Aug. 13, 2026

Folge 06 - Königreich Grossbritannien Teil 1: Drei schräge Vögel auf dem Thron

Folge 06 - Königreich Grossbritannien Teil 1: Drei schräge Vögel auf dem Thron
Folge 06 - Königreich Grossbritannien Teil 1: Drei schräge Vögel auf dem Thron
Thronfolgen – der Royal Podcast
Folge 06 - Königreich Grossbritannien Teil 1: Drei schräge Vögel auf dem Thron

Farmer George, Prinny und Sailor King – drei schräge Vögel auf dem Thron. 👑
Der eine verliert Amerika, der nächste ein Vermögen und der dritte spart sogar bei seiner Krönung. George III., George IV. und William IV.: drei Könige, jede Menge Familienchaos, Skandale, Reformen – und erstaunlich viele Spuren, die die britische Monarchie bis heute prägen.

Unsere große Reise durch die britische Monarchie beginnt – und für Großbritannien brauchen wir mehr als eine Folge. Viel mehr. Denn die Geschichten, Persönlichkeiten und Traditionen dieser Monarchie wirken bis heute nach.

Im ersten Teil beschäftigen wir uns mit George III., George IV. und William IV.: drei Königen aus einer Familie, die unterschiedlicher kaum sein könnten.

Unsere Empfehlungen aus der Folge:

Queen Charlotte: A Bridgerton Story
https://www.netflix.com/de-en/title/81476183

Hamilton

https://hamiltonmusical.com/london/

The Madness of King George
https://www.bfi.org.uk/film/c292862e-19b5-5d1a-84da-6ab9afe2fb7b/the-madness-of-king-george

Kew Gardens

https://www.kew.org/kew-gardens

Apsley House

https://www.english-heritage.org.uk/visit/places/apsley-house/

Royal Pavilion, Brighton
https://brightonmuseums.org.uk/visit/royal-pavilion-garden/

Lock & Co. Hatters

https://www.lockhatters.com/

Queen Elizabeth II: Her Life in Style

https://www.royalcollection.org.uk/visit/the-queens-gallery-buckingham-palace

Thronfolgen – Der Royal Podcast

https://thronfolgenpodcast.de

Eaton Place Tearoom Hamburg
Jörgs Tearoom. Hier bekommt ihr die royalen Tees, wie z.B. den neuen Princess of Wales Tea und vieles mehr. Auch signierte Bücher von Catrins royalen Riesefüher.


Jörg: Hallo, Catrin


Catrin: Halle mal lieber Jörg!


Jörg: Wir freuen uns. Heute geht es los mit dem ersten Teil Großbritannien, das dickste Brett, das wir zu bohren haben.


Catrin: Das dickste britische Brett, aber wir freuen uns natürlich schon lange darauf, unsere Lieblingsmonarchie ausführlich zu plaudern.


Jörg: Genau, ganz viele von euch haben uns auch geschrieben, haben gesagt, Mensch, jetzt geht es endlich mal mit England los. In dieser ersten Staffel von Thronfolgen der Podcast haben wir gesagt, wir wollen alle großen Monarchien durchsprechen. Mit Großbritannien endet das. Das ist große Finale. Allerdings müssen wir das Finale auf mehrere Folgen, nämlich sehr wahrscheinlich vier Folgen aufteilen. Anders geht es nicht. Und das ist auch gar nicht so ungewöhnlich, wenn ich, liebe andere Podcastkollegen, so aus dem Geschichtsumfeld sehe. Wir handeln dann auch mal so an Bismarck oder so und da gibt es auch vier Teile dazu. Alles andere wäre viel zu kurz. Wir haben zu viele Monarchen, zu viele Persönlichkeiten, zu viele Anekdoten, zu


Catrin: Ja.


Jörg: viele schöne Geschichten. Aber all die Sachen, die vielleicht wichtig oder auch weniger wichtig erscheinen, sind total wichtig für das Verständnis der heutigen Monarchie. Und wir versprechen euch, ganz am Ende gibt es ein dickes Wollkneuel alle Fäden laufen zusammen. Und das findet sich dann in der vierten Folge auf jeden Fall wieder. Da ist es dann die aktuelle Monarchie, wir haben mit Charles III. und mit Camilla, mit William und Catherine und so weiter und so fort. Das ist versprochen. Was wir nicht versprechen können, ist, wie viel Zeit wir für Wien brauchen in der Folge.


Catrin: Ja, das ist das Problem.


Jörg: Genau. Und weil ich euch ja gerade, oder wir euch erzählt haben, wir machen das nur an einem Stück und Unser Podcast lebt ja von den Einwürfen, von den Gedanken, von den Ideen. Und wir lesen nicht von einem Skript ab. Kann es sein, dass wir heute nicht alle die Monarchen schaffen, die wir schaffen wollten? Aber


Catrin: Die Gefahr bestimmt.


Jörg: wir haben uns vorgenommen, checkt das mal ganz zum Schluss, wir haben uns vorgenommen heute George III. zu besprechen. Der sagt vielen vielleicht gar nichts. George IV. und William IV. Und wenn wir es dann noch schaffen, aber es ist fast zu viel, es Viktoria gewesen. Aber ich glaube, wir beschränken uns auf diese drei Monarchen. Die sind ganz, ganz wichtig und stellen eine Epoche auch dar. Und dann kann es weitergehen mit Victoria Das haben wir uns für heute vorgenommen.


Catrin: Das finde ich einen guten Plan, George III. und zwei seiner Söhne. Ich befürchte fast mehr schaffen wir nicht in einem Rutsch, weil wir es ja wirklich alles an einem Nachmittag aufnehmen.


Jörg: Wir zwei, hübsch. Mir fällt gerade ein, wir reden ja auch immer über dein wunderbares Buch. Das muss hier wieder vorkommen, man stelle sich


Catrin: Bitte, tschüs.


Jörg: vor, jetzt könnte man ja denken, dieses Buch, da guckt der Jörg nie rein, tut er aber. Ich war nämlich jetzt in London. Vier Tage, ein wunderbares Geschenk von meinem lieben, lieben Mann. Da war ich unter anderem bei der Ausstellung, die dir jetzt noch ein Tüdelchen bevorsteht, nämlich Her life in...ne, ja, genau.


Catrin: Elisabeth, for life in style.


Jörg: So ist es. Habe ich schon vor lauter Aufregung vergessen. Ich war begeistert. Und ich habe diesmal Pallmall gewohnt. Das heißt, ist am Waterloo Square, diese ganze Ecke, unten beim St.


Catrin: Ja, das ist eine schöne Gegend.


Jörg: James' Palace. Und natürlich habe ich auch mal geguckt, was steht da in deinem Büchlein drin. Und so ist


Catrin: Ja, das wird beim Reisenführer gearbeitet. Sehr schön.


Jörg: es. Und da gibt es jetzt diesen wunderbaren Hutmacher, der eher für es kit nicht wegzudenken


Catrin: Nein, Lock & Co. und er hat auch schon historisch schon für Lady Diana und viele andere berühmte Royals auch die Hüte gemacht. Er hat auch ein kleines Hutmuseum hinten im Ladengeschäft, wo die Holz- warhaft die Holzköpfe mit den richtigen Abmessungen da sind.


Jörg: Ja.


Catrin: Das ist also einer der schönsten Tipps aus meinem Buch, der royale Reiseführer Europas Monarchinien.


Jörg: Genau, das haben wir natürlich auch gemacht und war wirklich schön. Auch Schuhmanufakturen sind da, Loobs und so weiter und so fort.


Catrin: Ja, sure.


Jörg: diese Ecke ist ganz toll. haben London diesmal ganz anders erlebt, weil wir diesmal direkt dort gewohnt haben und das war ein Katzensprung zum Buckingham Palace, zum St. James' Palace und so weiter. Also diese Ecke ist natürlich wirklich toll, weil diese so zentral war und ja. Da habe ich gleich mal, wie gesagt, in dein Büchlein reingeschaut und geguckt. Ja, das freut mich


Catrin: Das freut mich sehr.


Jörg: auch, dass dich das so freut. Also,


Catrin: Ja, dann können wir uns doch aufeinander verlassen.


Jörg: genug der Vorrede. Heute, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, machen wir eine kleine Reise auch vor allen Dingen in die Regency-Zeit, in die Zeit der Karikaturen. Ein Wort, das mir immer schwer fällt auszusprechen. Mal sehen, wie ich durch ... da durchkommen heute. Dann werden wir uns natürlich mit großen Königen total schrägen Anekdoten und schrägen Vögeln beschäftigen und wir werden hoffentlich erschaffen, dass ihr die Grundlagen habt, die heutige Monarchie zu verstehen. Auf diese Reise nehmen wir euch heute mit und gleich fängt die liebe Catrin an mit George III. Bis gleich! also Katrin, bevor wir jetzt gleich starten, was ist denn in letzter Zeit so passiert an der royalen Front? Vertell mal.


Catrin: Ja, also es ist Sommerzeit, aber ich habe so das Gefühl, von Sommerloch kann dieses Jahr keine Rede sein. Es gibt schöne Bilder, es gibt Nachrichten und ich fange mal mit was Schönem an, so ein bisschen noch mal der Bogen von unserer letzten Folge, wo wir über die spanische Monarchie gesprochen hatten. Auch die spanischen Royals sind gerade mal wieder im Urlaub. Philippe und Letizia, das Königspaar, und die beiden Töchter, Leonor und Sophia, wie jedes Jahr auch einen Teil der Sommerferien verbringen, die in ihrem Sommerpalast, Marie-Evente-Palast auf Mallorca. Und da sind sie sehr privat eingestellt, aber sie machen auch einmal immer einen Empfang für die Honoration der Insel und dann ziehen sich alle hübsch an und defilieren an Königspaar vorbei. Und es war wieder sehr hübsch, die Damen der Familie reizend angezogen, aber auch sommerlich entspannt, somit mit irgendwie so Espatris und schönen fließenden Sommerkleidern. Und alle waren gebräunt und in Urlaubsstimmung. Und ich fand es besonders schön zu sehen bei der Gelegenheit, da gab es ja auch sogar Filmaufnahmen, die man im Netz auch ansehen konnte, wie die beiden Töchter bei der Anfangswache sich die alte Großmutter Königin Sophia, also Ex-Königin Sophia gekümmert haben. Die ist ja schon Ende 80 und inzwischen hat sie ein bisschen Probleme zu gehen, ist sehr dünn geworden, mein Eindruck. Und die beiden haben wirklich rechts und links den Arm ihre Großmutter gelegt, als sie dann ein Stück gehen mussten auch und haben sie wirklich gestützt und haben ihr bisschen geholfen, ihre Position zu finden für die Fotografen, als es dann den Fototermin gab.


Jörg: Mh.


Catrin: Also ganz, ganz süßer Familienzusammenhalt. Und ich hatte auch den Eindruck, es gab dann Tag später auch noch Bildmaterial, wie die ganze Familie zusammen essen ging, dann privat die liefen alle miteinander wie eine normale Familie durch die Innenstadt, Fußgängerzone von Palma und gingen dann in ein schönes Restaurant. Auch da plauderten sie alle miteinander. Ich glaube auch, dieser Zwist zwischen Königin Letizia und ihrer Schwiegermutter ist auch besser geworden. Die gingen da auch sehr freundlich und entspannt miteinander Da war ich dann doch beruhigt, weil zeitweise lief das da wohl nicht so gut. Aber das war so ein kleiner schöner Sommereinblick, der mir gut gefallen hat. Und wie gesagt, wir mögen die Spanier ja auch. Gell, Jörg?


Jörg: Das hat man bei der letzten Folge hoffentlich gesehen,


Catrin: Ja.


Jörg: unsere Spanien, unsere dicke Brett-Folge. Genau, aber wenn es dicke Bretter gibt, dieses Brett ist ja jetzt noch dicker, dass wir heute bohren werden. Ich habe mich auch gefreut.


Catrin: Ja, ein britisches Blatt.


Jörg: Ich finde es immer schön, das zu sehen, gerade auch mit Sophia. Die finde ich so großartig. Du weißt ja, ich mag ja so Frauen, die sich so durchschlagen und so standhaft bleiben. Das finde ich bei Sophia ist eben auch der Fall. Und wenn ich solche Bilder sehe, freue ich mich dann auch immer wieder. Und es gab jetzt aber auch noch eine ganz andere Ecke, eine sehr, sehr schöne Geschichte, wo sich sehr viele Royals getroffen haben. Und er erzähle uns auch damit, da eigentlich auch ein bisschen durch Zufall drauf gestoßen auf so schöne Bilder.


Catrin: Ja, also ich hatte es im Hinterkopf als Termin in meinem Royalen Ereigniskalender stehen, den ich ja immer führe, damit ich auch rechtzeitig eben entsprechend drüber schreiben kann, auch für Sternen und Gala und so weiter. Es geht Aachen, die sind auch noch dabei im Moment, finden gerade Weltmeisterschaften statt. Die heißen FEI, Federation, Equipe, Gott, das ist französisch, ja, also jedenfalls irgendwas mit Pferden.


Jörg: Hahaha


Catrin: Und da sind dieses Mal überraschend viele Royals aus verschiedenen Ländern gleich zu Gast. Und zwar alle von denen, die mit Pferden sehr stark was am Hut haben oder sogar die meisten von denen, die ich gleich aufzählen werde, haben auch wirklich alle schon mal auf Turnierniveau geritten, zum Teil sogar an Olympischen Spielen teilgenommen. Insofern traf sich da eine eine Pferdeelite mit königlichem Stammbaum, wobei sowohl die Menschen als auch die Pferde in gewisser Weise einen königlichen Stammbaum haben, nämlich allen voran Amalia der Niederlande, die Kronprinzessin der Niederlande, die hat früher als junge Frau auch mal so halb professionell Reitsport betrieben, Turniere geritten und die war ganz exzellenter Laune, ganz süß, da sah man auch ein kleines Interview heute Morgen im Fernsehen tatsächlich, so kam ich jetzt aktuell drauf, dass es wirklich so groß ist als royales Thema, dass wir es als Royal News aufnehmen könnten hier in unserer Folge heute und sie war so begeistert, wie sie die Pferde streichelt und ihren Reportern vorschwärmte, was das für wunderschöne Tiere sind. Und sie strahlte übers ganze Gesicht und war also ganz bei sich und bei der Sache. Und hat sich sehr gut verstanden mit Königin Mary von Dänemark, die auch da war.


Jörg: Ja.


Catrin: Die ist Hobbyreiterin, sehr gerne und sehr gut. Die war in einem wunderschönen braunen fließenden Seidenkleid mit weißen Poker-Dots, so bisschen Pretty Woman-mäßig da. Und die beiden Damen saßen zusammen auf der Tribüne und haben da sich Sachen zugeflüstert miteinander, die Pferde begutachtet und so. Und unsere Olympia Reiterin Sarah Tindle, die Tochter von Prinzessin Anne, auch die lief da rum und guckte durch alle fachfraulich, fachmännisch die Pferde an. Und Elena von Spanien, also die Tochter von Exkönig Juan Carlos, die ist auch eine sehr begabte Reiterin, die war eben auch vor Ort und die saßen natürlich alle zusammen auf der VIP-Regüne. Und zu Beginn die Eröffnung, also die Eröffnung hat auch Amalia in den Niederlande gemacht als Gast und die kam auch in der Golden Kutsche, die sie mitgebracht hatte quasi aus den Niederlanden,


Jörg: Ja.


Catrin: wurde einmal durch, durch das Reitsport. in Aachen und jetzt sehen sie halt Wettbewerbe im Spring, Reiten, Dressur, Reiteninfo.


Jörg: Die Prinzessin Anne war nicht dabei?


Catrin: Ich habe sie heute Morgen in den Bildern nicht gesehen. Letztes Jahr war sie dabei. Ob sie jetzt dieses Mal noch kommt?


Jörg: So.


Catrin: Im Moment ist sie noch in Schottland meines Wissens. Ich bin nicht sicher, ob sie dieses Jahr jetzt auch kommt. Vielleicht hat sie deswegen ihre Tochter geschickt.


Jörg: Weil sonst hätte ich da hinfahren können auf die Schnelle, weil es gibt noch eine ganz neue News-Nachricht, nämlich was sie Princess Royal betrifft. Eine der wichtigsten Nachrichten dieses Jahres. Der Eaton Place Tea Room, Hamburg, den kennst du vielleicht, der ist einer, man hört immer wieder von ihm, der hat


Catrin: Ja, wenn jetzt du das sagst, ich glaube, ich habe schon mal das gehört.


Jörg: doch jetzt tatsächlich einen Tee rausgebracht. Einen Tee, einen ganz wunderbaren Assam-Tee mit einer Moccanote Und warum mit einer Moccanote dieser Tee, den haben wir tatsächlich der Princess Royal Anne gewidmet. Die kommt nämlich immer zu kurz bei der ganzen Geschichte. Und ab jetzt


Catrin: Da ist was dran.


Jörg: ist er bei uns verfügbar. Freuen wir uns total drüber. Genau, und er kommt auch sehr, gut an. Ja, also ich hätte ihn dann übergeben können. Wird nichts. Leider Gottes. Wir haben sie überall gesucht.


Catrin: Wir finden schon noch eine Gelegenheit für euch. Das schaffen wir noch. Ich bin auch sehr gespannt auf den Prinzessin Anne Ich habe ihn leider noch nicht kosten können, aber ich bin überzeugt, ist wunderbar.


Jörg: Ja, der ist auch so frisch, da hattest du noch keine Zeit zu, dafür hattest du zu viel zu tun. Genau. Dann kommen wir aber zu


Catrin: Ja, das ist wohl so.


Jörg: einer eigentlich schrecklichen Nachricht, an die ich gar nicht glauben mag, wenn sie jemals kommt. Eine Nachricht, einem BBC, wer sie bei der BBC passiert, dieser kleine Unfall, sag ich mal, dann wären Köpfe gerollt. Ein Tontechniker eines Radiosenders in Essex, eines regionalen Radiosenders. Dem ist ja leider Gottes eine Kleinigkeit unterlaufen die nicht so schön ist.


Catrin: Das war echt übel. Der sollte im Studium nur irgendwas neu einstellen oder reparieren. Und dann hat er wohl in den Tonkonserven gesehen, da steht König Charles drauf. Das ist aber spannend, das höre ich mir jetzt einfach mal eben an. Mir merkt ja keiner. Ich höre da jetzt mal eben rein. Also hörte er in die vor aufgezeichnete Tonkonserve, die den Tod des Königs verkündete. Und er wusste aber nicht, dass er das irgendwie so blöd eingeschaltet hatte, dass er automatisch auf Sendung ging damit. Das heißt, in der Grafstadt Essex ist über den Älter gegangen, Nachricht, dass Queenie Schaltzer III. soeben verstorben sei. Und dann kamen natürlich sofort besorgte und empörte Rückfragen der Zuhörerschaft. Und dann haben sie es gemerkt und sich natürlich furchtbar entschuldigt. Dann war erstmal Sendepause und das war natürlich alles gruselig. Aber es macht es natürlich anders als früher bei der alten Queen oder so. Natürlich hat man da auch gedacht, die Nachricht dürfte nie kommen. Aber es war nie so, Es ist jetzt ganz akut, aber dadurch, dass man bei Charles weiß, dass er krebskrank ist, kann natürlich immer spontane Verschlechterung eintreten. Das heißt, es ist leider gar nicht so unwahrscheinlich, dass es hätte stimmen können. Das hat das Ganze natürlich umso schlimmer gemacht. Also richtig übel. Also die können froh sein, dass Charles nicht dazu neigt, Leute zu verklagen von Presse, Rundfunk und so weiter. Da wird es für keinen Arsch begeben. Ja, er hat ja Humor.


Jörg: Er hat ja dann irgendwie von seiner Nahtoderfahrung gesprochen. ich hab's bei Instagram, da war ich allerdings auch wieder sehr erschrocken und ich weiß auch, warum ich Instagram privat zumindest eigentlich gar nicht nutze. Ich hab tatsächlich erst mal gewagt, die Kommentare reinzugucken. Ab und zu mach ich das auch bei, wenn's Themen von Camilla geht.


Catrin: Hm.


Jörg: Und ich war wirklich erschrocken, mit welcher Boshaftigkeit ab... Grundtiefenboßhaftigkeit dort reingeschrieben wurde in einigen von Magazinen auch, Hello Magazine und so weiter. Ganz, ganz schreckliche


Catrin: Okay, was schreiben die denn?


Jörg: Sachen. feindlich gegenüber Charles, ja, wen hat er denn seine Nachtoterfahrung gesehen? Hat er da nun irgendwie Mohammed gesehen oder Jesus? Also auch rechtsradikale Geschichte.


Catrin: Ach so.


Jörg: Andere, die gesagt haben, dass es diese Nachricht nicht stimmt. Ich will es gar nicht wiederholen. Wirklich furchtbare


Catrin: Ne.


Jörg: Kommentare. Das erschreckt mich dann doch immer wieder, dass das tatsächlich so gemacht wird. Und dann immer wieder mit dem Ton, ja, William, soll jetzt, wann


Catrin: Hm.


Jörg: wird der endlich König? Das wird ein guter König. Also all den Leuten würde ich natürlich gerne sagen, Leute schämt euch, der liebe William, den ihr so toll findet, den ich auch toll finde, der würde euch mit Sicherheit nicht so toll finden, wenn ihr so einen Quatsch erzählt. Ich finde das schrecklich. Ich finde das furchtbar,


Catrin: Ja, das macht fertig.


Jörg: wie man ja, und da siehst du, dass dann natürlich seit dem Tod der Queen auch nochmal wieder was sich geändert hat. Also dieser Respekt vor dieser Rolle, es ist eine Rolle, der ist natürlich komplett. komplett weg bei einigen, aber bei vielen, vielen eben auch nicht. Man muss immer wieder sagen, auch da eine kleine laute Gruppe, die Mehrheit eben ist nicht so. Trotzdem ist es nicht schön, das zu lesen. Ja, so viel zu den Royal News. Genau, die würde ich jetzt hier auch abkürzen, damit wir


Catrin: Ja, nee, ich bin noch durst. Alles gut.


Jörg: unser dickes Brett bohren können, oder?


Catrin: Ja, da müssen wir jetzt dringend mit anfangen. Das dicke britische Brett. Ich liebe ja Alliterationen.


Jörg: Das dicke britische Bett. Wir beginnen So Catrin wir hatten ja beschlossen bei George III. anzufangen, wenn wir die wichtigsten Monarchen der letzten 250 Jahre durchgehen, also britischen Monarchen. Und jetzt erzähl uns doch mal, was war das für ein Vogel?


Catrin: Ja, also ich war ja tatsächlich auch, ich bin schuld, ich war diejenige, gesagt hat, komm lass uns doch bei George III. anfangen. hattest ja zunächst gedacht, dein Liebling George IV. wäre der, wo wir loslegen sollten. Also ich habe dann dafür plädiert, dass wir bei seinem Vater anfangen, weil der einfach


Jörg: Ja.


Catrin: während seiner Regentschaft vieles geprägt hat oder da waren einige wichtige Ereignisse für die britische Geschichte. Aber ich finde ihn als Person einfach auch extrem spannend, denn er ist einfach wirklich, er war einfach ein ehrenhafter, guter Mensch. sehr gebildet, guter Charakter. war das Gegenteil seines genusssüchtigen Sohnes, des berühmten Georges IV. Prinzregent und so. Da wirst du uns ja später im Detail noch vieles spannendes erzählen. Aber George III. geboren 1738. Er war der erste Hannoveranerkönig also aus dem Hause Hannover, der tatsächlich in Großbritannien geboren wurde und auch Englisch als Muttersprache hatte. Seine Vorgänger, George I und George II, kamen ja, also der erste kam ja direkt aus Deutsch und sprach gar kein Englisch, der sprach nur Deutsch. George II sprach Englisch mit deutschem Akzent. Peinlich, wenn der Staat so überhaupt die eigene


Jörg: Ja.


Catrin: Sprache nur mit schlimmem Akzent spricht. Dazwischen gab es dann noch einen Prince of Wales, also der Vater von George III. war nicht George II., sondern dazwischen gab es noch einen Prince of Wales, der aber vor seinem Vater und vor seinem Sohn gestorben ist. Deswegen hat dann George III. seinen Großvater beerbt. Aber da war auch schon seit langer Zeit natürlich klar, er ist der Thronfolger er muss dafür auch ausgebildet werden. Und das muss man seinem Großvater zugute halten. Er hat dafür gesorgt, dass der kleine George, Chemie, Physik, Astronomie, Mathematik, alles, ganz viel Wissenschaft. in sich aufsaugen konnte und musisch begabt war er schon auch ein bisschen. hat sehr gerne getanzt. natürlich auch, war ja damals auch noch üblich, Reiten, Fechten, alles was man so können muss. Aber er war so sehr umfassend gebildet. Das war damals wirklich ungewöhnlich für einen britischen Thronfolger, dass er geistig und körperlich fit und gestellt und gut gebildet


Jörg: Ja.


Catrin: war und hat das auch alles mitgemacht, war aber in seiner Jugend zurückhaltend, eher schüchtern. Und dann ist er auch noch in sehr jungen Jahren König geworden mit 22, eben weil er nicht den Vater, sondern den Großvater beerbt hat. ja, also das muss ich sagen, da gibt's, ich hab da wirklich Spaß gehabt, mich nochmal vorzubereiten auf heute und nochmal genauer nachzulesen.


Jörg: Ich finde ihn auch so spannend, er wirklich der erste, insofern macht das auch Sinn, der erste wirklich britische König war.


Catrin: Genau.


Jörg: Über dieses Thema Hannover, Haus Hannover und Trennung und so weiter, das ist auch ein ganz spannendes Thema, da können wir auch nochmal eine Sonderfolge machen. ja, das finde ich so toll. Eigentlich beginnt es damit so, mit George III.


Catrin: Ja, so ein bisschen. Naja, also er kam auf den Thron eben mit 22 im Jahr 1760, weil, wie eben schon erwähnt, sein Vater, Frederik Prinz of Wales schon vor ihm gestorben war. Und der junge König war sich seiner Pflichten in jeder Hinsicht bewusst. Er war ja noch Single und er hat gedacht, okay, ich bin 22, im besten Mannesalter, ich bin jetzt König. Was ich brauche, ist eine Königin, mit der ich dann auch Nachkommen zeugen kann.


Jörg: Wien.


Catrin: Und das hat er sich natürlich nicht selber ausgedacht und ausgesucht. Seine Berater haben ihm dann geraten zu einer protestantischen Prinzessin. Sie musste ja protestantisch sein, keine Katholikin, das wäre nicht gegangen. Prinzessin Sophie Charlotte von Mecklenburg-Strelitz, eine deutsche Prinzessin, die zu ihm geschickt wurde, damit er einen Blick auf sie werfen konnte. Und zwei Tage später wurde dann auch schon geheiratet, nachdem er genickt hatte. Also die haben einmal Hallo gesagt, sich nicht gar nicht erst groß kennengelernt, das ist ja nicht Not. Da wurde dann erst mal geheiratet. Also klassisch arrangierte Ehe. wurden dann auch beide direkt zwei Wochen später gekrönt, weil er war schon König, aber er war noch nicht gekrönt, als er geheiratet hat. Das ging alles ratzfatz, also wirklich erstaunlich, wie schnell die auch damals schon sein konnten, wo die Reisezeiten noch so viel länger waren. Naja, jedenfalls, was ich wirklich bemerkenswert finde an dieser Verbindung, diese arrangierte Ehe, wurde dann tatsächlich über die Jahre zu einer der glücklichsten königlichen Beziehungen Großbritanniens überhaupt. Also in der Zeit sowieso, aber auch so im Rückblick. Sie haben sich wirklich sehr schnell sehr lieben gelernt. Wenn sie hinter verschlossenen Türen waren, eine wirklich zugewandte, nahezu bürgerlich wirkende Ehe, wo sie wirklich auf Augenhöhe miteinander diskutiert haben. Sie nahm sie sehr ernst und liebte sie, hat für sie einen Lustschloss gekauft, was Buckingham House hieß. Was sagt uns das? Was war das wohl für ein Häuschen? Genau. Da ist später was Größeres rausgeworden. Das


Jörg: Da kommen wir später noch drauf. Daraus wird ja dann noch was. Aus klein nach groß.


Catrin: stand an der Stelle, wo man heute den Buckingham Palast kennt. Aber das war damals ja noch ganz ländlich und quasi außerhalb der Tore der Hauptstadt, weil die Stadt ja längst noch nicht so groß war. Denn da konnte sich dann so als Damenhäuschen immer mal vom Hofleben zurückziehen. Das Hofleben fand statt in Kiew oder auch im Kensington Palace zum Teil, aber eben da in der Gegend von London noch nicht. Und sie hatten ja dann eine wachsende Kinderschar. Sie hatten insgesamt 15 Kinder, 15 in Norden. verbrachten auch beide gerne ernsthaft Zeit mit ihren Kindern. Auch das war ungewöhnlich zur damaligen Zeit. Die wurden nicht direkt nach der Geburt abgeschoben an eine Nanny oder irgendwie Amme und Nanny und dann nur noch ganz selten gesehen, sondern die haben wirklich gerne einen auf Familie gemacht. Also quasi so bisschen Vorbildfamilie für ganz viel später dann Victoria und Orbert. Also hinter verschlossenen Türen war eine bürgerliche Familie. Und auch für einen Hannoveraner König, das... dass er so häuslich war und treu, dass er keine Mätressen hatte, dass er überhaupt nicht interessiert war. Das war wirklich sehr, sehr ungewöhnlich. An dieser Stelle gerne ein Hinweis, den wir auch in die Shownotes packen werden. Die Serie Bridgerton kennen vielleicht viele von euch. Und da gibt es einen Spin-off-Film, auch bei Netflix, der quasi die Geschichte von Königin Charlotte behandelt. Wie sie eben nach England kam, wie sie George geheiratet hat. das ist so ein bisschen, natürlich ist das ein bisschen stilisiert und so weiter und geschönt. Aber es macht Spaß, anzugucken, wenn man ein Gefühl bekommen möchte für die Person Charlotte von Mecklenburg-Strelitz und Queen Charlotte. In Bridgerton kommt die berühmte Queen Charlotte ja sehr viel vor, ihr Mann hingegen praktisch gar nicht, weil er damals schon medizinisch gesehen abgetreten war. Aber auch dazu kommen wir dann gleich noch.


Jörg: Ja, eine total erfolgreiche Serie ja auch. Die ist so bisschen abgedreht, was die Musik betrifft und so weiter. Die ist sehr bunt.


Catrin: Ja, ja, und dieses Colorblind-Casting, das finde ich auch immer so bisschen, ich weiß nicht so richtig, was ich davon halten soll. In vielen Fällen finde ich es nicht gelungen.


Jörg: Nein, ist etwas, ich schalte. Ganz oft schalte ich es schon ab, wenn ich die Musik doof finde. Wenn die Musik einfach vollkommen unpassend ist. ist Thema, interessiert mich grundsätzlich.


Catrin: Ja.


Jörg: Auch wenn man ein Café geht, die Musik ist einfach so häufig unpassend. Dem Anlass überhaupt nicht angemessen. Da stecken aber so psychologische Tricks ja auch dahinter. Das soll ja auch ganz oft in der Gastro nervige Musik sein, die Leute ganz schnell wieder gehen.


Catrin: Hm.


Jörg: Aber ich finde das ganz komisch bei den Filmen auch, dass die Musik so überlastig ist und auch so laut, Dialoge leise. Und bei diesen historischen Filmen, das soll dem immer so einen modernen Anstrich geben. Und ich finde das bei Bridgerton zum Beispiel überhaupt nicht nötig, weil diese Romane sind ja auch äußerst erfolgreich. Und ich glaube, würde auch gehen, ohne solche blöde Musik da zu untermahlen. Die Leute sind einfach interessiert. Und das ist ganz nett gemacht einfach, weil das ist ja


Catrin: Ja.


Jörg: kein historisches Werk, sondern es ist eben bunt und tolle Kleider, schöne Dialoge, all das kommt darin vor. Die Musik ...


Catrin: Ja, die Dialoge sind meist ja doch sehr lustig, das muss man sagen. Also, ein schönes Hummeln.


Jörg: bräuchte es gar nicht. So lernt man diese Art der Musik auch bisschen Charlotte kennen. Das finde ich spannend. Bei den Hannoveraner fällt mir noch so ein, wenn die beiden so familiär zusammen gelebt haben. Das ist natürlich echt ein Kontrast zu den Königen. George, ersten und den zweiten. Da haben wir jetzt bewusst nicht angefangen. Frauen gegenüber nicht so nett, das mal freundlich auszudrücken. Das war


Catrin: Das ist sehr freundlich ausgedrückt.


Jörg: echt schlimm, was da abgelaufen ist. Und insofern ist das auch, ich, mit George III. so ein Bruch, dass das ein vollkommen anderes Verhältnis auch zu den Ehefrauen ist. Dass das eine tolle Ehe geworden ist.


Catrin: Ja, das war vielleicht ist es ja auch wirklich eine Charakterfrage. war ein ehrenhafter und ehrlicher Mann und weil seine Eltern ja auch dann relativ früh gestorben waren oder sein Vater, die Mutter lebte da noch. Er hatte aber auch zur Mutter ein diffiziles Verhältnis. Er war vielleicht auch einsam und wollte wirklich eine Seelenverwandte, mit der er einfach offen


Jörg: Ja.


Catrin: alles reden konnte. Und das hat sich dann ergeben, dass sie auch eine klug junge Frau war und dass das funktioniert hat mit ihr und dass sie da geschnackelt haben quasi auch mental sozusagen. Und dazu kam George III. war auch wirklich gläubig. war fromm. Und wenn man dem Lehren der Kirche glaubt, soll man ja dann auch seine Ehepartner nicht betrügen. Und er war Sparsam Also echt so bisschen nicht direkt puritanisch, aber schon sehr zurückhaltend.


Jörg: Ja.


Catrin: Liebte das Landleben, deswegen, sagtest es eben schon, Farmer George. Er war ein leidenschaftlicher Förderer von Gartenbau, Botanik und Landwirtschaft, sodass eben sein Volk eben diesen Spitznamen Farmer George verpasste. So ein bisschen liebevoll, herablassend, lächelnd. Und ein bisschen hat er diese Gartenleidenschaft von seiner Mutter Prinzessin Augusta, die nämlich dafür gesorgt hat, dass in Kew Gardens diese schönen Gärten angelegt wurden. Denn da gab


Jörg: Ja.


Catrin: es damals auch ein richtiges Schloss, in dem sie lebten und den Garten da außen rum. Heute steht nur noch ein Teil. Die Gärten schauen, es gibt das Queens House noch, aber den


Jörg: Gibt es heute nicht mehr, ja.


Catrin: Palast selber gibt es nicht mehr. Aber die Kew Gardens sind wunderschön und auch tolle Gewächshäuser. da wird bis heute auch Forschung betrieben, hochrangige wissenschaftliche Forschung in Bezug auf Botanik. Deswegen auch Royal Botanic Gardens, also auch mit Förderung und allem. Da war er wegweisend, dann übernahm das von seiner Mutter, hat es weiterentwickelt. hat selber auch gerne mal rumgegraben und so. Das verbindet ihn mit seinem Nachfahren Charles. Der


Jörg: Ja,


Catrin: gerne rumfuhrwerkt in seinem Garten, ganz interessiert und liebevoll. Und künstlerisch interessiert war George III. auch. Also er hat zum Beispiel auch 1768 die Royal Academy of Arts gegründet, auch da wegweisend. Oder auch hier Malerei, hier Nachfahre Charles. Also Gärtnerei und Malen, das haben die beiden auch wirklich gemeinsam, muss man sagen.


Jörg: Ja.


Catrin: Ja, also das waren die positiven Aspekte. Jetzt kommen wir zum Politischen. Das war nicht ganz so durchweg positiv. Lief nicht so richtig rund, ne?


Jörg: lief nicht so gut. Lief nicht alles so gut.


Catrin: Also er ist derjenige, der für Großbritannien leider die amerikanischen Kolonien verloren hat. Also das, heute die Vereinigten Staaten sind. Unabhängigkeitskrieg, Stichwort, haben wir ja dieses Jahr auch 250. Jubiläum. Er war der König der Amerika verlor. Mist.


Jörg: Mh.


Catrin: Darauf hat ja der jetzige König Charles auch sehr charmant, wie ich fand, angespielt beim Staatsbesuch in den USA im letzten April in seiner großen Rede, aktuell eben zum Jubiläum der Unabhängigkeit, wie er dann so schön sagte, zu Donald Trump mit Augenzwinkern. It was just 250 years ago or as we say in Britain just the other day.


Jörg: Hahaha, klar!


Catrin: Und die, die so stolz sind auf ihre Heu... da mal ein Haus älter als 100 Jahre ist, fallen sie auf die Knie vorbegeistert. Und das ist dann so ein bisschen...


Jörg: Darf ich mal eine Nachfrage? Was glaubst du, weil wir sagen, hat natürlich als König, verkörpert er den Staat, einen großen politischen Anteil daran gehabt mit Fehlentscheidungen, was den Krieg dann auch mit Amerika oder überhaupt, dass es dazu kam, hat er dann großen Anteil gehabt oder würdest du sagen, das ist ein König gewesen? Und seiner Flagge lief das, aber das Politische, das kam doch eher von den Politikern, da hatte er nicht so viel Einfluss. Wie würdest du das einschätzen?


Catrin: Also wir waren damals in einer Übergangszeit. Ich werde das gleich in Bezug auf die royalen Finanzen auch noch mal weiter ausführen, aber er war der Monarch, der zunehmend wirklich Macht in die Hände des Parlaments gegeben hat. Also das


Jörg: Amen.


Catrin: war eine entscheidende Regentschaft auch für diese Entwicklung von der ganz, ganz ehemals absolutistischen Monarchie hin zur parlamentarischen Monarchie. Er hat schon sehr mit seinen Ministern und Prime Minister und so war er im Austausch. Auch stärker hat er auch mehr zu sagen als Charles jetzt heute. Aber da ist ja auch ganz viel Zeit vergangen. Aber trotzdem, die endgültigen Entscheidungen traf dann schon das Parlament und die Regierung. Die Minister, der Prime Minister, er alleine konnte solche Entscheidungen gehen, wenn in Krieg ja oder nein, konnte er nicht mehr alleine treffen. Also er hat


Jörg: Mmh.


Catrin: da mit reingeredet. Aber jetzt kommen wir wieder zum Thema Gesundheit, was wir gleich noch bisschen ausführen müssen. Er war ja zeitweise auch gar nicht in der Lage, irgendwelche großen Politiker


Jörg: Nennen.


Catrin: zu treffen. Es gab ja auch eine Phase, wo es eben noch keine Regentschaft gab seines Sohnes, wo er aber auch schon phasenweise zu krank war, ernsthaft über Regierungsgeschäfte entscheiden zu können. Also es gab einen starken Austausch und er hat wirklich noch einiges zu sagen gehabt. Es gab ja auch den Siebenjährigen Krieg, die Napoleonischen Kriege, alles zu seiner Zeit und eben den Unabhängigkeitskrieg. Er hatte seine Meinung, die hat er auch kundgetan und hat das auch nach außen vertreten, aber ganz alleine entscheiden konnte er schon nicht mehr. Er musste immer mit dem Parlament regeln.


Jörg: Ich fragte das nur, weil ich das da so schön finde. Man sagt, unter seiner Regentschaft, das bleibt eng, George III., aber natürlich sind das andere Personen, die gehandelt haben auch. Aber das zeigst du sehr schön, wie eben eine Person diese Zeit, diese Ära, diese Monarchie zu der Zeit verkörpert. Und so wird es eben mit Elisabeth auch sein, so wird es auch irgendwann mal mit Charles sein. Das ist eben der Staatskörper so und das erklärt es dann hier. Deswegen wollte ich da nochmal drauf hinaus. Das bleibt natürlich, da erzieht jetzt keiner, welche Premierminister das waren, sondern das ist die Ära George III. fertig. Das hat erklärt es in einem. Das muss ein


Catrin: der zumal die Zeit genossen ist.


Jörg: immer bewusst sein, finde ich, wenn man jetzt auch über moderne Monarchen spricht.


Catrin: Nee, da hast du recht. Aber es kommt hinzu, dass damals die Medien über weitem noch nicht so weit entwickelt waren wie heute und die Zeitgenossen konnten es oft gar nicht so auseinanderhalten. Die waren ja noch


Jörg: Ja.


Catrin: gewöhnt, jeweiligen Monarchen für alles verantwortlich zu machen, weil es hunderte von Jahren vorher immer so gewesen war. Natürlich wusste man, das stand in der damaligen Times in London auch drin, dass der Premierminister jetzt folgendes verkündet und entschieden hat, aber was hängen blieb war, dass es der König war, der die Kolonien verloren hat. Das macht es


Jörg: Ja, das macht es einfacher.


Catrin: einfacher. Aber an dieser Stelle möchte ich einfach gerne noch mal eine Empfehlung loswerden, die mir am Herzen liegt, weil ich dieses Musical so liebe. In London läuft es auch noch und es gibt es auch, ich glaube, bei Disney Plus zu streamen, das Musical Hamilton über den Unabhängigkeitskrieg. Über Alexander Hamilton, einer


Jörg: Ja, hab ich nie gesehen.


Catrin: der Gründungsväter. Und das ist so gut gemacht mit Hip-Hop-Musik, aber trotzdem historisch super aufbereitet und mit sehr, tollen Stimmen normalerweise besetzt. Lin-Manuel Miranda hat das geschrieben, die Musik, und war auch in der ersten Phase der Hauptdarsteller. Also ich empfehle, wenn... Wenn man ihn nicht sehen kann, man vielleicht lieber das abgefilmte Musical auf Disney Plus sehen. Wir tun es wie immer in die Show Notes. Also das lohnt sich, wenn man noch mal bisschen sehen, wie das damals so war mit dem Unabhängigkeitskrieg. gut, da wird der König George III. nicht sehr freundlich dargestellt, aber es soll ja auch humorvoll sein. Aber ich liebe dieses Musical, weil es so gut moderne Aufbereitung von Geschichte darstellt. Also wer Lust hat, sich das mal reinzuziehen, ich kann es nur empfehlen. Ich weiß nicht, kennst du es?


Jörg: Ich habe das nie gesehen und bei Hamilton


Catrin: Nö, ach!


Jörg: muss ich immer an Ghost denken, an die Serie Ghost.


Catrin: Okay.


Jörg: Da gibt es ja auch diese eine Figur, diesen einen Geist. Es hat nichts mit Royal zu tun, es aber eine sehr lustige Serie. Ein General oder ich glaube Captain ist er da, der spielt Ein Gegner von Hamilton. Und Hamilton kommt immer wieder vor, bei der


Catrin: Das war's


Jörg: alle reden von Hamilton. Und es gibt dieses wunderbare Musical. Aber dabei war er doch eigentlich derjenige, der die Strippen gezogen hat und er kommt nirgends in den Geschichtsbüchern vor. Also diese Geister, die geht es da in dieser Serie. Ist sehr lustig. Hat aber mit Royals zu wenig zu tun. Nee, das Musical habe ich nie gesehen. Mich hat tatsächlich die, ja du wirst dich jetzt nicht wundern, es war die Musik. Ich erne Hip-Hop nicht so gut ab.


Catrin: Ich mag aber Hip-Hop normalerweise auch nicht, aber die Musik finde ich toll.


Jörg: Ja, da muss ich mir vielleicht mal angucken, aber das mit Disney ist ja nochmal ein guter Hinweis.


Catrin: Ja, oder wenn ihr mal wieder in London seid, es läuft ja immer noch in einem der Theater ziemlich in Nähe von der Victoria Station und da gibt's auch,


Jörg: Ja.


Catrin: so spontan gibt's auch Tickets, die gar nicht so irre teuer sind, so dass man es nur in der Pause gehen kann, wenn man es doch nicht mag. Aber ich empfehle schon, es einmal anzugucken oder wenn du mal wieder hier bist, hören wir mal in den Soundtrack rein. hab die Musik auch.


Jörg: Mmh.


Catrin: Anyway, wir machen jetzt hier mal weiter. Wir sind ja nicht zum Vergnügen hier.


Jörg: Genau, siebenjähriger Krieg wäre vielleicht dann irgendwann so das Stichwort dann auch und Napoleon und so weiter.


Catrin: Ja, also da werde ich jetzt nicht weiter. genau. immerhin, Siebenjährigen Krieg hat Großbritannien unter seiner Regentschaft gewonnen. Das ist die gute Nachricht. Und auch die Napoleonischen Kriege, gehört der Großbritannien auch zu den Siegermächten, die Napoleon besiegt haben. Und wer Großbritannien ein bisschen kennt, weiß ja auch, die halten ja heute so Namen wie Trafalgar und Waterloo wahnsinnig hoch. Es gibt ja sogar einen Bahnhof, der Waterloo heißt in London und Trafalgar Square und so wissen wir ja. Das war schon, das waren schon große Zeiten für und für die britische Welt macht dann mit dem sich entwickelnden Empire dann auch kurz danach. Und was ich aber auch noch erzählen wollte, was mir persönlich sehr wichtig ist, weil da bis heute sehr viele falsche Informationen rumgeissen und viele es nicht verstehen, weil es auch wirklich sehr kompliziert ist. Das System der Finanzierung des britischen Königshauses. Denn damals unter George III. hat sich das geändert und das, was wir heute haben unter König Charles, baut darauf auf, was damals George III. vereinbart hat mit dem Parlament. Denn vorher war es noch so, also vor 1760, ich weiß nicht genau wann, aber 1760 kurz nach seinem Regierungsantritt hat er das mit dem Parlament so verhandelt. Früher gehörte das Crown Estate, das Kronengut der Monarchie, den Monarchen. Und davon musste


Jörg: Ja.


Catrin: er aber bezahlen seinen eigenen Hofstaat, die ganze Verwaltung. Oder auch wenn Krieg geführt wurde, musste er die Soldaten bezahlen und alles, der Krieg kostete, musste der König irgendwie aus dem Krongut aufbringen. Und das war natürlich auch nicht so einfach. auch weil damals viele Kriege geführt wurden. Also er war schon nach kurzer Zeit wahnsinnig verschuldet, ohne dass er jetzt viel Geld ausgegeben hätte für sich selbst, sondern weil er einfach


Jörg: Hm.


Catrin: den ganzen Staat finanzieren musste. Und dann haben sie einfach eine Abmachung getroffen. Der König hat quasi das Krongut gut dem Staat zur Nutzung und Ausbeutung überschrieben und dafür bekam er mit er und die wichtigsten Familienmitglieder dann eine Jahresabpanage, die Cevil List für seine Hofhaltung und für Repräsentationszwecke und davon zu leben. Und das war eben dieser Grundstein dessen, wie es heute funktioniert. Bis 2011 war das ja auch noch so. Also wenn wir


Jörg: Ja.


Catrin: noch die etwas früheren Zeiten unter Queen Elizabeth, da gab es die Cevil List und die Apanage und natürlich dann bestimmte Sonderzahlungen, wenn was renoviert werden muss. Aber das Krongut gehört seit damals eben nicht mehr der Krone de facto, sondern dem Staat. Und heute gibt es jetzt den sogenannten Sovereign Grant. der aus öffentlichen Mitteln also ein Prozentsatz dieser Mittel ist und davon muss dann alles bezahlt werden. Nicht militär, aber Erhaltung der Schlösser und Hofstaat und repräsentative Zwecke. Und jetzt, wo der Buckingham-Palast renoviert wird, seit einigen Jahren, ist es halt besonders hoch. Das wird aber wieder zurückgeschraubt nächstes oder übernächstes Jahr, wenn der dann fertig ist. Aber es kommt aus verschiedenen Töpfen und es gibt eben auch Töpfe für Charles, Einkünfte aus dem Herzogton Lancaster und William, Einkünfte aus Herzogton Cornwall. über die sie relativ frei verfügen können. haben sie erstmals kürzlich, hatten wir auch darüber gesprochen, beide schon mal, haben sie kürzlich offengelegt, dass sie Steuern zahlen und wie viel Steuern sie pro Jahr zahlen. Wusste man vorher auch nicht.


Jörg: Mmh.


Catrin: So irgendwas zwischen 20 und 30 Millionen. Also es ist schon kompliziert und interessant, dass man jetzt mal so Einblicke erhält. Aber ich finde es eben interessant, dass das auch auf George III. zurückgeht, dass er so schlau war zu sagen, das wird sich in die Zukunft nicht weitertragen lassen, dass ich alles habe im Land, dass alles mir gehört sozusagen, aber dass ich davon auch alles bezahlen muss. Das wird mir über den Kopf.


Jörg: Ja, sehr fortschrittlich, was sich nachher bei seinem Nachfolger George IV. dann zu großen Problemen führt ja auch.


Catrin: Ja, definitiv.


Jörg: Was ich nochmal ganz vielleicht ein, möchte ich gerne nochmal einbauen. Ich war jetzt gerade in London, wir hatten im Vorgespräch auch ganz kurz zugegesprochen und ich war jetzt auch im Buckingham Palace. Kleiner Tipp für alle, die interessiert sind am Buckingham Palace. Tut es jetzt nicht an, sondern wartet bis Buckingham Palace.


Catrin: Ein Disclaimer, geht bloß nicht in den Buckingham Palast


Jörg: Wirklich, kann ich nur sagen, es war ein Kulturschock für mich. Ich kenne das aus früheren Zeiten, als die Tore geöffnet wurden, das erste Mal. Das war ganz was erhabenes das war was ganz tolles weil eben auch die Queen, man konnte immer damit rechnen, dass die Queen vielleicht jetzt auch zufällig gerade kommt. Einmal ist das auch tatsächlich passiert, da habe ich sie sehr reinfahren sehen. Das wird sich ändern, das ist einfach so. Aber jetzt sind es Bauarbeiten und das ist wirklich ein Durchgeschleuse. Und ich finde das deswegen so interessant wegen des Geldes, was du gerade erzählt hast. Da habe ich so drüber nachgedacht, welchen finanziellen Druck die haben mit diesen Umbauten. Das kostet ein Vermögen. Und


Catrin: Hunderte Familien.


Jörg: gleichzeitig ist dieser Druck so extrem stark, gerade so Transparenz und Gelder und das ist eben das Thema jetzt. Auf der einen Seite sollen sie das Schöne bewahren, der anderen Seite müssen sie wirklich an die Kohle rankommen, weil ohne geht es ja nicht. Der soll ja nicht morgen geschlossen werden. Da denken viele Leute auch nicht drüber nach. Das Ergebnis ist, dass da so ein Tourismus-Ding jetzt raus wird und natürlich so bisschen das Zurückhaltende fällt weg. Wenn man das so jetzt bei Georgi, George im Dritten, der das jetzt schon an zu den Zeiten, da war das schon Thema. Das finde ich schon sehr interessant. Das bis heute begleitet in ganz anderer Form. Also da war er wirklich extrem fortschrittlich.


Catrin: Ja, also ich weiß zwar nicht, ob er damals schon vorhergesehen hat, dass langfristig nur Einkünfte aus Feld, und Wiesen, Forstwirtschaft und Landwirtschaft überhaupt für gar nichts mehr reichen würden, aber so ist es ja heutzutage. Also ich fand es eben auch sehr schlau von ihm, dass er das damals schon so mitverhandelt hat und


Jörg: Ja.


Catrin: aber natürlich hatte das auch zur Folge, dass er selbst jetzt nicht, aber sein Nachfolger und späterer Nachfolger echt immer mal Probleme hat, mit dieser Abonnage auszukommen. Aber das ist dann wieder ein Thema für dich, wenn du uns über George IV. berichtest. Ich mache jetzt hier nochmal meinen George III. zu Ende. ja auch, wofür er ja auch sehr bekannt war, eben für diese mentalen Ausfälle. Auch hier wieder Filmtipp, The Madness of King George mit Nigel Hawthorne in Helen Mirren, gibt es also auch zu streamen.


Jörg: Hm.


Catrin: Er galt ja irgendwo auch ein wenig zu unrecht als der wahnsinnige König, der wirklich völlig von allen guten Geistern verlassen war. Das Bild hält sich immer noch in vielen Kreisen hartnäckig. Ab 1788 gab es bei ihm schon wirklich anfällegeistige Verwirrtheit und auch wirklich schwere Verwirrtheit. Der neueste Forschungsstand sagt, dass es wahrscheinlich die Folge einer Stoffwechselerkrankung namens Porphyrrhea war. Aber es gibt auch andere Historiker, vermuten, dass er eine bipolare Störung hatte. Er war schon wirklich teilweise echt von Sinnen, aber er ist auch sehr harsh behandelt worden. Er wurde fixiert, er wurde mit heißen und kalten Wassergüssen und nichts. You name it. Ganz furchtbar. Aber manchmal ging es teilweise dann von selber auch wieder weg. Also vielleicht war es


Jörg: Ja.


Catrin: wirklich Stoffwechselstörungen oder so. Weil manchmal kam es ganz plötzlich und wurde furchtbar heftig. Und danach dann war es auf einmal wieder eine Zeit lang okay. Also beinahe wäre nämlich schon direkt zu Beginn 1788, 1889 eine Regentschaft eingerichtet worden. Aber da erholte er sich dann noch wieder. Und dann starb aber 1810 seine jüngste Tochter Amalia, und darunter hat er sehr gelitten. Und dann hatte er dann einen finalen, schlimmen Zusammenbruch gehabt. hat er sich dann nicht mehr wirklich von erholt, sodass dann 1811 der Regency Act in Kraft trat, bei dem sein ältester Sohn George, unser George IV. dann, aber zunächst als Prinzregent George, quasi das Ruder übernahm. Und das wird dann gleich der zweite Teil unserer heutigen Folge sein. Davon wird dann Jörg erzählen. Und der arme George III. ist dann wirklich traurig geendet. wurde dann auch blind durch grauen Staat, zunehmend taub. Demenz kam dann auch noch hinzu. Und dann wurde er total isoliert in Windsor Castle, weil das Volk sollte ja auch nicht mitkriegen, wie abgedreht und krank der König


Jörg: mehr furchtbar.


Catrin: ist. Königtum und Krankheit geht ja nicht gut zusammen, weil das immer auch Machtverlust bedeutet und großen Ansehensverlust vor allem. Der arme Mann hat dann nicht mal mehr mitbekommen, dass seine geliebte Frau Charlotte 1818 gestorben war. Er vegetierte dann auch vor sich hin. Er hat auch nicht mitbekommen, dass er 1814 nach dem Wiener Kongress zum König von Hannover erklärt worden war, hat er auch nicht mehr gemerkt.


Jörg: Ja.


Catrin: Also das ist schon schade, dass dieser wirklich eigentlich gute und gebildete Mann, auch eigentlich so, solange er bei Sinnen war, ein guter König war, ein sinnvoller König, dass der dann so enden musste aus gesundheitlichen Gründen.


Jörg: Hast du diesen Film, den mit Hellen Mirren den gesehen?


Catrin: Mehrfach, ja. Er ist sehr gut gemacht, teilweise. gerade die Szenen, sind auch relativ akkurat, soweit ich weiß, wie man dann zeigt, er behandelt. Also was die alles versucht haben, wie er zu behandeln


Jörg: Ja.


Catrin: versucht haben, mit Einläufen, mit irgendwie Sachen rausbrennen, mit Blut ablassen. Was Aderlass war ja früher, das Allheilmittel immer.


Jörg: Ja.


Catrin: Die haben ihn so schrecklich gequält, den armen Mann.


Jörg: Ich muss sagen, es fiel mir schwer. Ich habe ihn einmal gesehen und es fiel mir wirklich schwer. Ich fand das ganz, ganz, ganz schrecklich. Ich habe dann auch immer auf grauenhafte Pflegeheime gedacht und Und dieses


Catrin: Ja, ja.


Jörg: Irrsinnige, das war wohl wirklich so, aber mich hat der total fertig gemacht. Ich werde ihn jetzt trotzdem aber noch mal sehen, jetzt gerade weil wir diese Folge gemacht haben, einmal Augen zu und durch, Händchen halten mit meinem Mann, damit ich es ertragen kann. Aber das ist schon wirklich ein harter Film. Aber du meinst du auch, du hast dich jetzt auch damit beschäftigt, der ist schon wirklich nah auch an der Realität dran. ist jetzt nicht vollkommen schräg dargestellt.


Catrin: nicht vollkommen schräg. Sie halten sich schon relativ stark an. Ich finde auch sehr schön positiv, sie die Beziehung zwischen George und Charlotte, Hellen Mirren spielt dann die Charlotte, was das Ganze natürlich noch schöner


Jörg: Ja.


Catrin: macht. Und auch dann Rupert Everett spielt den George den Vierten, also den ältesten Sohn, das ist auch


Jörg: und


Catrin: sehr gut besetzt. Also die haben das schon gut gemacht, sehr hochwertig, kann ich wirklich empfehlen. Und da kriegt man noch mal ein bisschen Gefühl dafür. Und naja, gut, also. Insofern muss man sagen, als dann unser George III. starb im Januar 1820 mit 81 Jahren immerhin, aber eben dement, blind, taub, nur noch dahinvegetierend, da war das dann wirklich eine große Erleichterung für ihn wahrscheinlich am allermeisten. Aber damals war er zu diesem Zeitpunkt der am längsten regierende britische Monarch. Bis dann später erst Victoria und dann Elisabeth II. in den Rang abgelaufen.


Jörg: Und er war auch wirklich extremst beliebt beim Volk. Das fanden


Catrin: Ja.


Jörg: die wahrscheinlich auch, weil er so anerkannt wurde als Engländer, weil er nun


Catrin: Hm.


Jörg: auch tatsächlich Englisch gesprochen hat und so weiter. Das hat sich aber auch bis zum Schluss so gehalten, dass er sehr beliebt war, weil


Catrin: Ja, wir haben abgeliebt.


Jörg: nicht so viel rauskam, was nun wirklich hinter den Kulissen abläuft.


Catrin: Das mit seiner Krankheit war nicht so bekannt, das sickerte später dann durch. Aber als er noch jünger und auch gesünder war, ist er mit seiner Familie auch im offenen Lande ausgefahren und war sehr sehr leutselig.


Jörg: Vielen


Catrin: Und was die Leute mögen, ja auch, wenn jemand scheinbar einen guten Charakter hat, nicht das Geld zum Fenster rauswirft, sondern ein guter Landesvater ist. Also für mich war er auch so der klassische gute Landesvater, der committed ist zu seiner Aufgabe und aber auch zu seiner Familie. Und ich glaube, das ist ihm vor gut übergekommen, auch wenn der Verlust von Amerika den Kolonien natürlich doof war. Andererseits eben diese großen Siege im Napoleonischen Krieg. Das wurde ihm ja dann auch so ein bisschen mit zugute gehalten, auch wenn er damals nicht mehr wirklich gut drauf war. gut, das Bild, die die Historie zeichnet von ihm jetzt auch teilweise diesen tyrannischen sturen Herrscher also stur mag er ein bisschen gewesen, aber ein Tyrann war er definitiv nicht.


Jörg: Nee, das finde ich auch.


Catrin: Und das, was die Amerikaner an ihm als Figur so gehasst haben, so Boston Tea Party und der Tyrannen, ich meine, die kannten ja nur das Bild von über sie aus der Ferne. er stand halt dafür, was die Briten mit ihren Kolonien gemacht haben. Und viele der Generäle, die dort das Sagen hatten, haben bestimmt sich sehr grausam und schlecht verhalten teilweise. Und das fiel halt alles auf George zurück. Er selber war kein grausamer Mann. Also ich glaube, es waren schlechte Image-Kampagnen, die ihm einfach nicht gerecht worden sind.


Jörg: Das meine ich, das finde ich auch, vielleicht können wir das später auch aufnehmen in unserer dritten Folge,


Catrin: Mhm.


Jörg: wenn es immer darum geht, ja wer ist, also als Beispiel, wir hatten das auch schon mal, wenn ich über den Bundespräsidenten rede in dieser Ehre, dann rede ich über den Bundespräsidenten Steinmeier und nicht über


Catrin: Hm.


Jörg: die Person Frank-Weiter-Steinmeier. Das ist jetzt natürlich bei uns ein ganz anderes System. Aber genauso ist es mit dem Präsidenten. Es gibt da einen Präsidenten, der kippt jetzt gerade in die andere Richtung. Den Namen erwähnen wir wieder nicht. Aber es ist tatsächlich so, ist eben diese George als die Monarchie, als das Land. Und der hat England verkörpert, zumindest die Monarchie Englands verkörpert. Und das macht es so einfach. Aber ich glaube, das passiert heute genauso. man erzählt ja auch nicht irgendwie, was hat die CDU gemacht, sondern es war Frau Merkel. Obwohl das natürlich falsch ist, es ist eben nicht


Catrin: Ja, stimmt.


Jörg: Frau Merkel gewesen, sondern da gehören noch andere Protagonisten dazu. Und so wird das immer verkürzt auf eine Person. Also da hat sich nicht viel geändert bei den Menschen. Man braucht irgendwie ein so ein Bild. Und das ist dann eben der Monarch.


Catrin: So ein Symbol, ja.


Jörg: Ja, so ein Symbol für beides. Genau. Ein kleiner Tipp habe ich noch mal, ein London-Tipp. Wenn euch diese Zeit interessiert, Apsley House. Kennst du das, Catrin Ja. Das ist richtig toll. Das


Catrin: Ja, da war ich auch schon. Das ist sehr toll.


Jörg: ist der Gegenteil von dem, was jetzt im Buckingham Palace abgeht. Da läuft es sehr gesittet. Da habe ich das Gefühl, die Leute ziehen sich extra einen Anzug an. Ganz toll, da sind viele Flaggen aus den Napoleonischen Kriegen, die haben sich beide respektiert, wo sie so große Feinde waren. Aber da kriegt man einen schönen Einblick in diese Zeit. Apsley House unbedingt buchen, wenn ihr in London seid. Das ist in Mayfair.


Catrin: Ja, muss man vielleicht dazu sagen, ist das alte Stadthaus der Familie Wellington, also die Nachfrage


Jörg: Genau.


Catrin: des Herzogs von Wellington, der bei der Schlacht da napoleonische Kriege Waterloo, der der große Feldherr war für die Briten. Apsley House. Ganz oben auf die Liste wichtig, gut anzugucken.


Jörg: Genau. Machen wir auch in die Show notes.


Catrin: Machen wir auch in die Show Notes. Und, so, eins hatte ich noch vergessen, was auch noch die Bibliothek von George III., The King's Library, bildete, den Grundstock der heutigen British Library. Also er war wirklich auch so ein Hobbygelehrter und er finanzierte das Teleskop, mit dem Wilhelm Hershel den Uranus entdeckt hat.


Jörg: Okay.


Catrin: Ja, deswegen wurde der Orange früher auch mal Georgium Sidus, Georgs Stern getauft. Ein Stern zu unserem Georgi, genau.


Jörg: Ja, genau, der Gutste. Sehr schön, wunderbar. kurz zusammenfassend,


Catrin: Ja, aber jetzt bist du dran mit dem nicht gut geradenen Nachwuchs.


Jörg: ist Napoleon, wollte ich gerade sagen, ist George III. sympathisch, oder? Also


Catrin: Genau, da auf jeden Fall.


Jörg: ich, gegen eine Sympathie. Ich habe die ganze Zeit, du hast das mit den Tyrannen und vielleicht ist es eine schöne Überleitung. Magst du die noch mal gestalten? Hätte ich gerne deine Meinung gewusst. Wenn man jetzt zum Beispiel an Preußen denkt, den großen Kurfürsten, da lese ich mich auch gerade ein, und sehe, wie Friedrich der Große, der alte Fritz von seinem Vater, behandelt wurde, das war ja richtig heftig und fies


Catrin: Der wurde malträtiert.


Jörg: und gemein und so weiter, würdest du sagen, so war, die hatten ja auch ihre Themen, beiden, also George IV. und George III. Die hatten ihre Themen miteinander. Würdest du sagen, dass er gegenüber seinem Sohn tyrannisch war oder einfach nur streng? Wie würdest du das eigentlich...


Catrin: Also er war schon, also er hat an seine Kinder denselben Maßstab angelegt wie an sich selbst. Das heißt, die Kinder sollten eigentlich auch umfangreich stringent erzogen werden und auch zur Pflicht und Ordnung und Frömmigkeit. Und das ist bei George IV. halt nicht gut angekommen, weil er wollte weder übermäßig fromm- sparsam leben. Schon gar nicht sparsam. Und eben auch nicht so gesittet wie seine Eltern, sondern er wollte Spaß. Gib Gas, ich will Spaß sozusagen. Also das war einfach das Gegenteil. Aber ich würde nicht sagen, dass das


Jörg: Ja. Tyrannisch war er der nicht gegenübersteckte.


Catrin: Als Vater, war kein Tyrann, wahrscheinlich würden manche der Kinder das anders sehen. Aber ich glaube nur, dass er die von ihm für richtig befundenen Werte weitervermitteln wollte und das auch


Jörg: Mh.


Catrin: durchaus konsequent, aber nicht unnötig hart. Das würde ich jetzt nicht sagen nach dem, ich...


Jörg: Nee, würde ich auch so einschätzen. Und das ist dann auch die Überleitung zu dem kleinen George, Vierten. Unser Dickerchen. Das Thema Dickerchen wird uns noch beschäftigen.


Catrin: Du willst ja haben, und bald haben wir einen Shitstorm wegen Body Shaming Vielleicht müssen wir mal ein aufpassen.


Jörg: Ja, Gott, ja, ja, ja, ja, Also nein, also denn für alle Zuhörer nochmal, ich habe immer Gewichtsprobleme. Vielleicht ist dieser Mann mir deswegen so sympathisch und ich finde es auch gut. Geld ausgeben finde ich auch super. Leider, leider Gottes.


Catrin: Durch auch. Immer schön shoppen und aborten.


Jörg: Ja, es ist so. Also insofern danke für den Tipp nicht, dass wir hier noch gedisst werden online. Es geht nicht das dicke. Das ist nur ein Thema, das wir gleich aufgreifen werden, nämlich im nächsten kleinen Teil zu George IV. Bis


Catrin: und damit sind wir jetzt mit George III. zu Ende. Und wir haben es eben schon angeteasert. Sein ältester Sohn steht geistig schon in den Startlöchern bei uns. Und wiederholen es hier gerade einfach nochmal für alle, die zwischendurch vielleicht geistig abwesend waren. Für George


Jörg: Hahaha.


Catrin: III. ging es Pflichtfamilie, Sparsamkeit und Disziplin. Und da könnte der Sohn nicht unterschiedlicher drauf gewesen sein. Der hatte einfach völlig gegenteilige Interessen, oder, Jörg?


Jörg: Absolut nicht. George IV. war ein vollkommen unterschiedlicher Typ zu George III. Heute möchte ich den auch gar nicht als Staatsmann betrachten. Denn das war tatsächlich nicht in erster Linie. Der hatte andere Interessen. Bei ihm war ... Das macht ihn aber auch nicht so interessant. Das sind Aspekte, die ihn interessant machen, die andere nicht mehr gehabt Und deswegen gucken wir mal bisschen auf den Menschen. Und da kann ich echt nur sagen, was für ein schräger Vogel war das. Der war eitel. Der war unglaublich streitbar. Empfindlich, ein ganz empfindliches Persönchen.


Catrin: Hm, das ist bisschen ekelhaft.


Jörg: Verschwenderisch, wir haben eben schon drüber gesprochen. Jetzt kommt es aber auch, was es so schwierig manchmal macht. Unglaublich charmant konnte der sein, aber gleichzeitig auch boshaft. Ab


Catrin: Hmm.


Jörg: und tief boshaft. Leidenschaftlich. Wir haben über seine Eskapaden, die weiblichen Eskapaden, er da, also leidenschaftlich war er auf jeden Fall, er war kunstsinnig. Und das ist ein ganz wichtiger Aspekt. Wenn ihr heute durch London marschiert, George IV. ist geblieben. Also da ist George III. mit der Library und so, das ist auch geblieben. Aber wenn ihr heute durch London lauft, ist es wirklich George IV., der euch überall begegnet. Der war kunstsinnig und hatte auch einen guten Geschmack. Thema Geschmack wird gleich noch mal ein wichtiges werden. Die Frage ist nämlich, wer hat die Hoheit über den Geschmackstil? Genau, da gab es ein wichtiges


Catrin: Ja.


Jörg: Thema. Aber kunstsinnig war er auf jeden Fall. Der war auch unfassbar kindisch teilweise und erstaunlich menschlich. Und das Schöne an George ist, er teilt aus. Der muss aber auch einstecken, das kann er auch bis zum gewissen Gerade ganz gut. für beides geht, austeilen und einstecken ist gleichermaßen hohen Stellenwert gehabt. Also das war nicht selten der Fall, sondern das hat seine ganze Zeit letztendlich bestimmt, Also George, Augustus, Frederick. Er 1762 geboren. Er ist der älteste Sohn von George III. und Queen Charlotte, von dem du uns gerade so schön erzählt hast, Catrin


Catrin: Vielen Dank.


Jörg: Wenn man diese beiden nebeneinander stellt, dann sieht man einfach einen Sohn, der irgendwann beschlossen hat, alles, was mein Vater für richtig hält, das mache ich anders. Und alle Väter


Catrin: Prinzip.


Jörg: und Mütter werden jetzt sagen, das kenne ich irgendwoher.


Catrin: Ja.


Jörg: euch dann vielleicht nicht ganz so heftige Auswirkungen. Also George, du hattest es erwähnt, der sparsam, sein Sohn liebt Luxus. George, das dritte legt Wert auf Disziplin, sein Sohn liebt Vergnügen. Der Vater ist vergleichsweise häuslicher, der Sohn, will immer Gesellschaft. Das hat im Übrigen, kommen wir auch noch drauf, er hat auch eine Schattengesellschaft aufgebaut. Also fast einen zweiten Hofstaat neben dem wirklichen Hofstaat das hat zu großen Problemen geführt, weil das nicht angehen kann, dass es so eine Opposition zum eigenen Vater gibt. Das ist aber passiert tatsächlich und ich glaube nicht beabsichtigt, weil er da war ein bisschen naiv, wusste nicht so ganz genau was er macht, aber Gesellschaft hat er geliebt, er Theater geliebt, Mode, ist bei allen Princ of Wales genau,


Catrin: Wichtig ist es.


Jörg: Prince of Wales ist eigentlich gleichbedeutend mit Mode. Muss man wirklich sagen. Also egal,


Catrin: Ja.


Jörg: auch Edward VII., Edward VIII., all die haben Mode geprägt und ich finde auch Prinz Charles, der... Was denn?


Catrin: Ja, aber William jetzt nicht so, wir ehrlich sind. Der ist nicht so modereinteressiert. William ist nicht so modereinteressiert. glaube, ist die, die die Ausnahme in der Regel bestätigt.


Jörg: Nee, das ist der erste Bruch. Danke. William ist der erste Bruch. Deswegen habe ich manchmal Angst, dass bei William zu viel Lametta weggeht. Das finde ich sehr schade. Das merkt man wirklich.


Catrin: Äh, ja, ja, das wir ja schon gesprochen. Das kann ich mir mit was werden, leider auch.


Jörg: Das muss Catherine ausgleichen. Aber Charles finde ich total zurückhaltend. Aber für mich auch eine stilistische Gentleman-Mode-Ikone. Frauen hat er geliebt. Essen ... Das ist ihm zu Verhängnis geworden. wurde nämlich immer dicker. Er


Catrin: Ja, sehr gut.


Jörg: war eigentlich ganz hübsch als junger Mann, aber er wurde wirklich immer dicker. Und das wurde auch auf den Bildern, die wir heute sehen, extremst ausgenutzt. Und da kann ich euch auch empfehlen, wenn ihr mal in London seid, Da werdet ihr ganz oft was finden über George IV. Sehr heftige Bilder, für sich sprechen. Das ist fast kein Text, braucht man auch gar nicht, sondern eigentlich nur George. Er hat Feste geliebt und natürlich die Aufmerksamkeit. Aufmerksamkeit, und das war sein Verhängnis im Grunde genommen. Ich glaube, er hat einfach kein Selbstbewusstsein, Gutes gehabt.


Catrin: Ja, genau.


Jörg: Er brauchte Aufmerksamkeit und Das ist natürlich für jemanden in dieser Rolle als König dann auch später echt schwierig, wenn ich so nach Aufmerksamkeit hasche und so eine Gefallsucht habe. So schätze ich das ein.


Catrin: Das gehört ja dazu, dass dann Leute sich an ihn ranwanzen, weil sie wissen, wenn sie ihm nur genug schmeicheln, können sie Einfluss auf ihn bekommen und ihn manipulieren. Genau das ist bei ihm eben auch passiert. Diese


Jörg: Genau.


Catrin: Hofkamerilia die du von der gesprochen hast, die sich bei ihm in seiner Residenz Carlton House dann so oben herum scharte, das waren ja auch Leute, die nicht nur gern bei ihm essen und trinken wollten, sondern er war ja nun mal der Kronprinz und sie wollten durch ihn dann auch irgendwie Einfluss, Macht oder sonstiges, sonstige Vorteile gewinnen.


Jörg: Genau.


Catrin: Und das war eben die Gefahr dabei. Und es ist hier und da ja auch passiert und schief gegangen. ja, da war er leider nicht gewieft genug. Vielleicht auch nicht intelligent genug. Ist ein bisschen schwer, einzuschätzen.


Jörg: Ja, also ich glaube intelligent war er schon, aber er hat einfach keine gute Menschenkenntnis gehabt. hat sich immer ein Finger, der war so gutgläubig auch auf der einen


Catrin: Nee, das ist


Jörg: Seite. Auf der anderen Seite war er auch ein Misanthrope. Also deswegen hatte er wirklich zwei Extreme. Das


Catrin: Ja.


Jörg: macht es aber auch so gefährlich, weil das hatte alles mit Geld zu tun. Und diese Vater-Sohn-Rebellion, die ist deswegen auch so gefährlich. Und letztendlich hat sie ihm auch ein bisschen das Knick gebrochen. Er hat einfach Kohle ausgegeben ohne Ende. Für die Zuhörerinnen und Zuhörer, für die Väter, jetzt vielleicht mithören, das geht hier nicht die Lederjacke und auch nicht die schlechte Frisur oder die Nietenhose, wie meine Oma gesagt hätte. Sondern hier geht es wirklich was. Er rebelliert nämlich mit Palästen, mit Pferden, sehr teuer, mit Möbeln, mit Geliebten, mit Rechnungen, die er nicht bezahlt. Also das durchzieht sein ganzes Leben. Und das macht es wirklich gefährlich. Ja, auch erpressbar dadurch natürlich, du es schon hast.


Catrin: Ja, ja. Auch spielt schon. Damals wurde ja auch nach dem Dinner immer gern gespielt in Adelskreisen und wirklich hohe Einsätze auch. Also das war alles wirklich, wirklich schwierig.


Jörg: Genau. Was allerdings ein bisschen in den Hintergrund gerät, der junge Prinz George, der ist sehr sympathisch. Der war ein verliebter Teenager. Der verliebte sich zum Beispiel mit 16 in Mary Hamilton. Und es gibt Briefe aus dieser Zeit. Da schreibt sie dem späteren König auch tatsächlich, er möge doch mal ein bisschen ... Aufpassen, was er sagt. Er soll sich nicht immer zu den Vordergrund spielen. Vor allen Dingen wegen der Presse. Diese Briefe gibt es tatsächlich, das ist belegt. Aber diese Briefe, die auch er an Mary schreibt, die schreibt nicht der spätere König mit der Perücke und dem gigantischen Bauch. Das schreibt ein Junge, der völlig hin und weg ist. Also total verliebt und Du bist es, du bist die Frau, ich liebe. kann meine Gefühle kaum in Worte fassen. Und da kommt das Kindliche bei ihm auch raus. hat sich also auch unglaublich schnell verliebt.


Catrin: Das ja süß. Also spricht ja auch für ein offenes Herz. Ich glaube, er war aber auch sehr sentimental und so. Also bisschen


Jörg: Absolut.


Catrin: auch nah am Wasser gebaut. Man konnte ihn leicht über die emotionale Schiene auch kriegen.


Jörg: Genau. Und das Tolle ist, Mary, was passt bei solchen Leuten, der braucht natürlich nicht jemanden aus dieser ganzen Hofschranzenwelt, sondern jemand, der mal gegenhält. Und das hat Mary auch tatsächlich gemacht. Denn die himmet ihn gar nicht an. Die findet ihn total sympathisch und so. Sie sagt ihm aber auch ihre Meinung und sie kritisiert seine Sprache, wo er auch sehr derbe manchmal, Und seine Albernheiten, die er so an den Tag gelegt hat, die hat sie auch kritisiert. Und vor allen Dingen eine Sache, die ganz schlimm ist, er hat sich über andere lustig gemacht. hat andere Menschen lächerlich gemacht. Und das fand sie nicht so ganz toll, sag ich jetzt mal so. Und da ist der junge George 16 Jahre gerade erst, Alter. Also man sieht, wie früh das schon anfängt. Genau.


Catrin: Reifer Junge, kann man sagen.


Jörg: Also sie hat gesagt, bitte mal auf, Material zu liefern, lass es mal gut sein. Mit 16 Jahren schon.


Catrin: Ja und er hatte auch sonst noch andere Vorlieben schon in jungen Jahren. Jetzt kommt eine Anekdote, die dir offensichtlich sehr wichtig ist, aber ich kann es verstehen, weil Schuhe sind auch ein wichtiger Teil meines Lebens. Also erzähl mal die Geschichte mit den Schuhen.


Jörg: Ja, Schuhe. Meine Oma hat ja immer gesagt, die Haare und die Schuhe müssen stimmen. Das bringt ja nix, guten Anzug zu tragen.


Catrin: Mhm, hat mein Opa auch gesagt.


Jörg: Hat sie recht behalten, die Gutste Ja, da gibt's noch ne schöne Geschichte. Wir hatten ja von George III. gesprochen und der war eben ein Naturbursche. Der hat nicht so Wert draufgelegt, dass nun alles modisch total top ist. Und es gibt eine Szene, die das alles erklärt. Also der junge George, der trägt sehr enge, modische Schuhe mit großen Schnallen. Ein paar damals innen, hohe Absätze gab es auch noch. Der Vater findet das total unsinnig. Der sagte, was ist das dann? Unpraktisch, furchtbar. Wahrscheinlich fand er es weibisch, wie man früher gesagt hätte. Also das fand


Catrin: Ja, vielleicht auch.


Jörg: er nicht besonders gut. Also, beschließt der liebe George III., der sagt, dem Jungen zeige ich es jetzt mal. Jetzt musst du vernünftige Schuhe tragen. Dann nimmt er ihn mit auf einen langen Spaziergang. Durch feuchtes Gelände, über Steine, über Hügel. Die Schuhe halten das natürlich überhaupt nicht aus. Die Füße sind


Catrin: Wir waren ja nicht gemacht.


Jörg: voller Blasen. Der kann kaum noch laufen. Das nimmt George III., sein Vater, zufrieden entgegen. Das stellt das fest, wird ihm eine Lehre schöne Lektion die gelernt wurde.


Catrin: Macht er nie wieder.


Jörg: So ist es, aber Pustekuchen beim Dinner erscheint George wieder in anderen engen schönen Schuhen mit großen Schnallen. Das ist ihm egal, ob ihm die Füße wehtun und auch ob der Vater wütend ist. Ihm ist ganz ganz wichtig, es muss gut aussehen. Also Stil geht immer vor. Das finde ich auch sehr sympathisch.


Catrin: kann ich total, kann ich zu relaten, man neu sagen.


Jörg: Schönheit kommt bei mir auch immer vor Pragmatismus. Aber das hat nicht funktioniert. Deswegen fragte ich dich auch, das ist ja eine süße Geschichte. Wenn der Vater das mit so einem kleinen Einwurf versucht, ihn da unter Kontrolle zu bringen, hat aber mit Tyrannei nichts zu tun. Das finde ich dann eben in Ordnung, dass er das so macht. Ging leider Gottes allerdings auch schief. Erinnert dich diese Schuhgeschichte und über Watt oder über feuchtes Gebiet rennen und so an eine andere Situation im Bellmore?


Catrin: Ja, der sogenannte Balmoral-Test und Margaret Thatcher wahrscheinlich.


Jörg: Ich weiß nicht, ob die sich das abgeguckt haben, als die liebe Thatcher mit falschen Schuhwerken dann auch rausstampfte.


Catrin: Wobei ich mich immer schon gefragt habe, sie ist ja nicht die erste Premierministerin gewesen, die nach Balmoral eingeladen wurde und man wusste, dass dort viel gewandert wird und dass es dort oft feucht ist. Wie dumm muss man sein, dann da mit Pöms in die Highlands zu gehen? das hätte sich doch auch selber überlegt.


Jörg: Ja, das war wirklich äußerst beklopft von mir, das muss man sagen.


Catrin: Zumindest Wanderschuhe, wenn keiner überlenkten Boots hätte sie wenigstens irgendwelche Wanderschuhe einpacken können, aber doch nicht mit hochhackigen Perms. war doch klar, dass es schief geht.


Jörg: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung. Nein, ehrlich.


Catrin: Naja, aber den Wenspruch mag ich eigentlich nicht so gerne. Nein!


Jörg: Ich ja. Ich find's gut. Mich stört auch Regen nicht Es geht jetzt aber den lieben George. Er bekommt natürlich einen Haushalt. Der Prince of Wales damals noch. Das Carlton House. Das kennt ihr. So wie er es vorgefunden hat, kennt ihr das heute nicht. Das ist ein anderes, das wurde zwischenzeitlich auch abgerissen. Aber das Carlton-Haus, das damals der Prince of Wales dann bekommen hat, das hat er sehr, sehr ausgiebig dekoriert, er sammelt, er hat eine absolute Sammeleidenschaft, er baut ständig das Haus wird permanent umgebaut, er kauft Häuser dazu, er feiert und gibt einfach das Geld aus. Und im Übrigen das Buckingham House, das seine Mutter bewohnt hat, das wurde dann in der Zeit auch später zum Buckingham Palace ausgebaut. Also da hat er richtig Geld ausgegeben. Carlton House wurde ja ausgeschlachtet zu der Zeit auch, als Buckingham Palace gemacht wurde.


Catrin: Ja, aber das war erst unter Queen Victoria, da greifst du jetzt vor. Also, der Buckingham Palace richtig ausgebaut wurde, war erst unter Queen Victoria.


Jörg: Ja, als das Carlton House im Buckingham Palace, der wurde tatsächlich unter George dem dem vierten in Auftrag gegeben und Dinge aus dem ersten Carlton House wurden tatsächlich übertragen, rüber in den Buckingham Palace. George IV


Catrin: Ja, sie haben das.


Jörg: Fierder hat den Buckingham Palace nie bewohnt, aber Carlton House wurde wieder neu aufgebaut. Er hat das tatsächlich sehr aufwendig ausbauen lassen und letztendlich wurde es wieder abgerissen. Das macht es auch bisschen schräg. Genau. Dann wird er zu einer Art Celebrity in London, also wirklich eine Person des öffentlichen Lebens. Und man kennt ihn eben nicht nur als Prince of Wales. Und dort bekommt er auch seinen Spitznamen Prinnie. Genau,


Catrin: Ja.


Jörg: der kleine, da sieht man schon, wie despektierlich ist, dass das kleine Prinzchen, das da rumläuft. Also da ist schon der Respekt so ein bisschen weg. Und das muss man sich vorstellen in einer Zeit auch da. Das finde ich auch irre. Das ist ja nun so lange her. Die Menschen haben sich nicht sehr verändert. Wenn sie die Möglichkeit haben, jemanden im Fokus zu sehen, letztendlich über Zeitschriften, über Karikaturen und so weiter, dann nutzen die Menschen das aus. Und er war einer der ersten, die tatsächlich so in der Öffentlichkeit auch lächerlich gemacht wurden.


Catrin: Ja, das stimmt


Jörg: die königliche Distanz, die fehlte eben. Komplett. Das hat er aber sich selbst auch natürlich zuzuschreiben, weil er so nach außen gelebt hat. Die Menschen kennen seine Affären sie kennen seine Freunde, seine falschen Freunde auch, sie kennen seine Kleidung, seine Schulden und seine Feste und seine Lieblingsorte. Und dadurch ist er eben diese öffentliche Figur geworden. Es gibt ja, ich habe über Karikaturen gesprochen, natürlich gibt es ganz viele über ihn und er hat diese Dinger auch tatsächlich gesammelt. Also er hat die nicht wütend zur Seite zerstampft, sondern er hat sie gesammelt und wusste auch, dass das Thema ist. Und er konnte durchaus über sich lachen an der Stelle. Allerdings auch nur bis zum ganz bestimmten Grad. Aber es gibt ganz, ganz viel im Archiv. Ich kann es mir nicht anschauen. Du konntest es dir, glaube ich, mal anschauen. Du warst ja mal in Rinserkase da, liegen unter Verschluss ganz viele Briefe


Catrin: Ja.


Jörg: und Sammelgegenstände und so weiter.


Catrin: Ja, das ist wahr. Man muss allerdings immer, wenn man dorthin will, muss man sehr lange warten, sehr viele Anträge stellen und da muss man genau sagen, welchem Thema man recherchieren will. Man kann da nicht durch die Regale gehen und einfach mal bisschen etwas rausziehen und gucken, was man findet. Also diese Karikaturen oder so habe ich jetzt nicht gesehen, weil George IV. nicht mein Thema war, was ich angegessen habe. Der hätte mich natürlich interessiert. Ging noch? Alles. Alles einen großen, dicken Turm in Windsor Castle.


Jörg: Aber die liegen auch dort. Genau. Jetzt müsst ihr euch das so vorstellen. Hier kleine Buchempfehlung auch von meiner Seite. Es gibt ein Buch, das heißt Im Rausch des Vergnügens. Das zeigt genau diese Regency-Zeit auf. Da kriegt ihr einen sehr guten Eindruck davon, wie das damals ablief. Man hat dann eine kleine Zeitreise. Ihr müsst euch das jetzt so vorstellen. Diese Karikaturen hängen richtig in Schaufenstern. Da stehen Leute, die bleiben am Schaufenster stehen, sie schauen, sie lachen. In dieser Zeit fährt dann allerdings auch der Prince of Wales in seiner Kutsche durch die Straßen und sieht das auch durchaus. Es ist schon sehr öffentlich und er wird sehr schlecht dargestellt. ist schon, finde ich, ziemlich hart. Das ging nachher so weit. dass sogar schon Gelder gezahlt wurden, dass bestimmte Sachen nicht veröffentlicht werden. Also es war schon richtiges Geschäft. Man konnte dann tatsächlich auch Geld machen, indem man gut zeichnen konnte, und ich hätte da sonst was. Das machen wir dann mal für 75 Pfund, was viel Geld war. Lassen wir das und veröffentlichen es nicht. Und die Dinge,


Catrin: So viel.


Jörg: die waren schon sehr, sehr böse.


Catrin: vielleicht aber auch ein bisschen damit zusammen. war seine Verschwendung sucht. Man sah es ihm an. Man wusste auch, was er für ein wahnsinniges Geld ausgibt. Und zum Teil liefen dann parallel die napoleonischen Kriege und arme, also das Volk musste in den Krieg auf den Kontinent, kam völlig mit in abgerissenen Klamotten wieder. Die Veteranen wurden nicht gut versorgt. Und währenddessen konnte man jeden Tag in den Zeitungen lesen und miterleben, wie der Prinz das Geld nur so zum Fenster rauswirft. Das gab natürlich schon auch Ärger im Volk. Deswegen war es.


Jörg: Genau, und dann haben wir das natürlich mit der Abanache auch, das was sein Vater eingeführt hat. Das wird noch zu einem richtig, richtig großen Problem. Das passt natürlich überhaupt nicht. Das war George III. natürlich auch immer ein Dorn im Auge und deswegen hatten sie auch permanent Streit. Ja, das klar kann ich verstehen.


Catrin: Ja, doch.


Jörg: Es gibt noch einen einen Spitznamen für ihn. Mehr als von jedem anderen Monarch, nicht nur Prini, sondern da war auch The Prince of Whales mit H, also der Prinz der Wale, wegen seiner Fettlaubigkeit. Also ihr seht schon, er war wirklich Stein des Anstoßes und gespött, kann man sagen, jeden Tag. Dann gibt es irgendwann die Frage, kann dieser Mensch tatsächlich die Verantwortung von seinem Vater übernehmen? Eine Zeitung, bringt das Image sinngemäß ziemlich vernichtend dann auf den Punkt. Dieser Prince of Wales würde vermutlich lieber eine Frau und eine Flasche wählen als Politik und eine Predigt. Das mit der Predigt ist natürlich auch deswegen wichtig, weil auch der Monarch natürlich Oberhaupt der der anglikranischen Kirche ist. Also ist nicht ganz so unwichtig. Und das ist


Catrin: Ja, sehr richtig. Stimmt. Gut, dass du darauf


Jörg: nicht die ideale Bewerbung als zukünftiger König. Das geht natürlich überhaupt nicht. Jetzt ist er aber noch ziemlich jung. Aber das öffentliche Image, ist fertiggestellt. Also das wird uns noch mal begegnen. Es gibt dann allerdings eine kleine Anekdote, es nicht, einen Zwischenstand, den bis zu seinem Tod letztendlich begleitet. Das ist die Maria Fitzherbert. Die lernt er kennen. Und dann ist er auf einmal ein bisschen anders. Und auch da wieder eine kleine Parallele. Vielleicht findet ihr sie auch. Maria


Catrin: Ja, ich weiß, worauf


Jörg: ist älter als er. Sie ist zweimal verwitwet. Sie ist katholisch. Und er verliebt sich natürlich mal wieder ganz heftig in diese Frau. Die will aber nicht nur die Geliebte des Prinzen aufwählt sein, sie will seine Ehefrau sein. Und das ist natürlich problematisch. Das geht gar nicht. Und trotzdem, weil sie Katholikin eben auch ist vor allen Dingen, Und trotzdem heiraten sie, nämlich heimlich 1785. Rechtlich ist die Ehe nicht anerkannt, aber emotional scheint George durchaus real in sie verliebt zu sein und bezeichnet sie auch als die Frau seines Herzens und seiner Seele.


Catrin: Das ist schon sehr deutlich, aber an der Stelle wundert einen ja dann doch im Nachhinein, weil sie ja eine sehr realistische, pragmatische Frau war, dass sie damit zufrieden war. Weil eigentlich alle wussten, dass es nicht rechtsgültig war. Aber soweit ich mich erinnere, es ja so, dass es vor Gott, hatte es Gültigkeit nur vor dem Gesetz nicht. Und sie als Katholikin wollte halt nur, dass sie vor Gott als Mann und Frau vereint worden sind. Also


Jörg: Ja, das war ihr wichtig, genau.


Catrin: es gab, ich glaube, war irgendein so halb abkömmlicher Priester, der in irgendein Kloster verbannt worden war und der wurde zurückgeholt und der hat sich getraut, die beiden zu trauen. Denn irgendein normaler Pfarrer aus der Church of England, der musste ja damit rechnen, dass der König ihn, was auch immer, seines Amtes enthebt. Denn seit dem Royal Marriages Akt 1772, wo George seinen Kindern ausdrücklich verboten hatte, ohne seine Zustimmung zu heiraten,


Jörg: Mh.


Catrin: wusste jeder, jeder wie Vikar und jeder Pfarrer im Lande, dass er sich strafbar macht, wenn er eins der Kinder des Königs verheiratet, ohne dass der Vater seinen offiziellen Segen gegeben hat, der König. Das war schon,


Jörg: Ja, genau.


Catrin: das war richtig kriminell im Grunde, was die da gemacht haben.


Jörg: Ja, und ihm waren die Konsequenzen vollkommen schnuppelnd. Da hat er seine Gefühle über alles gestellt. Und das ist natürlich tatsächlich die Frage, Gott, Gott, da haben wir ein großes Problem. denken auch da wieder an den späteren, zu dem kommen wir Edward den 8., das ist genau dieselbe Frage auch. Kann so ein Mensch König werden? Das ist auch immer mit dem... Ja, genau. Das ist


Catrin: Der König hätte das schon mal gefragt.


Jörg: schon sehr, sehr schwierig. Also, jetzt hat er sich allerdings richtig in Probleme gebracht. Wegen des Geldes. braucht unbedingt Geld. Und jetzt ist er erpressbar. Und wer ihn natürlich auch erpresst, ist sein Papa. Der sagt, so jetzt ist mal Schluss. Jetzt brauchst du eine ordentliche Frau an deiner Seite. Eine Erbin.


Catrin: Erben, legitime Erben.


Jörg: Wir brauchen einen Thronfolger. Und da kommt die gute Caroline. die Ecke. Caroline von Braunschweig. Und die soll er nun heiraten. Das soll eine offizielle Ehe werden. Und er braucht den legitimen Erben. Und dann wird es letztendlich, ja diese Frau wird zur Lösung seines finanziellen Problems, das löst sich dann allerdings ab. Er kauft sich ein wesentlich größeres Problem ein. Denn Romantik,


Catrin: Komm schon!


Jörg: die sieht echt ganz anders aus. Die beiden, die haben sich das erste Mal getroffen und es ist überliefert, dass George quasi, als er noch da stand, gleich nach einem Brandy verlangt haben sollte.


Catrin: Erst mal einen Schnaps


Jörg: Ich brauch erst mal einen Schnaps. Also der war nicht so angetan von Caroline, wo er sich doch so schnell verliebt. Caroline, das war nix. Das ging gar nicht.


Catrin: Ja, aber umgekehrt, er war ja auch nicht gerade der Traum von einem Mann, weder schlank noch muskulös noch attraktiv,


Jörg: Ja.


Catrin: noch jemand, der einfach richtig, richtig höflich war, auch wenn er die Leute nicht mochte. Er war ja sehr von seinen Gefühlen gesteuert. hat sie von Anfang an, hat er sie auch spüren lassen, dass er sie, dass er von ihrem Aussehen, von ihrer ganzen Art enttäuscht war, dass sie ihm nicht gefiel, dass es nicht sein Geschmack war. Und vor allem, sie wusste ja wahrscheinlich auch, dass er sie nur wegen der Mitgift geheiratet hat, weil der Vater es verlangt hat. Das war ja noch schlimmer als eine normale arrangierte Ehe. Er wurde ja quasi erpresst, sie zu heiraten. da war auch...


Jörg: Ja, da kommt vielleicht auch noch so ein


Catrin: Klar, das hat nicht mit heißer


Jörg: Männerproblem dazu. Männer denken ja immer, dass sie hochgradig attraktiv sind, auch immer. Ist die Selbsteinschätzung manchmal ein bisschen... Wir stimmen da nicht unbedingt überein. Genau.


Catrin: Da ist, das hast du jetzt gesagt, mein lieber Jörg. Selbstbild und Fremdbild zwei Welten begegnen sich.


Jörg: Okay, aber da musste er jetzt durch. Ja, die haben dann eben auch geheiratet später. Und jetzt ist was passiert, was... Da hat er wieder einen Riesenfehler gemacht und das hat es wieder zugespitzt. Er hatte auch eine Geliebte, das war die Lady Jersey. Und die war jetzt in diesem unmittelbaren gesellschaftlichen Umfeld als Hofdame von Caroline. Und das wollte die sich natürlich nicht, wir denken nur an ihr zu dritt, das wollte


Catrin: Ja.


Jörg: die sich natürlich nicht gefallen lassen und das war auch brushaft. Es war einfach boshaft, dass er das gemacht hat. Das hängt aber auch mit seiner Kontrollsucht zusammen. Das werden wir nachher auch noch bei seiner Tochter sehen. Er wollte kontrollieren. Er wollte unbedingt gemocht werden, aber er wollte auch absolute Kontrolle haben. Das hat leider Gottes nicht so gut geklappt. Wenn er jemanden nicht mochte und Caroline mochte ihn nicht, dann konnte er wirklich Wenn er jemanden mochte, dann war er total nett. 1795 mussten die heiraten. George soll stark getrunken haben. Die beiden waren schlimm. Caroline war keine nette. Die


Catrin: Ich brauche kein Mäuschen, wirklich nicht.


Jörg: standen sich in nichts nach. Sie soll verbreitet haben, dass er gesamte Nacht am Kamin verbracht betrunken, volltrunken und da ist nicht viel passiert. Also das ist ihre Variante. Also ein Traumstart war es auf jeden Fall nicht. Das kann man glaube ich so sagen.


Catrin: Nee, die ist wirklich...


Jörg: müssen wir fair bleiben, ist aber nur ihre Variante. aber


Catrin: Ja,


Jörg: Die Karikaturisten, machten natürlich Wiederbilder daraus. Sie hatten Wiederfutter, ja. Und das durchzieht wirklich seine gesamte Zeit auch nachher als Regent. Dann kommen wir aber zu einem anderen Gegner. Und ich glaube, den magst du auch ganz gerne, liebe Catrin


Catrin: Ja, Bob Brummel Das ist auf dem Gebiet der Mode. Da wurden ja noch ganz andere Schlachten geforten. Ich mache mir auch sehr viel aus Mode, genau wie du. Und da war es mal diese ungewöhnliche Situation, dass nicht Frauen versuchten sich gegenseitig auszustechen durch ihr tolles Styling und ihre feinen Sitten, sondern in dem Fall waren es jetzt zwei Männer. Nämlich der prinzregent, der sich selber ja für eine Modeikone hielt und aber eben dieser Bob Brummel der in der damaligen Gesellschaft wirklich eine Modeikone war.


Jörg: Brummel wurde George gefährlich, weil er ihn nicht nur politisch angreift, viel schlimmer, eigentlich politisch gar nicht. Er greift sein Selbstbild ein und er hat eben ein schlechtes Selbstbild von sich, der liebe George. Und er möchte natürlich der eleganteste Mann im Raum sein. Schließlich ist er ja auch der Prince of Wales. Und Brummel entscheidet. Das ist kein Adeliger. Der kommt aus sehr gutem, reichen Hause. Da hat sich da so ein Wruf verarbeitet. Aber Brumel, entscheidet gewissermaßen, wer überhaupt elegant ist. Das war damals tatsächlich so. Der war die absolute Mode-Ikone. George besitzt Rang, aber Brumel, der besitzt die Geschmacks. Und irgendwann zerstreiten die beiden sich. Da soll es eine schöne Geschichte geben, wo es zum Bruch kam. Da Brumel gewagt zu sagen, lieber George, klingel bitte mal nach dem Diener. Das konnte er nicht gelten lassen.


Catrin: Ja, das stimmt.


Jörg: Es ist überliefert, George, ob es stimmt oder nicht, aber es zeigt schon dieses Verhältnis. George hat gesagt, die Kutsche soll kommen. Der Diener war die Kutsche, jetzt reiß mal ab, lieber Brumel. Dann haben die beiden nicht mehr miteinander gesprochen. Irgendwann war es so, dass sie sich doch wieder auf eine Gesellschaft getroffen haben. George ignorierte Brumel demonstrativ in der Gesellschaft. Daraufhin soll sich Brumel an einen Freund, mit dem George vorgesprochen hatte, gewandt haben. hat die fatale Frage gestellt, who's your fat friend? Wer ist dein dicker Freund?


Catrin: Echt böse, böse, böse.


Jörg: Sehr böse und genial böse natürlich, denn das


Catrin: Ja, natürlich.


Jörg: Schlimmste ist gar nicht, dass er ihn Fett genannt hat. Wir kennen das vielleicht, wenn man gefragt wird, du böse alter Mann, das alt nimmst du zurück. das


Catrin: Hahaha


Jörg: Fett ist nicht das Schlimme, das Who. Wer ist dieser Mann? Also wirklich so arrogant darüber hinweg zu sein, dass der Prince of Wales ist die Person, dass er ihm das abspricht. George liebt natürlich davon, dass jeder weiß, wer er ist, der Prince of Wales und der zukünftige König und er muss Mittelpunkt dieses Raumes sein und das hat der Pummel mit diesem kleinen Satz vernichtend hinweg gefegt. dann


Catrin: Der war schon einfach sehr intelligent und scharfzüngig der Gute.


Jörg: Ja, das wird dann auch immer zum öffentlichen Thema. tatsächlich müssen wir sagen, diese Ära George IV. ist von seinem Körper nicht zu trennen. Es gab nie einen Monarchen, der so tatsächlich öffentlich, das hat alles andere überschattet. Also diese Körperfülle und das exzessive Leben. Das ist


Catrin: Ja, hat es.


Jörg: ganz gemein, weil auch, du hast erzählt, George III. hat ja gerne getanzt.


Catrin: Ja, ja.


Jörg: Genau, und George IV. war auch sehr, sehr guter, eleganter Tänzer war gesellschaftlich sehr gewandt. Bloß dann wurde er eben immer schwerer, Alkohol, Luxus, Sex und so weiter.


Catrin: braucht keinen so leichtfüßigen Tänzer mehr irgendwann.


Jörg: Nee, leider nicht. Wobei, ich weiß das gar nicht, ob er nachher, als er noch dick war, relativ gut tanzen konnte, das weiß ich gar nicht. Also er mochte das eigentlich bis zum Schluss immer. und dann musste 1811 der Prinz ran als Prinzregent. Finde ich da auch nochmal sehr interessant, weil ja auch gefragt wurde, wenn wir über Elisabeth II. sprechen, warum kommt Charles nicht mal ran? Und da haben wir immer gesagt...


Catrin: wollte ja nicht regent werden. ist ja eine Zeit lang, als sehr alt wurde, immer wieder diskutiert worden.


Jörg: Genau, aber er wäre nicht König geworden, sondern dann wäre die Zwischenschufe Prinzregent und weil die Königin war die Königin. Also er wäre Prinzregent, George III., der ist sehr, sehr schwer krank. Du hast uns davon erzählt. Und in dieser Situation könnte man jetzt denken, dass George denkt, chacka jetzt habe ich ihn. Und das ist nicht so. Also es ist tatsächlich überliefert, dass er zu seinem Vater gehalten hat. Sehr respektvoll. ihm gegenüber war. hat tatsächlich seine Mutter auch in Briefen bestätigt, dass er sich wirklich sehr respektvoll geäußert haben soll. Und auch Wellington, der hatte ein sehr gutes Verhältnis zum Prince of Wales, hat das auch beschrieben. Also hat er wirklich da witzigerweise kein böses Wort über ihn verloren. Jetzt hatte er allerdings, George, der Prince of Wales hatte jetzt ganz andere Möglichkeiten und jetzt muss natürlich zusätzlich noch Uniformen kommen, Orden, Bankette und die Architektur. Da haben wir jetzt mal richtig losgelegt. Jetzt konnte er, wir haben es eben erzählt, auch mit Buckingham, Palace, Carlton House und so weiter, jetzt konnte er machen, was er wollte, dachte er zumindest, aber hat vergessen, dass die Kohle einfach nicht da ist. Er hat aber dann den Royal Pavilion in Brighton für George, den hat er errichten lassen. Und ich weiß nicht, warst du da schon mal? Der ist toll.


Catrin: ja, definitiv. Zuletzt vor zwei Jahren oder so? Also das ist schon... Also sagen wir so, er gefällt mir nicht so gut von meinem Geschmack her wie andere, aber es ist sehr eindrucksvoll zu sehen, auch diese asiatischen Elemente und so und diese Üppigkeit über... Also schon sehr, eindrucksvoll. Und da kann man sich wieder so richtig vorstellen, wie 1800 das Leben rund den Prinz of Wales von statten gegangen ist. Und ich hab ja früher auch gern so Regency-Romane gelesen, die da alle immer spielen.


Jörg: Mhm, ja.


Catrin: Also da kann man sich schon sehr, und eben diese Bridgerton-Zeit auch, kann man sich das schon sehr gut vorstellen, wenn man da drin steht. Also es sehr zu empfehlen, sich den mal anzukommen.


Jörg: Genau, also finde ich auch. Der ist tatsächlich richtig schick und ja, ist exotisch, der ist theatralisch. Ich mag den sehr gern. Und im Übrigen gibt es da auch jedes Jahr so einen Regency Ball. Das ist natürlich der perfekte Ort. Da geht es hoch her. Also wer darauf Lust hat, mal den Regency Ball zu schauen in Brighton. Also er spiegelt, aber dieser Pavillon, der spiegelt eigentlich George wieder. Alles das, was er ist.


Catrin: Ja, dann sehen Sie, wie die Bahn ist tätig.


Jörg: Die Verkörperung dessen, er ist. Auch da sehen wir wieder, so schrecklich das alles furchtbar ist. können uns heute freuen. Es gibt den Pavillon, gibt das Carlton House Es gibt all diese schönen Sachen, die George tatsächlich in Auftrag gegeben hat. George Nash ist einer seiner lieblichsten Architekten.


Catrin: Mh.


Jörg: Der hat auch ganz viel im Buckingham Palace gemacht. Der hat einen unglaublich tollen Stil gehabt. Einen sehr, sehr schönen Geschmack. Anders als Brumel, es dargestellt hat. war schon sehr kunstsinnig. Dann gibt es noch eine weitere Figur in dieser Zeit. Das war der Lord Byron. Und die Frage nach der Liebe. Und die stellt er nicht wegen einer Frau, sondern Lord Byron, wurde geliebt, weil er Lord Byron war, er tolle Poesie, weil er toll geschrieben hat, weil er eine Person war. Und das war bei George eben nicht der Fall. Und der hat George, Prinz regenten zu der Zeit, dann tatsächlich auch gefragt, Mensch ist es nicht eigentlich toll, wenn man einfach so geliebt wird, weil man nett ist? Im übertragenen Sinne. Und das


Catrin: Nö.


Jörg: konnte George nicht. Also es ist ihm nicht gelungen, durch Nettigkeit, durch Zugewandtheit Leute zu erleben.


Catrin: Er ist nicht geliebt worden, er so war, er war. Einzige Ausnahme wahrscheinlich Maria Fitzherbert. Die hat ihn ja wirklich geliebt.


Jörg: Genau, weil er sich, glaube ich, selbst nicht geliebt hat. Genau das ist das Problem. Deswegen hat er es alles nach


Catrin: Ja, das glaube ich auch. Weil er immer das Gefühl hatte, sein Vater kritisiert ihn immer, sein Vater liebt ihn nicht, Eltern, er konnte seinen Eltern nie gerecht werden, weil die halt völlig was anderes von ihm wollten, das wollte er aber nicht als sein Leben. Deswegen, und das ist ja wohl auch leihempsychologisch das, was viele dann immer schmerzt ein Leben lang, wenn sie sich von ihren Eltern nicht ausreichend gewürdigt und geliebt fühlen, einfach weil sie so sind, wie sie sind. Und ich glaube, das war auch ein bisschen hier von unserem Judge das Problem.


Jörg: Genau, so ist es. Das hat ihn letztendlich auch mit seiner Tochter, er dann tatsächlich mit Caroline hat, etwas erstaunlich ist. Bei all dem Hass, haben


Catrin: hast wenigstens die eine Schachterblende.


Jörg: sie hingekriegt. Es gab dann die Tochter Charlotte hieß die auch. Ich weiß gar nicht, er Charlotte tatsächlich auch, weil er seine Mutter so gemocht hat. Nicht nur


Catrin: Ja, die ist doch der Großmutter.


Jörg: aus Tradition, sondern auch tatsächlich als kleine Anerkennung, sag ich jetzt mal. Es war das einzig legitime Kind. Natürlich möchte George auch hier die Liebe seiner Tochter haben. Das gelingt ihm einfach nicht. Er möchte auch gleichzeitig wieder kontrollieren sein. Er möchte, dass sie gehorsam ist. Sie widersetzt sich total, komplett. Das konnte seine Mutter auch nicht verstehen. Sie ähnlich wie Lord Byron gesagt, wenn George mal bisschen netter, ergibt sich das ganz schnell mit der Charlotte. Es ging nicht sein Ego, das war so überbordend, dass es nicht klappte.


Catrin: Ich glaube, war einfach kein besonders empathischer Mensch. Und wenn man das nicht


Jörg: Überhaupt nicht. Nee, das war sehr...


Catrin: ist, schwer Liebe zu gewinnen von anderen Menschen. Den Menschen möchte man schon sehen, dass man auch bemüht, sich in sie hineinzudenken und zu fühlen.


Jörg: Charlotte, seine Tochter, die heiratet dann später den Prinz Leopold. Das ist der spätere Leopold I. Der spielt eine wichtige Rolle auch bei Victoria. Das ist Onkel von Victoria. Und der wird ein sehr schöner Mann, muss man sagen. Sehr eleganter, toller Mann, Leopold I. Und was dann?


Catrin: Belgien.


Jörg: Von Belgien, Leopold I. Genau. Nicht zu verwechseln mit dem Nachfolger. Das war kein schöner Mann und auch kein schöner Mensch. Ich sage nur abgehackte Hände in Kongo. Das ist der Böse. Der zweite ist der böse Leopold. Der erste ist der Schicke. Das merken wir uns bitte


Catrin: Genau, das merken wir uns genau, die zweiteste Person.


Jörg: unbedingt. Genau. Und die beiden heiraten. Charlotte heiratet dann den Leopold. Sie kriegen auch ein Kind. 1817. Allerdings ist die Geburt so schwer. dass das Kind stirbt und sie stirbt dann leider auch. Leopold I. vom Belgien war außer sich vor Trauer. Die beiden haben sich tatsächlich geliebt. Und


Catrin: Hm, das stimmt.


Jörg: Charlotte hat etwas geschafft, was George IV. nie geschafft hat. Seine Tochter wurde einfach geliebt. Die hat gar nichts


Catrin: Ja, pass auf.


Jörg: gemacht. Sie wurde einfach geliebt und auch das konnte er nicht ertragen. Obwohl er seine Tochter auch geliebt hat, das konnte er ihr auch irgendwie nie verzeihen.


Catrin: Nee, hat's nicht verstanden.


Jörg: 1820, endlich kommt die Krone, er wird König. 1820 stirbt nämlich King George III. Und jetzt wird aus dem Prinzregenten King George IV. Und jetzt könnte sein großer Moment beginnen. Jetzt geht's aber los. Caroline kommt zurück. war nämlich die ganze Zeit seine gehasste Frau. Die hat sich vergnügt auf dem Kontinent. War alles schicki. Und jetzt ist sie natürlich automatisch Queen Caroline. Und das möchte natürlich George nicht. Das geht gar nicht. Genau. Das


Catrin: Weil sie damals aber auch schon getrennt lebten und er sich eigentlich scheiden lassen wollte, muss man auch dazu sagen. Und sie hat ihn dann auch getoben.


Jörg: ist ein wichtiger Punkt. Er wollte sich scheiden lassen. Das hat auch nicht funktioniert. War ein öffentlicher Kampf. Den hat er verloren. Und jetzt ist sie da und das ist ganz furchtbar. Er findet das ganz schrecklich und die möchte er natürlich nicht bei sich haben. Und Caroline, die wird dann später sehr, sehr populär, weil er sie so disst. Also wieder etwas. Alle halten zu Caroline, keiner hält zu ihm.


Catrin: Schlucht.


Jörg: Er wird immer bockiger, kann das nicht ab. Und diese Ehe, wird dann eben auch Staatsangelegenheit. Das ist es eben so. Und auch wieder die Karikaturen. Es geht wieder nur darum. wie so eine moderne Klatschpresse finde ich eigentlich.


Catrin: Das war damals eigentlich vergleichbar mit der heutigen Klatschpresse. Die auch


Jörg: Absolut!


Catrin: wie so Terrier, diese Karikaturen immer. Aber er hat die Presse auch, er hat ihnen zu viel Futter gegeben. Also wenn du quasi ständig Home-Stories denen anbietest, darfst dich auch nicht wundern, wenn sie dann auch so allen Tages- und Nachtzeiten was über dich haben wollen.


Jörg: Ja, genau. das ist ... Also, wenn über George IV. kannst du eigentlich nur über diese Dinge reden, über die Schönheit, über den Kunstsinn und so, aber staatsmännisch ist da gar nix.


Catrin: Nee, also er hat sich, was ich eben noch sagen wollte, als er dann Prinzregent wurde, hätte man ja auch denken können, hm, vielleicht kriegt er doch jetzt eine Wende hin, er ist ja trotz allem der Sohn seines Vaters, vielleicht stürzt er sich jetzt einfach vor allem in die Arbeit, Dokumente lesen, versuchen zu verstehen, was das Ganze bedeutet und einfach mal ein paar Jahre Nicht-Party machen. Pustekuchen, das hat er überhaupt nicht gemacht. Er hatte auch kein Interesse,


Jörg: Genau, hatte er überhaupt nicht.


Catrin: er wollte neue Uniformen und ganz viel repräsentieren, aber die harte Arbeit am Schreibtisch, war nichts für ihn.


Jörg: Ne, also da stand er überhaupt nicht drauf. Es bleibt eigentlich nur, ich glaube, George IV. ein, er hat ja viele Dinge in London geprägt, die wir heute alle schön finden. Und ich glaube, dass alle nachfolgenden Monarchen sich an ihm ein Beispiel genommen haben, wie sie es nicht machen. Und damit bin ich dann auch beim letzten Thema. Das möchte hier noch mit einfügen. Mit Caroline gab es den großen Streit. Man könnte unendlich viele Geschichten erzählen. Aber damit wollen wir euch nicht langweilen. Was wichtig ist, Krönung, das spielt heute auch eine große Rolle. Die Krönung war das absolute Highlight. Das 230.000 Pfund gekostet. 1821 wurde gekrönt. Das sind fast 23 Millionen Pfund. Das ist exorbitant


Catrin: eine enorme Summe für damalige Verhältnisse.


Jörg: teuer. Und er hat ganz viele, und deswegen möchte ich es auch erwähnen hier an der Stelle, was gehört eigentlich bei einer Krönung dazu und was gehört nicht dazu. Also wenn wir jetzt die Krönung von Charles gesehen haben, gab es Teile, die gehörten schon bei George IV. dazu. Zum Beispiel diese golden Robe, die Charles getragen hat. Die, die man kurz bevor der Krönung sieht, wenn er auf dem dem Thron sitzt, ist diese schwere, das auch schon Elisabeth getragen hat. Diese Robe, die hat damals George IV. anfertigen lassen, die ist noch bis heute drin geblieben. Dann hat er eine Krone natürlich getragen und diese St. Edwards Krone, die war ihm allerdings zu popelig. Da war man nicht dran.


Catrin: Na ja!


Jörg: Also hat er gesagt, wir machen da mal 12.000 Steinchen rein. Und dieser hatte sich gepumpt. Das war im Übrigen, das wusste ich auch nicht, durchaus üblich, dass sich Monarchen Diamanten geliehen haben. Wusstest du das?


Catrin: Ich wusste nicht, dass sie sich gegenseitig geliehen haben, aber wenn einmal in der Krone bestimmte Edelsteine und Diamanten waren, ich früher immer gedacht, dann bleiben die auch für immer in dieser einen Krone. Aber so ist es nicht. Die wurden mal rausgenommen, ausgetauscht, mal mit, mal ohne. Dann werden manchmal die Bügel in der Mitte noch rausgenommen oder noch mehr Bügel reingemacht. Also das ist sehr viel, viel gestaltiger und variabler, auch bei Kronen und Tiaras im Übrigen auch, als man sich das vielleicht so gemein den sonst vorstellt.


Jörg: Genau, also er hat sich da, da brauchte er den Pomp und die wurden sich geliehen und die wurden rein gebastelt und danach wurden sie wieder rausgenommen, sind nicht drin geblieben, aber die mussten natürlich richtig, da musste richtig was los sein. Und dann hat er auch die Robe getragen, also diese Hermelin-Robe, die ist acht Meter lang gewesen. Die gibt es heute so, die Robe selbst, die gibt es nicht mehr und die wurde fand ich sehr, lustig. Diese Robe wurde tatsächlich am Madame Tussauds verkauft.


Catrin: Das ist wirklich lustig, das wusste ich nicht.


Jörg: Genau, das habe ich auch nicht gewusst. hat mal, also die Robe, diese Krönungsrobe oder das Krönungskleid, sage ich jetzt mal, das ist geblieben. Aber diese rote Robe, die wurde tatsächlich dann verkauft. Und er hat etwas, und das ist das letzte, wieder eine Verbindung zu unserer lieben Queen Elisabeth, aber auch zu Victoria. Er hat ein Diadem allerdings machen lassen, ist das... Das ist IV. Staatsdiadem. Das ist tatsächlich eine, die Queen Elisabeth, wenn ihr die Öffnung des Houses of Parlament gesehen habt, da hat sie dieses Diadem ganz, ganz häufig getragen. Und das war tatsächlich für ihn gemacht, weil er das an einem Hut befestigt hatte. Drübergezogen,


Catrin: oben drüber gezogen über so eine alzame Schlacht.


Jörg: einmal drübergestürkt und dieses ... Die Adem gibt es immer noch, da sind dann die Staatssymbole drauf. Rose, Dieste und Kleeblätter. Und leider Gottes, muss man wieder sagen, die Waliser fallen wieder unter den Tisch. Leider gibt es für die dummerweise nie ein Symbol. Ganz, ganz blöd ist.


Catrin: Das war ja auch nie ein Königreich sondern immer nur ein Fürstentum.


Jörg: Ja, deswegen fühlen die sich aber auch immer so bisschen vernachlässigt, weil sie einfach England zugeschlagen wurden. Da bleibt natürlich das nationale Selbstverständnis, ein bisschen ist da unter die Räder gekommen. Genau. Unbedingt.


Catrin: Darf ich auch noch was sagen zum George Routh State Diadem? Also nach allem, was ich je gelesen habe und weiß, war er der erste und einzige Mann, der es getragen hat. Seitdem haben es immer nur Königinnen getragen. Also Elisabeth immer auf dem Weg hin zum Parlament. Camilla hat es inzwischen, glaube ich, auch schon einmal getragen.


Jörg: Jaja, genau. Ja.


Catrin: Früher auch andere Queen Consorts Victoria, da musste es dann sehr viel kleiner gemacht werden, weil die ja so klein war und kleinen Kopf hatte. Auch deswegen mussten die Kronen ja auch immer wieder angepasst werden, weil jeder Monarch oder jede Monarchin dann wieder unterschiedliche Kopfumfänge hat. oder auch andere Proportionen. Da ist schon Arbeit, die Juewelen in Schuss zu halten und immer für die Richtigen an der Sicherheit zu richten.


Jörg: Ja, ich finde, haben ja letztens einen Frisurentipp gegeben für Camilla. Und jetzt


Catrin: Genau.


Jörg: sagen wir, Mensch, William, sei doch mal der erste Mann nach George IV., der sich so was an den Hut bammelt. Weil heute können ja auch


Catrin: Ja.


Jörg: Herren Damen Taschen tragen und so. Da kann er doch mal ein Zeichen setzen. Was hältst davon?


Catrin: finde die Idee süß, aber irgendwas sagt mir, dass das nicht passieren wird.


Jörg: Ich glaube auch, dass es nicht passieren wird. So, das Das wirklich Wichtige ist allerdings noch mal, Caroline ganz zum Schluss, damit hat sie es dann komplett versaut. Caroline musste bei der Krönung, musste sie tatsächlich vor Westminster Abbey stehen. Sie war nicht zur Krönung im Tüdlchen eingeladen. Schon gar nicht. Genau,


Catrin: vor ihrer Nase die Distortzugescheinung und abgeschlossen.


Jörg: sie wurde nicht gekrönt. Und das war natürlich echt heftig. Also es war wirklich für alle sichtbar auch und das ist keine Story, man sich zu essen.


Catrin: Wir sind wirklich mit dem Glück.


Jörg: Das ist natürlich an Boshaftigkeit nicht mehr zu überbieten. Das muss man wirklich sagen. Genau.


Catrin: Er wollte einfach, er hatte inzwischen eine ekel und körperliche Abneiung und alles entwickelt. Er wollte sie nicht mehr sehen müssen. wollte nichts mehr mit ihr zu tun haben. Und da er sich scheiden lassen wollte, wollte er eben auch verhindern, dass sie gekrönt wird. Weil dadurch kam natürlich dieser Akt der Salbung und alles, das ganze Spirituelle. Er wollte einfach klar machen, dass er sich selber im Grunde schon von ihr als geschieden betrachtet. Und er wollte sie einfach nicht mehr dabei haben. Und dabei er nun mal der König war, hat er sich auch durchgesetzt. Aber das fand das Volk eben ungerecht.


Jörg: Ja, also zurecht finde ich, oder?


Catrin: Ja, also es ist schon fies. Andererseits, wenn man schon auf dem Weg raus aus der Ehe befindet, würde man dann eben mit dem immer noch Ehepartner, den man inzwischen hasst, dann noch irgendwie gemeinsam... Also ein Stück weit kann ich es auch verstehen, aber sie so zu demütigen war natürlich nicht in Ordnung. Man hätte verhindern müssen, dass sie überhaupt dahin kommt. Und man hätte versuchen müssen, das Narrativ so zu streuern, dass sie damit einverstanden ist, nicht gekrönt zu werden.


Jörg: Und da könnte ich mir vorstellen, dass es da auch böse Leute gab, die das nicht verhindern wollten, sondern ganz


Catrin: Ja.


Jörg: im Gegenteil, die das sogar noch dem Vorschub geleistet haben, dass da nochmal wieder so was passiert. Und er war einfach für sich selbst kein guter Berater, hat offensichtlich auch überhaupt keine Berater gehabt. Das muss man ja auch mal sagen, wenn er das schafft. das, was ich gelesen habe über Georgian Fiatness, Ich sehe da keine Figur, die ihn wirklich leiten konnte.


Catrin: Nee, nee.


Jörg: Selbst Wellington, mit denen er Gefühl hatte, eine gute Beziehung hatte. Wellington hat irgendwann mal von ihm erzählt, dass die Geschichten letztendlich, die Wellington erzählte, auf einmal wurden sie zu den Geschichten von George IV. Er hat sie so oft erzählt, als wenn er in der Schlacht gewesen wäre. der konnte das nicht auseinanderhalten. ist wirklich ein großes, großes Dilemma.


Catrin: Ich glaube, je älter er wurde, war beratungsresistent. Jeder, versucht hat, ihn zu lenken in die richtige Richtung, die Einzige, es je geschafft hat, war immer wiederum Maria Fitzherbert. Ein bisschen mindestens. Aber danach hat ihn nie wieder jemand in den Griff gekriegt.


Jörg: Ja, die war ja ein bisschen abgeschrieben auch, aber die sind sich immer beide sehr, sehr verbunden geblieben.


Catrin: Ja.


Jörg: Und dann nachher zum Schluss wurde es dann auch wieder mehr. Sie hat ihm da tatsächlich auch verziehen. Also die beiden, ja, das war ein...


Catrin: eine starke inner Verbindung bis zu seinem Tod.


Jörg: Genau, ein Pott und ein Deckel. Als George dann starb, das ist letztendlich die Krönung des Ganzen ist, als George starb, wurde wieder nicht getrauert. Und selbst die Times, die Times hat eine Boshaftigkeit zum Schluss nochmal gebracht. Also letztendlich war die Überschrift, niemand wird diesem König nachtrauern, also keiner wird ihn vermissen. Und das


Catrin: Das ist schon bitte, wenn man das so sagt.


Jörg: Das war schon wirklich heftig. dann zu lesen auch, das finde ich gemein auch gegenüber so einem König.


Catrin: Ja.


Jörg: Ist aber auch wieder, ich komme wieder zu unserem ersten Teil, den du erzählt hast, es erinnert mich an die Boshaftigkeiten der Menschen bei Instagram gegenüber Camilla, gegenüber Charles.


Catrin: Hm. Ja.


Jörg: Genau das passiert. Und das war früher schon so, diese Fiesheiten, und heute sind sie auch da. Wir lesen sie nur mehr, wir haben mehr Möglichkeiten. Wir müssen nicht vor dem Schaufenster stehen, das zu lesen.


Catrin: Sie hängen vor dem Bildschirm, das zu lesen, und ich mir vorgeschafft habe.


Jörg: Damit würde ich eigentlich auch mit George IV. abschließen. Ihr seht, da ist nicht viel politisches Fleisch dran. Das kann man eigentlich nicht sagen.


Catrin: Nee, ich...


Jörg: Trotz alledem hat er, wenn wir jetzt auch dann gleich bei dir weitermachen mit Wilhelm IV., hat er maßgeblich letztendlich auch für Reformen gesorgt, weil man Dinge ganz anders macht, als er sie gemacht hat. er war ein gutes Lehrbeispiel für alle nachfolgenden Könige und Königinnen.


Catrin: Und sagt man doch so schön, niemand ist völlig unnötig, er kann immer noch als schlechtes Beispiel dienen.


Jörg: So ist es. Ein schönes Schlusswort. Das wäre für mich George IV. in der Kürze der Zeit sozusagen. Ja?


Catrin: Ja, ich finde auch schöne Schlusswort. Du hast es ja gesagt, politisch ist nicht viel übergeblieben. Was bleibt als Gefühl zurück? Ich finde, ist ein Mann, intellektuell unter seinen Möglichkeiten geblieben ist, der einfach von seinem exzessiven Leben sich zu sehr hat vereinnahmen lassen. Er hat die Balance nie gefunden. Aber gut, ist wie es ist. Und er war so glücklich, wie er sein konnte mit diesem Leben, er da hatte. Vielleicht korrumpiert dann dieser Status und das gefühlt unbeschränkte Geld, das man zur Verfügung hat. Vielleicht korrumpiert das manche Menschen auch schon so früh in der Jugend als Königskind, dass sie dann davon nicht mehr wegkommen und die Bodenhaftung direkt verlieren.


Jörg: Das glaube ich ganz bestimmt und auch da sehen wir ja moderne Beispiele, was Geld so auslösen kann. Man könnte wesentlich glücklicher sein, wenn man nicht immer nur auf die Kohle und auf Geltungssucht gucken würde. Ich nenne jetzt auch wieder keine Namen.


Catrin: Okay, ja gut.


Jörg: Schlechte Beispiel kommt auch nicht bei allen an. Wunderbar.


Catrin: Ne, genau.


Jörg: Dann werden wir jetzt gleich, einer ganz kurzen Pause, werden ein Gläschen trinken, hätte ich fast gesagt. Nein, wir trinken jetzt ein Glas Wasser.


Catrin: Ja, du Cocktail, du sagst, da wolltest du erst einen frühen Nachmittag. Schade, dass wir nicht abends aufnehmen, dann hätte ich mir jetzt echt einen Cocktail gemacht.


Jörg: Und das vielleicht für unsere Hörer auch nochmal und Hörerinnen. Wir machen das tatsächlich alles in Eigenregie. Und wir machen das auch am Stück. Das ist fast wie eine Live-Sendung, kann man eigentlich auch mal sagen.


Catrin: Wir machen irgendwann bei dir in Eaton Place Tearoom einfach mal eine Live Sendung.


Jörg: Ja, das sollten wir vielleicht tatsächlich machen. Also wir machen das nicht stückweise. Wir sitzen hier tatsächlich für euch und für uns natürlich auch und nehmen das wirklich am Stück auf. ja, das macht es vielleicht auch aus unserem Podcast. Hoffen wir zumindest, dass er dadurch auch sehr schön authentisch wirkt. Wir hören uns gleich wieder. Nach George III. und George IV. bleiben wir in der Familie, liebe Catrin Der Bruder


Catrin: Ja.


Jörg: von George IV., nämlich William IV.,


Catrin: Hm.


Jörg: das war der Sailor King. Den haben wir beim Anteasern schon erwähnt, Namen, diesen Spitznamen. Und von dem erzählst du uns jetzt.


Catrin: Ja, das mache ich sehr gerne. Also erst mal muss man ja noch mal vorausschicken, dass es wirklich ein Glück war, dass George III. und seine liebe Gattin Charlotte so viele Kinder hatten. Wenn die nicht so viele Söhne gehabt hätten, wäre das irgendwann mit der Monarchie dann auch schwierig geworden. Weil so viele, die auch mitressen hatten, diese ganzen Söhne, George IV. und dann auch andere, hier auch unser William IV., zu dem ich jetzt gleich komme, und andere auch, die haben es nicht geschafft, besonders viele legitime Kinder zu standardzubringen. hatten haufenweise unehrliche Kinder, also fast alle miteinander. Aber es war echt schwierig dann mal hier und da, sonst wäre nicht am Ende nur Victoria übergeblieben. Aber das ist nur eine kleine Nebenbemerkung. Also wir setzen uns mal zurecht und machen weiter mit der Runde. Nein, nein, nein, das habe ich auch nicht behauptet


Jörg: Ich befürchte aber, das lag nicht an den Frauen. Das könnte man ja denken so. Die Frauen haben da keine Kinder gekriegt. Die waren überall unterwegs, bloß im eigenen Bett.


Catrin: Nein, also ich glaube, ein Grund ist schlicht und einfach, die hatten alle immer keine Lust zu heiraten, weil sie gerne ihr Lotterleben weiterführen wollten und haben


Jörg: Ja.


Catrin: dann, als sie noch jung und zeugungsfähig waren, sich ihre Mätressen genommen oder eben morganatisch geheiratet und mit diesen Frauen hatten sie auch reichlich Kinder. Und dann irgendwann hat immer der Vater dort der dritte, da gehört mal zu, Jungs, so läuft das nicht. Wir brauchen hier endlich mal eine Auswahl von vernünftigen Erben und hat die ja dann auch über die Apanagen erpresst, nicht nur den ältesten Sohn, die anderen auch. Jetzt hier mal weg mit euren Mätressen Jetzt suche ich euch mal eine anständige Prinzessin. und auf geht's und das war dann aber, waren die immer schon ein bisschen älter, hatten alle schon viel gesoffen und gefeiert und dann sinkt ja auch einfach die Quote oder die Zeugungsfähigkeit. Ich will jetzt hier nicht zu sehr ins medizinische Detail gehen. Ich nehme an, dass es auch ein bisschen daran lag einfach, weil die alle, alle die spät im Leben geheiratet haben, weil sie vorher keine Lust hatten, irgendwelche Prozessin zu ehren.


Jörg: Ja, das kann ich mir auch gut vorstellen. Ja, also George war da schon auch geschlagen mit seinen Gören. muss man schon wirklich sagen. Also nett war das nicht letztendlich. ja dann trotzdem, hat sich alles zum Guten gewendet. Aber das ist nicht unbedingt den zu verdanken. Genau das stimmt.


Catrin: Ja, aber es war viel Zufall dabei. war echt viel Zufall dabei. naja, zurück zum Thema. William de Vierte war einer der jüngeren Brüder, also nächste jüngere Bruder, nach George de Verte. Und weil ja zunächst überhaupt nicht abzusehen war, dass der jemals auf den Thron kommen würde, hat man das gemacht, was man mit jüngeren Söhnen im Königshaus oder auch im Adel gerne mal gemacht hat. Man hat sie zur Navy geschickt, schon als wirklich Junge. Junge, noch nicht mal Männer als Kinder. Mit 13 Jahren hat man William, der 1765 geboren wurde, Unverheiratet zusammenleben 1791 bis 1811. Und sie hatten, Achtung, Trommelwirbel, zehn gemeinsame Kinder, die alle den Nachnamen Fitz Clarence trugen, weil er damals der Herzog von Clarence war. Und das war damals so bisschen üblich, wenn Royals unierliche Kinder kriegt, dann nahm man dieses Wörtchen Fitz und dann kam halt irgendwas anderes dahinter, was sich auf den Titel oder den Namen des leiblichen Vaters bezog. Ja, das war wirklich so ganz lange eine echt schöne häusliche Partnerschaft. Aber die haben nicht versucht, das Gesetz zu heiraten. Sie haben gar nicht erst versucht, eine Einwilligung von König zu bekommen oder sich dagegen zu verhalten. Am Ende zerbrach die Beziehung aber auch wieder an Geldsorgung. Die Appanage reichte nicht und es war auch nicht billig, zehn Kinder zu versorgen. Und er wollte aber natürlich auch nicht, dass seine Lebensgefährtin und die Mutter seiner Kinder wieder auf die Bühne geht. Und die haben dann einen... eigentlich ganz vernünftigen Vertrag geschlossen, als sie sich getrennt haben und es dann auch absehbar war, dass er auch irgendwann jetzt mal heiraten müsste, eine Prinzessin. Und die hat in dem Vertrag schriftlich versichert, dass sie sich die Kinder kümmert, also sie nicht alles. Es wurde aufgeteilt, die Söhne blieben bei ihm, da kümmerte er sich durch Leute, also er hat dann Leute beauftragt, sich die Kinder zu kümmern und die Töchter blieben bei ihr. Sie hat aber dann auch Gelddruck bekommen und einer ihrer Schwiegersöhne hat das dann von ihr verlangt, weil der auch Schulden hatte, dass sie wieder auf die Bühne gehen soll, Geld zu verdienen, weil sie war immer noch bekannt und hatte auch Angebote, gerade in Frankreich wieder auf die Bühne zu gehen. Und obwohl sie das schriftlich zugesichert hatte, dass es nicht tun würde, ist sie dann wieder tätig geworden auf der Bühne. Und da war dann William sehr, sauer und hat gesagt, hier Ver einbarung, du kriegst kein Geld mehr von mir, der Vertrag ist null und nichtig. Er hat ihr die Apanage gestrichen und das Sorgerecht auch noch für die Töchter entzogen. Und da hat sie dann natürlich mit Zitronen gehandelt. Und dann war das dann schon ein ziemlich bitteres Ende dieser einsmals großen Liebe. Ja, also blöd, aber sie war wohl irgendwie so in der Zwickmühle, weil sie hatte kein Geld mehr und dann hatte sie Selbstschulden und eben ihre Tochter und der Schwiegersohn auch. Das war alles furchtbar und irgendwann ist sie dann auch in Armut gestorben. Also arme Frau muss man sagen, die Mrs. Jordan. Ja, und dann hat aber William das getan, was halt dann alle anderen Brüder irgendwann auch machen mussten, nämlich eine für ihn ausgesuchte Prinzessin zu heiraten. Denn wir haben ja eben auch von dir gehört, die einzige legitime Tochter von George IV., Prinzessin Charlotte. Die eigentliche Thronerbin war ja dann gestorben und ihr einziges Kind auch, direkt nach der Geburt. Und dann brach so eine Art Wettbewerb aus unter den Söhnen, den anderen Söhnen von George III. Hier wer zuerst legitim, also standesgemäß heiratet und ein legitimes Kind bekommt, der hat dann richtig gute Karten.


Jörg: Mh.


Catrin: Und zwar war es dann schon so weit, dass es hieß, egal ob du der ältere oder jüngere Bruder bist, wir brauchen jetzt hier meinen Erben. Und da hatte William ganz gute Karten, weil er der gesündeste war. Der hat ja bei der Marine auch immer viel frische Luft gekriegt. Und er hat dann 18 und 18 die deutlich jüngere Adelheit von Sachsen-Meinen geheiratet, wieder eine deutsche Prinzessin. Das war eine Vernunfts-Ehe, die sich aber dann ganz gut angelassen hat. Die haben sich beide respektiert und haben sich dann so, wie man so sagt, lieben gelernt. Und haben ein gutes Ehepaar. Die haben das gut miteinander gemacht. Aber sie hatten zwei Kinder, die aber beide nicht überlebt haben. Beide Töchter starben im Säuglingsalter. Das war also dann leider nicht von Erfolg gekrönt. dieses Projekt. Und dann wurde William irgendwann auch König 1830, eben als George IV. starb und selber keine direkten Erben hatte, mit 64 Jahren. Und du wirst jetzt sagen, ja, das ist ja fast so schlimm wie bei Charles. Also er war, bis es zu Charles' Thronbesteigung kam, war er der älteste Royal, der je auf den Thron gekommen ist. Aber er hat das angenommen, ist König geworden, hat es aber sehr unaufgeregt gemacht, kann man sagen. Er trat auch wirklich völlig anders auf als sein Bruder, sein Vorgänger und Bruder. war wirklich von Herzen bescheiden, sparsam, volksnah. Er hat ja auch lange wie ein normaler Mensch dabei der Nevi gelebt. Er lief unbegleitet durch London, ging spazieren, schaffte die ganzen hochbegabten, teuren französischen Köche von George ab. Also er legte auch kein wert


Jörg: Ja.


Catrin: so exquisites Essen und wollte auch eigentlich in einem riesigen Buckingham Palace gar nicht unbedingt wohnen. hat sogar mal versucht, Gebäude ans Parlament zu verschenken. Also Gott sei Dank hat das nicht geklappt, wäre ja schade drum jetzt, auch wenn du Moment nicht so zufrieden bist mit der Performance, aber irgendwie.


Jörg: Ja, das war ganz lustig. Buckingham Palace, war nie wirklich beliebt. Also so richtig der strahlende Stern war es ja bei niemanden.


Catrin: Frau Victoria und Albert haben da in der Jugendphasie-Aerea schon sehr gerne gelebt.


Jörg: Ja, genau. Die haben dann ja ordentlich umgebaut und ein bisschen modernisieren lassen. der strahlende Stern war es irgendwie trotzdem die meiste Zeit nicht. Ich habe auch das Gefühl, auch jetzt wie so ein Vergessener, für mich schon wie so ein Vergessener Palast Ich habe das Gefühl, da hat keiner mehr Interesse irgendwie.


Catrin: Ja, muss dann ein bisschen schaffen.


Jörg: untergehen. ist halt so, ne? Genau. Der war ja aber auch nicht besonders komfortabel und zugig und


Catrin: Nein, lange zugegegangen. ist einfach zu groß auch, irgendwie


Jörg: Genau.


Catrin: ein schönes Heim zu sein. Mal gucken.


Jörg: Dann gibt es hier auch einen großen Unterschied zu George IV., wo der nun gar nicht politisch unterwegs


Catrin: Ja.


Jörg: war. sieht bei William IV. komplett anders aus.


Catrin: Also der hat sich einmal in die Hände geklatscht und gesagt so jetzt geht's los und hat sich involviert und teilgenommen an allem, hat sich schlau gemacht. Leider waren seine sieben Regierungsjahre auch nicht sehr lang von der Reformkrise dominiert. Es ging eine grundlegende Modernisierung des damals wirklich völlig vereiteten Wahlsystems. Was ich daran festmache, dass Mass machte, dass so wichtige und große Städte wie Manchester oder Birmingham damals nicht mal einen eigenen Abgeordneten hatten, wir haben ganz lächerlich kleine Städte oder Bereiche, Rotten Boroughs genannt, die eigentlich nur eine Handvoll Wähler hatten, die hatten dafür aber mehrere Sitze im Unterhaus. Das war ein völliges Missverhältnis. Und als das Oberhaus die Reformen blockieren wollte, hat der damalige Premierminister Lord Gray damit gedroht, dass der König einfach massenhaft neue reformfreundliche Peers fürs Oberhaus ernennen würde und dann würde man halt so die Mehrheit kippen. Das ist natürlich nicht ganz clean so was, aber es war möglich und es war eine ganz kluge Idee eigentlich. William hatte auch mitgespielt, auch wenn er gesehen hat, dass das eigentlich schon als Schachzug hart am Rande der Illegalität ist. Und er war auch kein großer Freund der Reform, aber er war pragmatisch. Er hat schon gesehen, dass das eine sehr unfaire und nicht zukunftsfähige Lösung ist, wie es bisher war und dass es da auch nicht mehr wirklich ein Zurück gab. Also hat er gesagt, okay, wir machen das jetzt, wir ziehen es durch. 1832 wurde dieser berühmte Reform-Act verabschiedet. Das war für die parlamentarische Landschaft in Großbritannien ein historischer Wendepunkt. Aber er hat auch die Macht endgültig von den Lords im Oberhaus weg zum Unterhaus mit den Gewählten und nicht der ererbten Abgeordneten verschoben. Und William IV. war auch der letzte britische Monarch überhaupt, der 1834 einen Premierminister gegen den Willen des Parlaments ernannt hat. hat er sich noch getraut, danach


Jörg: Ja.


Catrin: nicht mehr. Das war dann durch. Also mit ihm hat die Rolle der Krone als wirklich aktiver politischer Akteur geendet. Das war danach dann nicht mehr denkbar. Das kam nicht mehr in Frage.


Jörg: nachher ja auch bei Victoria so ein bisschen diese Übergangsphase, die er dann auch Probleme bereitet hat. Da fingen dann die Kämpfe so an. Da hat sich das dann gezeigt, was bei William IV. anfing,


Catrin: Genau.


Jörg: wurde dann eigentlich richtig wichtig, nur mal bei Victoria. Genau, aber da gibt es ja noch eine eine zweite wirklich extrem wichtige Reform, die unter seiner Regenperfekte


Catrin: Ja, das stimmt. Gerade aus heutiger Sicht, vielleicht haben die Zeitgenossen es gar nicht so gesehen, aber aus unserer heutigen Sicht ist es natürlich extrem wichtig, dass Abolition Law, Abolitionsgesetz von 1833, also sprich die Sklaverei wurde abgeschafft in fast gesamten britischen Empire. Und das war wirklich natürlich ein Riesendurchbruch, weil es endlich mal bisschen in Richtung ging, alle Menschen sind gleich und so weiter. Soweit waren die zwar damals noch nicht, aber war wirklich wegweisend. Und das verwundert auch umso mehr ein wenig, als William als junger Mann im Oberhaus sich noch vehement gegen die Abschaffung des Sklavenhandels ausgesprochen hatte, mit eigentlich unrühmlichen Äußerungen gegenüber dem Vertreter der Abschaffung einem William Wilberforce. Aber als König hat er das Gesetz dann trotzdem unterschrieben. Und was ich auch wirklich gut und wichtig finde, in seiner Zeit kam es auch zu einem Fabrikgesetz, was die Kinderarbeit sehr eingegrenzt hat. Früher hat man ja dann im Bergbau vor allem auch noch wirklich sehr kleine Kinder in die


Jörg: Ja.


Catrin: Uren geschickt, damit man die Stollen nicht so groß graben musste. Ganz furchtbar. Und es gab auch eine Reform der Armen-Gesetze. Also wirklich sozial hat da auch einiges bewegt. Das finde ich schon beachtlich.


Jörg: Und Kontrast zu seiner Jugendmeinung, aber das kennen wir ja auch alle, glaube ich von uns, zumindest die, älter sind. Das verändert sich. Ja, das,


Catrin: Ja, und man kann sich auch weiterentwickeln.


Jörg: und das, glaube, das gehört einfach dazu, dass man da bisschen großzügiger wird mit einigen Dingen. Pragmatisch auch.


Catrin: oder dass man einen Pragmatismus aneignet und einfach sieht, was sind die Realitäten und was ist auch langfristig. Wenn man einmal Monarch ist, muss man ja auch die langfristige Perspektive viel stärker ins Auge fassen und gucken über mich hinaus, was ist mit meinen Nachfahren, späteren Monarchen, wie entwickelt sich die Gesellschaft vielleicht, was ist sinnvoll. Ich hoffe jetzt einfach mal, dass es bei William so gewesen ist.


Jörg: Ja, ja.


Catrin: Er war dann zunehmend pragmatisch, dann auch, man sieht es wetterwindig zu seinen früheren Meinungen, aber am Ende hat er die Kurve gekriegt und war dann fähig, sich den veränderten Zeiten anzupassen. Und am Ende seines Lebens hat er dann noch für einen wirklichen Wutausbruch gesorgt, also hat er wirklich Rammtantamm gemacht. Bei seiner letzten Geburtstagsfeier im Jahr 1836 hat er vor versammelter Mannschaft die Mutter von seiner nichte Victoria angeprangert und wirklich mit ihr abgerechnet und sie im Senkel gestellt, würde man jetzt heute sagen,


Jörg: Hmm.


Catrin: weil sie einige Erziehungsmethoden angewandt hat bei ihrer Tochter, die ihm wirklich sehr zu Gedenken gegeben haben. Er wollte einfach auch nicht, dass er wollte mit aller Gewalt noch so lange leben, bis Victoria volljährig ist und dann direkt Regentin wird, also Monarchin, weil er nicht wollte, dass ihre unbegabte und kontrollwütige Mutter als Regentin einspringt, weil die wiederum unter dem Einfluss eines ihrer, wie man sagt, Liebhaber oder Berater stand, Sir John Conroy. Das ist ja auch sehr schön. weiß nicht, ich hatte diesen Romy Schneider Film, wo sie die junge Queen Victoria spielt. Hast du den mal gesehen? Da wird das sehr schön raus.


Jörg: Den habe ich gesehen und es gibt auch eine wunderbare Serie. Genau, ist dieser Part auch sehr schön dargestellt.


Catrin: Ja, ja, die britische,


Jörg: Mit dem Bankett und so weiter. Genau, kann ich auch so sehen. Unbedingt.


Catrin: Ja, ja. Also das ist sehr sehenswert. Auch wieder Show Notes werden wir die entsprechenden Empfehlungen reinstecken. Da sieht man auch noch ein bisschen noch William IV. und dann diese komische Erziehung von Victoria. müssen uns gleich noch mehr zu erzählen. also William hat schon gesehen, was da ablief im Kensington-Palast, wo seine Nichte erzogen wurden. Er wollte einfach sichergehen, dass ihm dann direkt Victoria nachfolgt. Und es hat es dann auch. Er hat durchgehalten. starb am 20. Juni 1837, gerade mal einen Monat nachdem Victoria folgerig geworden war. Und das hat


Jörg: Hmm.


Catrin: er sich aus den erwähnten Gründen wirklich sehnlichst gewünscht. Und er hatte ja, wie erwähnt, keine überlebenden eigenen legitimen Kinder und dann ging die Krone automatisch an Viktoria. Und im Königreich Hannover, er war ja auch in Personalunion genau schon wie Vater George III. und dann Bruder George IV., war er dort König gewesen. Aber dort herrschte und herrschte das Salische Erbfall gerecht. Also jetzt natürlich nicht mehr, ist ja kein Königreich mehr, aber auch was Chef des Hauses und so betrifft, hier Ernst August von Hannover. Damit endet dann nach 123 Jahren die Personalunion zwischen den Königreichen Großbritannien und Hannover. Auch ein Einschnitt.


Jörg: was ich finde auch total interessant ist, weil das ist so das Standbein, das letzte Standbein nach Europa.


Catrin: und kontinuieren.


Jörg: Genau, das Haus Hannover, das bis dahin bestand und das erklärt dann auch nochmal wieder nachfolgende Kriege. Da ist die Rolle von England, Großbritannien natürlich jetzt eine andere, weil


Catrin: Hm.


Jörg: nicht mehr im Personalunion regiert wird, hat sich da auch ganz, ganz viel verändert. es ist gar nicht nur so ein kleiner Nebenpart, ist richtig großer Schritt gewesen.


Catrin: Ja, Dadurch, dass es das mal gab, Personalunion hat das unter anderem zufolge, dass eben der Chef des Hauses Hannover oder auch die ganze Familie, dass die auch alle noch in der britischen Thronfolge stehen, auch ganz unten unter 100, was auch immer.


Jörg: Genau.


Catrin: Aber die sind alle noch theoretisch zumindest in der Thronfolge drin.


Jörg: Ja, mit dem Ernst August, da kommen wir nachher bei Victoria auch noch drauf, da gab es natürlich dann auch Verdrückung, weil Ernst


Catrin: Mh.


Jörg: August, ja, der ist jetzt zwar König von Hannover, aber der hatte natürlich auch mal einen Blick nach England. Genau,


Catrin: Es war ein weiterer der Brüder, der Söhne von.


Jörg: und da gab es dann auch immer ein bisschen Zoff. Okay, also


Catrin: Okay, ja.


Jörg: unterschätzt der König, könnte man sagen.


Catrin: Ja, irgendwie schon. Die meisten, wenn man sie auf der Straße anspräche, selbst in Großbritannien, können sicherlich zu dem einen oder anderen spontan zwei, drei Stichworte nennen, aber zu William IV., außer dass er der Übergangskönig war zwischen Prini und Victoria, wissen die meisten nicht so viel.


Jörg: Jetzt kommen wir zu einem Thema, das ich auch schon mit George IV. erwähnt hatte. Diese Thematik der Krönung, das kurz erwähnt zu haben. Das, George IV. exorbitant teuer gemacht hat, William IV. ein bisschen anders gemacht. Könnte man das so sagen?


Catrin: Ja, man könnte sagen, hat es massiv zurückgefahren. Also erst für Millionenbeträge umgerechnet nach heutigem Wert die Krönung von George V. und dann auf einmal William IV., die Groschenkrönung, wie es hieß. Als er nämlich dann im Jahr 1830, im Jahr mit 64 Jahren den Thron bestieg, hatte er wirklich ein Land in einer schweren Wirtschaftskrise übernommen. waren die Mehrenkriege und die Verschwendungssucht von George IV., das beides zusammen war keine gute Mischung. Aber auch von seiner ganzen Persönlichkeit her war William echt angewidert von diesem übermäßigen Prompt und dieser Verschwendung. Das war wahrscheinlich schon bei ihm angeboren. Also er war tatsächlich ernsthaft erwogen, die Krone komplett ausfallen zu lassen. Aber das ging natürlich nicht, weil das ja auch ein spiritueller Akt ist, der den Menschen als Monarchen bestätigt mit Salbung, richtig wie so ein Sakrament und so. Das kann man ja nicht einfach weglassen. Da geht es ja nicht darum, einmal einen hübschen Mantel anzuziehen und sich eine Krone aufsetzen zu lassen. ist ja, nicht umsonst findet das ja auch in der wichtigsten Kirche des Landes statt, in der traditionsreichsten, in der Westminster Abbey. Also das Parlament hat ihm dann den Marsch geblasen, dass hören wir zu, so geht das nicht. Das ist fastungsrechtlich eine Notwendigkeit. Und dann hat der König gesagt, okay, aber dann wirklich radikal, kleingerechnet, kleingespart. Also die preiswerteste Krönung, die es damals je gegeben hatte. Und deswegen ging seine Krönung 8. September 1831 als die Penny-Coronation, die Groschen-Krönung in die Geschichte ein. Sie kostete mit circa 37.000 Pfund nur einen Bruchteil dessen, was die Freier seines Bruders gekostet hatte. Kann man auch machen. Komplettes Gegenteil.


Jörg: Genau. Genau, und das finde ich so spannend. dass sich das tatsächlich, Tradition ist ja da, aber trotzdem ist da ganz viel Spielraum, was zu verändern. Das haben wir auch bei Charles gesehen. zum Beispiel hat er ja auch das Krönungsbankett, das habe ich bei George IV. gar nicht erwähnt. Der hatte ein riesiges Festmahl das war dann noch Tradition in der Westminster Hall,


Catrin: Ja, genau.


Jörg: in der Tradition des Mittelalters. Und das war auch der teuerste Teil. der ganzen Krönungsfeierlichkeiten und das wurde komplett gestrichen. gab es auch so ritterliche Duelle und so weiter und es gab auch eine Fußprozession. Zum Beispiel mussten die Adeligen bei George IV., die haben das als sehr alberne Kostüme empfunden. waren wohl noch sehr schwierig zu tragen. Sie fanden das lächerlich, ganz schrecklich. Und da war richtig Rambazamba, die mussten alles Mögliche mitmachen, ist natürlich auch komplett weggefallen. hat keiner vermisst, sondern wir waren ganz, ganz froh. Im Gegensatz zu George, hier zu George dem Dritten, da waren ja einige Peers sehr traurig, dass sie nun ihre


Catrin: Hm.


Jörg: Roben und so wird er nicht mehr, die seit Ewigkeiten im Besitz sind, nicht rausholen konnten. So kann's laufen.


Catrin: Ja plus eins Faktor, das muss ich jetzt einfach mal erzählen, weil ich diese Attraktur so süß finde. Das


Jörg: Ja.


Catrin: haben sie bei den Krönungen von George VI und Elisabeth II. noch gemacht. Da trugen sie diese Gewände und auch jeder Pier hat ja auch ein kleines Krönchen mit so einem kleinen Sand in die.


Jörg: Genau, dem Coronet.


Catrin: Man musste ja immer schon so sehr viel früher da sein, weil ja jeder so einen Time-Slot hat, und man


Jörg: Ich weiß nicht.


Catrin: sich da hinbegeben musste. Und dann standen die da und erstens, Gott, wohin? Aufs Klo. Das kann man nicht helfen. Aber auch, Gott, ich hab dann irgendwann sicher furchtbar Hunger. Und manche der Peers haben sich ihre Sandwiche in ihren Krönchen versteckt.


Jörg: Ja, ja.


Catrin: Wenn man die Krone nicht mehr tragen darf, kannst du eine Sandwiches auch nicht mehr verstecken. Das kam manche von denen auch wirklich hart an. Ja, eben. Ja. Aber ...


Jörg: Ja, das ist mir doch pragmatisch. Ja, das ist nicht gut. Aber dafür hat Wilhelm etwas eingeführt, was wir heute noch lieben. Stell dir jetzt mal vor, das gäbe es nicht mehr, die Kutschenprozession durch die Stadt. Genau, das haben wir ihm zu verdanken.


Catrin: Ja, ist nur wirklich ganz richtig. Aber dann hat er auch schon so ein Gefühl dafür entwickelt, dass es eben nicht darum geht, das Königshaus und der Adel das miteinander unter sich ausmachen, sondern dass die Bevölkerung auch möglichst viel davon sehen soll. So man es ja damals natürlich noch keine Fernsehübertragung gab, anders als heute. Also das war schon auch ein wichtiger Schritt. Da hast du völlig recht, die Kutschenprozession. Er fuhr also wirklich mit der Staatskutsche vom St. James Palace zu Westminster Abbey und das erlaubte eben erstmals großen Teilen der normalen Bevölkerung den König und die Königin am Gründungstag auch zu sehen. Und ich muss sagen, fand ich wirklich gut und hat sicherlich, du auch richtig bemerkt hast, bis heute erhalten.


Jörg: Also jetzt kann man doch wirklich zusammenfassen. Kutschenpräzision, Chakka William IV., tolle Paläste, Orte, die man besichtigen kann, Schönheit und Kunst. Das können wir dem lieben George IV. zuordnen. Dann


Catrin: Hm?


Jörg: haben wir noch George III. Den werden wir das Dilemma mit Amerika, mit den New Colonies. Was können wir George III. was würden wir da sagen? Das Finanzierungssystem.


Catrin: Das Finanzierungssystem, das


Jörg: Ja genau


Catrin: ist nicht nur positiv, aber ist wirklich eine der Grundlagen, wie die Monarchie heute sich finanziert und funktioniert. Das würde ich ganz klar so sehen.


Jörg: wir sind mit dem ersten von vier Teilen Großbritannien durch. Das war eine ganze Menge, die man erzählen konnte. Wir haben vieles ausgespart sogar, also ganz, ganz viele Dinge. du siehst schon an der Zeit, das brauchten wir auch. diese drei, wir haben es eben gerade schon mal festgehalten, was wir jedem dieser Monarchen zuordnen können. Und das begegnet


Catrin: Ja.


Jörg: uns immer wieder, auch in dem zweiten Teil Großbritannien zweiter Teil, Großbritannien dritter Teil und vierter Teil. Das wird tatsächlich dieses Wollkneuel Das kommt schon.


Catrin: Ja, wenn man einmal dabei ist, ist es halt doch immer noch mehr als man denkt. Es fällt einem dies noch ein und jenes. Man will es ja für sich auch im Gespräch so bisschen einordnen. Und es ist einfach eine Masse an wahnsinnig spannenden Fakten und Anekdoten und ja.


Jörg: Ich weiß nicht, wie dir das geht und wie es vielleicht auch unseren Zuhörerinnen und Zuhörern geht. Immer wenn ich so etwas mich vorbereite und wir darüber sprechen, gerade auch beim Sprechen fällt mir immer wieder ein, das gar nicht weit weg ist. Ich erinnere mich an aktuelle Geschichten.


Catrin: Ja.


Jörg: Und manchmal kam ich dann heraus und ja, dann erklärt sich auch, warum das und das von Elisabeth so gemacht wurde. Es erklärt sich, warum


Catrin: Ja.


Jörg: Charles das jetzt macht. Es erklärt sich, warum Diana vielleicht so und so reagiert hat und Charles damals so und so. Also all diese Sachen, erklären sich aus dieser Vergangenheit. Das muss man schon sehen. Und das ist in Großbritannien wirklich unglaublich viel. Da merkt man doch, wie lebendig diese Monarchie ist. kann man nicht nur, weil man Großbritannien so liebt. Da ist schon richtig was los.


Catrin: Es ist ein reiches Erbe an so vielen Traditionen und Dingen,


Jörg: noch.


Catrin: die aufeinander folgen und sich aufeinander beziehen. stimme ich dir total zu.


Jörg: Deswegen fangen wir beim nächsten, bei unserem zweiten Teil, wir über Viktoria sprechen. Damit werden wir dann anfangen mit den anderen monarchischen Folgen, die wir euch schon zum Anfang erläutert haben. Da freuen wir uns sehr drauf. Und


Catrin: Mhm.


Jörg: wie gesagt, wenn ihr jetzt noch Fragen habt, die sich ergeben haben aus dieser Folge, dann schreibt uns an. thronfolgen podcast.gmail.com. könnt auch gerne kommentieren bei Apple und bei Spotify. das gerne. Wir freuen uns natürlich über eine 5-Sterne-Bewertung und noch etwas. Je mehr ihr schreibt, also nicht vom Text her, aber je mehr Leute schreiben als Kommentar, desto relevanter ist es für all diese Plattformen. Heute leben wir im Zeitalter von Relevanz. Bei George 4. waren es schön gemachte Schaufenster mit seinen Karikaturen. Wir brauchen von euch Relevanz durch eure Bewertung. Dann werden wir gefunden. Wenn wir gefunden werden, dann können wir auch schön weitermachen. Und das würden wir natürlich auch für später dann auch. Und deswegen ist es ganz wichtig, dass ihr euch meldet. Und das dritte ist, nutzt auch unsere Voice-Mail auf thronfolgenpodcast.de Das ist unsere Internetseite. Für alle, auch kein Apple oder Spotify oder so haben, dort könnt ihr die Folgen auch direkt streamen. Und schreibt uns Fragen am Regen für die zukünftigen Monarchen. Wir werden das alles verarbeiten. Freuen wir uns drauf.


Catrin: Ja, das wäre wirklich schön, wenn ihr euch meldet. Also wir erwarten freudig gespannt, was ihr an Kommentaren, Likes oder vielleicht auch konstruktiver Kritik für uns habt.


Jörg: Genau, freuen wir uns darauf und bis dahin sagen wir jetzt Tschüss. Wir trinken glaube ich gleich mal einen Tee oder so.


Catrin: Ja, ich glaube, wir müssen uns jetzt mal bisschen erholen.


Jörg: So ist es, der Kopf ist schwer, Euer hoffentlich nicht. Ihr hattet hoffentlich viel Spaß und das war kurzweilig. Wie immer hoffen wir zumindest. Bis zum nächsten Mal. Macht's gut. Ciao, ciao. Tschüss.


Catrin: zum nächsten Mal, tschüss auch von mir, vielen Dank!