannt. Die waren sehr liebevoll.


Catrin: Ja, das war süß.


Jörg: Genau, das sieht man auch schön in einigen Reportagen, die so auf Arte und so weiter laufen. Da siehst du George, ähnlich wie Victoria, da siehst du George den fünften nicht als Gnaddelopa sondern ganz liebevoll und freundlich und nett und lachend Also der hat sicherlich auch eine andere Seite gehabt. Nachher zum Schuss war er auch bisschen altersmilde. Das haben wir bei Elisabeth auch gesehen. wurde ja mit zunehmendem Alter, hat man sie einfach mehr knuddeln können. Da war sie nicht mehr die Strenge.


Catrin: Und auch der Effekt, dass manche Menschen, wenn sie älter werden, dann zu den Enkelkindern eine derartig spielerisch liebevolle Beziehung haben, wie sie es mit den eigenen Kindern irgendwie nicht hingekriegt haben.


Jörg: Auch das ist so. Genau.


Catrin: Und er war dann auch relativ lange krank. Schon so ab zehn Jahren vor seinem Tod hat er immer wieder Probleme gehabt mit Lungenentzündung und allem Möglichen. da sollte die kleine Lilibet, ist ja dann ab und zu mitgekommen, wenn er irgendwie zur Kur gefahren ist nach Bogner Regis


Jörg: Mmh.


Catrin: oder so. Das hat die Beziehung natürlich auch noch weiter gestärkt. die beiden waren wirklich ganz eng miteinander.


Jörg: Pott und Deckel. Catrin, Gesamteinschätzung George V. Fangen wir so aus


Catrin: Ja.


Jörg: deiner Sicht an.


Catrin: Auf jeden Fall wird er oft unterschätzt und als langweilig dargestellt. Ich habe eine sehr gute Biografie über ihn von Jane Ridley. heißt Never a dull moment, weil er im britischen Sprachraum als dull, als wahnsinnig langweilig und mühsam galt. Aber wenn man hinter die Kulissen guckt und sich mit ihm befasst, war er das gar nicht. Er war kein super glanzvoller König. Er legte auch keinen Wert auf großen Pomp. Er hat meistens seine Marineuniform oder einen Anzug getragen. hat noch ganz lange auch in Sandringham nicht im Haupthaus gewohnt, sondern mit seiner ziemlich großen Familie, also mit May und den zahlreichen Kindern in York Cottage, was irgendwie so eine Art Villa ist, aber natürlich nicht so groß wie Sandringham, weil die Königin Witwe Alexandra einfach nicht ausziehen wollte und sie hatte das Wohnrecht von ihrem Mann vererbt bekommen. Das heißt, die mussten eigentlich warten, bis Queen Alexandra dann auch noch gestorben war, bis sie in Sandringham dann ins Haupthaus einzieht. Die wohnte da mit ihrer unverheirateten Tochter Victoria alleine. Während George und May und alle Angestellten und die fünf Kinder sich da irgendwie zusammendrängten im York Cottage, was eigentlich albern war. So war es dann halt. Das hat er aber alles getragen, weil er seine Mutter liebte und ihr sich da nicht irgendwie raus mobben wollte. Nee, er war irgendwie da auch ein ganz anständiger Mensch, eben kein superglanzvoller König, großer Redner, aber er konnte normal reden, schwingen. Er hat ja auch dann Weihnachtsansprachen schon über Radio als erster König


Jörg: Hm.


Catrin: initiiert. Er war auch kein wirklicher Visionär, aber wir haben ja gesehen, er war ein guter Mediator politisch. rettete die Monarchie über den Ersten Weltkrieg, auch durch die Erfindung, sich jetzt Windsor zu nennen und weg von dem deutschen Familiennamen. Und das unterscheidet die britische Monarchie vom Untergang gleich mehrerer Verwandter, Kaiser und Königshäuser in Europa, Russland, Deutschland, Österreich, Ungarn, alles weg nach dem Ersten Weltkrieg. Und in Großbritannien, auf der Insel, blieb die Krone am Ende ja dann doch stabil.


Jörg: Ja, das ist


Catrin: Das ist auch wirklich ganz arg sein Werk, muss man sagen, sein Verdienst.


Jörg: Finde ich auch. Also bei mir ist er deswegen auch... Du hast das alles wunderbar zusammengefasst, den habe ich eigentlich gar nichts mehr hinzuzufügen.


Catrin: Schade.


Jörg: Es zeigt dann einfach nochmal, warum ich den so gerne mag. Weil es eben nicht diese persönlichen Attitüden sind und nicht dieser Egoismus und nicht dieses nach draußen Schein wollen, sondern er diese Rolle so wahrgenommen hat. deswegen, ganz zu Anfang war die Einleitung ich finde dieses Königspaar so toll, das sind für mich so richtig König und Königin. Und das ist auch heute so. Und das sind so meine zwei Lieblinge eigentlich, die beiden, ich sagen. Obwohl die nun nicht so herzlich und so volksnah, zumindest nicht so sichtbar volksnah waren. Letztendlich waren sie es eben doch. Aber


Catrin: Hm.


Jörg: die verkörpern für mich dieses Königtum. Und er hat genau diese Eigenschaften alle zusammengefasst. Find ich großartig. Wenn ich das sehe, was da vor war und wenn ich das sehe, was danach war teilweise, dann kann ich nur sagen, George V. und Mary, habt ihr super gemacht. Und er hatte offensichtlich auch eine ... Prophezeiungsohr hätte ich fast gesagt oder Mund hatte eine gute Auffassungsgabe und konnte Sachen ganz gut einschätzen. Und ich finde es auch schön, dass die beiden so eine eine tolle Liebe letztendlich hatten und sich wirklich mochten und glücklich waren. Ganz ganz toll. Genau und damit kommen wir dann, wenn es Liebe geht und ganz toll und verantwortungsbewusst sein oder auch nicht. Da kommen wir dann jetzt im nächsten Teil zu Edward VIII. Und das ist eine ziemlich defizile und verrückte Geschichte, kann man sagen. Und da wird dann die liebe Catrin gleich übernehmen und euch den lieben David Edward VIII. vorstellen. Nach einer ganz, ganz kurzen Pause. Ja, da sind wir wieder. Und Catrin jetzt werden wir über Edvard VIII. sprechen. David, König, eine Krone für die Liebe hergab. So können wir, glaube ich, die Überschrift gestalten.


Catrin: Ja, kann man so sagen. Ob das ein guter Deal war, dann, er hat bis zum Schluss geschworen, dass es die beste Entscheidung seines Lebens war. Aber das kann man vielleicht auch unterschiedlicher Meinung sein.


Jörg: Ja.


Catrin: Jedenfalls, also Edward und Wallace, wie sie dann später hieß, dazukamen, die Herzkind von Windsor. Das ist schon sehr speziell eine meiner Lieblingsfälle, kann man sagen, in dieser Monarchie, in unserer Windsor-Reihe. Aber fangen wir mal von vorne an mit der Kindheit. Und da muss man im Grunde, ja, auch sich gemeinsam anschauen. David, dann auch der jüngere Bruder Bertie, über den wir dann später noch berichten werden. Jedenfalls die beiden wuchsen, weil sie auch im Alter relativ nah waren, auch gemeinsam auf mit derselben Nanny, denselben Nannys und waren beide eben Söhne von George V. und unserer May, Queen Mary. Und ja, selbes Kinderzimmer, selbe Eltern und am Ende kam doch was sehr Unterschiedliches dabei raus, als die beiden


Jörg: Ja.


Catrin: erwachsen waren. Es gab auch noch weitere Geschwister, es gab eine Schwester, die auch Mary hieß und es gab George und Henry, später der Herzog von Kent und Gloster und einen kleinen Jungen namens John. Aber dazu erzählen wir später vielleicht noch mal am Rande ein paar Themen, wenn wir noch Zeit haben sollten.


Jörg: Es sind auch wieder so viele Namen, wir erzählen. Genau an


Catrin: verwirrt vielleicht unser Publikum zu sehr.


Jörg: der Stelle nochmal jetzt die Berties, also der


Catrin: Ja, ja.


Jörg: über den wir später, Bruder von David, der hat eben auch den Spitznamen Bertie.


Catrin: weil er mit Rufnamen Albert hieß, eben Bertie, und nannte sich aber dann später als König George VI. Das ist halt bisschen verwirrend, weil die beiden wiederum einen Bruder hatten, der den Rufnamen George hat. Aber der ist eben nicht zu verwechseln mit dem späteren Georges VI. Das kann man so sagen.


Jörg: Vorsicht bei der Namenswahl, ich. Aufgepasst im Straßenverkehr. Haben Sie nun davon.


Catrin: Also, wir, Ausgangspunkt. George V., wir hatten schon gehört, der war kein ostentativ warmherziger, zugehörender, liebevoller Vater. Aber das hat sich natürlich auf die Kinder ausgewirkt. Vor allem jetzt erst mal, wie hat sich das konkret auf David ausgewirkt? Also nicht so richtig gut, man sagen. Lag aber nicht nur an den Eltern oder an den Vater, sondern auch zum Teil an schlecht ausgewählten Nannys, an Kindermädchen. Denn es gibt ja wohl immer wieder Nannys, auch sogar in Königskreisen. Hier in diesem Fall eine gewisse Mary Peters. Die hat gerade auch den ältesten David so bisschen angehimmelt, ihren Zögling und so Lieblingspuppe gemacht und den jüngeren Sohn Bertie, also Albert, den hat sie vernachlässigt und irgendwie auch so bisschen gequält. Richtig systematisch offensichtlich, ganz gruselig.


Jörg: Mmh.


Catrin: Also gerade eben, wurden immer einmal im Tag zu den Eltern runter in den Teesalon gebracht und dann soll sie Bertie direkt vor der Tür nochmal eben schnell richtig heftig kniffen und gezwickt haben, armen kleinen Jungen, bis er anfing zu weinen. Und dann wurden die beiden Söhne reingeführt und der eine strahlte und alles prima und der andere, der war irgendwie am rumknarzen und weinen und dann waren die Eltern natürlich irgendwie... negativ erschüttert und wollten dann auch mit dem kleinen Bertie nicht richtig was zu tun haben. Und dann wurden die irgendwie auch noch falsch gefüttert zum Teil. dass es zu Magenproblemen kamen die Jungs. Also irgendwann kam Queen Mary dann dahinter und dann wurde er entlassen. es war schon, also das hat natürlich auch negative Folgen. Wenn sowas über Monate oder vielleicht Jahre geht und die Eltern immer denken, die Kinder sind irgendwie komisch drauf und wissen gar nicht, dass es einen ganz konkreten Grund gibt, den man leicht abstellen könnte im Grunde.


Jörg: Ihr willst den Grund mal hören, warum ich so bekloppt bin, wie ich bin. Hier kann ich auch eine Geschichte aus meiner Kindheit wissen. Mich erinnert das


Catrin: Okay, ja, dann bitte erzähl.


Jörg: sehr. Als ich das auch damals gelesen habe, das finde ich wirklich furchtbar. Ich war mal auf einer Schule, da hatte ich einen Schulkollegen, will ich den nicht nennen. Das war so ein Rabauke, 3 x 3 Meter groß, also sehr frühreif. Und der hatte mich auf den Kieker Und der hat das auch immer gemacht. Bevor ich irgendwie an die Tafel musste oder so, der wurde auch noch netterweise neben mich gesetzt. hat mir meinen Bein richtig gequetscht und so weiter und mich auch gepiesackt. Und ich war


Catrin: Ja. Und Nö.


Jörg: natürlich total fertig vorher, weil ich wusste, jetzt kommt gleich wieder was. Und


Catrin: das offener.


Jörg: danach auch. Und somit war ich natürlich vorne, wenn ich an der Tafel stand. Ja,


Catrin: weil er nicht wirklich performen kann.


Jörg: und ich hatte einen nicht so empathischen Lehrer. Der das nie mitgekriegt hat, alle anderen hätte man mitkriegen müssen. Aber das stelle ich mir gerade so böse vor, dass du dann so gepiesackt wärst vor der Tür und so. Du kannst ja gar nicht anders. bist natürlich fix und fertig in dem Moment. fürchterlich, schrecklich. wunderbar. Ja, jetzt weißt du, warum ich so bin, wie ich bin. Und


Catrin: Ja. Das ist ja Nervenkrieg auch, also furchtbar. nee, das tut mir leid. Mensch.


Jörg: die Zuhörer wissen das jetzt auch. Genau. Das ist mein großes Dilemma.


Catrin: Gut, ja, schwank aus deinem Ja


Jörg: Ich kann das sehr gut nachvollziehen. Gut.


Catrin: Mensch, also was du auch kindliche Mobbing ausgesetzt hast, tut mir leid. Naja. Naja,


Jörg: Ja nicht nur, aber da.


Catrin: aber zurück zu David. Also er war in der Hinsicht dann da teilweise der bevorzugte, aber er war natürlich auch, war auch ein hübscher Junge, auch aufgeweckt, auch einfach so vom ganzen Wesen her offener und charmant. so einen natürlichen Charme, den Bertie jetzt zum Beispiel nicht so hatte. Das mochten die Menschen natürlich auch an ihm. Aber naja, dann kam halt die Stunde, wo wirklich mal erzogen werden musste, nicht nur ein paar Nennis, sondern irgendwie richtig die Bildung sollte. Da traf ihn dann die volle Harte des Vaters. hat der dann auch was von seinen Söhnen erwartet. jetzt Vorschriften, Etikette, keinerlei Zärtlichkeit mehr, sondern ständige Zurechtweisungen, Schulnoten musste alles passen und dann die klassische Rollenausbildung ab zur Marine, als die echt noch jung waren, die beiden Burschen, als junge Teenager. Und David sollte allerdings dann auch erstmals haben wir jetzt hier einen, der studieren sollte einen Prinzen. Der war dann auch in Oxford so knapp zwei Jahre bis zum Ausbruch des ersten Weltkrieges, also 1912 bis 1914, machte da


Jörg: Mmh.


Catrin: keinen Abschluss, ob das jetzt daran lag, dass er in den Krieg musste oder ob da kein Wert draufgelegt wurde, weil er brauchte ja keinen Uni-Abschluss für seinen Job. Er wusste ja, dass er König wird. Das weiß ich jetzt gerade gar nicht. Übrigens auch interessant, dass der jetzige König Charles III. als Prinz of Wales der erste war, der einen richtigen Uni-Abschluss, einen Bachelor gemacht hat in Cambridge.


Jörg: Ja genau.


Catrin: Also das war vorher einfach nicht als wichtig für Royals. Kaiser Wilhelm II. hat ja auch studiert, Bonn, glaube ich, mich zu erinnern. Hat aber auch keinen Abschluss gemacht,


Jörg: Mhm, genau.


Catrin: weil es als unfein galt, irgendwie Professoren dem künftigen Kaiser irgendwie Prüfungen abnehmen. Das machte man einfach nicht. Das gehört er sich nicht, den herauszufordern. Und deswegen war es völlig klar, dass der ohne Prüfungen da wieder abgeht. Na ja, also David war schon intelligent, aber er hatte nie das Gefühl, seinem Vater genügend zu können. Deswegen hat er sich wohl auch nicht immer so angestrengt, wie er hätte können, intellektuell. Und seine Mutter war auch relativ streng und auch nicht wirklich gut darin, Gefühle zu zeigen. Und da entstand dann vielleicht auch so ein Muster bei ihm, kann man sagen. Er war dann wohl auch dadurch verunsichert und hat dann neigte dazu, sich später dann immer Frauen zu suchen, als er erwachsen war. Also, Affären muss man sagen, die ihn bemutterten, herumkommandierten, also wirklich starke Persönlichkeiten, starke Frauen, die ihn nahezu dominierten. Er hat also nicht an sich irgendwann, als er Anfang Mitte 20 war, eine nette junge Prinzessin gesucht, sondern er war dann immer mit verheirateten Frauen unterwegs, die ihm so bisschen sagten, wo es lang ging sozusagen. Er mochte sogar von denen mal angeblafft werden und ja, vielleicht hat ihm das eine Sicherheit gegeben, weil er das von zu Hause ja gewöhnt war, rumkommandiert zu werden. Laienpsychologisch jetzt.


Jörg: Ja, auch das ist ja etwas, ja okay, natürlich alles immer Küchenpsychologie,


Catrin: Ja, ja.


Jörg: aber letztendlich ist es ja tatsächlich, natürlich prägt uns alle das irgendwie und auf welche Leute wir reinfallen vielleicht und welche nicht, welche wir brauchen und welche


Catrin: Ein Fall ist gut.


Jörg: nicht und so ist eben die Partnerwahl auch teilweise. Die Frage ist nur, ob man was draus lernt irgendwann und das hat


Catrin: Ja, oder ob man immer weiter macht mit dem Muster.


Jörg: immer weitermacht. Und einer der wichtigsten Frauen war Frieda Dudley Ward, eine damalige selbst verheiratet


Catrin: Ja, das war eine der, derjenige, mit der er ziemlich lange, mehrere Jahre zusammen war. Also auch so eine Society


Jörg: Mmh.


Catrin: Lady verheiratet, Ehefrau eines Abgeordneten des britischen Parlaments, zwei Kinder, total geerdet und die sind halt zusammen ausgegangen, haben viel Zeit zusammen verbracht. Die lernten sich 1918 kennen, interessanterweise wegen eines Luftangriffs auf London im ersten Weltkrieg. Und da hatten sie sich eben vor den Bomben untergestellt. Es gab ja im ersten Weltkrieg eben auch schon so bisschen Bombardement.


Jörg: Ja.


Catrin: Und aus dieser Zufallsbegegnung wurde dann eine Beziehung, die fast 16 Jahre hielt. Also on and off. Und ja.


Jörg: Aber eine Option für eine Ehe war das trotzdem nicht.


Catrin: Nein, so war ja nicht adig. Also damals galt es ja eigentlich noch als sinnvoll oder eigentlich dirigör, dass man entweder eine Prinzessin aus einem anderen Haus heiratet oder zumindest aus einem britischen Hochadel. Und das war ja, war sie ja nicht. sie war verheiratet. Ein künftiger König hätte ja eben, sagte man damals, keine geschiedene Frau heiraten können. Das war ja der Knackpunkt dann später auch


Jörg: Genau,


Catrin: bei Wallace Simpson.


Jörg: genau.


Catrin: Damals nahmen die das ja in der Church of England auch noch sehr ernst mit Ehescheidungen. Das ungescgiedene waren ja bis in den späten 50er-Jahren bei Hofe gar nicht zugelassen. Die durften nicht nach Ascot die durften nicht zu Empfängen im Buckingham Palace oder zu Gartenpartys. Das galt schlimm.


Jörg: Was natürlich immer mit dieser Kirchengeschichte auch dazu zu sagen hängt, was man ja nie vergessen darf. Genau.


Catrin: weil der Monarch ja auch immer Oberhaupt der anglikanischen Kirche ist. Das ist eben das Problem.


Jörg: die, wenn wir jetzt so bei seinen Geliebten sind und das, was wir eben sagten, so ein bisschen hörig und gerne


Catrin: Mhm.


Jörg: in der harte Ansprache und so weiter, da wurden ja auch


Catrin: So sagt man.


Jörg: rausgemacht, das ist aber wirklich eine Schlammschlacht. Das wurde ihm ja auch später nachgesagt, wenn wir zu Wallace kommen dass das auch so sexuelle Praktiken gewesen wären und so. Das ist alles nicht überliefert. Was aber überliefert ist und was diesen Komplex und diese Ersatzmutterdynamik beschreibt, das sind ja offensichtlich Briefe, die hier erhalten sind. Ich könnte beim Peter Hornung auch nochmal fragen, ob er da vielleicht sogar auch einen Schatz hat in seiner Sammlung. Aber da


Catrin: Ja, was denn? Was denn?


Jörg: wird es ja schon sehr deutlich, dass er so eine kindliche, unterwürfige Sprache hat, oder?


Catrin: Ja, also fast so Baby-Talk zum Teil, also ganz merkwürdig und


Jörg: Hmm.


Catrin: war, ja, ich war gar kein braver Junge und dann musst du mich bestrafen und wirklich auch in so einem Baby-Talk geschrieben. Und das setzte sich dann auch fort mit seiner nächsten längeren Mätresse Thelma Furness, die auch witzigerweise, die war im Adel verheiratet, war Lady Furness und die waren auch lange zusammen, eine ganz enge Beziehung. Sie, Amerikanerin, stammte aus einem Vanderbilt Clan Und das Interessante oder Pikante daran ist dann auch, über diese Thelma Thurnes lernt Edward irgendwann Wallace kennen. Und dann musste Thelma irgendwann wegen eines Gerichtsprozesses für längere Zeit nach Hause nach Amerika und sagte dann noch so leicht grinsend, kümmere dich doch bitte den kleinen Mann, so nannten sie ihn David, kümmere dich doch ein bisschen David, während ich weg bin. Und dann war sie ein paar Wochen weg. Ja. Und dann hat, ich meine, das war der Prinz von Wales, dass man so über


Jörg: Das schon.


Catrin: spricht allein schon. Und dann hat sich Wallace halt ein bisschen zu gut ihn gekümmert, es mal deutlich zu sagen. So muss man vorsichtig sein, wenn man sowas sagt.


Jörg: Ja, da muss man wirklich... Also eine folgenreiche Bitte könnten wir sagen, Die


Catrin: Ja, kann man definitiv so sagen.


Jörg: dann allerdings ja auch die folgenreichste ist der ganzen britischen Monarchiegeschichte im 20. Jahrhundert.


Catrin: Ja, also eine schicksalhafte Wendung, historisch schicksalhafte Wendung kann man sagen.


Jörg: die sehr viele Leute betroffen hat. Die kommt dann zurück, die Thelma und Pustekuchen. Mist, ist der Platz weggegangen, Platz vergangen. Jetzt ist Walace dran.


Catrin: Ja, es war alles dran und sie erfuhr das auf die ganz harte Tour. Als sie im Buckingham Palace anrief, sich zurückzumelden, wurde sie schlicht nicht mehr durchgestellt. der hatte auch nicht den Anstand, ihr einmal zu sagen, sorry ist nicht mehr, ich will mich von dir trennen. hat einfach gesagt, hier.


Jörg: Nein, da gab es ja auch noch kein SMS und kein Handy, Schatz. Da musst du ja wirklich Verständnis für haben.


Catrin: Nee, nee, der hat seinem Switchboard, der hat der Telefonzentrale einfach gesagt, hier, Lady Fair, das nicht mehr durchstellen und das war's.


Jörg: Ja, was hätte er machen sollen? Briefe schreiben, ja, genau, der Arme.


Catrin: Er hätte sich einmal mit ihr treffen und ihr auf die anständige Art sagen können, dass er sich jetzt in Wallace verliebt hat und dass die Beziehung beendet ist, wie man das als anständiger Mensch macht.


Jörg: Ja, merkt ihr schon. Also, da war er nicht charmant, wir sehen. Überhaupt nicht.


Catrin: Nee, gar nicht.


Jörg: Der konnte nämlich super charmant sein.


Catrin: Wenn er wollte.


Jörg: Der war ja wirklich auch ein Strahlemann, toll, Rodebring und so. Aber eben auch ein


Catrin: Mhm. Ja, war super beliebt auch damals bei den Briten, weil die haben nur die Außenansicht kannten.


Jörg: blöd Mann. auch ein blöd Mann. Konnte eben auch ein furchtbarer blöd Mann sein. Der konnte beides sein.


Catrin: Ja, ja, ja. Also er war schon auch eingebildet und hat sich da, also auch, er wusste auch, wer er war und er wusste das auch zu nutzen. Er gab sich immer sehr volkstümlich, war es am Ende aber nicht wirklich. Er war schon sehr darauf aus, sich einfach ein schönes Leben zu machen als Prinz von Wales, muss man leider auch so sagen.


Jörg: Na ja und er fand das toll, wenn er gesehen wurde. Also wenn man ja zum Beispiel auch die Filmaufnahmen sieht, ja das hat er gemacht bei seinen Reisen und so. Der war ja auch da total beliebt, aber er war natürlich egozentrisch. Es ging nur ihn und niemand anderen. Aber kommen


Catrin: Mmh, ja,


Jörg: wir zu Wally Simpson, dieser Person, wie Queen Mum sie ja


Catrin: Wie Queen Mum


Jörg: immer sehr abschätzig genannt hat. Erzähl


Catrin: Ja.


Jörg: uns doch mal von dieser Person.


Catrin: Ja, also sie hieß ursprünglich, also sie hat gar nicht vollen Namen, Bessie Wallace Warfield, an der Geburt Warfield, aus wirklich respektablen, großbürgerlichen Verhältnissen in Baltimore. Sie hatte auch einen relativ reichen Onkel, der den Familienunterhalt bestritt und hat dann aber, ihr Vater, wenn ich das recht entsinne, ist jung gestorben und sie hat dann relativ früh geheiratet, einen schneidigen Marine Flieger, Earl Winfield Spencer, also Earl ist da der Vorname und kein Titel. weil er wohl schneidig aussah und schien alles erstmal gut, er war auch erstmal standesgemäß. Aber dann stellte sich er leider relativ schnell heraus, er war ein Alkoholiker und auch gewalttätig, er hat sich ganz furchtbar verprügelt. Die Ehe war schon nach nicht mal einem Jahr die komplette Katastrophe. Und dann wurde aber von ihrer Mutter und ihrem reichen Erbonkel Druck ausgeübt, Scheidungen gingen nicht, gesellschaftliche Positionen und bla und bla und wenn du dich scheiden lässt, enterbe ich dich. Und dann hat sie sich scheiden lassen, weil sie das nicht ertragen konnte, diese furchtbare Ehe. Und dann wurde sie wirklich enterbt und ihre Mutter saß da so richtig auf der Straße quasi, weil sie auf einmal keine Geldzufuhr mehr hatten. Also sie hat wirklich harte Zeiten durchgemacht dann auf einmal, von komfortabel zu richtig auf jeden Fall nicht zweimal umdrehen und hatte dann, ist so ein bisschen gereist, war auch mit mit reicheren Freunden in China. Daher gab es dann später auch die Gerüchte in China, hätte sie irgendwelche tollen Dinge gelernt, die man dann im Schlafzimmer ausprobieren kann. Das ist aber nicht belegt, das sind wirklich waren Gerüchte wahrscheinlich sogar Erfindungen, sie schlecht zu machen, als es schon bekannt wurde, dass sie mit dem Prinzen von Wales eine Affäre hatte. Dann traf sie Ernest Simpson. Der hatte zum Teil amerikanische, zum Teil britische Wurzeln und mit dem zog sie dann nach London. Der hat für sie dann auch wiederum seine erste Frau verlassen, zog mit ihr nach London. Solide, auch ein netter Typ. gebildet, aber nicht wahnsinnig aufregend. Er war nicht so ein Partylöwe tatsächlich. Und sie wollte aber gern dann ein großes Haus führen in London und Leute treffen und einladen. Und na ja, und dann gab es die Partys und wurde auch eingeladen, weil ein bisschen Geld war schon da. Sie war auch eine gute Gastgeberin, sehr gut sogar. Und so kam es, dass sie dann 1931 auf einer Party den Thronfolger von England kennenlernte. bei dem hat sie gleich Eindruck gemacht, weil sie als Amerikanerin einfach sehr schlagfertig war und aber auch nicht ganz so devot quasi, sondern auch mal so bisschen Kontra gab verbal. war sehr schlagfertig. Ja, und sie musste sie, sie war so und sie kam aus Amerika,


Jörg: Genau das, was er natürlich cool fand, das musste sie gar nicht spielen. Das war eingebaut.


Catrin: kannte die neuesten Cocktails und dann kam er immer gerne so zu kleinen Dinnerparties zu ihr ins Apartment. Es waren immer so sechs bis acht Leute und dann mixte sie die Cocktails und es war also irgendwie so wirklich so ein Schlagabtausch verbal und die neuesten Geschichten. Und das fand er toll. Da er sich großartig amüsiert und da hatten die auch sofort ein Draht und So ging das dann ziemlich schnell, ziemlich weit, dass er sie dann zu seiner neuen liebsten Freundin erkor sozusagen.


Jörg: Ich habe noch mal eine kurze Nachfrage, auch gerade


Catrin: Ja.


Jörg: da wegen Namen wieder. Earl Winfield Spencer, du hast es schon gesagt, beides Vornamen. Also nicht verwechseln bitte mit den Spencers die wir vorne hatten, mit Diana und so weiter.


Catrin: Ne, ne Earl Spencer? Ne, bestimmt nicht.


Jörg: Weil sonst könnte man natürlich denken, okay, da sind auch so parallel, auch wieder unglückliche Ehen und so weiter, hat nichts mit denen zu tun.


Catrin: Nein, nein, das ist reiner Zufall.


Jörg: Nein, nicht. Falls da jetzt einer die Frage stellen will, dann gleich streichen.


Catrin: Hahahaha


Jörg: Wir haben jetzt eine zweifach geschiedene, amerikanisch-bürgerliche Person. Und das geht natürlich für den Englischen Hof praktisch gar nicht. Die hat ganz viele Regeln gleichzeitig gebrochen. Diese mit der Person, magst du da vielleicht auch nochmal ein bisschen Anekdote rein? Vielleicht kommst du auch später nochmal drauf. Queen Elisabeth, also Queen Mum, Spätere Queen Elisabeth. Hat sie die von Anfang an so als die Person gesehen, so grundsätzlich aus so einem Snorbismus? Oder hat sich dieses abschätzige erst entwickelt, als sie merkte, so jetzt wird's gefährlich, ne? Jetzt könnte es vielleicht auch meinem lieben Ehemann an den Kragen gehen und so weiter. bahnt sich was an oder schadet dem Königshaus? Oder das eine Grundsätzlich-Antipathie, die sie sowieso gegen diese Amerikanerin hegte


Catrin: Ja, also sie war von Anfang an sehr voreingenommen. Es war einfach wirklich auch eine Antipathie von beiden Seiten. Wallace hat sich über über Elisabeth immer lustig gemacht. Hat sie Cookie genannt, weil sie immer schon zu Übergewicht neigte. Während Wallace


Jörg: Nja.


Catrin: ja bekannt ist für den Spruch, kann nie dünn genug und nie reich genug sein. Die war ja ihr Leben lang auch sehr dünn. Und immer


Jörg: Ja.


Catrin: exzellent gestylt, während Elisabeth doch, Elisabeth, spätere Queen, immer als etwas shrumpy galt. hatte leider keine gute ... Auch gerade als junge Frau hatte sie kein gutes Händchen. ihre eigenen Kleider auszuwählen. Das war ja auch diese komische Mode


Jörg: Nee.


Catrin: mit diesen tiefen Tailen so Flapper-Style von 20er-Jahre und so. Das stand ihr einfach


Jörg: Genau, sehr gerade und dadurch wirkt sie natürlich noch breiter.


Catrin: nicht, weil sie schon immer so bisschen üppiger war, während so ganz schlanken Frauen stand das natürlich super. Also die beiden konnten sich von Anfang an nicht riechen und Elisabeth hat das ja auch nicht als Augenhöhe. Sie war immerhin Herzogsgattin, Schwiegertochter des Königs. Sie war sehr, sehr gerne und gut aufgenommen worden als Schwiegertochter. Sie war ja die Tochter eines schottischen Earls, aus dem


Jörg: Mmh.


Catrin: British-Schottischen Hochadel und war sehr gut aufgenommen worden als Schwiegertochter von George V. und May. und war sich sicher in ihrer Rolle, machte einen super Job, unterstützte ihren Ehemann, dann irgendwie zwei Kinder zur Welt gebracht. Sie war in ihrer Position sicher und die hat erst mal sich herausgenommen zu sagen, was ist denn das für eine derer gelaufene, geschehene Amerikanerin. Dann soll halt David mir ihren Affäre haben, aber das hat mit uns noch nichts zu tun. Die wurde bei Hofjahr auch nicht empfangen. Plus es kommt hinzu, das werden wir später auch noch ausführlich besprechen, die gute Elizabeth Bowes-Lyon, wie sie bürgerlich hieß, Queen Mum, hat ja zu Beginn mehrere Heiratsanträge von Bertie. abgewiesen und sie soll


Jörg: Mh.


Catrin: sogar ursprünglich ein Auge auf David auf den Thronfolger geworfen haben. Den kannte sie ja auch. Die waren ja oft zusammen unterwegs, die beiden Brüder auf den Partys der 20er Jahre. Und da hat sie auch oft mit David getanzt und hat sich vielleicht auch bisschen Hoffnung gemacht auf den Thronfolger. Sie war ja auch ehrgeizig und sie konnte ja nicht ahnen, dass Bertie später König wird.


Jörg: Absolut.


Catrin: Ich glaube, das hatte auch damit was zu tun, dass sie auch umso mehr sehr, sehr negativ war, was Wallace betraf, weil er dann so wahnsinnig fixiert darauf war auf diese Frau aus Amerika.


Jörg: Ja, das erklärt es dann wahrscheinlich auch. Ehrgeizig


Catrin: Ein wenig.


Jörg: war Queen Mum auf jeden Fall. Also sozusagen Schattenhof


Catrin: Ja, die wusste schon, wo sie hin wollte für sich und ihre Familie.


Jörg: bis zum Schluss geführt. Also sie war halt Königin.


Catrin: Hm, naja.


Jörg: Aber David, dem interessiert das überhaupt nicht. Der ist egal, wie es drum herum läuft. ist total dieser scharfzüngigen unterhaltsamen Dame, ist er, und kontrolliert, Dame, total verfallen.


Catrin: Völlig verfallen. Und die hat einfach auch eine gute, die war sehr egoman auch, aber wusste auch genau, wie sie ihre Reize ausspielen kann. Und ihr Mann hat ihr Ehemann, Ernest Simpson, die war ja zu einem Zeitpunkt noch mit ihm verheiratet, da war sie erst einmal geschieden. Der hat das auch bis zum gewissen Punkt wirklich alles mitgemacht. Irgendwann wurde es ihm zwar ein bisschen viel, aber sie hat ja ihr Mann auch immer gesagt und lange hat sie das, glaube ich, auch gemeint. Du, lass mal das hilft uns nur in unserer gesellschaftlichen Position, wenn ich hier die Mätresse die Hauptmätresse des ...


Jörg: Mh.


Catrin: von von Wales ist ja hier durchaus üblich in diesem System. Schau dir etwa den siebten an, der hatte ja auch immer seine Hauptmetressen und das berührte den Rest aber irgendwie gar nicht. Die waren auch alle verheiratet und beruhige dich mal, überhaupt nicht schwierig. Und am Ende war es ja vor allem David, der irgendwann gesagt hat, ich will dich heiraten, du musst dich scheiden lassen, ich will dich heiraten. Sie wollte das gar nicht


Jörg: Ja, genau.


Catrin: unbedingt. Sie hätte auch noch eine ganze Weile als Metresse weitermachen können, wenn es nach ihr gegangen wäre. Ja, teure Schenke bekommen, wunderschönen Schmuck, Klamotten.


Jörg: Ja, für sie lief das ja auch wirklich gut, ne? Genau. Ja, war alles super.


Catrin: Und sie konnte ja Gastgeberin für ihn spielen. hatte etwas außerhalb, in der Nähe von Windsor hatte er seinen Landsitz fort Belvedere, gibt es auch immer noch, ist aber an jemand anderen vermietet, da wohnt niemand mehr aus dem Königshaus. Und da hat sie für ihn auch Gastgeberin gespielt, am Wochenende, Partys waren. Und das wurde als völlig normal angesehen, weil Prinz von Wales, hatten ja alle über die Generation, fast alle, bis auf George V. irgendwelche Mätressen Und es gab keinen Anlass, da irgendwie dran zu rütteln. bis es dann soweit war, dass David irgendwie König werden sollte. Und er wollte eigentlich immer, dass sie bei Hofe empfangen wird. Einmal hat er das sogar auch durchgesetzt und seine Eltern waren empört, als sie merkten, dass er ihr als Debutantin dann Mrs. Simpson untergeschoben hatte im Buckingham Palace.


Jörg: Ja und ich finde auch, ist hier an dieser Stelle auch nochmal wie kommen, wie gesagt versprochen, gehen das wirklich nochmal Schritt für Schritt durch, sehr faktisch orientiert, du kannst dich auch noch, ich will nochmal wieder auf Megan kommen, tut mir leid. Ja, weil


Catrin: Ohje!


Jörg: das ja immer wieder, das höre ich bei mir im Tea Room auch immer wieder, wenn wir so sprechen, die Gäste


Catrin: Jaja, die Vergleiche.


Jörg: und so, ja, aber sie stellt ja auch den Vergleich selbst her du auch da wieder dieses berühmte Interview mit Ophra Winfrey und so weiter, du... Das ist ja nicht ausgedacht. Du siehst die Klamotte, die sie trägt, ist fast 1


Catrin: Ja, das war schon ein optischer Bezug.


Jörg: zu 1 Kopie von dem, was Wallace Simpson gemacht hat. Auch die Schminke, die Frisur, die sie sonst nie so trägt. Und was ja auch immer, glaube ich, welche Geschichte erzählt werden soll, auch da so ein bisschen die missverstandene Wallace, die so gebashed wird von allen so schlecht behandelt wird und so weiter und so Aber der große Unterschied, den hast du ja gerade auch nochmal gezeigt, ist, Wallis Simpson, ja, die war jetzt als Matresse und mit all den Vorteilen, die da waren, wäre die ja zufrieden gewesen. Die wollte jetzt nicht unbedingt Königin werden. Das war hier erst das Ziel. Und sie hat sich dem unterworfen, sozusagen, was David wollte. Und das ist hier bei Harry und Meghan anders. Also,


Catrin: Völlig anders.


Jörg: Meghan wusste sehr genau. was dann passiert, wenn sie dort einhalten. Nicht, dass es eine Thronfolge ist, aber sie wusste genau, welche Rolle sie hätte einnehmen müssen und sich zurückhalten müssen und so. Also das ist nicht so, dass sie da so reingeschlittert ist über eine Party und so weiter. So empfinde ich das zumindest. Das ist schon ein Unterschied


Catrin: Nein, und man darf eines nicht...


Jörg: zu Wallace. mit all ihren Fehlern kommen wir gleich nochmal dazu. Aber das ist schon ein anderer Schnack, finde ich. Eine vollkommen andere Geschichte.


Catrin: Ja, vor allem, man darf ja nicht vergessen, das gerät manchmal in Vergessenheit, aber in den Jahren 2017, 18, noch bevor sie überhaupt verheiratet war, wurde sie von der Queen und Prinz Philip und von der Familie unheimlich offen und nett aufgenommen. Die durfte ja


Jörg: eben.


Catrin: sogar als Verlobte schon zur Weihnachtsfeier nach Sandringham kommen, was völlig außen


Jörg: Genau.


Catrin: vor war. Das war noch nie vorher passiert. Man durfte eigentlich immer nur, wenn man schon verheiratet war, einem Familienmitglied der Windsors nach Sandringham zu Weihnachtsfeier. Und weil sie ja angeblich keine richtige Familie mehr hatte irgendwo, auch das arme Kind. durfte sie mit Harry schon nach Sandringham. Sie haben sich so viel Mühe gegeben, sie zu integrieren und ihr ein gutes Gefühl zu geben. Und zuerst hat sie das ja auch noch gesagt. Es gibt diese vom Januar 2018 ein Radio-Interview von Harry, wo er betont, wie doll es Meghan gefallen habe in Sandringham über Weihnachten. Endlich hätte sie die Großfamilie und dieses Eingebettet-Sein in einem liebevollen Familienkreis, was sie von zu Hause gar nicht kennen würde. Und das ist etwas, die sie Vorteile hatte. Wallis Simpson alle überhaupt nicht. Meghan ist zunächst wirklich mit offenen Armen empfangen worden, auch wenn ganz schlaue Leute wie Prinz Philip immer schon in wenig Vorbehalte hatten und zu Harry sagten, du mit einer Schauspielerin kannst du mal ausgehen, die solltest du aber nicht heiraten. Das ist aber ein anderes Thema. Als es klar war, dass Harry sie unbedingt heiraten wollte, haben die sie alle einen Ruck gegeben und haben sie wirklich herzlich und offen erst mal aufgenommen. Und


Jörg: Genau.


Catrin: das ist auch nie weg zu diskutieren. Insofern.


Jörg: Ja, genau, so ist es. Das ist mir noch mal wichtig. Ich will das ein bisschen einflechten, weil kommt noch mal drauf an. Da werden so Geschichten


Catrin: Hm.


Jörg: erzählt, und wir wollen einfach gegenhalten, wir zwei. Wir gegen den Rest der Welt. Genau, also jetzt aber am


Catrin: Gerne. Ja, wir zwei Malchisten.


Jörg: 20. Januar 1936, da stirbt Davids Vater. Und David wird dann übernacht König Edward VIII. Da ist die Beziehung aber... mit Walace Simpson schon längst Mittelpunkt seines Lebens und er hat eben nicht auf den Rat seiner Familie und auch nicht auf den Rat seiner Minister und auch nicht auf den Rat der Kirche gehört. Ja und dann bricht die wirkliche Katastrophe, die Krise aus. Genau.


Catrin: Die Abdeckungskrise, die größte Krise der Monarchie im 20. Jahrhundert. Ganz, ganz übel, lange Diskussionen. Die Politik wurde ja dann auch mit ins Boot geholt. Die mussten ja auch was dazu sagen. Der Premierminister und Churchill hat übrigens lange Zeit noch versucht, David zu helfen. Und dann wurde diskutiert, gibt es Alternativen? Eine morganatische Ehe zur linken Hand. Also dass Wallace, dass sie zwar offiziell rechtsgültig verheiratet sind, sie aber nicht den Titel


Jörg: Mhm.


Catrin: Königin tragen wird. Und eventuelle Nachkommen, man wusste ja damals noch nicht, dass wir keine Kinder würden haben können, eventuelle Nachkommen eben nicht drohenvoll geberechtigt sind, das wäre auch noch eine Lösung gewesen. Aber am Ende haben sie sich dagegen entschieden. Aus verschiedenen Gründen. Nicht nur, weil der Widerstand gegen sie als dann zweimal geschiedene Amerikanerin so groß war, dann als künftige Königin, sondern auch wegen der politischen Ansichten, die wieder ein innerer Kreis wusste David hatte und Wallace auch. Es heißt ja, Wallace hätte sogar parallel noch eine Affäre mit Joachim von Ribbentrop gehabt, Deutsch- den Botschafter des Deutschen Reiches in London damals. Also es war schon so, dass alle das Gefühl hatten, es wäre vielleicht eine ganz gute Idee, wenn David nicht König bleibt, sondern wenn wir uns für Bertie entscheiden. Das ist die sichere Bank. Und am Ende war es dann im Dezember nach einem Jahr, da der junge Mann sich ruiniert, wie sein Vater schon vorher prophezeit hatte, hat der Premierminister Stanley Baldwin dann klar gemacht. dass es nichts wird. etwa könne nicht König bleiben und Wallace heiraten und sich dann mit ihr gemeinsam krönen lassen. Er war ja noch nicht gekrönt. Er wollte, es gab ja schon ein Datum im Mai 1937, er wollte mit Wallace zusammen gekrönt werden. Und das ging auf keinen Fall. Das haben ihm dann Kirchenvertreter und Politik und alle klar gemacht und auch seine Mutter im Übrigen, Queen Mary. Die haben gesagt, geht gar nicht. Wiederheirat von Geschiedenen die noch lebende Ex-Partner haben, geht gar nicht, können wir nicht machen. Und Alternativen waren auch nicht wirklich, wie erwähnt, morganatische Ehe. Nein, war auch keine gute Idee, lehnte das Kabinett auch ab. Und ja, dann ging es nicht.


Jörg: Ja, und Churchill war da auch nicht, muss ich sagen, an der Stelle auch keine Hilfe. Der war zu der Zeit jetzt nicht der beliebteste Politiker, auch ziemlich


Catrin: Ne.


Jörg: isoliert. Und allein, dass der sich so in die Bresche geschmissen hat für ihn, hat, glaube ich, nicht dazu beigetragen, andere zu überzeugen, sondern es war eher sogar noch mehr ein Grund zu sagen, wenn der das auch noch will, dann schon gar nicht. Nicht, dass dann auch noch der Churchill recht kriegt. Also das war da eher ungeschickt an der Stelle. Diese ganzen Geschichten mit dieser Nähe zu den Nazis, es gibt ganz viele belegte und jetzt auch offene Berichte des amerikanischen Geheimdienstes, was da so auch alles passiert ist. Das ist jetzt auch nicht alles ausgedacht an der Stelle, da gibt es schon Belege. Dass er da auch mit Geheimnissen und


Catrin: Ja, die Marburg-Files.


Jörg: so, das war schon nicht ohne. Nicht nur eine Sympathie.


Catrin: Nein, es gab auch Versuche von Nazi-Deutschland, den britischen König oder später den Herzog von Windsor zu instrumentalisieren, ihn auszuforschen. Man hat ihm Versprechungen gemacht, wenn die Deutschen den Krieg gewinnen würden, dass man ihn dann wieder auf den Thron setzen würde. Als er schon im Exil war, hat er ja mit Wallace eine Art inoffiziellen Staatsbesuch zum Obersalzberg gemacht. in Führer, da


Jörg: Ja genau.


Catrin: gibt es auch Filme von. Aufzeichnung. gibt sogar ein ganzes Buch von unserem britischen Autor Andrew Lownie The Traitor King, also der Verräterkönig, wo es eben auch diese Verstrickungen geht, von etwa dem 8. und später als Herzog von Windsor auch. Sehr spannend zu lesen. Also es war sicherlich alles in allem schon wirklich gut, dass der nicht auf dem Thron geblieben ist. Muss man sagen, auch rein politisch. Wer weiß, was sonst, wie der Zweite Weltkrieg sonst ausgegangen wäre.


Jörg: Man darf das nicht unterschätzen. Es gab natürlich gerade auch im Adel, gab es schon Sympathisanten mit dem Dritten Reich, ganz viele. So kamen letztendlich auch die Politik zustande, vor Churchill, die Appeasement Politik und so weiter.


Catrin: Ja genau.


Jörg: Und er hat es eben auf die Spitze getrieben. Und da muss man sehen, wenn er in dieser Richtung ist, auch da wie der Kind seiner Zeit. Wenn er natürlich von diesen Adligen auch umgeben ist aus dieser ganzen Welt, da hat er das jetzt auch nicht als total moralisch verwerflich angesehen Und dann hat er auch noch eine Frau an seiner Seite, die dem auch noch so, der ja


Catrin: Ja, nahe steht er.


Jörg: nahe steht, ja, dachte wirklich, das wäre die richtige Form. Er tut da was Gutes. Er hatte kein gutes Gespür für Politik, muss man einfach sagen. Er war eben nicht besonders interessiert. Und hier zeigt sich das Recht. Es ist blöd, wenn ich nicht belesen bin, keine Ahnung habe, aber auch beratungsresistent. Das natürlich eine fiese Kombi. Anders als bei George in Fünf.


Catrin: Ja, ist, er, da ist eben ... Man könnte beinahe meinen, dass Harry sein Sohn im Geiste ist, weil bei Harry ist die Mischung ähnlich.


Jörg: Ja, womit wir wieder genau. Am Ende


Catrin: Ja, naja, das nur ein Wandel.


Jörg: blieb dann aber doch nur die Abdankung. Die war am 11. Dezember 36.


Catrin: 11. Dezember verkündet, am 12. Dezember, es gab die Rundfunkansprache am selben Abend, als er in Windsor unterschrieben hatte. Und er war dann am Ende nur 326 Tage auf dem Thron als König von Großbritannien und Kaiser von Indien. er ja damals auch noch.


Jörg: Ja.


Catrin: Die Könige waren ja bis 1947 auch immer noch Kaiser von Indien. Aber Abdankungsurkunde unterschrieben, herzergreifende Rede im Radio gehalten, dass er sich nicht in der Lage fühlt, dieses wichtige Amt auszufüllen, ohne die Hilfe und Unterstützung der Frau. Die er liebe hieß es dann da, hat die BBC in die ganze Welt übertragen, Schluchz. Ja, und dann war es durch und noch in derselben Nacht hat er das Land verlassen und ist dann ins Exil gegangen.


Jörg: Genau, die meiste Zeit waren sie in Frankreich, kann man sagen.


Catrin: Alles in alles ion allem ja in Paris, auch mal an der Cote Azur sie hatten verschiedene Residenzen, Zeit lang, haben sie ja da, es jetzt mal chronologisch zu machen, erst mal haben sie dann nach ein paar Monaten geheiratet, Wallace war schon in Frankreich, hatte dabei Freunden, so lange ausgeharrt. Und dann haben sie im Juni 1937 in aller Stille geheiratet, auf einem Schloss, was Freunden von Freunden gehörte, Schloss Condé. Und was natürlich schon hart war, David hatte sich das anders vorgestellt, kein einziges Mitglied, keiner seiner Brüder ist gekommen zur Hochzeit. Eigentlich war Louis-Mountbatten als sein Vetter auch als Trauzeuge geplant. Der durfte auch nicht kommen. Das hat das Königshaus verboten. Also das war schon hart. Aber die haben sich ganz klar distanziert, das Königshaus, und wollten damit nichts mehr zu tun haben und wollten eben auch verhindern, dass der neue Herzog von Windsor und seine Frau so eine Art Gegenhof, so einen zweiten britischen Hof, anders aufmacht.


Jörg: was ja immer die Gefahr ist. Auch da wieder


Catrin: Definitiv.


Jörg: ein kleiner Ausblick auf unsere Folge. Auch das ist heute etwas, was man vermutet, dass eben auch so ein fieser Gegenhof gemacht werden soll als Konkurrenz zu William und jetzt schon zu William und Catherine, dass man da ein bisschen reinstinken will. Und da muss man in der Tat, wenn man aus der Geschichte lernt, muss man auch wirklich drauf aufpassen. Dann ist er so, er ist jetzt der Duke of Windsor, diesen Titel hat er bekommen. Ist natürlich immer noch Royal Highness. Geht dann aber auch die Duchess of Windsor, seine Frau. Die ist keine Royal Highness. Und da haben wir, glaube ich, einen kleinen Bruch mit seinem Bruder. Das nimmt er ihn sehr übel, dass seine Frau diesen Titel nicht bekommt.


Catrin: Ja, weil das ja auch bedeutete, wenn die zu zweit umwohin kamen, dann wurde vor ihnen geknickst und sich verbeut und vor der Frau eben nicht, weil vor dir geknickst


Jörg: Und dann


Catrin: werden muss, nur wenn du eine königliche Hoheit bist. Und er hat jahrelang immer wieder dafür geworben, dass sie jetzt doch bitte endlich mal diesen Titel bekommt. Aber es wurde immer abgelehnt. Immer. Also im Grunde war es fast wie eine morganatische Ehe, nur dass sie halt den Herzogstitel, Herzoginnen-Titel tragen durfte.


Jörg: Mh.


Catrin: Aber sie ist eben nie erhoben worden in einer königlichen Hoheit. Und das war eine lebenslange Kränkung für ihn eigentlich noch mehr als für sie, denn sie als Amerikanerin konnte auch nur beschränkt was anfangen mit dem Titel. Aber es war tatsächlich so, wenn die beiden irgendwo eingeladen waren, wurde dann durch Personal immer vorab den Gastgebern schon bedeutet, dass man eben auch allen anderen Gästen sagen möge, wenn man die Stimmung des Abends nicht komplett von Anfang an verderben will, sollten die Frauen bitte vor Wallace knixen, als ob sie eine königliche Hoheit wäre. Und das haben viele dann auch gemacht, obwohl es ja eigentlich nicht zustand. Ja, Fake it till you make it. ja,


Jörg: als ob. Ja. Und dann hat er aber, es war ja immer ein Streit so ringen um Geld, Titel, offizielle Rolle, weil, machen wir uns nichts vor, die beiden haben sich natürlich auch in ihren ewigen Partys und so weiter, ja, die hatten keinen Liebensinhalt, sie hatten eben keine Aufgabe. Also eigentlich finde ich dramat, dramatischer Absturz. Goldener Käfig, finde ich.


Catrin: Hm.


Jörg: Das war eigentlich schlimme Entscheidung. Glücklich sind die beiden nie, ich glaube alle beiden nicht, mit sich schon, die liebten sich, aber ihr Leben, das war, glaube ich, nicht glücklich. Und das hat auch nichts geändert, dass er dann zum Gouverneur von den Bahamas, dann hat er eine Rolle bekommen und dann wurde er Gouverneur der Bahamas. Aber das war nun auch nicht so das dollste denke ich mal.


Catrin: Ja, also dort hatten sie, war sie ja dann als Gouverneur Gattin hat sie ja da so bisschen auch so Charities gemacht und hatte eine gewisse repräsentative Aufgabe. Das war dann, jetzt waren so zwei, drei Jahre, war nicht so doof, aber man muss ja auch sagen, auf ihr lastet ja auf einmal ein enormer Druck. Es kommt aus ihren Memoiren eine Anekdote, quasi als sie dann am Morgen nach der Hochzeit dann irgendwie zu, allein zu zweit zu Hause waren oder ich glaube nach den Flitterwochen dann. Wachte er eines Morgens auf, guckte sie mit fragenden Blick an und sagte, okay, meine liebe Wallace, was machen wir denn jetzt heute? Was hast du denn vorgesehen? Weil er war ein Leben lang daran gewöhnt, dass er eben jeden Tag von seinem Privatsekretär dann


Jörg: Hmm...


Catrin: einen Tagesplan vorgelegt bekam und er konnte sich selber gar nicht organisieren. Und sie hat den Rest ihres Ehelebens mit ihm dann verbracht, ihn zu organisieren und ihn zu bespaßen im Grunde. Was ihr dann irgendwann auch mal langsam anstrengend wurde. Und also einfach war das mit Sicherheit nicht. Und er hat sie ja auch mehr geliebt als umgekehrt. Also sie hätte ihn ja nach eigener Aussage nicht unbedingt heiraten müssen. Sie fand vieles daran ganz toll und sie mochte ihn sicherlich auch, aber sie hatte auch Affären während der Ehe.


Jörg: Du sagst jetzt, der Affäre hat ja nichts mit Liebe zu tun. Denkst du, sie hat ihn nicht geliebt? Glaubst du das? er, glaubt sie ja.


Catrin: Die, die das auch erforscht haben, sagen, dass er jedenfalls nicht ihre große Liebe bringt.


Jörg: okay. Anders als bei ihm. Absolut. Ja, muss man sagen, ne?


Catrin: Ja, also das war einfach ein Gefälle, ein Gefühlsgefälle. Aber sie kamen da nicht mehr raus, wegen ihr war ein Königreich weggeschmissen worden sozusagen. Da konnte sie dann nicht sagen, ach sorry Schatz, ich hab mich geirrt, so toll fühl ich dich doch nicht. Also


Jörg: Ja, das kannst du vergessen.


Catrin: mit gefangen, mit gehangen. Das war schon ein bisschen die Tragik. Ja, Wallace. Also sie war schon eine sehr spannende Persönlichkeit, man sagen. Ich kann schon verstehen, dass er sie wahrscheinlich faszinierend fand. Sie war scharfsinnig, auch ziemlich gebildet, welterfahren sie ist ja viel gereist, auch bevor sie ihn kennenlernte, einmal ganze Welt gereist. war so Art Mode-Ikone, stilbildend in ihrer Generation, weil immer perfekt angezogen hat, sich wirklich von den tollsten Designern auch in Paris einkleiden lassen. Ihre Schmuck-Sammlung war berühmt. Er hat eher unheimlich viel wunderschönen Schmuck arbeiten lassen, hat aber auch zum Teil aus den Kronjuwelen so ein paar Sachen geschenkt, die er eigentlich nicht hätte mitnehmen dürfen aus England. Ja, so ganz


Jörg: aus Versehen.


Catrin: aus Versehen. Aber sie war eben auch sehr kontrollierend, sehr egoman, also sehr egoistisch einfach. Und wir haben es ja eben schon mal gesagt, viele Historiker, die sich damit befasst haben, der Überzeugung, dass sie eigentlich nie darauf aus war, Königin zu werden oder auch nur Herzogin Sie wäre ganz gerne einfach noch ein paar Jahre Mätresse geblieben, hätte dann gerne noch mehr Schmuck eingesackt und irgendwann wäre sie mit Ernest vielleicht wieder, mit Ernest Simpson, nach Amerika gegangen, wäre auch gut gewesen. Aber David wollte halt, als er abdankte, er wollte sie unbedingt heiraten und deswegen wissen wir, hat er ihr dann auch abgedankt. Aber sie soll darüber schon sehr entsetzt gewesen sein. Es gibt Briefe, wo sie ihn anfleht nicht abzudanken und das, sie ihm anbetet, sich zurückzuziehen.


Jörg: Ja. Ich finde, auch da gibt es Parallelen. Da sieht man auch wieder, wie ungerecht das alles ist. Also eine Camilla war der Sargnagel von Diana und und so weiter und so fort. All diese Geschichten kennen wir. Und Walace da, die Schuhe zuzuschieben. Nur, wie kann man jetzt finden, wie man will? Das ist ebenso ungerecht. Und ich muss auch sagen, jetzt will ich nicht die Namen schon wieder erwähnen. Wer ist schlimmer von beiden? David weiß das alles. David kannte sich aus im Königshaus. David hätte wissen müssen, was das ist. Und David hat allen den Stinkefinger gezeigt. hat gesagt, ich nehme mein persönliches Glück vor allen Dingen Er war, konnte er ja auch tun, er ist ja nicht gefangen, er ist weggegangen, aber konnte nicht damit leben, weil er eben doch alles haben wollte und nichts. Und das kann man Wallace Simpson eben nicht vorwerfen. Und das finde ich so gemein. Der schwache, das schwache Glied und das egoistische Glied in dieser Beziehung ist David gewesen.


Catrin: Hm.


Jörg: Ganz eindeutig für mich. Und das kann man jetzt auch für die fortfolgenden Geschichten genauso sagen. Das finde ich immer so gemein. Und da zeigt sich, wenn wir immer so von Gleichberechtigung sprechen all die Leute,


Catrin: Ja.


Jörg: die immer dann die Damen so in Beschlag nehmen, gerade auch Frauen gerne, muss ich sagen, damit selbst... Da setzt man einen alten Klischee auf, dass immer, dass die Frau ist eben die Hexe. Die Frau ist die Hexe, die ihn


Catrin: Ja, ja, Frauenbärschung immer, ja.


Jörg: verzaubert hat und der Mann, ich weiß nicht, ob alle sich bewusst sind, wenn sie so Partei ergreifen, dass sie eigentlich gerade selbst sehr frauenfeindlich sind. Der wusste schon, was er tut. Genau, also da nehme ich sie mal in Schutz an der Stelle.


Catrin: Ja, das wusste er. Und man muss auch sagen, er war ja nun ein Jahr lang König, und dieser Zeit hat er seinen Job nicht gut gemacht. Er hat ja auch jeden Tag diese großen roten Aktenkoffer mit Regierungsdokumenten bekommen. Er war aber nicht motiviert, da mal einfach konsequent jeden Tag drei, vier Stunden hinzusetzen, die ordentlich durchzuarbeiten. Der hat die überall rumliegen lassen. Viele Ministerien kriegten ihre wichtigen Regierungsdokumente zwar unterschrieben zurück, da waren aber so ... Cocktailglasabdrücke drauf. Das heißt, während er auf der Party war, während er Gäste hatte, das da, diese Regierungsdokumente rumliegen lassen. Jeder konnte da reinlesen, konnte seine klebrigen Gläser drauf abstellen. Das war total respektlos und überhaupt nicht engagiert. Der hatte auch keinerlei inneren Drang, sich wirklich mit dem Amt auseinanderzusetzen. Der mochte keine harte Arbeit. Der war oberflächlich und faul und wollte eigentlich immer nur Party machen.


Jörg: Genau, und das schließt den Kreis eben da auch so. Das ist kein Spielzeug sozusagen, mit dem man schlecht erzogen und egoistisch durchherum machen kann. Das ist ganz, ganz fürchterlich. Ja, ich glaube, da haben wir auch gleich die Gesamteinschätzung von Edward dem Achten im Grunde genommen. Genau, das wäre mir auch nochmal wichtig.


Catrin: Schon ein bisschen. Wir müssen doch erwähnen, dass er auch modisch sehr, sehr ein, auch ein Stil hat. Dein Ding erzähl du nochmal über seine Mode, sein Modevorbild.


Jörg: Modisch muss ich sagen, ich muss auch sagen, fand das das war ein unglaublich attraktiver Mann. Seine Mimik


Catrin: Ja, als junger Mann toll.


Jörg: war auch irre, dieses eigentlich schiefe Gesicht, aber der hatte so eine lässige Art und Weise. Und modisch hat er, ähnlich wie sein Großvater, wirklich einiges geprägt. hat eine lockere Mode, die Charles heute im Übrigen noch


Catrin: Hm. Ja.


Jörg: so trägt, also diese weichen, feinen Stoffe, die Hosen, wie sie getragen werden, all das, Hosenumschlag und so weiter und so fort, das hat er wirklich richtig nach vorne gebracht und das war in seiner Zeit eine absolute Stilikone, muss man so sagen. Und da würde er heute noch auf jeder Party gut weggehen. Ich finde ja immer der Prince of Kent, Prince Michael of Kent.


Catrin: Prince Michael


Jörg: Der hat auch manchmal so dieses Ding. Das ist ja auch so ein kleines Modepüppchen. Der erinnert mich ganz oft so an Edward VIII. Ja, weil er auch so, das ist so ein Dandy. Und das hatte


Catrin: Also der jüngere Bruder des jetzigen Kindes. Ja, das stimmt.


Jörg: so ein Dandy einfach. Und das war Edward VIII. mit absoluter Sicherheit. Also wenn ich nur die Klamotten sehe Hat er was geleistet. Du siehst, jeder Mensch hat was Gutes.


Catrin: Ja, hat er was geleistet. Auch als Herzog von Windsor war er ja noch oft in den Best- also Best-angezogener Mann des Jahres und so in diesen Zeitschriftsbesten


Jörg: Zurecht.


Catrin: war er zu Recht oft drin. ich habe letztens im Kensington Palace in der Ausstellung auch noch mal einige seiner Anzüge gesehen. Dann Hosen mit Aufschlag. Hat sein Vater George sich so wahnsinnig darüber aufgeregt, weil das damals völlig neu war und galt als unfein. Aber er hat das publik gemacht, als modernen, als Trend quasi geprägt, diese Hosenaufschläge. Also


Jörg: Ja, dieser, macht Schaltz heute auch noch, die Hand so in die Taschen zu


Catrin: Der da war ja schon vorbildhaft. Hand in der Hosentasche.


Jörg: stecken, mit Daumen raus und so weiter. ist so eine Attitüde, die immer unglaublich elegant aussieht. Muss man sagen, Charles macht es heute noch und das hat hat Edward VIII. so eingeführt. Also da könnte man eine ganze Modesendung drüber machen, auch eben wie du schon sagtest Wallace auch, toll, tolle Frau, toller Schmuck, haben einen guten Geschmack. Genau, aber am Ende kann man sagen, die größte Verfassungskrise des 20. Jahrhunderts in Großbritannien. Und paradoxerweise hat sie die Monarchie am Ende eher gestärkt als geschwächt. Wir können eigentlich heute alle froh sein. Alles soll so sein, wie es ist, sage ich ja immer. Ich glaube, am


Catrin: Hm.


Jörg: Ende wird alles gut. Und die Institution hat gezeigt, dass sie auch einen ungeeigneten König loswerden kann, ohne selbst daran zu zerbrechen. Und sie hat völlig ungeplant dann ... finde ich genau den richtigen Nachfolger auf den Thron gebracht. Und das war dann George VI., den wir heute, liebe Catrin beim besten... Nein, wir haben doch den Mund zu


Catrin: nicht mehr schaffen. Wir haben wieder zu viel gequatscht.


Jörg: voll genommen. Wie soll das gehen? Wie soll das gehen? Wir sind bei zwei Stunden noch was. Genau.


Catrin: Aber wenn es schon so ist, dann lass mich noch kurz zwei Filhinweise loswerden, die zu Edward


Jörg: Bitte.


Catrin: und Wallace passen. Es gibt tatsächlich als Regisseurin von Madonna, dem Popstar, die ja auch als Schauspieler unterwegs war, und als Regisseurin gibt es einen sehr schönen Film, Edward und Wallace. Den kann man auch, ich weiß


Jörg: Mhhm.


Catrin: gar nicht, auf Amazon oder Netflix streamen. Der ist wirklich gut gemacht. Und es wird demnächst ins Kino kommen. Ein ganz spannender Film über die letzten Jahre der alten Herzgehen von Windsor, der alten Wallace, als sie schon verwitwet waren nach seinem


Jörg: Wow!


Catrin: Tod, wo sie dann schon bettlägerig war. über sie und ihre damalige Anwältin, Susanne Blum, die sie dann leider ja auch furchtbar ausgenommen und ausgenutzt hat, als sie schon sehr, krank war und fast blind. Und Joan Collins spielt Wallis Simpson und Isabella Rossellini spielt Susanne Blum, die Anwältin. Das wird toll.


Jörg: Also Joan Collins kann ich jetzt schon mal sagen, geniale Wahl. Das wird die toll hinkriegen. Großartig.


Catrin: Find ich auch. der Film wird sicher hochspannend. Ich werde noch mal gucken. Ich hab jetzt leider vergessen, wie der Titel heißt, werden wir aber in den Shownotes dann erwähnen.


Jörg: unbedingt.


Catrin: Und der müsste jetzt im Herbst irgendwann in die Kinos kommen.


Jörg: Sehr schön. und damit sind wir dann am Ende angelangt. Es geht dann beim nächsten Mal mit unserem Brett 4. Bertie, Bertie, der


Catrin: Dann aber wirklich mit Bertie.


Jörg: George VI. Damit fangen wir dann an und dann geht's natürlich weiter mit Queen Elisabeth und fortfolgende. Und wir haben ganz großes Lob gekriegt.


Catrin: Viel Spaß.


Jörg: Genau, ein Zuhörer hat uns geschrieben, hat gesagt, also wenn er ehrlich ist, findet er alles ganz toll, findet er super. kann jetzt auch viele Sachen richtig gut einordnen und hört sich das auch alles gerne an über alle Monarchien. Da werden wir ja auch später weitermachen. Aber Großbritannien gefällt ihm natürlich am besten. Das würden wir ganz ganz toll machen. sollen weiter so machen. Und es macht uns beiden natürlich auch am meisten Spaß. Und


Catrin: Ja, natürlich.


Jörg: damit wir noch mehr Hörer kriegen und Zuhörerinnen haben wir uns gedacht, vielleicht kriegen wir später, das wollen wir ja in Staffel 2 hinkriegen, auch zu sehr. Das ist ja auf YouTube so beliebt. Und genau Zuschauer.


Catrin: Zuschauer, Zuschauerinnen und Zuschauer.


Jörg: Und jetzt haben wir unsere Folgen auf jeden Fall schon mal auf YouTube hochgeladen. Ihr könnt uns auch dort finden unter Thronfolgen. Ja, da sind alle Folgen auch schon hochgeladen, weil doch die Verbreitung da sehr stark ist. Euch bitten wir natürlich wie gehabt immer zu kommentieren. 5 Sterne freuen uns natürlich besonders. Ihr könnt ganz aktiv mithelfen, wir dann eine große Verbreitung erfahren und schön weitermachen können. Ja, und wir sehen uns. Wir haben auch schon den nächsten Termin schon ausgemacht. das wäre, hast du den Termin im Kopf, liebe Catrin?


Catrin: Jetzt ist Ende September, das heißt diese Folge geht jetzt wahrscheinlich ein, zwei Tagen online und wir nehmen das nächste Mal auf Ende Oktober.


Jörg: Genau.


Catrin: Das ist der 26. Oktober, das heißt den 7.28. drum, das sagst du, weil du unser Technik-Experte bist, die nächste Folge.


Jörg: Genau, ja eigentlich immer einen Tag später. Heute haben wir es aufgenommen. Wir nehmen eigentlich immer montags auf und dienstags spätestens wird veröffentlicht. Genau, also wir werden uns einigen dann auch für die Staffel 2, es dann wenn es auch keine riesen zwei Stunden senden mehr, sondern wir sind fokussierter und werden dann auch so über jemanden wie Alice von Battenberg sprechen. Das war ein Wunsch von der Anja, dass wir das mal machen,


Catrin: Das wünscht es nehmen wir uns gerne an.


Jörg: über solche großen Persönlichkeiten, aber das dann fokussierter. Und das wird immer Ende des Monats sein. diesen alle vier Wochen Ende des Monats, letzter Montag oder Dienstag dann im Monat, da werden wir dann veröffentlichen. Genau, das ist der Plan für die nächsten Folgen und für die Staffel 2 dann später auch. Jetzt sagen wir erstmal ganz herzlichen Dank wieder für eure Aufmerksamkeit. Uns hat Spaß gemacht, also mir zumindest, dir auch.


Catrin: Ja, mir auch, natürlich auch von mir ganz herzlichen Dank.


Jörg: Und dann sehen wir uns oder hören wir uns ganz bald wieder. dahin ganz lieben Dank und tschüss.


Catrin: Tschüss!